Vergleich - Hohner Verdi II oder Hohner Atlantic IV N?

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WerewolfWoman
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Hallo,
bin zum ersten Mal in einem Forum, aber habe schon gesehen, dass sich hier wirklich viele sehr gut auskennen.
Habe mein 2. Unterrichtsjahr für Akkordeon geschafft und möchte mir über die Sommerferien ein neues (= gebrauchtes) Akkordeon besorgen.
Hatte eine alte Klingenthal Magister, aber leider gibt sie bei höheren Tönen den Geist auf und "schnauft" nur, deshalb bekam ich leihweise von der Schule eine Hohner Verdi II zum Ausprobieren.
War damit sehr zufrieden, habe aber bei manchen Kleinanzeigen auch eine Atlantic IV N de luxe gefunden zu einem fast unwiderstehlichen Preis.

Deshalb meine Frage: Was haltet ihr von beiden Akkordeons? Welche findet ihr besser? Kann man sie klanglich vergleichen?
 
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Hallo WerewolfWoman,

herzlich willkommen im Musiker-Board!

Eine Reparatur Deines bisherigen Akkordeons kommt nicht in Frage?

Eine Einordnung der Verdi II fällt recht schwer, da unter diesem Modellnamen verschiedene Instrumente über einen Zeitraum von 50 Jahren gebaut wurden. Da ist nicht zufälligerweise noch ein Baureihen-Buchstabe hinter der römischen Zwei (ggf. kannst Du ja mal ein Bild hochladen)?
Zumindest besitzt die Verdi II nur 3 Diskantchöre sowie max. 96 Bässe - die Atlantic IV N de Luxe 4 Diskantchöre und 120 Bässe.

Vorsicht bei (privaten) Kleinanzeigen und speziell bei Online-Auktionen. Oft werden dort Dachboden- oder Keller-Akkordeons angeboten, die mehr "Ruine" als Instrument sind!
 
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Musikerclaus
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Hallo,

die beiden Instrumente sind schlecht zu vergleichen, denn sie spielen in verschiedenen Ligen. Wenn die eine Kiste wirklich eine Verdi II (Ohne Zusatzbuchstaben) ist, dann ist das ein zweichöriges Instrument mit 34 Tasten und 80 Bass, also schon fast ein Kinderakkordeon. Außerdem stammt sie dann spätestens von ca. 1958.

Die Atlantic IV de Luxe ist dagegen ein vierchöriges Gerät in Doppeloktavstimmung mit 41 Tasten und 120 Bässen. Klanglich ist sie für viele auch nicht gerade die Offenbarung, aber von der Technik und den spielerischen Möglichkeiten her weit höher anzusiedeln.

Das mit dem unwiderstehlichen Preis ist trotzdem mit Vorsicht zu genießen; es kommt wie immer auf den Zustand der Innereien an. Wenn da gleich eine Generalüberholung fällig ist, hast Du auch nichts verdient. Daher zu einem Kauf immer jemand mitnehmen, der sich da auskennt und sich das Ding von innen anschaut. Das ist bei der Atlantic besonders einfach; es gibt nur wenige Akkordeons, die sich so schnell und einfach zerlegen lassen.

Gruß Claus
 
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WerewolfWoman
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Danke für die schnelle Antwort!

Meine Lehrerin hat es sich angeschaut und meinte, dass das nicht zu reparieren wäre...

Habe leider keinen Buchstaben gesehen, eben nur "Verdi II" gelesen. Das Akkordeon hat auch - ganz richtig - 96 Bässe und 3 Diskantchöre.

Bin leider auf ein gebrauchtes Instrument angewiesen, als Schülerin kann ich mir kein neues leisten.
Vielleicht hast du ja einen Tip für den Kauf, worauf ich achten soll? Habe schon öfter gelesen, dass man es auseinander bauen und innen ansehen soll, aber ich weiß gar nicht, wie das aussehen muss.
Laut dem Anbieter sei das Akkordeon Atlantic in "sehr gutem Zustand und sofort spielbereit" und im Hohnerservice in München-Aubing nachsehen lassen, ABER es sei aus einem Nachlass des Vaters. Kann es dann wirklich in Ordnung sein?
 
