Umgang mit unfähigen Kollegen - was machen, und wie?

von mix4munich, 06.04.07.

  1. mix4munich

    mix4munich Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 06.04.07   #1
    Hallo Forum,

    das folgende habe ich in ähnlicher Form auch in einem anderen Forum gepostet - aber was meine Ihr im Musiker-Board dazu?

    Schon komisch, früher habe ich ein Dutzend Veranstaltungen am Stück gemacht, ohne dass was Berichtenswertes passiert wäre, und nun gib's auf jedem zweiten Job irgend ein absolutes Highlight. Oder wie gestern ein totales Lowlight (neudeutsch für Tiefpunkt). Also, was ging ab?

    Ich habe eine Band, die ich auch schon öfters betreut hatte, im Airbräu am Münchner Flughafen gemischt. Kein Problem soweit. Die haben zusammen mit einer anderen Band gespielt, mit der sie auch schonmal aufgetreten sind. Auch kein Problem. Um die Technik hat sich die andere Band gekümmert, aber es war auch was vom Haus vorinstalliert - Frontholz und Amping, gutes Zeug für die Location. Problem war der federführende Techniker der anderen Band. Hier eine kleine Aufzählung seiner Aktivitäten:

    - plant 90 Minuten Soundcheck für zwei Bands ein - was okay wäre, aber er braucht immer selbst 90 Minuten für seine eigene Viermanncombo, obwohl deren Besetzung absolut "konventionell" ist - Schlazeug, Bass, E-Gitarre, ein Gesang
    - bringt einen "neuen" EQ mit zum Gig ("gebraucht, günstig auf ebay geschossen") - war aber kaputt, DOA. Merkt er erst beim Gig!
    - bringt für seine Jungs vier Sets IEM mit - flammneues Zeug, weder eingestellt noch ausprobiert! Das war deren erster Versuch mit IE-Monitoring. Zwei haben es dann gar nicht eingesetzt, die anderen beiden hatten nur Signale auf einer Seite. Ja, nee, is' klar, Mono-Auxes auf Stereo-IEM-Systeme geben ...
    - konventionelles Monitoring, zwei kleine EV SX300 (soweit okay), aber so verkabelt, dass sie einfach nur das Summensignal von der PA abbekommen - hää?!?

    Soweit konnte ich mit allem leben oder es zumindest umgehen und damit ignorieren, aber jetzt kam es wirklich:
    - lose im Rack lagen zwei Yamaha-FX, ein SPX 900 oder 990 (soweit okay, aber das wollte er gar nicht benutzen) und für den Gesangshall nahm er ein SPX-90-II (ungefähr 20 Jahre alt oder mehr), und dieses stöpselt er nicht an die vorhanden AUX-Wege, sondern packt es per Insert auf den Gasangskanal! D.h. die Main Vocals laufen durch das SPX-90-II, welches zusätzlich vom Pegel heftigst angefahren wird! Ergebnis: Der Gesang der anderen Band klingt stumpf und nach Plastik, die Dynamik ist total "kaputt" durch den überfahrenen SPX-90-II. Gesamtsound entsprechend.
    - merwürdig nur, dass ich ihm vor einem Jahr schonmal gezeigt habe, was man mit einem AUX-Weg und einem Effekt anstellt, und in dem einen Jahr ist er kein Stück besser geworden!
    - der Haustechniker vom Airbräu München (ein sehr fähiger Typ, wie ich meine, mit gutem Equipment und Ahnung, wie man es einsetzt) ist über den Sound der anderen Band beinahe ausgerastet und hat dem Mischer ein paar sehr deutliche Worte gesagt, aber der meinte nur, das, was er mache, sei schon in Ordnung und auch gut. Im Publikum überall nur betretene Gesichter, Gesang nicht über den Pegel der restlichen Band hörbar, Ansagen gehen in einer Wolke aus Hall unter.

    Für meine Band haben wir dann die beiden SPXe "liberated" und über AUXe eingeschleift - die Sonne geht über dem Gesang auf, jetzt sind Pegel, Dynamik und Klarheit da, und auch die Ansagen sind zu verstehen! Als "meine" Jungs spielen, ist auch plötzlich die Tanzfläche voll, und alles drumherum hat gute Laune.

    Nun meine Frage: Wie geht Ihr mit solchen Tontechniker-"Kollegen um? Bringt kaputtes und neues, also ungetestetes Material zum Gig wie ein 16jähriger sein neuestes Spielzeug, ist beratungs-, und lernresistent, dazu taub und anscheinend von dem Schrott überzeugt, den er fabriziert. Zeigen, wie es geht? Habe ich vor einem Jahr gemacht, geholfen hat's nix. Deutliche Ansage machen, wie der Kollege vom Haus? Hat genauso wenig gebracht. Ignorieren? Kann man tun, aber was, wenn Ihr das Material stellt, und jemand den Sound damit ent-stellt? Das fällt ja auch irgendwie auf den PA-Verleih zurück, wenn der Sound so dermassen sch... ist. Ironie am Rande: Seine Band findet den Typen echt gut.

    "Meine" Band jedenfalls hat beschlossen, dass sie mit der anderen Band nur noch zusammenspielen, wenn wir selber für die Technik sorgen.

