Übungen: Registerbruch/Registerübergang

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Antrash
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Hallo alle zusammen :)

Also zunächst mal hoffe ich, nicht erschlagen zu werden, falls es das Thema schon gibt. Habe mich nur quer durch Gesangsforum gesucht und nur ansatzweise Antworten gefunden.
Ich möchte deshalb gerne die erfahrenen Sänger hier um Hilfe bitten, und evtl. anderen Anfängern die Suche erleichtern. Also lasst uns mal versuchen das Problem zusammen zu beantworten.

Erstmal zu mir: Ich, männlich, 22 Jahre alt singe bereits seit Jahren in ner Rock/Pop Band. Bisher hat alles irgendwie immer geklappt, ich hab irgendwie ins Micro gesungen und mir nicht mehr
Gedanken drüber gemacht. Mit fortlaufender Heiserkeit und Megaproblemem in die Höhe zu kommen, vor allem im Vergleich zu bekannten Sängern viel mir auf dass ich nicht sonderlich hochkomme.
Mit viel Mühe und not zum g' (ich glaube zumindest dass es dieses ist). Ich denke bis hierhin kommt einigen Jungs die Sache bekannt vor.

Mir ist mittlerweile klar, was ich falsch gemacht habe: Ich hab mit Kraft und pushen versucht die hohen Töne herauszubrüllen bzw. versucht diese durch erhöhen der Lautstärke erreicht. Dabei bin ich immer im Burstregister (oder in der Bruststimme) geblieben, weil ich dachte, dass man die Kopfstimme für Pop und Rock nur selten nutzt. Falsch gedacht!
Also ab zum Gesangsunterricht. Seit ein paar Wochen hab ich jetzt die Stunden und ich habe mich intensiv mit der Theorie beschäftigt (hier im Forum die FAQs zu den Registern hab ich durch, etwaige Youtube Videos, sowie Speech Level Singing von Seth Riggs. Außerdem löchere ich meinen Lehrer mit Fragen.) Bis hierhin mal der Part für alle, die sich in der gleichen Situation befinden, oder befanden.

Jetzt zur eigentlichen praktischen Frage:

Ich versuche mich also momentan am Übergang zwischen Brust und Kopfstimme um irgendwann einmal die berüchtigte Mischstimme einblenden zu können und die hohen Töne nicht mit push sondern locker zu erreichen, ohne dass man einen großartigen Unterschied im Sound hört.
Der Anfang allen Übels ist ja nun der große Registerbruch zwischen Brust- und Kopfregister. Es gilt ja, diesen sozusagen "geschmeidiger" zu machen und einen Übergang zu trainieren der nicht mehr hörbar ist (also kein Stimmbruchartiges kieksen, krachen oder krächzen). Ich persönlich hab aber einen furchtbaren Registerbruch den ich nicht so einfach ausblenden kann. Der Bruch ist bei allen Übungen zu hören, es sei denn, ich setze bereits in den sehr tiefen Lagen in der Kopfstimme an, und ich weiß nicht ob das Sinn der Sache ist. Die meisten Übungen bringen mich auch nicht sooo sonderlich weit, da es mir vorkommt als wäre dieser geschmeidige Übergang bei Sängern einfach Voraussetzung. Glaube ich aber nicht!

Also Frage: Welche Übungen sind empfehlenswert, um einen solchen Bruch langsam aber sicher zu eliminieren? Gibt es hierfür bestimmte Ansätze? Eher sehr sehr leises singen? Und vor allem: Wie lange kann so etwas dauern?

Ich hoffe ihr werdet nicht von meinem Mega-Aufsatz an Thread erschlagen, aber ich bin es leid, mich immer durch ellenlange Threads zu quälen in denen der Fragesteller einfach erst nach drei Anläufen konkret über seine Situation spricht und es dann zu Diskussionen um verschiedene Techniken kommt. Danke für eure Hilfe :)
 
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Hallo

Zunächst einmal wäre für mich die Frage, da du ja Unterricht hast, was dein Lehrer zu diesen Problemen zu sagen hat?
Die zweite Frage: Was verstehst DU (oder dein Lehrer) unter "Kopfstimme"?