Ippenstein
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Hallo WerewolfWoman,

das klingt nach einer Barcarole Magister, bei der die Stimmplatten ausfallen? Normalerweise gibt es nichts, was nicht zu reparieren wäre. Zeig Deine Barcarole mal einem Akkordeonbauer. Der sagt Dir dann, was zu tun ist und wieviel das kosten wird.

Grüße

Ippenstein
 
moewejutta
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Da stimme ich Claus uneingeschränkt zu.
Ich wollte unbedingt mal eine Atlantik haben wohl wegen ihrer Robustheit, ergatterte eine IV de Luxe mit weißen Registerdrückern beim großen Anbieter zu einem günstigen Preis. Sie hat zwar einen relativ warmen, sogar schönen, angenehmen Klang, sieht gut aus, aber ich habe sie mittlerweile dauerverliehen, denn verkaufen möchte ich sie nicht, da die Stimmplatten angerostet sind und eine Überholung sehr teuer würde.
So spielt sie ein Ensemblemitglied bis es irgendwann nicht mehr geht. Bzw. nicht mehr klingt.

Gruß Jutta
 
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Musikerclaus
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Habe leider keinen Buchstaben gesehen, eben nur "Verdi II" gelesen. Das Akkordeon hat auch - ganz richtig - 96 Bässe und 3 Diskantchöre.

Vielleicht hast du ja einen Tip für den Kauf, worauf ich achten soll? Habe schon öfter gelesen, dass man es auseinander bauen und innen ansehen soll, aber ich weiß gar nicht, wie das aussehen muss.
Laut dem Anbieter sei das Akkordeon Atlantic in "sehr gutem Zustand und sofort spielbereit" und im Hohnerservice in München-Aubing nachsehen lassen

Bei einer 3/96 sollte schon mal ein Zusatzbuchstabe dran gewesen sei, aber die Dinger fallen oft ab. Das mit dem "drauf achten" wird nicht viel nützen, man muss sich halt schon mal mit der Materie befasst haben, wenn man den Zustand beurteilen will. Auf Sprüche wie "Guter Zustand und sofort spielbereit" kann man gar nichts geben. Du kannst Dir ja mal die Rechnung von München-Aubing zeigen lassen und nachschauen, wann das war.

Gruß Claus
 
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HLW
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Hallo,

ich habe derzeit sowohl eine Verdi II N als auch eine ältere Atlantic IV (nicht das neuere N-Modell). Auch ein Atlantic IV N hatte ich schon, habe dieses allerdings wieder abgegeben, da mir der Klang der älteren Atlantic und auch der Verdi II N deutlich besser gefallen haben (ist aber wahrscheinlich auch persönliche Ansichtssache).
Die Verdi II N ist mein bevorzugtes Instrument für das (zu seltene) Üben.
Dieses Modell würde ich jederzeit wieder kaufen (aber ausdrücklich nur die Verdi II N).

Für eine Spielerin würde ich schon wegen Größe und Gewicht die Verdi II N oder die Lucia IV empfehlen. Da beide Modelle durchaus Tücken haben, ist die Einbindung eines Fachmannes beim Gebrauchtkauf sinnvoll. Lieber einen Hunderter mehr investieren und dafür auch Freude haben. Ich denke bei den beiden genannten Modellen sollte man für vernünftige Instrumente ca. Euro 400 - 500 einplanen (im Musikgeschäft wahrscheinlich deutlich mehr).

Wenn die Qualität passt, kann man eigentlich nicht viel verkehrt machen. Selbst wenn man in ein paar Jahren auf ein höherwertiges Instrumetn umsteigt, wird man beim Weiterverkauf wieder einen vernünftigen Preis erzielen.

Gruß HLW
 

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