    Fragende Grüße vom immer noch leicht fassungslosen
    Jo


    PS: Normalerweise ist Kollegen-Bashing nicht meins. Aber wenn jemand durch Inkompetenz den Zeitplan UND den Sound (zumindest von einer Band) ruiniert, kann ich ihn schwer als Kollegen betrachten. :screwy:
     
  2. keyfreak

    keyfreak Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.04.07   #2
    Ich bin zwar Keyboarder - aber kämpfe mit dem Problem immer und immer wieder - unfähige Techniker...
    Mal muss man ihm erklären wie die Auxwege zu bedienen sind (extremfall - da bin ich dann echt ungemütlich geworden), dann hat man irgendwann nur noch matschmonitoring auf der Bühne, weil der Typ WÄHREND (!!!) dem gig auf die Idee kommt, endlich mal richtig einzupegeln, mal hört sich alles absolut totkomprimiert an, mal (wie es auch bei dir der Fall war) hat wohl ein fast komplett "wet"tes Effektsignal überall - von dynamischer, direkter Stimme, Snare, etc. keine Spur, mal hört sich dein Monitorsignal (und wer weiß was sonst noch) totkomprimiert, schrill, sonstwas an (obwohl's vielleicht während dem (vermeintlichen) Soundcheck noch gepasst hat) und vielleicht hörst du dich mal nichtmehr (seit das mal der Fall wahr, hab ich nen eigenen Submix - nebenbei bemerkt).
    Gute Frage - Wie reagieren? Ich stell mich öfters mal (wenn mal so ein Aushilfsmischer am Start ist) ganz provokativ während dem Soundcheck neben ihn hin und schau ihm eine Weile auf die Finger... und dann sag ich ihm - in einem nicht-angreifenden, ekelig freundlichen Tonfall, wie scheiße der Sound ist - und "wenn du mal den Treshhold net ganz so fest reindrehen würdest, würde die Stimme vielleicht sogar dynamisch klingen und man würde was verstehen. "
    Ich hab sogar schonmal während dem gemeinsamen Soundcheck (alle spielen) aufgehört zu spielen über einen gewissen Zeitraum und hab dann - in meiner Position als musikalischer Leiter - ihn drauf aufmerksam gemacht, dass ich net gespielt hab und ob er's denn nicht gemerkt hat... Und so kann man weiter machen - rausekeln.
    Und wenn er's dann net kapiert, dann einfach mal ganz direkt sagen, dass er sich überlegen soll, sich net doch nen anderen Job zu suchen - "die da drausen suchen noch jemanden, der mithilft, die Biertischgarnituren zu holen..."

    Ich weiß net ob's hilft - aber zumindest weißt jetzt, dass du net allein bist ;-)
     
  3. RaumKlang

    RaumKlang Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 06.04.07   #3
    Aua. Mal abgesehen davon, dass ich den ganzen SPX-Glump eh nur für Trommelage nehme, weil die Kisten auch in "neu" nach Plastik klingen, frage ich mich hier jetzt allen ernstes, ob da vielleicht jemand ein wenig auf dem vintage-Trip war :-)

    Es gibt duchaus Situationen, in denen ich FX am Insert fahre (Akustikgitarre bekommt z.B. gerne mal ein M-ONE an den Insert), aber auch eigentlich nur dann, wenn nicht genügend Auxe frei sind.
    In diesem Falle würde ich eher den Snare-Hall am Insert betreiben (falls da nicht schon ein Kompressor hängt), um Auxe zu sparen...


    Klassischer Fall von Lernresistenz.
    Das ist wie mit den "tollen" Hobbyknipsern, denen von der Verwandtschaft Zucker in den Hintern geblasen wird - und die trotzdem nur Schrott produzieren.
    Merke: Jeden Tag steht ein Dummer auf - man muß ihn nur finden.


    Dass einige "Kollegen" den Hall während der Ansagen nicht abdrehen oder generell zu viel davon einsetzen, ist ein häufiges Problem.
    Ebenso wie mumpfelnde Vocals (SM58 + 250Hz anheben) und kreischende Gitarren.
    Einige Tonschrauber, die ich selbst in die allerunterste Schublade stecken würde, halten sich trotzdem für die Größten und werden merkwürdigerweise auch noch gebucht.


    Ich bin durchaus gerne bereit, eher unerfahrenen oder unsicheren Kollegen ("Kenne das Pult nicht", "huch, was'n das für'n Effektgerät?", "ähh, auf dem Holz hab ich noch nie gearbeitet...") unter die Arme zu greifen. Ob ich nun als "Babysitter" oder Bandtechniker da bin, der das zufällig mitbekommt.
    Ebenso erwarte ich das auch von den Kollegen vom Verleih, wenn nicht das da steht, was auf unserem Rider stand und ich $exotische_Effektkiste nicht kenne.
    Meistens wird das sehr dankbar aufgenommen, allerdings sage ich bereits im Vorfeld an, dass man sich melden möge, wenn Probleme auftreten.

    Es gibt durchaus Bands, an denen tontechnisch nichts mehr zu retten ist - in dem Fall ein schwerer Stand für den mitgebrachten Tonmann.
    Da verkneife ich mir meist jeglichen Kommentar.

    Ich bekomme auch manchmal Anrufe von Kollegen, die gerade verzweifeln. Nach dem Motto "Wie hast Du das neulich bei Kapelle XYZ hinbekommen? Ach so, ja, danke".

