Versuch die 7 Modi einer Durtonleiter zu erklären.

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Hallo liebes Forum,

heute habe ich mich mal an eine Sache rangewagt, die ich mir schon länger vorgenommen hatte, aber aus Zeitmangel nicht dazu kam.
Ich möchte versuchen die 7 Modi der Durtonleiter zu erklären oder manchem Einsteiger näher zu bringen, anhand von Soundbeispielen.
Da ich selber zu meiner Anfangszeit nie so richtig warm damit wurde, bzw. nie so genau wußte wofür es diese Modis überhaupt gibt. Ich
habe wirklich sehr viele Lehrbücher lesen müssen, bis ich es endlich mal so halbwegs verstanden habe. Das größte Aha-Erlebnis hatte ich
dann beim Theoriebuch von Abi von Reininghaus (in vivo guitar) der, so finde ich, es endlich mal für mich anschaulich dargestellt hat. Vielen Dank dafür Herr
von Reininghaus! :great:

Ich möchte nicht von mir behaupten, das ich alles bis ins kleinste Detail gerafft habe, aber so ein wenig, denke ich. Ich bin weder ausgebildeter Gitarrenlehrer,
noch in irgendeiner Weise diplomiert oder sowas, sondern lediglich jemand der gerne spielt, aber auch schon immer versucht hat zu verstehen, was da so
beim Spielen abgeht. Wie gesagt, sehr weit habe ich es nicht gebracht, aber dem einen oder anderen Gitarrenneuling kann ich vllt auf die Sprünge helfen.

Da mir in einem anderen Thread mal wieder aufgefallen ist, das jemand mit den Modis nicht so klar kommt, versuche ich jetzt mal mit meinen eigenen Worten
und Hörbeispielen, das wiederzugeben, was ich meine an den Modis, verstanden zu haben. Wenn ich Fehler mache, so möge man mich gerne berichtigen, da
ich mir natürlich auch erhoffe, selber was dabei zu lernen. Wenn alles was ich schreibe soweit richtig sein sollte, dann sauf ich mir darauf nen Schnaps und freu mich einfach
des Lebens. ;)

Mein Problem:
Was ich bei den Modis nie verstanden habe war dass, das ich gelesen habe das es sie gibt, mir aber nie einleuchten wollte, wie oder warum sie sich anders anhören sollten,
da sie doch einer einfachen Durtonart entspringen und eigentlich jeder Modi, lediglich von einem anderen Ton beginnt, das Tonmaterial aber immer gleich bleibt.
Meist habe ich dann versucht bei Akkordwechseln, wo ich wußte das sie in einer bestimmten Tonart sind, diese Tonart auf dem Griffbrett rauf und runter gespielt und habe
mich gefragt wie man nun die verschiedenen Klänge der Modis, hervorlockt. Richtig Erfolg hatte ich damit nicht, auch nicht wenn ich Läufe von bestimmten Tönen begonnen
habe und auf diesen wieder endete, klang es nie nach dem Modi, dem dieser Ton, zugeschrieben wurde.

Mein Aha-Erlebnis:
Einige werden sich jetzt bestimmt sagen, "Mein Gott, dafür brauchte er so lange um das zu verstehen" und ja, sie könnten recht haben. Aber in vielen Dingen bin ich oft schwer
von Begriff oder verstehe erst eine Sache, sehr spät. :redface: Nun gut, Spaß habe ich dennoch immer beim Gitarrespielen und darauf kommts doch an, oder!? :tongue:

Also, den Sound der Modis entlockt man erst, wenn man einen Bezugston hat zu dem das gespielte dann steht. Also dieser Pedalton, der immer wieder erwähnt wurde, den ich aber immer
wieder erfolgreich ignoriert habe, ist die Krux! Plus die Akkorde die dann unter, bzw. über diesem Pedalton erklingen/gespielt werden.

Woher stammen die Modis:
Die Modis entstammen der Durtonleiter und werden auf den jeweiligen Stufen der Durtonleiter gebildet. Jeder Ton einer Durtonleiter, ist eine Stufe.
Beispiel:
C-Dur = c,d,e,f,g,a,b
Jeder Ton innerhalb der C-Dur Tonleiter ist eine Stufe und wird einfach vom c beginnend durchnummeriert. Normalerweise in römischen Ziffern.
Also c=I
d=II
e=III
f=IV
g=V
a=VI
b=VII
Ich möchte hier nicht auf den Aufbau von Tonleitern eingehen, sondern lediglich auf die Stufen, die Modis und deren praktische Verwendung! Wo also die Halbtöne und sowas liegen,
setze ich jetzt mal voraus, sonst würde mir das hier zuviel werden.

Die Modis:
Hier benenne ich nochmal die 7 Modis und schreibe auch direkt meine Gefühle zu den Modis dabei, die ich dem jeweiligen Modus zuschreibe. Das kann für andere anders klingen,
aber jeder darf auch ein anderes Gefühl dem Modus gegenüber haben, hauptsache man behält es sich so besser. Dadurch werden die Modis schon mal persönlicher.