Der klassische Weg, mit einer Männerstimme zu arbeiten und Brüche in der Stimme zu verringern ist es, zunächst die Modalstimme quasi abzurunden. Also einen runden weichen Klang mit ovaler Mundstellung und relativ tiefem Kehlkopf aus der Mittellage nach unten führen und dann aus der Mittellage nach oben bis zum sogennaten "Passagio": Das ist der Bereich, in dem es bei dir anfängt zu kieksen. Bei Männerstimmen ist das im allgemeinen im oberen Bereich der Mittellage. Ab da müsste der angehende klassische Sänger sich die klassische "Kopfstimme" erarbeiten. Das klingt wie nach hinten gelehnt, sehr rund und irgendwie "gedeckt". Bei guten klassischen Sängern oder Musicalsängern, manchmal auch bei Progressiverocksängern kannst du das hören.

Du als Rocksänger meinst mit "Kopfstimme" wahrscheinlich eher das Falsett. Es gibt einen ziemlich breiten Bereich, in dem sich Modalstimme und Falsett überschneiden. Das heisst du kannst in dieser Range sowohl Falsett als auch Modalstimme singen. Einen unhörbaren Übergang gibt es aber nicht, denn dafür sind die beiden Funktionen zu unterschiedlich. Jemand, der es sehr gut kann ist Xavier Naidoo. Hör mal hier bei 2:09 den Übergang zu "wie die Nacht über die Welt". Der Übergang ins Falsett ist bei ihm zwar sehr weich und glatt, aber trotzdem hört man einen deutlichen Unterschied im Klanggepräge zwischen Modalstimme "Denn es kam so über mich" zu Falsett "wie die Nacht...."
Bei "und einer der letzten" geht er dann auf der gleichen Lage ins Belting, wo er vorher Falsett gesungen hatte.

http://www.youtube.com/watch?v=AsvDmn3M50U

Oder hier Ville Valo in "Join me in death", z.B. bei 1:24:

http://www.youtube.com/watch?v=jDMhyNCPFak&feature=related


Die klasssiche "Kopfstimme" klingt dagegen eher so wie hier Andrea Bocelli in "The music of the night" bei 2:53. Halt mal das Video an und schau auf seine Mundstellung. die ist schmal, oval wie ein o bei bei Onkel:

http://www.youtube.com/watch?v=jZTsIljP9RQ&feature=related



http://www.youtube.com/watch?v=PG4SbelgIFk&feature=related

oder in letzterem Beispiel bei 1:32. Von dieser Einstellung aus kann man Bruchlosigkeit in der Männerstimme erarbeiten.
 
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Also ich hatte bisher 4 Stunden bei meinem Lehrer. Wir haben grundsätzliche Übungen abgeklärt und in der letzten Stunde kamen wir dann auf diesen Registerbruch zu sprechen. Er meinte, ich solle mit Übungen zunächst mal ausprobieren wie weit ich komme (natürlich nicht übertreiben oder irgendetwas machen was Schmerzen verursacht). Ich suche nun irgendwie nach einfacheren Übungen um mich an diesen Übergang heranzutasten. Ich glaube auch, dass mir das schwer fällt, weil ich mich über die Jahre an das laute reden, singen bzw. belten und pushen so sehr gewöhnt habe, dass meine Muskeln in gewisser weise "falsch programmiert" sind und sich bei einem Übergang noch quer stellen.

Also Das Falsett meine ich mit "Kopfstimme" nicht. Hab mich ja wie gesagt schon ein wenig mit Theorie beschäftigt und weiß dass zwischen Falsett, dass eher hauchig klingt (so in etwa wenn ein Mann eine Frau nachäfft) und Kopfstimme ein Unterschied besteht. Daher fallen für mich die Beispiele von Xavier Naidoo und Ville Vallo weg. Hier hört man ja ganz ganz deutlich einen ganz anderen Sound. Die Bocelli Beispiele treffen wohl am ehesten mein Anliegen. Natürlich möchte ich am Ende nicht mit klassischem Sound singen, aber das ist meines Wissens nach relativ hinfällig, sofern man gelernt hat die echte "Kopfstimme" zu nutzen und einen schönen Registerübergang aus Brust und Kopf zu erzeugen, was ja dann letzten Endes auch zur von mir erwähnten Mischstimme oder Middle Voice führt. Viele Ami-Künstler haben immerhin diese Art Gesang kultiviert, ohne dass es gleich wie klassischer Operngesang klingt (Thema: Speech Level Singing). Micheal Jackson z.B. war ja auch nicht ununterbrochen das hohe c am herauspushen und im Falsett hat er auch nicht dauerhaft gesungen.