    Ab und an gibt es halt auch harte Worte, wenn das Material von mir ist und Kollege 'Alles rot' den "Mix" betreut oder groben Mist baut.
    Wenn es bereits so weit ist, kann man eigentlich nur noch Schadensbegrenzung versuchen.
    In gaaanz seltenen Fällen kommen dann aber auch solche Leute mal auf den Trichter, einfach den Mund auf zu machen...



    Das ist das größte Problem an der ganzen Sache.
    Ich weiß nicht, wie sowas zu Stande kommt, aber ich treffe recht häufig auf solche Konstellationen - meist auch mit entsprechend mieser Band.
    Wenn diese Truppe dann den Opener macht, ist man als Verleiher ja noch auf der sicheren Seite, was den eigentlichen Kunden angeht - man kann ja durchaus zeigen, dass es besser geht und in diesem Fall am Techniker lag.


    Dann solltest Du vielleicht auch gleich anbieten, dass Du die anderen Jungs auch gleich bedienst.
    Vielleicht merken die ja dann was?
     
  4. Tobse

    Tobse PA-Praxis Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 07.04.07   #4
    hmm immer ein schwieriges thema,
    auf der einen Seite nervt es und man will mit allen mitteln verhindern das die eigene show darunter leidet, auf der anderen Seite will man niemand bloßstellen und hat auch weder Zeit noch Lust auf endlose Diskussionen...

    Generell biete ich immer als erstes meine Hilfe an. Auch wenn es nervt und ich keine Lust habe die Arbeit eines anderen zu machen, der dafür vllt noch das gleiche Geld bekommt wie ich, unterm Strich ist es für alle besser wenn alles läuft als wenn 2 techniker endlosdiskussionen führen.

    Also erstmal wird freundlich Hilfe angeboten (aber nicht im Sinne von "ich zeig dir das mal, du hast es eh nicht drauf", sondern im Sinne von "hey sieht so aus /hört sich so an als hättest du probleme. Magst ein bissel hilfe haben?)

    Wenn der Kollege das annimmt gehts los, vollgas, zeit aufholen. Aber den guten nicht dumm dastehen lassen, sondern mit irgendwas stupidem beschäftigen das er das gefühl hat weiter mitspielen zu dürfen.

    wenn er ablehnt ist es sein problem, sein gig fährt an die wand, nciht meiner. dann wird in den scanner mode geschalten, zettel und kuli in die hand. und dann wird dezent aber genau mitnotiert was er da treibt. wo hat er murks gepachted, was muss ich nachher ändern damit es sinn macht.

    bin ich dann an der reihe muss ich dann nur den zettel der reihe nach abarbeiten, und shcon tut alles wie es soll. bei vernünftigem auschrieb sollte das ja in sehr kurzer zeit erledigt sein. die zeit wird eben im soundcheck gekürzt, ist ja auch nicht so schlimm. lieber 5 minuten weniger als mit so nemblödsinn zu arbeiten.

    will der gute herr seinen quatsch aus irgend nem grund nochmal haben (abweschelnde Sets von Coverbands etc) dann kann man das chaos mit hilfe des Zettels auch wieder rekonstruieren...

    so zumindest wäre meiner vorgehensweise, wenn der kollege und ich als bandtech ankommen. zum glück werde ich bei sowas i.d.r. von verleiher betreut und es bringt keine band irgend ein bissel etwas mit. dann klappt das auch.

    ich hatte aber auch schon härtefälle, bei denen die verleihfrime schlichtweg unfähiges personal schickte, das mich als bandtech mit matreial betreuen sollte, das sie nicht kannten und der gig war in gefahr. in diesem falle wurde über den TL das go geholt, die technik komplett zu übernehmen. die locals wurden weggeschickt und die tourcrew übernahm ihren job. natürlich hat sowas politische und finanzielle folgen und zieht nen riesen streß nach sich, das sollte wohl wirklich das letzte mittel der wahl sein.....

    Die andere Seite wäre die, in der ich vom verleiher als PA/FOH/Monitor/Bühnen oder was auch immer Betreuer gebucht werde, und der Bandtech den es zu betreuen gilt versagt. Auch hier gilt für mich als erste Regel freundlichkeit. Man kommt damit einfach am weitesten.
    Hilfe mehrmals anbieten, Tipps geben, versuchen dezent einzugreifen um das schlimmste zhu verhindern. Versuchen dem Kollegen das Gefühl zu geben das man sich nicht besser fühlt, nicht über ihn lacht o.ä. sondern einfach nur helfen will damit das ganze zügig läuft. Wenn man selbst die Arbeit macht und die fehler behebt, er aber das Gefühl hat der Chef zu sein und zu jedem Zeitpunkt die volle Kontorlle und Entscheidungsgewalt gehabt zu haben ist es richitg. ZUmindest bis die show zu ende ist.
    Ob man ihn sich dann nochmal kauft bleibt jedem selbst überlassen, mir ist sowas dann eigentlich zu doof..