I Ionisch: hört sich für mich fröhlich und verspielt an.
II Dorisch: .......cool und groovig an.
III Phrygrisch: .......leicht spanisch und traurig an.
IV Lydisch: ......schwebend und träumerisch an.
V Mixolydisch: ......sehr fröhlich nach Party und funky an.
VI Aeolisch: .......traurig und melancholisch an.
VII Lokrisch: .......dissonant und interessant an.

Wie bilde ich so einen Modus, damit der spezielle Klang zum tragen kommt?
So, jetzt sind wir auch schon direkt in der Materie und bei den Hörbeispielen. Ich versuche jetzt bei jedem Modus zu beschreiben wie ich ihn gebildet habe, so wie ich es
aus dem Theoriebuch von Abi von Reininghaus, verstanden habe. Ich erkläre es natürlich mit meinen eigenen Worten, nicht das ich hier Copyright Verletzungen begehe.
Wichtig um einen speziellen Modus zu bilden ist:
1. Der Pedalton, der auch immer der Grundton des jeweiligen Modus ist. Also nicht der Grundton der Ursprungstonart, der dieser Modus entspringt, sondern der Grundton des Modus.
2. Die starken Akkorde aus der Ursprungstonart!

Die "starken" Akkorde innerhalb einer Tonart sind, die Tonika (der Dreiklang der auf der ersten Stufe einer Tonart entsteht), die Subdominante (der Dreiklang der auf der IV Stufe einer Tonart entsteht)
und die Dominante (der Dreiklang der auf der V Stufe einer Tonart entsteht). Für meine Beispiele reichen aber Subdominante (IV Stufe) und Dominante (V Stufe) aus.

Gitarrentypische Erklärung:
Bevor es jetzt losgeht, möchte ich noch schnell sagen das ich Gitarrist bin und die Beispiele so angelegt habe, das man sie auf der Gitarre schön spielen kann. Auf der Gitarre hat man natürlich
eine schöne, fette, dicke E-Saite, die sich förmlich anbietet um als Pedalton missbraucht zu werden und das habe ich auch gemacht. Mein Pedalton ist also in jedem Beispiel die dicke Berta;)....ähhhh,
natürlich E-Saite! Die starken Akkorde die ich mir aus der jeweiligen Ursprungstonart entnehme, spiele ich alle auf den Saiten D,g,b. So konnte ich also mit dem Daumen schön die dicke Berta....ähhh,
E-Saite spielen und mit Zeige- Mittel- Ringfinger immer die Dreiklänge und deren Umkehrungen.

Ionisch:
Wenn ich e-ionisch spielen möchte, befinde ich mich natürlich in E-Dur. Im ionischen Modus haben wir es also mit der Áusnahme zu tun, das Ursprungstonart und Grundton des Modus, identisch sind.
Mein Pedalton ist e und meine Ursprungstonart ist E-Dur. Die starken Akkorde in E-Dur, also jetzt nur noch die Subdominante (IV Stufe) und Dominante (V Stufe) sind,
Subdominante = A-Dur
Dominante = B-Dur

In diesem Beispiel spiele ich also mit dem Daumen die dicke E-Saite und mit Zeige- ,Mittel- ,Ringfinger die Dreiklänge A-Dur und B-Dur und deren Umkehrungen.
Im ionischen spiele ich gerne das Arpeggio der ersten Stufe, also E-Dur. Das baue ich hier regelmäßig mal ein und zwar als Vierklangarpeggio, also Emay7. Ansonsten passen eigentlich alle Töne
aus E-Dur, ausser vllt der Ton a, da die Quarte über einen Dur Akkord oft als Avoidnote, also als zu vermeidende Note zu betrachten ist. Also Durchgangston funktioniert er, als Endpunkt eher nicht so.

https://soundcloud.com/wannenkind/01-ionisch-frohlichverspielt

Dorisch:
Wenn ich nun e-dorisch spielen will, also die dicke E-Saite wieder als Pedalton haben will, muß man sich fragen, von welcher Tonart ist e-dorisch die II.Stufe?
Antwort ist D-Dur. Jetzt brauche ich wieder meine starken Akkorde aus D-Dur, also Subdominante und Dominante, die sind in D-Dur:
Subdominante =G-Dur
Dominante =A-Dur

In diesem Beispiel spiele ich wieder mit dem Daumen die dicke E-Saite und mit Zeige-, Mittel-, Ringfinger die Dreiklänge von G-Dur und A-Dur und deren Umkehrungen.
Typisches Intervall in dorisch, ist die große Sexte. Die spiele ich hier auch recht häufig und klingt in meinen Ohren irgendwie "frech", aber hört selbst.

https://soundcloud.com/wannenkind/02-dorisch-cool-groovig

Phrygrisch:
Will ich e-phrygrisch spielen, muß ich wieder überlegen in welcher Tonart der Ton e auf der III.Stufe vorkommt.
Diesmal ist es C-Dur mit seinen beiden starken Akkorden F-Dur und G-Dur.
Subdominante =F-Dur
Dominante =G-Dur

