USB 3.0: Speed-Boost für Mehrspuraufnahmen mit dem Laptop?

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Soulview
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Hallo Gemeinde,

über die Suche habe ich zum Thema USB 3.0 hier leider nichts gefunden, auch über Google zum Thema Recording nichts brauchbares. Deshalb mein Thread.

Ich benutze seit kurzem ein aktuelles Notebook (i3 2.53 GHz/4 GB RAM/500 GB HDD/Win 7 64-Bit), um für Mehrspuraufnahmen örtlich flexibel zu sein.
Leistungsmäßig scheint das Gerät völlig ausreichend zu sein. Jedenfalls macht ihm eine Drumaufnahme mit 8-10 Spuren gleichzeitig, ohne Plugins, nicht viel aus
(Interface ist ein Phonic Helixboard 24 mit 16 Eingangskanälen, Anbindung über USB 2.0).
Der Prozessor merkt davon fast gar nichts (2-3 % Auslastung) und die Platte hält mit ca. 20-30 % im Schnitt gut durch, obwohl ich mich frage ob das nicht schon
zu viel ist. Irgendwann hat man in einem Projekt mal locker 15-20 Spuren und vielleicht noch jede Menge Plugins drauf, wie sieht es dann mit der Performance
einer Standard Notebookplatte mit 5.400 Umdrehungen aus?

Deshalb meine Frage an euch, ob ihr Erfahrungen beim Aufnehmen mit dem neuen USB 3.0 Standard am Laptop gemacht habt. Das nachzurüsten kostet ja
fast nix mehr. Und solche (externen) Platten sind um ein Vielfaches schneller als eine Notebookplatte. Ich frage mich, ob es eventuell noch einen netten anderen Vorteil
gäbe, nämlich eine schnellere Datenübertragung des Interfaces, wenn es auch am 3.0 Port hängt?

Freue mich über den Austausch darüber mit euch :cool:
Grüße, Soulview
 
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Da es keine USB-Interfaces mit USB 3.0 gibt, ist die Frage leicht zu beantworten: Gibt keinen Vorteil.
USB 3 ist ja auch nicht "schneller", sondern es kann mehr Daten in der gleichen Zeit übertragen. Dazu müssen aber eben auch erstmal soviel Daten anfallen, dass der Maximaldurchsatz erreicht wird.
Das ist bei Aufnahmen einfach nicht der Fall. Selbst mit 20-30 Spuren die du gleichzeitig aufnimmst, wirst du kaum 60-70% von USB 2.0 ausreizen. Kommt eben auf Samplerate, Bittiefe und die USB 2.0 Anbindung an.

Du kannst einfach davon ausgehen, dass ein Interface die Zahl an Kanälen, die es hat, auch, mit dem Anschluss den es hat, übertragen kann. Es gibt sogar teilweise noch Interfaces mit USB 1.1, weil das eben für 2 Kanäle auch ausreicht.

Die Notebookplatte wird also für Aufnahmen auch problemlos ausreichen. Die wird dann kritischer, wenn es um die Nachbearbeitung geht und du viele Plugins und VSTis benutzt. Da kann es dann u.U. auch mit dem Ram knappwerden. Aber wir reden dann auch von Dutzenden/(Hunderten) Spuren und Plugins.

btw: willkommen im Forum ;-)
 
20 Kanäle gleichzeitig bei 44,1 Khz/24bit sind etwa 2,5 MB/s. USB 3.0 wirst Du dafür nicht brauchen. In der Regel wird auch jede aktuelle Festplatte relativ Problemlos mitmachen.

Grüße
Nerezza
 
Dass USB 3.0 bei einem Interface nichts bringt hat Disgracer ja schon schön erklärt, aber nochmal kurz zur Festplatte: Ich habe früher auch immer ganz schlicht die anfallende Datenrate ausgerechnet und mit den Schreib/Leseraten verglichen, die aktuelle Festplatten schaffen. Und mir dann immer gedacht: Das reicht ja locker, selbst für eine langsame Notebookplatte ist das ja nichts. Hab aber auch irgendwie nie auf Plattenbelastung in meiner DAW geachtet, weil eh immer vorher meine CPU schlappgemacht hat... Aber nachdem das dann einige berichteten, ist mir auch aufgefallen, dass man mit vielen Spuren durchaus an die Grenzen der Festplatte stoßen kann.

Und das liegt eben dann an der Anzahl der Spuren. Für eine klassische Festplatte macht es einen großen Unterschied, ob sie eine Datei mit einer Datenrate von 20MB/s schreiben soll, oder 100 Dateien mit einer Datenrate von 0,2 MB/s. Weil bei letzterem muss der Schreibkopf ständig hin- und herspringen, und stößt man dann an Grenzen. Die Zugriffszeit ist also entscheidend.

Ich vermute daher (hab es nie probiert, ist eine theoretische Überlegung meinerseits), dass eine schnelle externe Festplatte (3,5"-7200er-Platten haben auch geringere Zugriffszeiten als 2,5"-5400er-Platten) auch dann beim aufnehen/abspielen von vielen Audiospuren im Vorteil gegenüber der internen Notebookplatte ist, wenn sie per USB 2.0 angebunden ist. So eine aktuelle Platte schafft heute an sich locker 100MB/s, und wird somit eigentlich von USB 2.0 (in der Praxis höchsts 35MB/s) ausgebremst. Aber wie jetzt schon mehrfach gesagt ist die maximale Datenrate eh nicht das Problem.