    Zeipläne sind nochmal eine ganz andere Geschichte, da steckt wohl oftmal mehr Politikum dahinter und es fließt schneller böses blut. Aber einer Gewissen Größe der Produktion ist das ganze ja recht klar, sowas regelt der Tourmanager, Stagemanager was auch immer. Mich als doofen Toni betrifft das ja kaum. Macht der Kollege vor mir zu lange wird ihm das System abgestellt. Mache ich zulange blüht mir das letzte Schicksal.
    Ich persöhnlich halte mich an solche vorgaben. Bin ich z.b. nicht in der Lage meinen Soundcheck in 20 min zu machen wenn ich soviel bekomm, habe ich eben versagt. Das ist aber kein Grund dem Kollegen der danach kommt das Leben schwer zu machen und ihm Zeit zu stehlen.

    Das ganze ist natürlich immer ein Thema, das stark situationsabhängig ist. Spielt ist das ganze auf nem Wald/Wiesen/strasenfest ab, bei ders drum geht das sich 2,3 regionale Coverbands einig werden müssen, ist sicher Diplomatie das Mittel der Wahl. Da ist ja nichts groß mit zuständigkeiten und Rangordnungen, man muss sich eben einig werden.
    Gehts jetzt um ein großes festival, bei dem der FOH Tech der Opener Schülerband die dank dem Preisausschreiben den Job gekriegt hat, meint, er müsse als erstes mal den Gesamten Pultplatz umbauen lassen, planlose Anweisungen gibt um dann schließlich das db Limit zu ignorieren, dann wird dem Kollegen eben Weg vom Pult Richtung Ausgang gezeigt, im schlimmsten Fall mit Hilfe der Security.

    Bei dem von dir beschriebenen Fall ist das ganze recht schwierig. Wenn ich das richtig verstehe spielen da 2 gleichberechtigte Bands, eine davon stellt noch die Anlage, hat aber nen unfähigen Techniker usw..
    Was will man da groß machen, wenns mit Freundlichkeit nicht weiter geht.

    Versuchen würde ich (fürs nächste mal eben), jemanden Festzunageln, der für die Zeiten zuständig ist, und diese im Sinne des veranstalters durchsetzt. Damit wäre schonmal gewährleistet, das du zumindest etwas Zeit bekommst, auch wenn der Kollege sich wieder vertrödelt.

    Und dann eben den Plan mit dem Notizzettel, schauen was er tut, wo er Fehler einbaut und noch während er das tut schon deinen Plan zurechtlegen, wie du sie schnell und effektiv beseitigst. Damit lässt du ihm seinen Frieden, stehst aber selbst nciht genau so da, wenns nachher um den Sound der Show geht.

    Solange dabei ne friedliche Coexistenz entsteht macht jeder sein Ding, auch wenn die Mehrabreit und der Streß total hirnlos sind. Was will mach machen. Wird der Kollege aber Ausfallend, so ists wohl recht angenehm, ihn später auf die unterschiedlichen Rekationen bezüglich der beiden Sounds seitens Veranstalters und des Publikums hinzuweisen ;)

    So würde ich es bei einer kleinen Show tun. Sollte ich so einen Kollegen bei einem festival o.ä. betreuen, würde eben exakt nach Ablauf der ihm zugeteilten Zeit die schranke fallen, und das wars. Wenn dann noch nicht ein Song angespielt ist, weil er dabei ist sinlose Dinge mit FX in Inserts zu tun ist das sein Problem. Der Band bzw deren Management kann man dann noch freundlich anbieten, ihren Auftritt von der eigenen Local Crew betreuen zu lassen. Das Ergebniss eines on the fly start mit den Haustechs wäre wohl sinvoller, wie den Kollegen dies tun zu lassen.
    Tut mans dann selbst, holt man das bestmögliche raus.
    Tuts der Kollege, so wird der Veranstalter wohl bei der zweiten Band merken das es nicht am verleiher lag, sondern am Bandtech. Im schlimmsten Fall hat das dann eben Konsequenzen für die Band (nochmal werden die eben nciht gebucht), aber was will man machen. Mehr als Hilfe anbieten kann man nicht.

    Das ganze hat leider oft mit falscher Eitelkeit zu tun.
    Man könnte auch einfach Hilfe annehmen und was spannendes neues lernen. Aber leider gibt es in unserem Job viele Leute, die eine komische Vorstellung von Miteinander haben.
    Vielen scheint es wichtiger zu sein, toll dazustehen, anstatt nen tollen job abzuliefern. vergessen wird dabei aber das letzteres eben Vorraussetzung für ersteres ist.

    KLeines Beispiel aus der Praxis.
    Ich war FOH Betreuer. Keine große Sache. KLeines Fetsival mit mehreren Bands. Headliner und Co Headliner hatte einen FOH Tech dabei, Opener ebenso. Was dazwischen kam (2 oder 3, weiß ich nimmer genau) blieben an mir hängem (zum Glück, macht ja Spaß ;) )
    Frontkonsole war ne pm5d. Mit Head+CoHead war alles abgesprochen, gestellt wurde nur ein externer Eq und Controller, der Rest wurde mit dem Pult internen Kram erschlagen (headliner Kollege hatte noch ein bissel Spielzeug für sich dabei).
    Der Opener tech kam an und war erstmal mehr am wichtig anschauen als am Hallo sagen. Im Vorfeld war die KOmbo nicht zu erreichen.
    Der Kollege war rund 10 Jahre älter wie ich, leider setzte er das wohl dem wissenstand gleich und behandelte mich entsprechend. Was solls, das kann ich ab,

