Unschöne Frequenzüberlagerungen bei Gesang und Schlagzeug. Hilft da Noppenschaumstoff

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Supernice14
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Hallo,

wir haben folgendes Problem:
Unser Schlagzeuger liebt seine Becken. D.h. er spielt sie ständig. Das Problem dabei ist natürlich, dass sie sehr laut sind (obwohl schon gedämpft). Wenn er nun spielt und gleichzeitig die Sängerin singt, hört es sich in den Höhen ausgesprochen komisch an. Es klingt als ob sich die Frequenzen überlagern. Wenn z.B. nur die Sängerin ohne Schlagzeug singt oder der männliche Sänger singt (mit oder ohne Schlagzeug), tritt dieser Effekt deutlich weniger stark auf.

Bin zwar überhaupt kein Experte, aber wundern tut mich das nicht. Immerhin sind alle Wände nur mit Raufasertapete bekleistert und direkt gegenüber von der Band befindet sich eine Wand. Gut dazwischen ist das Publikum (ca. 50 Leute), dennoch ist auffällig, dass sich der Effekte bei größerer Lautstärke verstärkt. Die Lausprecher schallen übrigens auch gerade auf die gegenüberliegende Wand (über die Köpfe des Publikums hinweg).

Leider ist auch ein Verringern der Lautstärke der Stimme, E-Gitarre usw. nicht möglich, da sonst das Schlagzeug (vor allem die Becken) wieder viel zu laut sind.
Mir sind da also 2 Ideen gekommen:
1. Ich bau die Becken ab und verstecke sie (trau mich aber nicht, weil der Schlagzeuger schon mehrere Turniere im Boxen gewonnen hat und Polizist ist) :)
2. Nach einer Internetrecherche habe ich festgestellt, dass wohl Noppenschaumstoff helfen könnte. Der Schaumstoff soll wohl dafür sorgen, dass Höhen absorbiert werden und der Sound leiser wird.

Bei Thomann habe ich nun folgenden Schaumstoff gefunden. Link.

Meine Frage daher: Ist das richtig und wenn ja, wo muss ich ihm anbringen? Hinter dem Schlagzeuger (Bühne befindet sich direkt an der Wand, Schlagzeuger sitzt also nur ein paar cm von der Wand entfernt mit dem Rücken zur Wand) oder auf der gegenüberliegenden Seite?

Gibt es noch andere Möglichkeiten? Haben schon eine Plexiglaswand zwischen Schlagzeug und restlichen Musikern/Publikum aufgestellt.


Ach ja: Die anderen beiden Wände bestehen praktisch nur aus Fenstern. In einem Abstand von 15 cm zur Decke sind Deckenplatten aufgehängt. Der Bauarbeiter sagte damals, dass sie schon ordentlich Sound absorbieren würden.

Ach ja zum zweiten: Diese störenden Frequenzen sind auf dem Mitschnitt der Live-Musik nicht zu hören. Denke das legt nahe, dass unsere Anlage/Boxen bestens funktionieren. Bin natürlich trotzdem für jede Hilfe dankbar.

Vielen Dank
 
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Viele Grüße
Jo
 
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Supernice14
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Haha.
Beides. ;)

Wobei wenn du schon so fragst es vermutlich besser ist das Problem an der Quelle zu lösen.
Bin echt mal gespannt was du schriebst bezüglich einem Problem an der Quelle. :)
 
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Calaway65
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Für mich stell sich erst mal die Frage, was denn überhaupt die Quelle ist. ;)
 
xelaf
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1. Der Drummer. Ein guter Drummer passt sich seiner Umgebung an, und drischt nicht ständig auf die Becken ein.
2. (vermutlich) die Pa. Würdest du uns verraten wie die Signalkette aussieht? Mikro, Mischer, Boxen
 
S
Supernice14
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Hey erstmal danke für die Antworten. :)

Zu 1: Der Drummer hat früher wirklich leiser gespielt. Ich werde ihn darum bitten dies wieder zu tun. Denke aber nicht, dass sich das Problem dadurch komplett in den Griff kriegen lässt.

Zu 2: Hmmmm glaub nicht, dass es viel mit dem Signalweg/PA zu tun hat, da der Raum den Klatsch-Hall-Test nicht bestanden hat. Außerdem hab ich mir den letzten Mitschnitt nochmal angehört (aufgenommen über S/PDIF) und da ist nichts von störenden Frequenzen zu hören.Aber man kann ja nie wissen. Daher: Vocalmicro: Shure SM 58, dann per Stagebox zum Yamaha 01v96, dann zu dem Lautsprechermanagmentsystem Behringer DCX 2496 Ultradrive Pro und dann zu den Boxen HK Actor 15 und HK Actor Sub 15a.

Schlagzeug, Gitarre, Keyboard verläuft genau so.

Könnte vielleicht auch die Plexiglaswad vor dem Schlagzeug ein problematisch sein? Immerhin ist sie ja glatt.



 
xelaf
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Hmm. Was ich mir eventuell vorstellen könnte (Ich bin aber kein Profi!) ist:

Wenn euer Drummer in ein Becken drischt wird das vom Overhead aufgenommen und zur Pa geschickt. Soweit so gut.
Allerdings kommt ja beim Publikum auch noch genug vom Direktschall an. Und der hat durch die Plexiglas Wand einen weiteren Weg. Nämlich vom Becken gegen die Plexiglaswand, wieder zurück zur Raumwand, und dann wahrscheinlich noch über ein paar Ecken bis er letztendlich beim Publikum ankommen. Zwischen dem direkten Signal und dem PA Signal hast du also eine Verzögerung, die das von dir beschrieben Phänomen auslösen KÖNNTE.