Ansonsten aber denk ich mir ja bei solchen Fragen immer: Warum fragst du uns ob dein rechner, den du zuhause stehen hast, von der Leistung ausreicht? Du kannst es doch einfach ausprobieren :redface:
 
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Danke für eure schnellen Antworten und den Willkommensgruß!
Die Angaben der Durchsatzraten sind interessant, da würde ich eine größere Auslastung vermuten - was widerum für kommende Projekte gut zu wissen ist, also gehe ich erstmal von aus dass ich soweit gut gerüstet bin. Das Notebook ist neu und die Performance eben noch unbekannt für mich.

@ars ultima: Warum ich euch frage, ob die Leistung des Rechners ausreichend ist? Weil ich mich wie schon geschildert gewundert habe, dass die Platte nur beim Abspielen von ein paar Tracks eines Drumkits schon bis zu einem Drittel ausgelastet scheint und ich mich einfach frage, ob das für die Performance eines Standard Notebooks normal ist. Es könnte ja sein, dass in Zukunft bei aufwändigeren Projekten mit mehr Spuren und zusätzlichen Plugins kein vernünftiges Arbeiten mehr möglich ist. Das würde sich auch bald zeigen, wenn nach dem ganzen reinen Recorden auch schon mal ein Mix mit noch mehr Spuren gemacht wird und damit die Arbeit mit leistungshungrigen Plugins stattfindet. Ich will das nicht dem Zufall überlassen.

Ich habe noch nie mit einem Notebook Recording betrieben, immer nur mit einem leistungsfähigen Desktop-PC (Quad-Core mit 10.000er Raptor-Platte unter XP 32-Bit). Bei dem weiß ich auch, was er verträgt, da ich schon meine Erfahrungen sammeln konnte.
Mich interessiert einfach nur, ob jemand vielleicht die Erfahrung gemacht hat, dass mit einer pfeilschnellen USB 3.0 Platte am Notebook das Arbeiten mit DAW Software plötzlich mehr Produktivität bringt bzw. bei größeren Projekten die Arbeit erst richtig Spaß macht und gar nicht erst was ausgebremst wird - immer im Vergleich zu den Hardwarevoraussetzungen, die vorher da waren. Ein Nebeneffekt wäre dann auch, dass ich die Recording-Daten gleich auf einer externen Platte habe, die ich einfach an den heimischen Desktop-PC stöpsele und dort nahtlos weiterarbeiten kann, man denkt ja praktisch :D

Da ich mich erst ans Recorden mit dem Laptop herantasten muss und es noch einige Faktoren wie das Arbeiten mit eventuell auch älterer 32-Bit Audiosoftware auf dem neuen 64-Bit System, das Verhalten von Treibersoftware, Latenzwerten etc. etc. pp. zu klären gibt, werde ich sicher meine Erfahrungen erst damit machen müssen und bald mehr wissen. Ansonsten bleibt mir erstmal nur der Austausch mit Gleichgesinnten, die ihre Erfahrungen mit einbringen oder das Wälzen von Beiträgen dazu im Netz.

Also, danke euch nochmal für die Denkanstöße und vor allem die Fakten, die ihr geliefert habt. Bin gespannt auf die weitere Arbeit mit meinem neuen "Spielzeug" - jedenfalls eröffnet es ganz neue Möglichkeiten, was Mobilität angeht. Demnächst ist auch ein Reamping-Projekt geplant, bei dem mir der tragbare Compi gute Dienste leisten wird.

Grüße, Soulview
 
Also das deine Festplatte schon bei ein paar Spuren zu 1/3 ausgelastet ist, finde ich jetzt etwas merkwürdig. Hab neben meinem Hauptrechner ein älteres Laptop mit einem 1,8 Ghz dual core 2 GB Arbeitspeicher und einer 160 GB festplatte mit 5200 rpm oder sogar weniger. kann mit dem Rechner selbst größere Projekte (30 Spuren mit Plugins und VSTI Instrumenten) problemlos abspielen und mein Festplattencach zuckt nicht mal. Die CPU Auslastung geht dann bei mir schon mal in die Höhe (60-70%)
 
... dass mit einer pfeilschnellen USB 3.0 Platte am Notebook das Arbeiten mit DAW Software plötzlich mehr Produktivität bringt bzw. bei größeren Projekten die Arbeit erst richtig Spaß macht und gar nicht erst was ausgebremst wird - immer im Vergleich zu den Hardwarevoraussetzungen, die vorher da waren. ...
die Hersteller geben das theoretische Maximum an und nicht den garantiert aufrecht erhaltenen Durchschnittswert, der für Aufnahmen interessanter wäre.
Die Beschränkung liegt einmal in der Platte selbst (wurde schon erläutert) und natürlich bei dem, was das Betriebssystem mit den Daten anstellt.
Die werden ja nicht brutto für netto weggeschrieben.
Ich komme auf dem MacPro bei den internen Platten auf einen Effektivwert von gerade mal 80 MB/Sek mit USB2 dauerts 3x so lange... ;)
(bezieht sich auf Kopieroperationen, was auch beim Aufnehmen eine ähnliche Last erzeugen kann, falls Playback läuft oder Samples gelesen werden, etc)

cheers, Tom
 

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