    Tobse:" kennst du die pm5d"
    tech: "klar, alles easy, kein Problem, ich mach das schon"

    Und dann begann das Grauen :D
    fader auf Anschlag, keinerlei gainstruktur. KOmpressoren deren gain reduction einfach am Anschlag war. Es wurden kräftig delays geschoben, die VCA der Fx returns blieb jedoch unten (aber man geht die virtuellen echos schön mit dem Kopf mit :D ). Gates die nicht öffnen, keinerlei Panning, das volle programm eben.
    Ich bot mehrmals Hilfe an wies auf ein paar der fehler hin, was mit einem nicht gerade freundlichen "nerv mich nicht, kleiner" beanwortet wurde.
    Gut dann halt nicht. Also an den Laptop, Limiter im Contorller etwas nachjustiert das da vorne niemand stirbt und abgewartet bis es vorbei war..

    Der Gig lief natürlich dementsprechend, Sound kann man sich vorstellen.
    Als es rum war, machte er beim Abrücken noch klar das die konsole einfach der letzte Müll ist, nicht klingen würde, und mit H3000 wär das alles nicht passiert, wir sollen das nächste mal was vernünftiges Stellen.
    Eigentlich wär das ja gegangen, wäre er oder seine Truppe ereichbar gewesen hätter er ja die Differenz zur Pm5d (die allen anderen völlig ausreichend für die Geshcihte war) bezahlen können, und er hätte seine Heritage gehabt :cool:

    Wärend des Co- headliners war für mich kurz zeit mal ins Catering zu verschwinden (ich kannte den Kollegen, alles lief glatt, er brauchte mich nciht). Dort saß dann mein neuer bester Freund, in heftigem Streit mit einem Band Mitglied (band chef??). unüberhörbar
    "...... das lag an dieser scheiß Digitalkonsole, woher soll ich wissen wie man das Teil bedient, das ist halt anderst wie bei eurem Spirit......."

    Natürlich bedankte ich ich im Vorbeilaufen nochmal dafür, das er mir während seiner show "frei gegeben hatte", da er die Konsole ja bestens kannte :cool:

    Er hätte nichtmal bitte sagen müssen, einfach nur meine Hilfe nicht verweigern. Er hätte ne neue Konsole kennen gelernt, ne gute show gemacht und würde jetzt wohl Bier mit seinemBand Mitglied trinken... Aber jeder wie ers will...

    Um den Roman zu ende zubringen:

    Solang wies geht freundlich bleiben.
    Immer den überblick behalten was der Kollege da tut. Warum ist nicht relevant, nur wie macht mans schnell rückgängig.
    Aber in extremsteh Härtefällen muss man auchmal die Notbremse ziehen. Das ist aber natürlich situationsbedingt




    Und genau das ist der Grund, warum ich dieses Jedermann In Ear nciht abkann... Ich mag gar nciht dran denken, das Leute die nicht in der Lage sind sich durch ein Empfängermenü zu drücken oder im Notfall ein Y Kabel zu stecken, anderen Leuten Dinge in den Gehörgang blasen...
    das aber nur am rande, is ja eigentlich ot....
     
  5. Boerx

    Boerx Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 07.04.07   #5
    Was da hilft und wie man damit umgeht? Meiner Meinung gibt es dafür nur einen gangbaren Weg. Man muss selbst so professionell und gut wie möglich arbeiten. Freundlich bleiben und anbieten zu helfen. Wird das abgelehnt ist die 2. Überlegung wie man gegenüber dem Auftraggebern klarmacht, dass es nicht an deiner Arbeit liegt. Das dürfte der schwerste Teil sein, bis hin zu unmöglich in extremen Fällen.

    In ganz extremen Fällen (Veranstaltung in Gefahr, Technikschaden, Gesundheitsgefährdung, Sicherheit use.) würde ich den unfähigen Techniker "ablösen"

    Ansonsten hilft nur in der Vorbereitung versuchen solche Situationen zu vermeiden.
     
  6. dodl

    dodl Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.04.07   #6
    Morgen,

    Ich sag immer "cool bleiben und niemals ungefragt dazwischenreden".
    Wenn ich einem Tech@FOH dazwischenfunke, wird er das in den meisten faellen als persoenlichen Angriff sehen. Is er locker drauf merk ich das eh im Vorfeld und man redet sich zusammen.

    Wenn mich der Veranstalter fragt, sag ich ihm emotionslos was passiert ist. Aber auch nie ungefragt. Das funktioniert ganz gut. Die meisten Veranstalter sind eh recht auf Zack und merken sehr wohl wo was falsch läuft. Allerdings mach ich fast nur Kongresse, wo es insgesamt etwas zivilisierter zugeht als auf kleineren und mittleren Musikveranstaltungen.
    Hier haben wir aber oft das Problem, dass sich kleinere Kongresssääle keine richtigen Techniker mehr leisten, sondern den Hausmeister einsetzen. Da wirds manchmal stressig, wenn der wirklich was grob verbockt, weil wir das alles mitschneiden und auf der CD muss alles einwandfrei sein. Dennoch werd ich nie einen Techniker rügen. Fehler sind mir auch schon passiert. Und der grosse Zampano bin ich auch nicht. Wenn ich beim Aufbau locker ueber dies oder jenes (durchaus auch privates) mit ihm plaudere, arbeiten wir nachher zusammen auf gleicher Augenhoehe und er fragt auch von sich aus mal, ohne dass er sich bevormundet vorkommt. Ich bin ja dort Gast in seinem Revier.