Habt ihr das Problem auch wenn das Schlagzeug alleine spielt? Klingen die Becken da auch schon irgendwie komisch? Oder wirklich nur in Verbindung mit weiblichem Gesang?

Schon irgendwie seltsam.
 
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Supernice14
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Hmm. Das werde ich heute Abend mal prüfen. Allerdings treten diese unangenehmen Geräusche auch auf, wenn die Overheads ausgeschaltet sind. Allerdings ist dann ja noch das Gesangsmicro an, Kickdrum usw. auch. Wobei bei den anderen Schlagzeugmicros (Toms/Snare/Kickdrum) eigentlich EQs drüber liegen, die soetwas verhindern sollen.
Mich werde das mal testen heute Abend und melde mich dann.
 
Thhherapy
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Wo muß man stehen das es komisch klingt?
Auf der Bühne?
Vor der Bühne?

Villeicht irgend ein falsch eingestellter Kompressor oder Limiter am Mischpult oder Speaker Manager?
Wo greifst du das Signal für die Aufnahme ab? Am Anfang als Einzelspuren oder irgendwo in der Mitte/am Ende als Summensignal?
 
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Ok hab's durchgetestet. Aber erstmal zu den Fragen.
1. Dazu komme ich gleich.
2. Wir greifen das Summensugnal ab. D.h am Mischpult ist ein S/PDIF Ausgang, der die Summe kopiert und als Stereosignal an den PC schickt.


So zu 1.
Also ich habe mal nur das Schlagzeug spielen lassen (komplett ohne PA) und musste feststellen, dass wirklich beträchtlicher Hall zu hören ist.
Allerdings verstärkt sich das Unangenehme, wenn man sich dem Schlagzeug nähert.
Meine Theorie daher: die Becken sind einfach zu laut. Daher das unangenehme. Dieser Effekt wird noch dadurch verstärkt, dass der Schall von allen Seiten reflektiert wird. Mir ist nämlich aufgefallen, dass man bei den Toms ziemlich deutlich hören kann, von wo der Sound kommt. Bei den Becken aber nicht. Wenn man vor der Bühne im Publikum steht kommt das Beckengeräusch einfach von überall.


Was die Sängerin angeht: kann es sein, dass sie vielleicht auf den gleichen hohen Frequenzen singt wie die Becken spielen?
 
ThomasT
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Die Becken sind nicht zu laut. Die Akustik ist scheisse und deshalb stören die lauteren Quellen eher als Geflüster.

Normalerweise lässt sich mit Molton-Vorhängen (und unter der Decke abgehangen) das Problem hinreichend gut in den Griff kriegen. Ausserdem ist die Bühne dann schwarz und nicht hässliche weisse Rauhfaser.
 
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Supernice14
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Kann man dann nicht gleich auch Noppenschaumstoff nehmen?
 
ThomasT
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Was heisst "auch gleich"?

Akustisch ist Molton besser. Normaler (dünner) Noppenschaum hat erst ab ca. 1-2kHz einen Absorbtionskoeffizienten von rund 1. Und fällt darunter schnell ab. Bei 500 Hz ist dann schon fast gar nichts mehr.
Molton hat einen Absorbtionskoeffizienten von rund 0.5. Aber geht vorallem mit Abstand zur Wand und gewellt bis runter zu 200 Hz. Absorbiert AFAIR sogar bei 100 Hz noch etwas. Die Masse (d.h. in dem Fall die Fläche) machts. 2m² Absorber mit Absorbtionskoeffizienten von 0.5 sind genauso gut wie 1m² mit Absorbtionskoeffizienten von 1. Aber im Falle des Molton aber runter bis in den tieferen Mittenbereich, was eine Ausgewogenere Akustik zur Folge hat.

Noppenschaum löst aber das erwähnte Problem aber prinzipell auch. Da es euch ja im Hochmitten-Bereich nervt. Das Problem bei akustischen Maßnahmen ist, dass wenn ein auffälliges Problem beseitigt wurde, das nächste umso schlimmer hervortritt ...
 
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Hallo,

erstmal würde ich es mit zwei benachbarten Wänden versuchen, nicht mit den gegenüberliegenden. So gibt es keine unverkleideten Wände, die sich gegenüberliegen.
Bei uns war es damals sehr wirksam, Molton über dem Drumkit in durchhängenden "Wellen" an der Decke anzubringen.

Viele Grüße
Klaus
 
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Ok, nach reiflicher Überlegung wollen wir nun folgendes bauen/anschaffen:

Eine Plexiglaswand mit der Höhe von 1,80 m rund ums Schlagzeug (rot im Bild). An der Wand auf der Rückseite Molton (grün im Bild).
Ist das so ok oder gibt es Verbesserungsvorschläge?
Wie dick sollte der Molton sein? Reicht 300er?

Übrigens: 2 Plexiglaswände haben wir schon. Sie sind aufgestellt wie auf dem Bild die vorderen beiden Plexiglasscheiben und haben eine Höhe von 1.50 Meter. Was denkt ihr, wie doll würde die neue "Einrichtung" das Schlagzeug leiser werden lassen im Vergleich zur alten?
Vielen Dank

Bild: Anhang anzeigen 232809
 

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