Was du nun mit der Unterscheidung zwischen Modalstimme und Falsett meinst, ist meines Wissens daran ausfindbar, wo man die Resonanz im Kopf spürt. Das Falsett wird ja durch einen sehr hohen weichen Gaumen erzeugt (correct me if I'm wrong) und fühlt sich fast an, als würde der Ton aus dem Hinterkopf herausrutschen. Die Modalstimme bzw. was ich als Kopfstimme bezeichnen würde fühlt sich mehr an, als käme sie aus der Stirn heraus. Ich hoffe dass man das so ganz gut abstecken kann.

Also zurück zum Thema: Mir ist aufgefallen, dass ich mit einer leichten "Gähnstellung", also weit offnenem Mund und ganz ganz wenig Luft und Lautstärke einen weitaus besseren Übergang von Modalstimme zu Bruststimme hinbekomme, wie wenn ich es bei Zimmerlautstärke probiere. Hierbei muss gesagt werden, dass es wirklich sehr leise ist. Wäre das bereits eine gute Übung, oder gäbe es hier noch sinnvollere Sachen? Oder soll man hier wirklich einfach "herumprobieren"?
 
Eins versteh ich da nicht: Wozu nimmst du Unterricht, wenn du dann doch selber herumprobierst?
Zeigt dir dein Lehrer nicht, was du üben sollst und was nicht (Manche Dinge übt man am besten erst mal nur unter Anleitung).

Keine Übung ist eine Wunderwaffe. Man muss die Übungen individuell einsetzen und ggf. abwandeln können damit sie was bringen. Dafür geht man in den Unterricht.

"Speech Level" als Methode kenn ich nicht so gut. Ich würde aber sagen, daß die unausgebildete Männerstimme eigentlich von Natur aus sprachnah singt. Könnte sein, daß genau das Teil deines Problems ist, denn der klassische Ansatz wie bei Bocelli z.B. ist eben das genau NICHT. Um eine bruchfreie Stimme über eine große Range zu erlernen brauchst du eine deutliche Überformung. Mit sprechen hat das dann nicht mehr viel zu tun, schon gar nicht in den höheren Lagen. Das mit der Gähnstellung KANN helfen. Muss aber nicht, es kann auch kontraproduktiv sein und den Fokus zu sehr nach hinten verschieben, sowie Druck auf Zungengrund und Kehlkopf produzieren. Man muss wissen, wie man es einsetzt. Gleiches git für den "weit offenen Mund". Denn die Formung des Mundes spielt eine wesentliche Rolle und kann ganz unterschiedlcih ausfallen. Woher soll ich wissen, was DU da jetzt drunter verstehst?
Sehr leise wird es allerdings kaum gehen, wenn du einen klassischen Übergang erlernen willst. Deine Stimme braucht, um frei schwingen zu können immer eine gewisse Grundpower. Hohe Töne benötigen mehr Spannung und Power als tiefe. Dazu kommt die Verlagerung der "Resonanz", des Klangraumes nach unten hinten und die Reduktion der schwingenden Masse. Und das eben möglichst schon von unten her, denn sonst wird es immer Brüche geben. Das geht gar nicht anders. Wenn du bruchfrei oben rauskommen willst musst du weiter unten schon mehr hinteren Raum nutzen.
Und du brauchst die nötige Atemkraft und Atemverbindung.
 
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Ich sehe das ähnlich. Sowas solltest du mit deinem Lehrer abklären. Da es bei dir ja schon Probleme wie Heiserkeit gibt, muß das im Unterricht erarbeitet werden. Welche Übungen auch immer wir vorschlagen, die können in deiner Situation auch nach hinten losgehen. Ausnahme: Atemübungen, die gehen immer.
Du bezahlst jemanden dafür, daß er dein Problem löst - also laß ihn dein Problem lösen. Wir wären dann wohl eher die restlichen Köche, also diejenigen, die für den Verderb zuständig sind - und du wärst der Brei.......nu hab ich mich doch glatt selbst in einer meiner berüchtigten Metaphern verheddert :igitt:
 
Missversteh mich nicht falsch ;) Ich "probiere" ja nicht selber herum, ich mache nur zuhause die Übungen die mein Lehrer mir eben mitgibt. Du willst mir ja nicht erzählen, dass Unterricht, der einmal die Woche stattfindet meine Gesangskünste wesentlich verbessert. Regelmäßiges Üben, dass man auch ohne Aufsicht praktiziert, halte ich für sinnvoll.