    Mit der band hab ich auch schon ohne Monitor spielen muessen und das Publikum hat den Techniker angebrüllt, dass er den Sänger lauter machen soll. Ich spiel einfach. Nie wuerd ich da via FOH was dazu sagen. Damit blamier ich ihn vor 100 leuten. Ausserdem sollte ich meine Parts gut genug koennen, um auch ohne Monitor nen Gig runterzubiegen. Mach ich da gross Stress zeig ich eigentlich nur meine eigene Nicht Professionalität. Mixt jemand seine Band ueber meine Anlage, kann er machen was er will. Geht was kaputt, muss ich mir ueber ein anderes Controller und Limitersetup Gedanken machen. Hat eine Band ihren eigenen Techniker, dann ist das ganz alleine sein Job und niemals wuerd ich mich da einmischen. Ausser es wird gewuenscht. Dann lauf ich gern.

    Kurz gesagt, ich glaub wir arbeiten da in einer Branche, wo man nicht nur technisch, sondern auch "psychologisch" fit sein muss. Auch wenns nicht so sein sollte, spielen persoenliche Eitelkeiten eine grosse Rolle und solange man allen beteiligten ein gesichtswahrendes Ausstiegsszenario lässt, klappt das in 99% der Fälle.

    cu
    martin
     
  7. Zonk

    Zonk Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.04.07   #7
    Als ehrenamtlicher Technik mag ich auch was zu sagen.

    Ich weiß selbst, dass ich mit meinem eigenen wissen ganz am Anfang stehe und über dieses herrliche Forum einblicke in dinge bekomme von denen ich noch gar nichts gehört hab und so einiges an Theoretischem wissen erhalte

    Wenn ich mit anderen Technikern zusammenarbeite gehe ich grundsätzlich mal davon aus, dass diese über mehr Wissen als ich selbst verfügen. Klappt bei denen doch was nicht, obwohl etwas aus meiner Sicht falsches getan wurde, trau ich mir meistens nicht Hilfe anzubieten (irgendwas dazwischen reinfummel würde ich nie wagen), denn u.u. ist das so falsch gar nicht und nur ich hab das die letzten Jahre verkehrt gemacht.

    Leider gibt es bei mir lokal natürlich viele die noch weniger wissen als ich selbst, doch das einzuschätzen und zu erkennen fällt mir schwer. Nachher sage ich was falsches und mein Kollege fühlt sich persönlich angegriffen oder hält mich für einen Besserwisser.

    Versteht mich nicht falsch. Ich glaube dass, das was ich tue ganz gut zu beherrschen (weitestgehend ohne irgendwelche Besonderheiten und ohne Zusatzgeräte (Kompressoren etc...) ). Bin aber weit von dem entfernt was andere hier so treiben.

    Neulich kam ein Musiker zu mir und sagte: "Du bist Technik, und du musst schauen, dass das läuft." Dabei ging es um ein (geringes) Brumen auf den Boxen. Verursacht durch die Festinstallierte Lichtanlage (das konnte ich nachweißen: Licht aus -> Brummen aus)
    Mit dieser Aussage hat dieser (Bühnenerfahrene) Musiker zwar grundsätzlich recht aber das ich keinerlei Möglichkeiten (und vielleicht auch nicht über besseres Wissen verfügte.) das Brummen zu beseitigen muss ich zugeben, diesen Herrn nicht wirklich gemocht zu haben.

    Um mich zu verstehen sollte noch dazu gesagt werden, dass meine Anlagen in den meisten Fällen sehr einfach gestrickt sind (da was anderes die Lage - meistens Chor/Musical mit Playback - auch nicht erfordert) und selten komplizierter als "Mikrofone -> Mischpult -> EQ -> Endstufe -> Lautsprecher" sind. Die Möglichkeiten des falschen Verkabelns sind also ziemlich begrenzt.

    Vielleicht hatte jener Musiker eine Idee oder Tipp aber wollte nichts sagen. Eben wegen der Problematik. Wusste aber nicht, dass ich mir gerne helfen lasse, was er ja nicht wissen konnte (mir hat sogar schon ein Musiklehrer der Realschule geholfen - und deshalb brauch ich mich nicht zu Schämen). Fragen wollte ich selbst aber auch nicht, da seine Aussage zunächst nicht sehr diplomatisch wirkte und ich anderseits nicht wusste ob er mir tatsächlich helfen konnte.

    P.S. wer sich an manch meiner frühen Post (und auch einige der neueren) erinnert ahnt vielleicht schon, dass dort manche Angaben und Daten nicht der Wahrheit entsprechen, verändert oder ein wenig verschönert wurden - Antworten auf Fragen basierend auf Vermutungen gegeben wurden. Heute ärgere ich mich und schäme mich für diese Threats und Posts bei denen ich mein Anfänger Dasein verschleiern wollte. Vermutlich (ich weiß das selbst nicht so genau) war das genau wegen der Problematik dieses Threats und Angst davor selbst das Problem zu sein. Von anderen deswegen gehasst zu werden. Ich kam als neuer in dieses Forum und plötzlich lass ich von Dingen die meine bisherige Vorstellung um ein vielfaches überstieg. Da war es mir vielleicht einfach peinlich als Ahnungsloser da zu stehen. Ich hoffe das könnt ihr mir verzeihen.