In diesem Beispiel also wieder dicke E-Saite im Bass und dann wieder F-Dur und G-Dur als Dreiklänge oben drauf.
Phrygrisch ist eine Molltonleiter und klingt dementsprechend traurig. Im phrygrischen gibts aber auch noch die kleine None und die gibt der Tonleiter einen leicht
spanisch klingenden Touch. Hört selbst.

https://soundcloud.com/wannenkind/03-phrygrisch-leicht-spanisch-traurig

Lydisch:
E-lydisch ist die IV.Stufe von B-Dur.
Die starken Akkorde in B-Dur sind:
Subdominante =E-Dur
Dominante =Fis-Dur

Mit dem Daumen wieder die dicke E-Saite und mit den anderen 3 Fingern Dreiklänge von E-Dur und Fis-Dur.
Lydisch klingt in meinen Ohren sehr verträumt. Grund hier ist die übermäßige Quarte. Diese spiele ich auch wieder recht häufig und sie gibt den Linien
so einen offenen Klang und irgendwie scheint es keinen wirklichen Endpunkt zu geben. Man könnte immer noch was spielen. ;)

https://soundcloud.com/wannenkind/04-lydisch-schwebend-traumerisch

Mixolydisch:
E-mixolydisch ist die V.Stufe von A-Dur
Die starken Akkorde in A-Dur sind:
Subdominante =D-Dur
Dominante =E-Dur

Daumen wieder dicke E-Saite und anderen 3 Finger die Akkorde D-Dur und E-Dur.
Mixolydisch ist für mich der Funk-Modus. Ich finde ihn groovig ohne Ende und ein Dom7 Arpeggio kommt hier immer gut. In diesem Beispiel E7 Arpeggios, die man gut zwischendurch mit einer stinknormalen
E-Moll Pentatonik variieren kann. Kommt hammer gut in meinen Ohren. Also E7 Arpeggio und dann immer wieder mal E-Moll Penta dazwischen haun. :great:

https://soundcloud.com/wannenkind/05-mixolydisch-sehr-frohlich-party-funky

Aeolisch:
E-aeolisch ist die VI.Stufe von G-Dur. Die starken Akkorde in G-Dur wären hier nun C-Dur (Subdominante) und D-Dur (Dominante). In diesem Beispiel habe ich eine Ausnahme gemacht,
weil hier die Dur Akkorde irgendwie noch zu fröhlich klangen. Hier habe ich jetzt einfach die 3. starken Akkorde aus E-Moll aeolisch genommen, da diese mir einfach molliger klangen.
Also ich habe mit dem Daumen wie immer die dicke E-Saite gespielt und mit den anderen 3 Fingern diesmal die Molldreiklänge E-Moll, A-Moll und B-Moll.
Aeolisch ist eigentlich ein normaler, traurig klingender Modus. Keine große Sexte, keine kleine None, keine Überraschung, einfach normal bißchen trauriger und als typisches Intervall
sei hier die kleine Sexte zu nennen.Das hört sich dann so an.

https://soundcloud.com/wannenkind/06-aeolisch-traurig-melancholisch

Lokrisch:
E-lokrisch ist die VII.Stufe von F-Dur.
Die starken Akkorde in F-Dur sind:
Subdominante =Bb-Dur
Dominante =C-Dur

Daumen die dicke E-Saite und anderen 3 Finger wieder Bb-Dur und C-Dur.
Lokrisch find ich persönlich sehr geil. Ich mag gerne auch dissonantes. Es geht zwar noch viel dissonanter durch noch "schräger" aufgebaute Tonleitern, aber lokrisch kann schon
schön daneben klingen, durch seine tollen Intervalle wie die b5, b9, b6. Ich verwende in meinem Beispiel sehr viel ein Em7b5 Arpeggio, was immer sehr gut kommt, in meinen Ohren.

https://soundcloud.com/wannenkind/07-lokrisch-dissonant-interessant



Nachwort:
So, das wars eigentlich auch schon. Ich hoffe ich konnte irgendjemand damit überraschen und auch ein Aha-Erlebnis bescheren und habe nicht nur alle gelangweilt. Die Soundbeispiele
habe ich aus dem Grund hinzugefügt, damit man sich den Modus, in der Form die ich hier erkläre, sofort anhören kann und nachvollziehen kann, was ich vorher versucht habe zu beschreiben.
Für Feedback, Verbesserungsvorschläge, Kritik bin ich natürlich offen. Falls irgendwer hier Fehler entdeckt, darf er gerne Einspruch erheben. Ich habe versucht nach bestem Wissen und Gewissen,
mein Wissen weiter zu vermitteln. Wie gesagt, vllt hilft es ja dem einen oder anderen Gitarrenanfänger.

