Verschiedene Fragen zur Aufnahmeprüfung an der Berufsfachschule für Musik

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Ibanez.s570b :)
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Hallo Forum,
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ich werde Mitte Juli die Aufnahmeprüfung an der Berufsfachschule für Musik in Nürnberg (Musication) im Hauptfach E-Gitarre versuchen.
Für die Praxis/Allgemein übe ich täglich mehrere Stunden und für die Theorie arbeite ich mit meinem (genialen) Gitarrenlehrer.
Außerdem werde ich den Theorievorbereitungskurs der Musication (mehrere Monate 1,5 Stunden in der Woche) besuchen.
Von den Anforderungen her sehe ich mich dem praktischen Teil durchaus gewachsen,die Theorie bereitet mir etwas Sorgen.

Meine Vortragsstücke:
- Mozarts Türkischer Marsch (komplett) - als Begleitung nur Piano oder Akustikgitarre (werds sobald aufgenommen gleich hier verlinken)
- Lamb of god Medley aus den Songs Laid to rest,Ghost walking und Redneck - Instrumental,Begleitung in Form von Drums und Bass (")
- Ein (bis jetzt nur grob im Kopf vorhandenes) selbstgeschriebenes Swing-/Jazzstück :)gruebel:)
(werde da Unterstützung von meinem Onkel,der Jazz studiert hat,bekommen -> das wird dann hfftl. vom Niveau her ausreichend ;) )

Und nu die Fragen:
1. Wie findet ihr die Auswahl der Stücke? (Hab mit dem Schulleiter bereits gesprochen und der meinte,dass Diversität und evtl. was Selbstgeschriebenes gut kommt.)
2. Wie schwer ist der Theorieteil? Bzw. wie schwer ist die ganze Prüfung? Und wie werden die Teile zueinander gewichtet? Klar, ist immer subjektiv oder schwer zu sagen,aber Erfahrungen jeglicher Art sind für mich sehr hilfreich!
3. Hat jemand Erfahrungen mit der Schule? Der Eindruck durch E-Mail-Verkehr und Internetauftritt ist ja sehr gut.
4. Kann mir jemand was zu den Dozenten sagen? Ich werd sie natürlich demnächst persönlich kennen lernen,aber ich hab bisschen Bedenken bezüglich des Musikstils:
Ich bin eig der volle Metalfan,höre aber sehr viele andere Sachen auch. Die E-Gitarre-Dozenten dort scheinen mir aber doch sehr in Richtung Jazz/Swing orientiert zu sein. Sind die auch wirklich offen für andere Musik? :confused:

Vielen Dank schonmal :great: :)
Grüße
Luki


P.S.: Ich hab die SuFu ausgiebig genutzt und außerdem alle 12 Seiten dieses Unterforums durchsucht,es kann mir da niemand was vorwerfen^^
 
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Ich war bis letztes Jahr noch auf der Musication, ich versuche mal deine Fragen zu beantworten.
Zur Songauswahl kann ich nicht so viel sagen, ich denke das wichtigste ist, dass du die Chance nutzt dich von verschiedenen Seiten zu präsentieren. Das wichtigste beim praktischen Teil ist dass es nicht wackelt, d.h. du musst nichts virtuoses spielen, wichtig ist dass es tight ist und selbstsicher gespielt wird. Du solltest zu unterschiedlichen Stilistiken ein Begleitpattern parat haben. Auch die in der Website beschriebenen Akkorde solltst du in zwei Positionen beherrschen.Notenlesen wird auch ein Thema sein, ich denke mit nicht mehr als höchstens 2 Vorzeichen, wahrscheinlich abergarkeine.
Bei der Theorie musst du dir vor Augen führen, dass es nicht wichtig ist, gut zu sein, sondern zu bestehen. Mit einer drei hast du bestanden und es macht keinen Unterschied ob du mit einer drei oder einer eins bestehst. Wenn du das, was im Theoriekurs drankommt gut verarbeitet hast sollte die Theorie nicht so schwer sein.
Zum Dozenten:
Der Andreas ist sehr offen dafür, was in seinem Unterricht gemacht wird (abgesehen von den Basics). Mit mir zusammen er auch ein Metalgitarrist an der Schule, der hat garkeinen Jazz gemacht. Außerdem ist er ein sehr gut strukturierter Lehrer, ich denke du kannst eine Menge von ihm lernen.
Über die restlichen Dozenten etwas zu sagen ist schwierig, einige davon sind wirklich sehr gut und kompetent, bei anderen würde ich sagen, dass sie vielleicht gute Musiker sind, als Lehrer aber nicht viel taugen.
 