Wie gesagt, ich möchte keine Wunderwaffe oder irgendetwas. Ich frage ja hier explizit nach weiteren Herangehensweisen an ein solches Problem, weil ich weiß dass es viele Übungen in der Hinsicht gibt und einfach mal ein wenig meinen Horizont erweitern möchte. Darüber habe ich auch mit meinem Lehrer gesprochen, dass ich weitere Übungen kenne, als die, die er mir bisher zeigen konnte (wie gesagt 4 Stunden!). Er meinte, ich solle ruhig selbst ein wenig ausprobieren womit ich gut zurecht komme und etwaige Ansätze eben im Unterricht vorführen.

Ich würde von daher sagen, dass ich einfach nur sehr motiviert bin und einfach nur nach Vorschlägen bzw. Hilfen suche um genau diesen Registerbruch in den Griff zu bekommen. Vielleicht eben auch von Sängern, die sich auch mal mit diesem Problem herumschlagen mussten und die mir aus Erfahrung mitteilen können was ihnen dabei geholfen hat.
 
Du willst mir ja nicht erzählen, dass Unterricht, der einmal die Woche stattfindet meine Gesangskünste wesentlich verbessert.
Erzähl das bloß meinen Schülern nicht :eek:. Wenn du der Meinung bist, daß Unterricht dir nix bringt, warum nimmst du ihn dann? Im Unterricht bekommst du gezeigt und erklärt was du tun solltest, um voranzukommen. Und im Idealfall tust du genau das bis zur nächsten Stunde. Es spricht nichts dagegen, darüber hinaus auszuloten und herumzuprobieren und andere nach ihren Erfahrungen zu fragen. Gezielte Übungen kann dir aber nur jemand nennen, der deine Stimme und die entsprechenden Probleme kennt. Und wenn dir das nicht genügt, nenne ich dir nochmal ein ganzes Genre an Übungen, die du machen kannst und solltest: Atemübungen. Ohne Atempower geht nix, das ist der Anfang von allem.
 
Und wenn dir das nicht genügt, nenne ich dir nochmal ein ganzes Genre an Übungen, die du machen kannst und solltest: Atemübungen. Ohne Atempower geht nix, das ist der Anfang von allem.


Genau so ist es - Das Wort zum Mittwoch ;-)

Ich würde es so machen, wenn du so viele Übungen kennst: Sing die mal alle deinem Lehrer vor. Sein Job ist es dann, dir zu erklären, welche Übungen für dich gut sind und welche nicht und warum. Dann könnt ihr gemeinsam die 3 - 5 Übungen aussuchen, die JETZT zur Zeit für dich zielführend sind und du machst dir dann mit gemau diesen Übungen plus Atemtraining ein individuelles Programm. Das Programm kann sich im Laufe der Zeit verändern. Du merkst vielleicht, daß manche Übungen nicht mehr nötig sind. Andere begleiten dich durch dein ganzes sängerisches Dasein, weil sie dir guttun, dich aufwärmen, dich lockern oder was auch immer. Und du bekommst von deinem Lehrer neue Übungen wenn es dafür an der Zeit ist. Ein guter Lehrer wandelt auch Übungen im Unterricht ab, wenn er merkt, daß du etwas neues oder etwas anderes gerade brauchst.
Übrigens ist es NICHT so, daß man eine Unzahl an verschiedenen Übungen bräuchte. Oft reichen die besagten 3 - 5 Übungen durchaus. Jede hat noch ein paar Abwandlungen und gut ist. Du willst ja nicht der Weltbeste Übungssänger ever werden, sondern in deiner Band deine Songs singen und dein Publikum begeistern. Das heisst: Versuch anzuwenden, was du in Übungen technisch extrahiert hast und schau ob du erkennen und umsetzen kannst, welche Übung für welche Songpassagen vorbereitend war.
 
okay, danke schonmal dafür :) Ich möchte einfach ne klare Richtung hineinbringen, um nicht zuviel Zeit (und Geld) mit Übungen zu verschwenden die nichts bringen.