Equipment:
Eingespielt habe ich die Beispiele mit meiner PRS CE 97er Modell in Surfgreen über einen Mesa Boogie 5:50Express Plus an einer 112er LaRoqua Box mit WGS Veteran 30 Speaker.
Aufnahmegerät ist leider nur ein Roland R09-HR.
Looper für die Akkord und Pedaltonerzeugung ist ein Boss RC 20XL

Ich weiß, ist manchmal übersteuert. :redface:

An die Moderation:
Falls es hier im falschen Sub sein sollte bitte verschieben.
Falls es sowas schon gibt, bitte ich um Entschuldigung.

Ansonsten allen einen schönen Tag und beste Grüße....

wannenkind....:hat:
 
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I Ionisch: hört sich für mich fröhlich und verspielt an.
II Dorisch: .......cool und groovig an.
III Phrygrisch: .......leicht spanisch und traurig an.
IV Lydisch: ......schwebend und träumerisch an.
V Mixolydisch: ......sehr fröhlich nach Party und funky an.
VI Aeolisch: .......traurig und melancholisch an.
VII Lokrisch: .......dissonant und interessant an.

Hi

Respekt für deinen Fleiß und Arbeitsaufwand.

Ich hab jetzt nicht alles gelesen und kontrolliert.
Trotzdem der Übersichthalber nochmal die Quintessenz der Modes


I Ionisch:..........maj7 9/11/13
II Dorisch:....... moll7 9/11/13
III Phrygrisch.. moll7 b9/11/13
IV Lydisch:...... maj7 9/#11/13
V Mixolydisch.. dom7 9/11/13
VI Aeolisch...... moll7 9/11/b13
VII Lokrisch..... moll7 b5/9/b13

:)
 
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Hi

Respekt für deinen Fleiß und Arbeitsaufwand.

Ich hab jetzt nicht alles gelesen und kontrolliert.
Trotzdem der Übersichthalber nochmal die Quintessenz der Modes


I Ionisch:..........maj7 9/11/13
II Dorisch:....... moll7 9/11/13
III Phrygrisch.. moll7 b9/11/13
IV Lydisch:...... maj7 9/#11/13
V Mixolydisch.. dom7 9/11/13
VI Aeolisch...... moll7 9/11/b13
VII Lokrisch..... moll7 b5/9/b13

:)


Danke :great:,
so ist es noch vollständiger!

Lieben Gruß
 
G
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Interessant geschrieben und voller Fleiß erstellt. :great:

Interessant wären auch Beispiele, wie man es anwendet.
Zu gegebener Zeit kann ich ich das auch hier gerne in deinem Thread schreiben...?!
 
B.B
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Super Sache. Schön, dass du dir die Arbeit dazu gemacht hast , schließlich kommen Fragen dieser Art ja immer wieder auf. :great:

Das Problem ist dabei meiner Meinung nach aber häufig, dass Leute von Modes hören und diese dann spielen wollen, obwohl sie von grundlegenden Akkordfolgen noch keine Ahnung haben . Das stelle ich hier immer wieder fest. Das geht natürlich schief.

Meiner Meinung nach ist das aber der Schlüssel dazu um Modes zu verstehen zu hören und sinnvoll anwenden zu können. Man muss Haronie und Melodie immer als 2 Sichtweisen der selben Sache sehen.

Ich hatte diese gleiche Idee wie du auch schon des öfteren , nur leider hab ich kein Aufnahmeequipment. Mein Gedanke war gewesen , mal so eine Art Musiker-Board Harmonielehre-Kurs zu starten. Speziell vll für Gitarristen. Schließlich haben wir hier ja auch ein Harmonielehre Forum in dem die richtigen Cracks sitzen. Aber für viele stellt sich wohl auch die Frage , wie setzt ich das auf dem Griffbrett um. Vll könnte man sowas auch mal im Team angehen......

Übrigens super dass du der üblichen Erklärung ( spiel von d nach d in C-Dur ) aus dem Weg gegangen bist. Ich halte davon nicht viel . Grade aus anfänger spielt man dann doch instinktiv einen Dur Sound, weil man sich noch nicht auf die neue Farbe einlassen kann.

Das spielen aller Modi mit jeweils dem Gleichen Grundton ist da um ein vielfaches erkenntnisbringender

grüße b.b.
 
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Ich hoffe ich konnte irgendjemand damit überraschen und auch ein Aha-Erlebnis bescheren

Danke, jz hab ich es Verstanden. So ein einfacher schei.. Einfach die Moll nach unten diesen Ton als dur/T und dessen S und D.
 
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Ich bezweifle es ja , aber gut....
 
wannenkind
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Interessant geschrieben und voller Fleiß erstellt. :great:

Interessant wären auch Beispiele, wie man es anwendet.
Zu gegebener Zeit kann ich ich das auch hier gerne in deinem Thread schreiben...?!

Sehr gerne, nur zu! :)
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
Das spielen aller Modi mit jeweils dem Gleichen Grundton ist da um ein vielfaches erkenntnisbringender

grüße b.b.