    Einige Beiträge und Threats wie dieser haben aber auch eine zweite (versteckte) Botschaft: "Lasst euch helfen!" was mir wohl letztlich die Erleuchtung gab obiges zu sagen.

    Oh... aber nun ist genug. Bin schon vom Thema abgekommen. Hoffe aber, dass es dennoch im entfernteren Sinne zum Thema passt.
     
  8. ulze

    ulze Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.04.07   #8
    Diese Problematik ist natürlich immer eine Gradwanderung. Und bei jedem Techniker muss man individuell verfahren.
    Aber was mich aufregt ist nicht kompetente sonder UNkompetente Hilfe, bzw. unberechtigte Vorwürfe.

    Beispiele:
    Bei uns an der Schule sitze ich normalerweise am Mischpult. So auch bei unserem letztjährigen Musical.
    Der bassist beschwert sich die ganze Zeit das er sich nicht hört (spielt mit Kontrabass). Ich hab ihn dann bis zum Maximum aufgedreht aber er beschwerte sich weiterhin.
    Dieses Jahr kam er auf mich zu und meinte ich solle ihn ja nicht mischen und mir tips von einem anderen Technik hohlen (der noch NIE soetwas gemacht hat).
    By the way: alle fanden den bassisten sogar eher zu laut. Bei den Aufführungen (und der Haupt und Generalprobe) habe ich dann so gemischt, wie es für mein Empfinden für das Publikum am besten ist.

    Oder andere Sache:
    Sommerkonzert. Viele Bands spielen und werden von mir gemischt.
    1. Problem: eine Sängein will umbedingt sich mehr höhren. Ich dreh den entsprechenden Poti auf, daraufhin geht sie von dem Mikro mit dem Mund wieder weg und will sich wieder lauter höhren.
    Irgendwo hab ich dann schluss gemacht, da ich schon an der rückkopplungsgreze war und sie das Mikro, je lauter sie sich gehört hat immer weiter weg bewegt hat. (Das hab ich ihr natürlich gesagt)
    2. Problem:
    Eine Punkband, die ihre Amps sehr weit aufgedreht haben. Jedenfalls soweit, dass man mit meinen möglichkeiten (rel. kleiner Raum für die Amps, nicht wirklich gutes Material) keinen guten Sound mehr hinbekommen hat.
    Jedenfalls spielt besagt Band dann beim Konzert und plötzlich steht der Gitarrenlehrer von ihnen hinter mir und fängt an in meinem Pult rumzufummeln, der sah richtig sauer auf mich aus! Im endeffekt hat sich dann aber am sound nichts verändert und er hat dann das auch eingesehen. Danach hab ich noch ein unterhaltsames Gespärch mit ihm geführt, von demher alles ok. Ich hab mir auch gedacht das ich ihn mal lasse, da er mir ja vll helfen könnte, was aber leider ja nicht der Fall war.


    Wie soll man bei solchen Fällen vorgehen?
     
  9. RaumKlang

    RaumKlang Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 21.04.07   #9
    Aus aktuellem Anlass meine Erlebnisse der letzten zwei Wochen zu diesem Thema:

    Ostersonntag Österreich, Konzert in 1000er Halle mit 3 Bands, davon eine fest von mir betreut, eine zumindest von Aufnahmen bekannt und mit eigenem Tech, Hauptact (mir) unbekannt aber mit Rider und Mixauftrag an mich.
    Material (bis auf FoH, Monitore und Mikrofonie) von örtlichem Verleih.

    ~14:00 Uhr Eintreffen, Begrüßung der noch aufbauenden Kollegen, kurzer Check mit dem Veranstalter und "meiner" Band, Aufbau FoH, Monitor und Drums.

    16:00 Eintreffen des Openers inkl. Tonmann.
    Kurzer Materialcheck und Besprechung mit dem Kollegen, der den Abend am Pult eröffnet.

    Bis 18:00 Fachsimpelei, Begrabbeln von Demoware, Quatschen...

    18:00 Hauptact trifft ein, Soundcheck in umgekehrter Reihenfolge, nebenbei Antesten von Demomaterial (Mikrofone).
    Cue-Sheet schreiben, Übergabe an den Kollegen.
    Ein netter Kerl übrigens, der auf meinen Hinweis, dass die Monitore noch nicht EQed seien antwortete, er habe das noch nie gemacht und keine Ahnung - ob ich nicht eben...

    Während seines Parts ab und zu etwas gequälte Blicke seinerseits (schrecklich hallige Halle, FoH recht weit hinten).
    Auf Nachfrage stellte sich heraus, dass ihm das alles zu indirekt war.
    Ich nach vorne, dort alles ok, Mix passt.
    Habe ihm angeboten, kurz zu übernehmen, damit er mal nach vorne gehen kann, was dankend angenommen wurde.
    Im Laufe des Abends haben wir zusammen einen sehr entspannten Job gemacht, wobei nicht groß geredet werden musste, sondern mal ein Griff ans M2000 oder den Snare-Fader getan wurde - mit beiderseitigem "ah, genau das hat grade gefehlt".