Ibanez.s570b :)
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Super,vielen Dank für die Antwort! :)
Welche Stücke hast du gespielt?
 
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ich werde Mitte Juli die Aufnahmeprüfung an der Berufsfachschule für Musik in Nürnberg (Musication) im Hauptfach E-Gitarre versuchen.

Dann schon mal viel Erfolg!

Ich bin eig der volle Metalfan,höre aber sehr viele andere Sachen auch. Die E-Gitarre-Dozenten dort scheinen mir aber doch sehr in Richtung Jazz/Swing orientiert zu sein. Sind die auch wirklich offen für andere Musik? :confused:

Bist *du* denn offen für andere Musik? Diese Frage solltest du dir beantworten, bevor du eine professionelle Ausbildung beginnst - mit Metal alleine wirst du schwerlich deinen Lebensunterhalt verdienen können. Vielleicht schon, es kann klappen, aber es wäre sicher falsch, ausschließlich Metal spielen zu wollen, wenn man doch allgemein E-Gitarre lernen will. Da geht doch noch viel mehr.

Die mir bekannten professionellen Gitarristen sind zudem in Umgebungen tätig, wo selbst die E-Gitarre nur eine unter mehreren Gitarren ist. Also wenn der Studien-/Ausbildungsgang schon nur die E-Version der Gitarre umfasst, solltest du die Chance nutzen, und alle Stile mitnehmen und beherrschen lernen, die die Dozenten anzubieten haben. Umso größer sind später deine Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

P.S.: Ich hab die SuFu ausgiebig genutzt und außerdem alle 12 Seiten dieses Unterforums durchsucht,es kann mir da niemand was vorwerfen^^

Macht auch niemand ;)...wenn du die Aufnahmeprüfung hinter dir hast, würden wir uns hier über einen Erfahrungsbericht freuen. Danke im voraus!

Harald
 
Ibanez.s570b :)
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Dann schon mal viel Erfolg!
Vielen Dank :great:

Bist *du* denn offen für andere Musik? Diese Frage solltest du dir beantworten, bevor du eine professionelle Ausbildung beginnst - mit Metal alleine wirst du schwerlich deinen Lebensunterhalt verdienen können. Vielleicht schon, es kann klappen, aber es wäre sicher falsch, ausschließlich Metal spielen zu wollen, wenn man doch allgemein E-Gitarre lernen will. Da geht doch noch viel mehr.

Die mir bekannten professionellen Gitarristen sind zudem in Umgebungen tätig, wo selbst die E-Gitarre nur eine unter mehreren Gitarren ist. Also wenn der Studien-/Ausbildungsgang schon nur die E-Version der Gitarre umfasst, solltest du die Chance nutzen, und alle Stile mitnehmen und beherrschen lernen, die die Dozenten anzubieten haben. Umso größer sind später deine Chancen auf dem Arbeitsmarkt.
Dass ich für andere Musik offen bin denke ich schon (außer für elektronische Musik wie Dubstep - dazu fällt mir nur der Satz einer Freundin ein: "Es ist keine Musik... Musik macht man mit Instrumenten, nicht mit Computern.").
Ich meinte nur,dass ich Metal am liebsten höre und spiele ;)

...wenn du die Aufnahmeprüfung hinter dir hast, würden wir uns hier über einen Erfahrungsbericht freuen. Danke im voraus!
Ich werd dran denken :)



Vielen Dank für deine Denkanstöße :cool:
 
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Ich habe damals Full House von Wes gespielt, Mr. Sandman im Chet Atkins Style und Funky Monks von den RHCP.
 