Jo, die Sache mit dem gleichbleibenden Grundton, habe ich bei Abi so zum ersten mal gesehen und das empfand ich ebenfalls als sehr einleuchtend.
Zum einen, weil er dann gezeigt hat was alles getan werden muß um diesen Mode zu bilden,
dieser, dann super auf die Gitarre umgesetzt werden kann und er in seinem Buch ebenfalls beschreibt,
das diese Modes eher ein kompositorischer Aspekt ist. Bis dato glaubte ich immer und so wird es meiner Meinung auch oft dargestellt,
das die Modes für die Impovisation wichtig wären. Aber eigentlich scheinen sie eher zum arrangieren da zu sein. Das habe ich vorher
noch nie so deutlich irgendwo geschrieben gesehen und das wars dann auch was mir dieses Aha-Erlebnis bescherte.

Von dem Moment an, habe ich mich dann bei den Modes, mehr dem Pedalton und den Akkorden gewidmet und dann kam die Einsicht.

Also nicht, von diesem d zu jenem d ,klingt dorisch. Nein, sondern der Basston über diese Akkorde klingt dorisch. :)
 
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hmmmm.

Ich benutze sie eigentlich schon zum Improvisieren . Ich jazze aber auch relativ viel. Im Rock Pop darf manns nicht zu sehr übertreiben damit.

In meiner Denke basiert vieles auf Arpeggios und Pentatoniken. ( oder Akkordtönen , je nachdem wie mans sehen will 9 ) die ich dann ggf.
mit Optionstönen anreichere.

Außerdem betrachte ich in einer Akkordfolgen nicht mehr ( wie früher schon ) alles extra.

I . III. und VI. Stufe sind für mich mehr oder weniger eins und mehr oder weniger Tonikaverwandt.

II. und IV . Stufe sind für mich Subdominantisch

V und VII haben für mich eher eine Dominantcharakter ....

Wenn man immer jeden Akkord einzeln betrachtet führt das auch wieder zu zu viel Denkaufwand ; )

Noch ein Prinzip das mir ein bischen geholfen hat :

Mal von der Avoid Note Seite denken . Pro Mode klingt ein Ton scheiße. Dann kann man sich ja pro Akkord überlegen welcher das ist und einfach aufpassen, dass man nicht drauf landet. Ansonsten ist alles erlaubt. Und schon fährt man ganz gut....


grüße b.b.
 
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Das spielen aller Modi mit jeweils dem Gleichen Grundton ist da um ein vielfaches erkenntnisbringender

Fürwahr.

Das wichtigste für den Anfang ist, dass sich die unterschiedlichen Stimmungen und Klangfarben eines jeden Modus unwiederbringlich ins Ohr einprägen. Sonst wird man sie auch niemals gezielt oder intuitiv einsetzen (können). Das gelingt am besten, wenn:

1. Die Modi sollten über ein- und den selben Grundton geübt werden. Weil durch den Bezug zu einem eindeutigen Grundton der unterschiedliche Klang der Modi am besten hörbar und spürbar(!) wird. Auf der Gitarre ist E am besten geeignet, weil man die tiefe Saite zwischendurch immer mal wieder als Pedalton anschlagen kann und der Bezug im Ohr erhalten bleibt.

2. Derjenige Ton, der den jeweiligen Modus "ausmacht" *, sollte beim Spielen bewusst und häufig gespielt werden. Stärkt ebenfalls das Einprägen der Klangfarbe. (dorisch: 6= gr. Sext; phrygisch: b2 = kl. Sekunde; mixolydisch: kl. Sept = 7; lydisch: übermäßige Quarte = #4).

3. Erstmal keine Akkordfolgen verwenden! Grund ist, dass man damit aus dem Einprägen der Klangfarbe schnell rauskommen kann. Bsp.: Am / D ist eine sogenannte dorische Folge. Allerdings klingt es über D dann mixolydisch, was zur Folge hat, dass das Ohr beim Hören/Einprägen ständig zwischen zwei Modi umschalten* muss. Das ist am Anfang überhaupt nicht föderlich.

* Wie hinderlich Akkordwechsel beim klanglichen Einprägen der Modi sein können, könnt ihr bei den lydischen Hörbeispiel von Wannenkind beispielhaft hören. Das liegt nicht an Wannenkind, sondern an unserem Ohr! Bei seinem Akkordwechsel E (lydisch) F# (mixolydisch) ist eigentlich E lydisch als Basis gedacht. Nach kurzer Zeit schon empfindet man jedoch F# mit mixo als Tonart (und das trotz des stehenden Grundtons E!!!), weil das auf dem F# entstehende mixolydisch im Ohr einfach stabiler klingt als das mit seiner #4 fragile lydisch. Eine spannende Hörerfahrung, die drauf beruht, das unser Hören uns immer zum Stabilen hinzieht! Um diese Momente von Spannung - Entspannung jedoch erleben zu können, muss das Unstabile, Unaufgelöste oder Alterierte zuvor herhalten. DAS Grundprinzip der abendländischen Musik überhaupt!