    So weit zum Thema "so stelle ich mir das vor".

    Negativbeispiel:
    $Band fragt an, ob ich Lust hätte, sie nach ein paar Monaten Pause mal wieder zu mischen, wäre aber eine Kneipennummer und schlecht bezahlt.
    Da an dem Abend noch nichts anderes anlag und ich gerne mit den Junx unterwegs bin, haben wir uns auf Getränke und Essen geeinigt (die Band spielte auch nahezu kostenlos, Promonummer eben...).

    Eintreffen im Laden, keinerlei Begrüßung durch den Wirt (der bereits vorher einen der Gitarristen angemeckert hat, es wäre noch geschlossen und er könne seine Box jetzt nicht reintragen...).

    Kurze Sondierung mit dem Trommler, der gerade sein Set aufbaute, Mikrokoffer holen, Cola bestellen.

    Nach kurzem Quatschen mit der Band dann doch eine Art Begrüßung durch den Wirt (und "Haustechniker") mit den Worten: "Ich habe ein Problem mit Fremdtechnikern".

    Im weiteren Verlauf fragte der dann (wichtigtuerisch an einem abgerockten Soundcraft und einem Haufen Bähringer Outboards rumfuchtelnd), was ich denn für die BD vorgesehen hätte.
    Auf meine Antwort "Beta 91" folgte dann ein "Diese komischen, wie heißen die noch -flächen funktionieren hier eh nicht. Ich hab' hier schon 1500 Gigs gemischt und das hat bei keinem funktioniert!".

    Nach kurzer Beratung mit der Band kommen wir zu dem Schluß, dass wir ihm seinen Spaß lassen wollen, ich auf Kosten der Band verpflegt werde und fotografiere statt zu mischen - ein folgenreicher Fehler.

    Die BD wird mit einem D112, ohne Stativ, mikrofoniert und klingt entsprechend der Menge an verbauten Decken, die das Mikro umgeben, extrem nach Omo-Trommel.
    Verdeckt wird sie von einem mumpfigen und vollkommen undefinierten Bass, der seinerseits von zwei E-Gitarren, bei geschätzten 200Hz gepusht, nahezu vollständig verdeckt wird.
    Die Vocals werden ebenfalls in diesem Bereich stattlich angeschoben, Sprachverständlichkeit gleich null, dafür brüllelaut (wie die Gitarren).
    Die Krone setzt der "Kollege" dem Ganzen dann mit den saftig matschenden Keyboard-Flächen auf...

    Nun muß man sagen, dass ausgerechnet diese Truppe mit "Melodic Rock", teilweise schon eher in Richtung Metal gehend, in dieser Besetzung und mit einem extrem lauten Trommler schon eine gewisse Herausforderung darstellt.
    Allerdings war das bisher in jeder Location zu meistern.
    Da nahezu alle Songs eigene solche sind, sollte eine gewisse Sprachverständlichkeit schon gegeben sein.

    Im Endeffekt war ich während des Gigs ganze 30 Minuten drinnen, weil ich es nicht ausgehalten habe (und der Gehörschutz noch in der Reisetasche lag).
    Davon hatte ich bis Montag Mittag auf dem rechten Ohr ein deutliches Taubheitsgefühl (Gig war Samstag abend)...
     
  10. metalcore90

    metalcore90 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.04.11   #10
    Respekt Jungs, das ihr euch nicht zu fein seid, anderen vielleicht unerfahreneren Mischern zu helfen :)
    Habe vor 2 jahren eine ausbildung zum veranstaltungstechniker am theater angefangen (münchen)...
    hatte keine vorkenntnisse, aber war sehr interessiert und habe schnell gemerkt, dass tontechnik und im speziellen das Mischen mein hauptinteresse einnahm...
    habe dann auch schnell 2 bands gefunden (leider ist metal nicht das beste einstiegsgenre zum mischen ;), aber ich habs mir nunmal so ausgesucht) die ich fest mische, aber immer mit dem zusatz, dass ich noch nicht viel erfahrung habe und ich mein bestes gebe, aber es nicht immer perfekt sein wird...
    so bin ich auch vor vorhandenen technikern aufgetreten, mit der bitte mir vielleicht kleine tips geben zu können oder dass sie eingreifen, sollte etwas ganz aus dem ruder laufen (ruf darf ja auch nicht beschädigt werden)
    mittlerweile bin ich schon ganz erfolgreich mit dem was ich mache und kriege immer wieder fragen und jobangebote...
    habe auch viele funk und soul bands gemischt in nem club und werde als neuestes projekt eine sorroundbeschallung in einer großen kirche planen und durchführen...

    sagt doch mal bescheid, wenn einer von euch hier in der nähe von münchen am mischen ist und vielleicht noch ne hand gebrauchen kann, für jemanden der interessiert ist und so viel und so schnell wie möglich immer mehr lernen will :)
    vielleicht sieht man sich ja mal wenn ich mit meinen bands unterwegs bin und ihr die betreuenden techniker seid^^


    sry leute, hab aber erst jetzt gesehen, dass der tread schon jahre zurück liegt, aber trotzdem belass ich es mal dabei!!!

    auch noch mal vielen dank ans board...
    ich konnte mir immer viele anregungen holen und auch durch ausprobieren der tipps meine arbeit wesentlich verbessern !!!
     
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