Filztier
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Entschuldigung fürs ausgraben, aber wie ist es denn nun nach gut 4 Jahren gelaufen mit der Musication in Nürnberg? :confused:
Wenn du angenommen worden bist, kannst du ja nun ein komplettes Review über die gesamte Ausbildung schreiben. :engel:
Das interessiert mich, aus gegebenen Anlass, doch sehr.
 
Claus
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Das interessiert mich, aus gegebenen Anlass, doch sehr.
In der linken Spalte steht unter dem Usernamen auch, wann sie/er zuletzt eingeloggt war. Bei Feon ist das leider schon lange her, nämlich am 25.07.13.
Es ist also recht ungewiss, ob da künftig noch ein Beitrag kommt.

Gruß Claus
 
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@Claus
Der TE ist aber auch nicht Feon. Und die Aktivitäten von @Ibanez.s570b :) hier im Board lassen durchaus, noch eine Rückmeldung zu. :claphands:
Du hast dich sicher verschaut.
 
Ibanez.s570b :)
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Hallo Leute, im Speziellen Filztier,

sorry dass ich mich damals nicht mehr gemeldet hab, hatte den Thread total vergessen und war/bin auch mittlerweile kaum noch im Board unterwegs..

Also der Reihe nach:
Ich habe den Musiktheorie-Vorbereitungskurs an der Musication gemacht und habe dort auch jede Menge gelernt. Der Kurs richtet sich sowohl an Leute, die sich nur auf die Aufnahmeprüfung vorbereiten wollen und schon Vorwissen haben, als auch an solche, die nullkommagarnichts von Musiktheorie wissen. Ich war zu dem Zeitpunkt irgendwo dazwischen :rolleyes: Wir haben in dem Kurs sämtliche Grundlagen aufgefrischt/durchgenommen, wie zB Notenwerte, Taktarten... Und wir haben alle prüfungsrelevanten Aufgabenstellungen geübt, wie zB Dreiklänge in allen Umkehrungen singen, Kirchentonarten singen/von einem Grundton aus bilden, komplexe Rhythmen klatschen etc.
Der Kurs war für das Geld (Preise stehen auf der Homepage) absolut top! Wir waren immer etwa 10-15, hab einige nette Leute dort getroffen.
Den Dozent des Kurses, sympathischer und lustiger Kerl, sollte ich bald woanders wiedertreffen..

Dann gab es ein paar Monate vor der Aufnahmeprüfung die Möglichkeit, einem der E-Gitarren-Dozenten seine Stücke vorzuspielen und sich seine Meinung einzuholen. Dieser Dozent war iwie ziemlich gelangweilt und hat sich nicht sonderlich für meine Sachen interessiert, er meinte nur, dass die Spanische Romanze (mein 3. Stück) zu gewöhnlich wäre. Naja, vllt hatte er nur einen schlechten Tag oder er war zu sehr auf sein Genre (Jazz) eingeschossen.

So und dann bin ich auf die Möglichkeit gestoßen, an der ehemaligen EWF - jetzt zur Uni Erlangen-Nürnberg gehörig - in der Regensburger Str. Musik auf Lehramt zu studieren.
Hab nicht damit gerechnet, überhaupt Chancen zu haben, dort aufgenommen zu werden, aber ein Versuch kostet ja nichts und darum hab ich es probiert. Und naja...ich wurde genommen! Ich war völlig überrascht, aber natürlich sehr glücklich, weil das Studium (außer einem kleinen Semesterbeitrag) nichts kostet, während die Musication damals ca 350€/Monat gekostet hätte. Außerdem hat man dort danach sowohl eine künstlerische als auch eine pädagogische Ausbildung und kann einfach nach dem Studium an einer Musikschule unterrichten, falls man keine Lust hat Lehrer an der Schule zu werden. Und ein Abschluss von der Universität ist schließlich auch mehr wert als der von einer Berufsfachschule.
Außerdem kommen immer wieder Musiker zu uns, die 2 oder 3 Jahre an der Musication oder anderen Berufsfachschulen (auch staatlichen) waren, weil sie mir ihrem Abschluss nicht richtig etwas anfangen können oder der pädagogische Teil zum Unterrichten fehlt.
Möchte man tatsächlich nur Künstler werden, ist die Ausbildung an der Musication auf jeden Fall individueller und deutlich künstlerischer, aber ehrlich gesagt kenne ich niemanden, der nur vom Musikerdasein leben kann.. Abgesehen davon muss man das Geld für Ausbildung auch erst mal irgendwoher bekommen :tongue:

Das Studium an der Uni bietet aber auch jede Menge Möglichkeiten sich künstlerisch zu bilden, jeder Hauptfächler bekommt 6 Semester Hauptfach-Einzelunterricht mit 1 Stunde/Woche, 6 Semester Nebenfach-Einzelunterricht (also Gesang) mit 0,5 Stunden/Woche und 4 Semester Akkordspiel Einzelunterricht mit 0,5 Stunden/Woche in Gitarre oder Klavier. Außerdem gibt es (verpflichtend) Gehörbildung, Musiktheorie, Arrangement und Analyse als Seminare. Das coole sind aber die Ensembles: Es gibt das Rockensemble (in dem ich natürlich so oft wie möglich teilgenommen hab ;) ), wo wir von Snarky Puppy über Dirty Loops bis hin zu Tesseract in diesem Semester alles spielen worauf wir Bock haben und was auch meistens ziemlich schwer ist. Das Ensemble leitet übrigens der Typ des Musication Musiktheorie-Kurses, der auch bei uns Dozent und unter anderem auch mein Klavier-Lehrer ist :D Dann gibt es noch die BigBand, Jazz- und Mottoensemble, ein iPad-Ensemble (abgefahren, aber ziemlich geil!) sowie Chor, Kammerchor und Orchester.
Also jede Menge Gelegenheiten sich künstlerisch auszutoben - natürlich inklusive Auftritt am Ende des Semester!

Jetzt zum unangenehmen Teil des Studiums: Du muss eine Menge richtige Schei*** lernen, sinnlose Seminare belegen, Hausarbeiten schreiben... da du ja zur Musik noch andere Fächer brauchst - je nach Schulart. Du wirst schließlich zum Lehrer ausgebildet und nicht zum Musiker/Solokünstler und das auch noch mit "höchst universitären Ansprüchen"....not! Das ist auch der Grund weshalb manche bei uns auch nach einiger Zeit wieder aufhören, da sie eigentlich doch nur Musiker werden möchten. Das Studium ist (abgesehen von allen Musik-Seminaren) echt komplett für den Ar*** aber ich für meinen Teil habe währenddessen gemerkt, dass der Lehrerberuf eigentlich echt gut zu mir passt. Und wenn man die Musik nur als Hobby nebenher macht, hat man auf Dauer ziemlich sicher mehr davon, als wenn man damit jeden Tag sein Geld verdienen muss. Und wie gesagt, am Ende hat man einen guten Abschluss (entweder Staatsexamen oder Bachelor of Education) und hat dann immernoch alle Möglichkeiten.

Puh jetzt bin ich aber ziemlich von der Musication abgekommen, aber mehr konnte ich dir zu der Schule auch nicht sagen, da ich zur Aufnahmeprüfung dort ja garnicht mehr angetreten bin, nachdem ich an der Uni genommen wurde^^ Ich würde dir raten, es dir gut zu überlegen, ob dir die Ausbildung dort das Geld (immerhin 12.000€ in 3 Jahren!) wert ist.

Feel free to ask questions! :great:
 
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@Ibanez.s570b :)
Vielen Dank für deine Antwort. Ich weiß das sehr zu schätzen, dass du dich doch noch zu Wort gemeldet hast, auch wenn das mit der Musication nichts mehr geworden ist! Aber meinen Glückwunsch zu deinem Studium.
Weitere Fragen habe ich im Moment nicht.
Im Zuge der Musication bin ich diesen Monat auf Info-Tag. Inklusive Kurs für Musiktheorie und Gehörbildung. Und ein persönliches Gespräch mit einem Dozenten.
Ich bin sehr gespannt wo ich stehe. Sollten diesbezüglich dann nochmal nachträglich irgendwelche Fragen aufkommen (insbesondere auch wegen Vorbereitungskurs, wenn ich das nicht vorort kläre), werde ich mich nicht scheuen nochmal Wort zu fassen.
Lg
 

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