Dann aber nochwas zum eigentlichen Thema: Ist denn der Registerübergang normalerweise das Erste was man beim Gesangsunterricht versucht zu trainieren? Ich denke nämlich die ganze Zeit, dass ich ohne Nahtlosen Übergang keine Möglichkeit hab das volle Potenzial der Stimme nutzen zu können und mich immer mit zwei verschiedenen Sounds in der Stimme herumärgern muss, weil ich einfach den Brustsound nicht in die Kopfstimme mischen kann.
 
Dann aber nochwas zum eigentlichen Thema: Ist denn der Registerübergang normalerweise das Erste was man beim Gesangsunterricht versucht zu trainieren?


Ich würde schon sagen, das gehört zu den "Basics".
Es ist aber in vielen Fällen eine Baustelle, die Geduld und Beharrlichkeit erfordert, gerade bei Männerstimmen und schwerer veranlagten Frauenstimmen. Das geht nicht in ein paar Stunden. ;-)
 
Also Das Falsett meine ich mit "Kopfstimme" nicht. Hab mich ja wie gesagt schon ein wenig mit Theorie beschäftigt und weiß dass zwischen Falsett, dass eher hauchig klingt (so in etwa wenn ein Mann eine Frau nachäfft) und Kopfstimme ein Unterschied besteht. Daher fallen für mich die Beispiele von Xavier Naidoo und Ville Vallo weg. Hier hört man ja ganz ganz deutlich einen ganz anderen Sound. Die Bocelli Beispiele treffen wohl am ehesten mein Anliegen.
Gut, dass mer drüber gschwätzt ham. ;)


Ne, im ernst: leider sind bezüglich des Begriffs "Kopfstimme" so viele verschiedene Auffassungen im Umlauf, dass man einfach vorher abklären muss, was jemand meint. :) Wenn du dich auf die klassische Kopfstimme beziehst, dann ist das im Grunde mehr oder weniger das Gleiche wie die Mischstimme. Der Trick ist daher nicht, noch ein Register zwischen Kopf- und Bruststimme zu finden - ich wüsste auch gar nicht, welches das noch sein soll. ;)

Bei der ganzen Registerdiskussion gibt es zwei Phänomene, die miteinander quasi "interagieren": Der Modus, in dem die Stimmlippen einen Ton erzeugen und der Ort, der als Resonanzzentrum wahrgenommen wird. Stimmlippenmodi gibt es zwei Stück, nämlich Modal- und Randstimme, und Resonanzzentren gibt es auch zwei Stück, nämlich Brust und Kopf.

Das, was du suchst, ist die Modalstimme mit Kopfresonanz. :)


Mal ein Vorschlag für eine Übung: Setze in einer bequemen Lage auf n an, halte zunächst das n und gehe dann über auf u und das singst du dann in einem Triller (also mehrmals hintereinander einen Halbton hoch und wieder runter). Dabei stellst du dir vor, dass beim Singen des n deine Zunge den Klang in den Gaumen und von dort in Nase und Stirn leitet. Dort "sitzt" der Ton dann, während du auf das u übergehst und dem Klang somit mehr Raum im Mund gibst.

Mit dieser vorgehensweise arbeitest du dich chromatisch hoch, aber nur solange, wie du nicht drücken musst oder Gefahr läufst, ins Falsett zu kippen.
 