4. Erstmal keine Playbacks und kein Metronom verwenden! Der Zwang, in Rhythmus oder Time zu bleiben, klaut einem früher oder später die volle Konzentration auf das klangliche Erfahren und Verinnerlichen eines Modus. Und hindert zudem dabei, verschiedene Fingerings und Lagen in Ruhe zu probieren, in denen man noch nicht so fit ist. Deshalb hierbei lieber erstmal ad libitum spielen und forschen, d.h. ohne jede Rücksicht auf ein Metrum.

5. Auf die selbe Art können auch weitere Klangfarben erforscht werden, wie z.B. Halbton/Ganzton, vermindert, Ganztonleiter und die gebräuchlichsten Modi von melodisch und harmonisch Moll.

Eine häufig gestellte Einsteigerfrage möchte in diesem Zusammenhang auch noch mal beantworten: "Wie spiele ich dorisch/mixolydisch ... über die Akkordfolge XYZ?" - Antwort: Gar nicht. Man kann nicht beliebig einen Modus in eine bestehene Akkordreihe zwängen. Es ist umgekehrt: Die Akkordreihe erzwingt in der Regel den Modus/die Modi. Lediglich an einzelnen Stellen können Mehrfachoptionen entstehen, besonders bei Jazzharmonik-basierten Werken. In gängiger Rock-/Popmusik etc. überwiegend selten bis gar nicht.
 
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G
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Zum Beispiel klappt es ganz gut über einen feststehenden Akkord wie Em frei zu solieren.
Dorisch, Phrygisch, Äolisch... passen da.

Bei Akkordfolgen können einem da diese einen Modus quasi aufzwingen.
 
Senchay
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Ich finde das gut rüber gebracht. Das sind so Sachen die man sich früh aneignen kann, macht einem sicher vieles leichter und führt wohl dazu schneller gut klingenden Sound zu machen.

Was mich an diesen Theorie-Ansatzen nur ein bisschen stört ist das, wenn man sich rein da drauf verläßt, einem wohl die ein oder andere Erfahrung entgehen könnte. Und ich kenn Gitarristen die setzen "avoid notes" dazu ein ihren persönlichen Sound zu erzeugen. Gibt ein paar interessante Artikel und Videos von bekannten "Idolen" die solche und andere unsaubere Methoden durchaus erfolgreich anwenden.

Aber mit sowas kann man sich natürlich auch später beschäftigen, nachdem man sich mit solchen netten Methoden hier das Leben leichter gemacht hat.

Und das gesagte soll keinesfalls die Leistung von Wannenkind schmälern, super post. Gut rüber gebracht.

Hans 3 setzt dem wohl die Krone auf. Einer der besten threads die ich hier kenne.
 
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wannenkind
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Und das gesagte soll keinesfalls die Leistung von Wannenkind schmälern, super post. Gut rüber gebracht.

Hans 3 setzt dem wohl die Krone auf. Einer der besten threads die ich hier kenne.

Vielen Dank für Dein Lob, Senchay.

Gruß wannenkind.....
 
whocares
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@wannenkind: Also baust du deine Melodie/Improvisation auf E-Dur auf und änderst im Prinzip nur die darunter liegenden Akkorde um deinem Ton-Vorrat aus E-Dur eine bestimmte Färbung zu geben? Kommt das hin?
 
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Was mich an diesen Theorie-Ansatzen nur ein bisschen stört ist das, wenn man sich rein da drauf verläßt, einem wohl die ein oder andere Erfahrung entgehen könnte. Und ich kenn Gitarristen die setzen "avoid notes" dazu ein ihren persönlichen Sound zu erzeugen. Gibt ein paar interessante Artikel und Videos von bekannten "Idolen" die solche und andere unsaubere Methoden durchaus erfolgreich anwenden.

Klar. Aber nur das man weiß , dass es für den "Schönklang" vorzuziehen ist diese Töne zu vermeiden , hindert einen ja nicht dran sie dennoch zu benutzen.

Eins meiner liebstes Beispiele ist der hier: F#7 mit der 4 .... ( 3 Bund ,G Saite)

e---0
h---0
g---3
d---4
a---4
e---2

Klingt im richtigen Umfeld trotzdem geil .

Ich glaube fast , viele fürchten offenbar das theoretische Wissen könnte den "Zauber" aus der Musik nehmen. Das was Hans3 beschreibt, einen flächigen Loop machen , oder ein E als Drone nehmen etc , ist ja nichts anderes als klang erfahren zu versuchen. Nur eben ein bischen strukturiert. Dann gehts vor allem effektiver.

Wo ich dir aber voll recht geben würde: Es mach keinen Sinn etwas draufzuschaffen und dann runterzureißen was man selbst mit dem Ohr nicht nachvollziehen kann......Deswegen ist die intesive Beschäftigung mit dem inviduellen Klangcharakter so wichtig....

