drowo
Helpful & Friendly User
- 17.10.26
- 02.01.16
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- Alpenrand
Immer mal wieder werden hier im Forum von vermeintlichen Tenören ungewöhnlich hohe Tonwerte angegeben wie beispielsweise "Ein C6 (c''') schaffe ich noch locker" oder âab F5 (f '') gehe ich in die Kopfstimmeâ. Dabei handelt es sich oft um einen Irrtum: Das angebliche C6 / F5 ist in Wirklichkeit gar keins. Woran liegt das?
Viele MĂ€nner lernen im Gesangsunterricht nach Noten fĂŒr Tenor zu singen. Vergleicht man seine Noten mit absoluten Angaben, z.B. bei Wikipedia lernt man, dass die Note auf der ersten unterer Hilfslinie das "eingestrichene C" (abgekĂŒrzt c') bzw C4 ist und manchmal auch "SchloĂ C" genannt wird. Zum Beispiel können AnfĂ€nger hĂ€ufig schon nach einigen Monaten Gesangsunterricht bis zur Note auf der obersten Linie singen und das ist ja laut Wikipedia ein F5 (f '') âŠ. oder etwa nicht?
Fast zwangslĂ€ufig erwacht nach gewisser Zeit das Interesse am eigenen Stimmfach: bin ich Tenor, Bariton oder gar Bass? Das hat ja zumindest zum Teil mit der Range zu tun in der man singt. Auch dafĂŒr gibt Wikipedia eine Antwort, nur kommen jetzt erste Zweifel an der eigenen MĂ€nnlichkeit: "Meine Range geht von A3 bis C6 .... Oh mein Gott, ich bin Sopran!!". Ein GesprĂ€ch mit dem/der Gesangslehrer/in bringt manchmal statt KlĂ€rung noch mehr Verwirrung, wenn er/sie nur kurz und knapp sagt: "Der Tenor klingt eine Oktave tiefer". Was?? Wieso kann etwas tiefer klingen als es ist? Kann mein/e GL denn nicht hören wie hoch oder tief ich tatsĂ€chlich singe?
Doch all das hat eine ganz einfache ErklĂ€rung! Der Tenor wird ĂŒblicherweise im ViolinschlĂŒssel notiert â tatsĂ€chlich aber eine Oktave tiefer gesungen als da steht. Nur wird man nicht explizit darauf aufmerksam gemacht, sondern es wird als allgemein bekannt vorausgesetzt. Die nachfolgenden Bilder zeigen die (professionelle) Range des Tenors von A2 (groĂes A) bis zum C5 (c'') in verschiedenen SchlĂŒsseln.
Das âhohe Câ vom Tenor wird auf der zweiten oberen Hilfslinie wie ein C6 (c''') notiert, wird aber als C5 (c'') gesungen. Ein Violinist wĂŒrde das als C6 (c''') spielen, genauso wie eine Sopranistin das als C6 singen wĂŒrde. Ein Piccolo-Flötist wĂŒrde das sogar als C7 (c'''') spielen. Geschriebene Notation und klingende Notation können also abweichen. FĂŒr Blasmusiker ĂŒbrigens eine SelbstverstĂ€ndlichkeit!
Der Ausdruck "es klingt" oder "klingende Notation" beschreibt hier keinesfalls nur subjektive Wahrnehmung, sondern es wird im Gegenteil damit die âwahre Tonhöheâ bezeichnet. Aber warum wird der Tenor nicht so notiert wie er klingt? Ganz einfach: Man versucht die Range im Notensystem zu zentrieren, um mit weniger Hilfslinien auszukommen. Sonst wĂŒrde das ganze nĂ€mlich so aussehen:
Technisch gesehen könnte man den Tenor auch im BassschlĂŒssel notieren, aber das sieht kaum besser aus:
In moderneren Noten, insbesondere solchen, die aus einem Notensatzprogramm kommen (Musescore, Sibelius, Finale ....), wird fĂŒr den Tenor dann auch korrekterweise die Oktavierung angezeigt: Durch eine kleine 8 unter dem ViolinschlĂŒssel. Das vereint die Vorteile klingender und âplatzsparendâ zentrierter Notation.