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Ne, im ernst: leider sind bezüglich des Begriffs "Kopfstimme" so viele verschiedene Auffassungen im Umlauf, dass man einfach vorher abklären muss, was jemand meint. :) Wenn du dich auf die klassische Kopfstimme beziehst, dann ist das im Grunde mehr oder weniger das Gleiche wie die Mischstimme. Der Trick ist daher nicht, noch ein Register zwischen Kopf- und Bruststimme zu finden - ich wüsste auch gar nicht, welches das noch sein soll. ;)
Also ich glaube, das, was immer mit Mischstimme gemeint ist, in Abgrenzung hauptsächlich zur Bruststimme, ist einfach nur das Singen in der Modalstimme mit reduzierter Schwungmasse, was man irgendwie als anderes "Abmischungsverhältnis" zwischen Kopf- und Brustresonanz auffassen könnte. Der Begriff ist aber eigentlich total verwirrend, weil man sowieso nie mit voller Schwungmasse singen sollte (also in der Bruststimme). Deshalb ersetze ich in meinem Kopf eigentlich immer alle Vorkommen des Begriffes "Mischstimme" durch "ausgeglichene Singstimme", weil das ist im Prinzip gemeint. In sofern ist die Mischstimme irgendwie tatsächlich das, was der TE sucht, aber im Prinzip ist es ein völlig unnötiger Begriff.

Das, was du suchst, ist die Modalstimme mit Kopfresonanz. :)
genau!

Mal ein Vorschlag für eine Übung: Setze in einer bequemen Lage auf n an, halte zunächst das n und gehe dann über auf u und das singst du dann in einem Triller (also mehrmals hintereinander einen Halbton hoch und wieder runter). Dabei stellst du dir vor, dass beim Singen des n deine Zunge den Klang in den Gaumen und von dort in Nase und Stirn leitet. Dort "sitzt" der Ton dann, während du auf das u übergehst und dem Klang somit mehr Raum im Mund gibst.

Mit dieser vorgehensweise arbeitest du dich chromatisch hoch, aber nur solange, wie du nicht drücken musst oder Gefahr läufst, ins Falsett zu kippen.

Für mich die beste Übung allgemein zum "Singstimme finden".:great: Ich bin immer schon ein Fan von Übungen auf "u" gewesen, die halten dich nämlich stark davon ab eng zu machen.

Wenn du das "nu" drauf hast, kannst du das "u" durch andere Vokale ersetzen oder dem "nu" andere Vokale anfügen (also z.B. "nui", "nua" etc.). Versuch dabei immer drauf zu achten, dass du die anderen Vokale nur durch Bewegung des Unterkiefers und der Zunge bildest (nicht den Mund in die Breite ziehen). Das sorgt dafür, dass der Klang bei jedem Vokal "den gleichen Weg nimmt", also wie von Foxx angesprochen: in etwa aus dem Nacken kommend, dann über den Rücken der Zunge durch den weichen Gaumen durch die Nase in die Stirn.

Gleichzeitig kannst du drauf achten, dass du im Raum unterhalb der Zunge (also zwischen Zunge und Unterkiefer) so gut wie keine Resonanz spürst. Genau in diesem Raum resoniert nämlich die böse fette Bruststimme. Du musst den Klang sozusagen immer auf dem Rücken deiner Zunge tragen.

Schließlich kannst du noch das "n" entfernen, musst aber weiterhin darauf achten, dass du die Töne immer etwa an den vorderen oberen Schneidezähnen ansetzt (da wo halt das "n" gebildet wird). Wenn du das nicht machst, verlierst du den Sitz der Stimme in Nase und Stirn (die Stimme wird dann eher durch den weichen Gaumen nach oben abstrahlen). Zudem verlierst du damit fast zwangsläufig deine Stütze und wirst evtl. zu stark auf den Kehlkopf drücken.

Mit dieser Übung kannst du eigentlich deine gesamte Range abdecken. Wenn aber deine Vollstimme zu Ende ist (also der Bereich beginnt, den man in der Klassik als Falsett-Register bezeichnet), verändert sich die Wahrnehmung des Klangs zwangsläufig. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten:
- Entweder du behältst die Mundstellung bei, dabei landest du aber im klassischen Falsett und wirst hauchig, die gefühlte "Quelle" im hinteren Nacken erzeugt dann eine leichte hauchige Resonanz im "verbotenen" Bruststimmenraum.
- Oder du versuchst die "Quelle" des Klangs konzentriert im hinteren Nacken beizubehalten (das geht gut auf dem Vokal "ä"), dafür musst du dann aber doch den Mund in die Breite ziehen, dass nennt man dann Falsett mit Twang
 
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Mal ein Vorschlag für eine Übung: Setze in einer bequemen Lage auf n an, halte zunächst das n und gehe dann über auf u und das singst du dann in einem Triller (also mehrmals hintereinander einen Halbton hoch und wieder runter). Dabei stellst du dir vor, dass beim Singen des n deine Zunge den Klang in den Gaumen und von dort in Nase und Stirn leitet. Dort "sitzt" der Ton dann, während du auf das u übergehst und dem Klang somit mehr Raum im Mund gibst.