@wannenkind: Also baust du deine Melodie/Improvisation auf E-Dur auf und änderst im Prinzip nur die darunter liegenden Akkorde um deinem Ton-Vorrat aus E-Dur eine bestimmte Färbung zu geben? Kommt das hin?

Nicht ganz. Wannenkinds Beispiele sind alle in E . Alle zugrunde liegenden Akkorde sind also E -Akkorde. Alledrings mal moll, mal Dur , mal dominatisch. Je nachdem welchen Grundcharakter der Modus hat.

Wenn du in den Erklärungen von Wannekind steht da aber , aus dem Tonvorat welcher Urpsrungstonart der Modus seinen Tonvorrat bezieht.


@wannenkind

Da fällt mir noch was auf in dem Zusammenhang. Und zwar hast du ja alle Beispiele in E gehalten , was ich ja wie ich schon schrieb auch für deutlich sinnvoller erachte als die übliche Erklärung. Die Reihenfolge in der du die Modes präsentierst folgt aber dennoch eben dieser Erklärung.

Also die Reihenfolge : Ionisch , Dorisch , Phyrigisch etc.....

Sinnvoller wäre meiner Meinung nach , auch in Bezug auf das was Hans3 erläutert hat ( die Töne herausarbeiten die den Charakter am meisten bestärken ) folgende Reihenfolge :

Lydisch
Ionisch
Mixo
Dorisch
Äeolisch
Phyrigisch
Lokrisch .


Das wäre eine Anordnung von "hell" nach "dunkel" , bei der sich jeweil nur ein Ton ändert. Die #4 von Lydisch wird zur 4 bei Ionisch. Die maj7 von Ionisch zur b7 von Mixo. Die 3 von Mixo zur b3 in Dorisch etc etc.....

Am Ende, wenn man bei Lokrisch den Grundton um einen Halbton runtersetzt und alles andere gleich lässt , hat man von diesem neuen Grundton aus wieder Lydisch am start....

grüße b.b.
 
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Münsterland
@wannenkind: Also baust du deine Melodie/Improvisation auf E-Dur auf und änderst im Prinzip nur die darunter liegenden Akkorde um deinem Ton-Vorrat aus E-Dur eine bestimmte Färbung zu geben? Kommt das hin?

@whocares

Ne, das ist nicht richtig.
Es ist schon immer eine andere Tonart. Ich wollte bloß den sogenannten Pedalton immer als E haben!
Weil es sich auf der Gitarre halt anbietet das E zu nehmen, da als dicke E-Saite vorhanden.

Dein Einwand ist aber gut und zeigt mir das man das falsch verstehen kann.
Also die jeweiligen Modis sind schon alle unterschiedliche Tonarten! Ich schreibe Dir jetzt mal die Tonarten auf.

1. Ionisch
Ionisch ist eine Durtonleiter!

Ionisch, ist tatsächlich E-Dur, da Ursprungstonart und Pedalton identisch sind.
Dem ionischen Modus liegt der Akkord Emay7/9/11/13 zugrunde.
Also eine Durtonleiter die eine große Septime hat, eine große None, eine normale Quarte (4 Quarte=11) und eine große Sexte (6Sexte =13)
Hier improvisiere ich also mit der "ganz normalen" Durtonleiter und im Hintergrund leuchtet das Arpeggio von Emay7 vor meinem inneren Auge. Die Töne von Emay7
sind auf jeden Fall schon mal gute Ruhepunkte um eine Melodie zu starten oder zu beenden.

2.Dorisch
Dorisch ist eine Molltonleiter!

Dorisch ist die Ursprungstonart D-Dur! Nicht mehr E-Dur!
Also ich verwende die Töne von D-Dur, spiele aber die II.Stufe davon!
Also beim improvisieren denke ich in E-Moll, da Dorisch eine Molltonleiter ist!
Dorisch ist eine Molltonleiter mit großer Sexte und der dorische Akkord sieht folgendermaßen aus. Em7/9/11/13. In diesem Akkord sind also alle Töne aus D-Dur,
allerdings von der II.Stufe, dem E aus gedacht!
In diesem Beispiel improvisiere ich also mit einer E-Moll Pentatonik und betone oft die große Sexte, da dieser Ton "typisch" ist für den dorischen Klang!

3.Phrygrisch
Phrygrisch ist eine Molltonleiter!

Im phrygrischen Beispiel ist die Ursprungstonart C-Dur! Nicht mehr E-Dur!
Phrygrisch ist auch eine Molltonleiter! Der Akkord Em7/b9/11/b13 liegt ihr zugrunde. Das sind alles wieder die Töne aus C-Dur, nur vom E aus gedacht!
Also beim improvisieren denke ich wieder in E-Moll, betone diesmal aber zusätzlich zum Grundton "e" oft auch die kleine None "b9", also das "f"!

4.Lydisch
Lydisch ist eine Durtonleiter!

