Unterschied: Blues < -> Rock 'n Roll

von sweet nuthin', 22.12.05.

  1. sweet nuthin'

    sweet nuthin' Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.12.05   #1
    HI,

    habe mich letztens öfters mal bei alten Stones Songs gefragt, ist dies nun Blues, oder doch schon Rock 'n Roll.
    Kann diese Musikrichtung manchmal nicht so leicht auseinander halten, bei vielen Songs ist es ja offentsichtlich, aber es gibt auch solche Grenzsongs^^

    Könnt ihr mir bitte mal den Unterschied erklären, wäre euch dankbar :D
     
  2. deeper_purple

    deeper_purple Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.12.05   #2
    blues is eine langsame, depressive musikrichtung, welche eine gewisse schwere mit sich bringt... du weißt schon, dieses niedergeschlagene "ich hab kein bock mehr, alles is scheiße"... dies ist jedenfalls in der urform der fall... so ist blues entstanden....

    rock and roll, ist schnell, aufgeweckt, fetzig, frech... alles andere als zurückhaltend... er orientiert sich meist am blues-schema, aber sonst sind da keine gemeinsamkeiten mehr an für sich... das wohl wichtigste am rock and roll is der basslauf...


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    so genannter walking bass... geht die ganze zeit hoch und runter... beim blues ist da nichts festgelegt...

    hoffe ich konnte dir n bissl helfen


    deeper_purple
     
  3. sweet nuthin'

    sweet nuthin' Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.12.05   #3
    Ok Danke, aber wenn ich mir zb. ein Highway 61 Revisited von Dylan und Under Assistant West Coast Promotion Man von den Stones anhöre, dies sind doch Blues Lieder aber trotzdem fetzig und schnell:D
     
  4. Hans_3

    Hans_3 High Competence Award HCA

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    Erstellt: 23.12.05   #4
    Auch wenn die Definition von deeper_purple in formaler Hinsicht nicht unklug ist: Eine klare Trennung gibt es letztlich nicht. Die Vielfalt der Musik lässt sich nicht in Schubladen pressen.

    Es gibt dermaßen viele Schnittmengen und Verschmelzungen zwischen Blues, Jazzblues, Fusion, Rock'n'Roll, Country, Countryrock etc... Die USA sind da aufgrund ihrer vielfältigen kulturellen und sozialen Unterschiede schon immer der Schmelztigel schlechthin in Sachen Musik gewesen. Man ziehe mal 3 Tage durch Clubs in New Orleans - da scheitert jedes deutsche Definitionsverlangen von "Was ist eigentlich..:" schnellstens.

    Interessanter als die Schubladenversuche ist: Fast alle Basics und Entwicklungen kamen aus der "schwarzen" Musik. Swing und Bepob waren schwarz, bis ihn die Weißen adoptiert und kommerziell perfektioniert haben. Und der Blues der Schwarzen fand in Europa zunächst über weiße Musiker Zugang (Stones, Clapton u.a.), die ihn quasi importiert haben.

    Und während die Weißen Europäer und Amerkaner dem Blues und Rock und Bluesrock frönten, waren die Schwarzen in den 60ern bis 80ern schon bei der nächsten Nummer: Funk und Soul und Fusion-Jazz. Rap? Kam in Reinform bereits Ende der 80er von den Schwarzen aus den Großstädten, die nach nach neuen Ausdrucksformen suchten (Z.B. Curtis Stigers) . Was heute weiße Schülerbands nachäffen und für hip halten, ist 15 Jahre alt.

    Was ich damit sagen will: Die Suche nach Einordnungen ist musikwissenschaftlich und -historisch interessant. Als Musiker sollte man sich damit beschäftigen, um zu verstehen, wie und aufgrund welcher Einflüsse man selber musikalisch sozialisiert ist. Beim Musikmachen selber sollte man das allerdings komplett vergessen und ausschließlich seinen Empfindungen und Neigungen folgen.
     
  5. Hans_3

    Hans_3 High Competence Award HCA

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    Erstellt: 24.12.05   #5
    Da fällt mir noch ein netter Lehrspruch ein - abgegeben vom weißen Bluesaltmeister Johnny Winter auf seinem legendären Rockpalast-Gig in der Essener Grugahalle 1979 im schönsten Südstaatenenglisch. Nach einigen Bluesnummmern wurde die Stimmung in der Halle müde. Darauf:

    "Blues is good for you. If there wouldn't be the blues there wouldn't be no rock'n'roll. So, check out the blues and try to find any resembalance."
     
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