Mit dieser vorgehensweise arbeitest du dich chromatisch hoch, aber nur solange, wie du nicht drücken musst oder Gefahr läufst, ins Falsett zu kippen.

Die Übung finde ich wirklich hilfreich :) Danke schonmal dafür. Ich kenn mich aufgrund meines Studiums ein bisschen mit Phonetik aus, und glaube zu wissen wohin das "n" führen soll. Ich schätze mal der Sound der Vokale soll dadurch sehr nasal klingen. Wenn das der Fall ist, meine ich die Übung ganz gut hinzubekommen.


Mit dieser Übung kannst du eigentlich deine gesamte Range abdecken. Wenn aber deine Vollstimme zu Ende ist (also der Bereich beginnt, den man in der Klassik als Falsett-Register bezeichnet), verändert sich die Wahrnehmung des Klangs zwangsläufig. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten:
- Entweder du behältst die Mundstellung bei, dabei landest du aber im klassischen Falsett und wirst hauchig, die gefühlte "Quelle" im hinteren Nacken erzeugt dann eine leichte hauchige Resonanz im "verbotenen" Bruststimmenraum.
- Oder du versuchst die "Quelle" des Klangs konzentriert im hinteren Nacken beizubehalten (das geht gut auf dem Vokal "ä"), dafür musst du dann aber doch den Mund in die Breite ziehen, dass nennt man dann Falsett mit Twang

Da setzt dann wieder mein Problem an. Die bisherige Übung die ich kannte um einen nasalen, "quäkigen" Sound zu produzieren, ging oktavisch im Glissando abwärts. Damit bin ich bisher nicht gut gefahren...wegen dem beschissenen Bruch. Wie soll man auch glissando singen, wenn dazwischen der Ton kracht und krächzt? Mit der Übung von euch ist es allerdings leichter mal ein Gefühl für die ganze Sache zu bekommen. Von daher: Daumen hoch!

Nun ist allerdings die Stimmqualität immer noch sehr unterschiedlich, wenn ich von Brust in Kopfstimme wechsele...ich schätze mal dafür brauche ich Geduld, bis sich da ein Übergang einstellt, oder?
 
Sorry für OT:

Hallo Saarländer :)
Kennt man die Band, in der du trällerst?


Zum Thema "Geduld":
Ich habe Übungen zum "Glattstreichen" des Übergang (der Übergänge) schon einige Wochen im Programm und mache auch nur Fortschritte in Babyschrittgröße; also da nicht zu viel erwarten oder über's Knie brechen; manch gutes Ding brauch eben Weil... oder so! :cool:

Grüße aus SLS.
 
Sorry für OT:

Hallo Saarländer :)
Kennt man die Band, in der du trällerst?

Alter! Es stimmt ja echt: Egal wo du auf der Welt rumhängst, ein anderer Saarländer findet sich immer und überall^^

Jaaaaah...ich weiß nicht, möchte ich anonym bleiben? Ne Quatsch, ich denke du könntest von uns gehört haben: http://www.fi-music.de
Alle anderen dürfen auch gerne reinhören (Hörproben sind ja im Gesangsforum unglaublich beliebt, wie's mir scheint).

Dann aber mal an dich Chrizz: Kennt man dich denn bzw. deine Band? (zur Erklärung für die anderen: Im Saarland kennt sich ausnahmslos jeder, zumindest über mehrere Ecken^^)
 
Also, gehört habe ich von Euch schonmal, ja, aber gehööört hab' ich Euch noch nie; gerade eben zum ersten Mal! :)
Musikalisch kennt man mich nicht, nein. Bin auch erst n knappes Jahr gesangstechnisch dabei; habe vorher jahrelang die Drumsticks geschwungen.
Zur Erklärung für die anderen: Diese Tatsache ist übrigens nicht ausnahmslos immer von Vorteil!! ;)
Wenn Du zwecks Gedankenaustausch in Kontakt mit mir bleiben möchtest, gerne per PN, damit wir den Thread hier nicht mit Dummgeschwätz zumüllen!! :cool:
 
Deshalb ersetze ich in meinem Kopf eigentlich immer alle Vorkommen des Begriffes "Mischstimme" durch "ausgeglichene Singstimme", weil das ist im Prinzip gemeint. In sofern ist die Mischstimme irgendwie tatsächlich das, was der TE sucht, aber im Prinzip ist es ein völlig unnötiger Begriff.