Im lydischen Beispiel ist die Ursprungstonart B-Dur! Nicht mehr E-Dur!
Damit wir uns nicht falsch verstehen, ich verwende die internationale Schreibweise für Noten, also meine B-Dur könnte man auch als H-Dur bezeichnen. Aber ich finde B-Dur
schöner. Dem lydischen liegt der Akkord Emay7/9/#11/13 zugrunde. Beim improvisieren denke ich hier also wieder in E-Dur, allerdings mit einer übermäßigen Quarte! #11!
Die andern Töne sind identisch wie in E-Dur, da die Quarte aber übermäßig ist, wie auf der IV.Stufe einer Durtonleiter, befinde ich mich in B-Dur!

5.Mixolydisch
Mixolydisch ist eine Durtonleiter!

Das mixolydische Beispiel ist in A-Dur! Nicht mehr E-Dur!
Der mixolydische Akkord ist E7/9/11/13! Hier ist auch der einzige unterschied zum ionischen, die kleine Septime! = b7!
Beim improvisieren denke ich hier hauptsächlich A-Dur, aber vor meinem inneren Auge leuchten die Töne des E7-Arpeggios auf, da sie sich wieder hervorragend eignen um als
Start oder Endpunkt zu dienen!

6.Aeolisch
Aeolisch ist eine Molltonleiter!

Das aeolische Beispiel beinhaltet die Töne von G-Dur! Nicht mehr E-Dur!
Der aeolische Akkord sieht so aus. Em7/9/11/b13! Beim improvisieren denke ich also wieder hauptsächlich in E-Moll Pentatonik wo ich aber immer wieder die kleine Sexte = b13! spiele.

7.Lokrisch
Lokrisch ist eine halbverminderte Skala!

Das lokrische Beispiel beinhaltet die Töne aus F-Dur! Nicht mehr E-Dur!
Halbvermindert deswegen weil alle Intervalle, bis auf die Septime!, vermindert sind!Die Septime ist zwar eine kleine, aber keine verminderte Septime. Eine verminderte Septime wäre
vom Intervallabstand, wie eine große Sexte. Das ist bei halbvermindert aber nicht der Fall. Der halbverminderte Akkord sieht so aus: Em7/b5/b9/b13! Es ist schon eher eine Mollskala,
da kleine Terz natürlich vorhanden, trotzdem nimmt die halbverminderte Skala da einen Sonderstatus ein. Also in dieser Skala sind alle Intervalle klein. Kleine None, kleine Terz, verminderte Quinte,
kleine Sexte, kleine Septime. Beim Improvisieren denke ich hier hauptsächlich vom Em7/b5 aus. Die Töne dieses Vierklangs sind gute Ruhepunkte. Du kannst auch E-Moll Pentatonik denken,
wo Du die Quinte immer einen halben Ton niedriger spielst. Geht auch.

Ich hoffe ich konnte Deine Frage beantworten. Also es ist ganz im Gegenteil, eben nicht E-Dur! Ausser der ionische Modus.

Gruß wannenkind....:hat:
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@wannenkind

Da fällt mir noch was auf in dem Zusammenhang. Und zwar hast du ja alle Beispiele in E gehalten , was ich ja wie ich schon schrieb auch für deutlich sinnvoller erachte als die übliche Erklärung. Die Reihenfolge in der du die Modes präsentierst folgt aber dennoch eben dieser Erklärung.

Also die Reihenfolge : Ionisch , Dorisch , Phyrigisch etc.....

Sinnvoller wäre meiner Meinung nach , auch in Bezug auf das was Hans3 erläutert hat ( die Töne herausarbeiten die den Charakter am meisten bestärken ) folgende Reihenfolge :

Lydisch
Ionisch
Mixo
Dorisch
Äeolisch
Phyrigisch
Lokrisch .


Das wäre eine Anordnung von "hell" nach "dunkel" , bei der sich jeweil nur ein Ton ändert. Die #4 von Lydisch wird zur 4 bei Ionisch. Die maj7 von Ionisch zur b7 von Mixo. Die 3 von Mixo zur b3 in Dorisch etc etc.....

Am Ende, wenn man bei Lokrisch den Grundton um einen Halbton runtersetzt und alles andere gleich lässt , hat man von diesem neuen Grundton aus wieder Lydisch am start....

grüße b.b.

Wow, cool! :great:

So habe ich das auch noch nicht gesehen. Von "hell" nach "dunkel" (Also von der Hölle aus, noch ein bißchen tiefer ;))

Finde ich gut. So kann man die Modes auch mal durchspielen. Schön das Du das geschrieben hast, kann ja jetzt als Anregung dienen, die Modis auch mal so zu betrachten, wobei sich immer nur ein Ton ändert.
Ich empfehle sowieso, jeden Tag mit einem Looper, mal kurz alle Modis durchzuspielen. Auf dem einen oder anderen bleibt man dann je nach Tagesstimmung auch länger drauf!

Gruß wannenkind...
 
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Du meintest sicher die leere H-Saite. ;)

Völlig richtig . Leere H-Saite.

Ich hab den von McLaughlin. Bill Frisell ist auch immer mal gut für Voicings mit der "avoid note"

grüße b.b.
 

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