Und umlernen muĂ auch keiner, weil es genauso aussieht wie immer. Alles klar?
Viele MĂ€nner lernen im Gesangsunterricht nach Noten fĂŒr Tenor zu singen. Vergleicht man seine Noten mit absoluten Angaben, z.B. bei Wikipedia lernt man, dass die Note auf der ersten unterer Hilfslinie das "eingestrichene C" (abgekĂŒrzt c') bzw C4 ist und manchmal auch "SchloĂ C" genannt wird. Zum Beispiel können AnfĂ€nger hĂ€ufig schon nach einigen Monaten Gesangsunterricht bis zur Note auf der obersten Linie singen und das ist ja laut Wikipedia ein F5 (f '') âŠ. oder etwa nicht?
Fast zwangslĂ€ufig erwacht nach gewisser Zeit das Interesse am eigenen Stimmfach: bin ich Tenor, Bariton oder gar Bass? Das hat ja zumindest zum Teil mit der Range zu tun in der man singt. Auch dafĂŒr gibt Wikipedia eine Antwort, nur kommen jetzt erste Zweifel an der eigenen MĂ€nnlichkeit: "Meine Range geht von A3 bis C6 .... Oh mein Gott, ich bin Sopran!!". Ein GesprĂ€ch mit dem/der Gesangslehrer/in bringt manchmal statt KlĂ€rung noch mehr Verwirrung, wenn er/sie nur kurz und knapp sagt: "Der Tenor klingt eine Oktave tiefer". Was?? Wieso kann etwas tiefer klingen als es ist? Kann mein/e GL denn nicht hören wie hoch oder tief ich tatsĂ€chlich singe?
Doch all das hat eine ganz einfache ErklĂ€rung! Der Tenor wird ĂŒblicherweise im ViolinschlĂŒssel notiert â tatsĂ€chlich aber eine Oktave tiefer gesungen als da steht. Nur wird man nicht explizit darauf aufmerksam gemacht, sondern es wird als allgemein bekannt vorausgesetzt. Die nachfolgenden Bilder zeigen die (professionelle) Range des Tenors von A2 (groĂes A) bis zum C5 (c'') in verschiedenen SchlĂŒsseln.
Das âhohe Câ vom Tenor wird auf der zweiten oberen Hilfslinie wie ein C6 (c''') notiert, wird aber als C5 (c'') gesungen. Ein Violinist wĂŒrde das als C6 (c''') spielen, genauso wie eine Sopranistin das als C6 singen wĂŒrde. Ein Piccolo-Flötist wĂŒrde das sogar als C7 (c'''') spielen. Geschriebene Notation und klingende Notation können also abweichen. FĂŒr Blasmusiker ĂŒbrigens eine SelbstverstĂ€ndlichkeit!
Der Ausdruck "es klingt" oder "klingende Notation" beschreibt hier keinesfalls nur subjektive Wahrnehmung, sondern es wird im Gegenteil damit die âwahre Tonhöheâ bezeichnet. Aber warum wird der Tenor nicht so notiert wie er klingt? Ganz einfach: Man versucht die Range im Notensystem zu zentrieren, um mit weniger Hilfslinien auszukommen. Sonst wĂŒrde das ganze nĂ€mlich so aussehen:
Technisch gesehen könnte man den Tenor auch im BassschlĂŒssel notieren, aber das sieht kaum besser aus:
In moderneren Noten, insbesondere solchen, die aus einem Notensatzprogramm kommen (Musescore, Sibelius, Finale ....), wird fĂŒr den Tenor dann auch korrekterweise die Oktavierung angezeigt: Durch eine kleine 8 unter dem ViolinschlĂŒssel. Das vereint die Vorteile klingender und âplatzsparendâ zentrierter Notation.
Und umlernen muĂ auch keiner, weil es genauso aussieht wie immer. Alles klar?
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