Geht mir ähnlich, jedenfalls für Männerstimmen. Aber gut möglich, dass anderen das Konzept etwas bringt, das will ich ja nicht ausschließen. Dass die Mischstimme quasi einfach die Singstimme ist ... trifft es ganz gut. Für mich war das immer ganz natürlich, deswegen kann ich wohl mit dem Konzept nichts anfangen. Oder aber es ist eben das Gleiche wie die Kopfstimme, dann ist der Begriff aber eben obsolet.

Ich hatte immer das Gefühl, dass man einfach auch versucht hat, gleiche Begriffe auf bei Mann und Frau unterschiedliche Register anzuwenden. So wie die klassischen Register definiert sind, macht es für Frauenstimmen auch durchaus mehr Sinn, weil das Randregister da Teil der Singstimme ist, bei Männern aber nicht.

Wenn du das "nu" drauf hast, kannst du das "u" durch andere Vokale ersetzen oder dem "nu" andere Vokale anfügen (also z.B. "nui", "nua" etc.).
Sinnvollerweise würde ich mich da an die Vokalreihe halten, also in der Reihenfolge u-o-a-e-i. Dann ist der Schritt zum neuen Vokal jeweils recht naheliegend.

Schließlich kannst du noch das "n" entfernen [...]
Auf Dauer bitte unbedingt. Man hört zu viele Sänger, die beim Ansetzen ein (vermutlich unbewusstes) n voranstellen. :D

Ich kenn mich aufgrund meines Studiums ein bisschen mit Phonetik aus, und glaube zu wissen wohin das "n" führen soll. Ich schätze mal der Sound der Vokale soll dadurch sehr nasal klingen. Wenn das der Fall ist, meine ich die Übung ganz gut hinzubekommen.

Korrekt, das n sorgt für den richtigen Sitz. Aber: den Vokal danach dennoch bitte nicht durch die Nase artikulieren, wir sind keine Franzosen. ;) Wenn du dir nicht sicher bist, tippe beim Ton halten mal kurz die Nasenflügel an und teste, ob Luft durch die Nase strömt. Das sollte nicht der Fall sein.

Nun ist allerdings die Stimmqualität immer noch sehr unterschiedlich, wenn ich von Brust in Kopfstimme wechsele...ich schätze mal dafür brauche ich Geduld, bis sich da ein Übergang einstellt, oder?

Sogar ne Menge davon. ;)
 
Hallo Antrash, ich hab mir mal deine Band reingezogen. Ziemlich coole Mucke übrigens. :)

Ich höre in eurer Aufnahme auf Anhieb gleich mehrere Probleme die zu deiner Heiserkeit führen dürften.

Welche von den beiden Sängern bist du denn? :) Auf die Gefahr hin mich zum Depp zu machen würd ich sagen, du bist der mit der "höheren" Stimme. ;)

Lg,
Paul

PS: Wir sollten dringend mal zusammen Auftreten. :)
 
huups, sorry hab aufgrund mehrerer klausuren in den letzten wochen den thread hier mal links liegen lassen.

@Kenshi: Danke :) "höhere" Stimme ist so ne relative Aussage, weil unser Bassist ein paar Töne höher kommt als ich, dafür aber irgendwie eine tiefere "Farbe" in der Stimme hat. Ich bin derjenige mit der quäkigen Stimme^^ Singe z.B. bei den Songs "Mary" oder "Burn your Eyes" die kompletten Songs.
Was wären denn die Probleme die du erkennst? Zuviel Push?

Klar gerne können wir mal zusammen auftreten, sind nur momentan neue Songs am schreiben, weil wir seit fast 2 Jahren mit der selben Platte rumtouren. Ich schätze ab Herbst ist wieder mehr Zeit. Ich hör mir mal deine Band an und dann können wir gerne mal was zusammen starten :)
 

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