Vocal Aufnahme :( - Hilfe.

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wallabie
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Hallo,

ich hatte schon "drüben" bei der Mikrofonierung einen Thread, möchte jetzt aber noch einen. Ich bekomme das mit den Vocals einfach nicht hin. Mal einmal abgesehen davon, dass ich stimmlich nicht der hellste Stern bin - andere können das auch... :(

Ich gehe derzeit so vor:

  • Ich verwende ein AKG C 3000 Mikrofon
  • Das schließe ich an mein Audio-Interface an (Duett 2)
  • Nehme auf
  • Editiere mal ziemlich rasch Störfaktoren
  • Geh mal schnell mit Melodyne drüber
  • Geb einen Kompressor, EQ, Reverb, Limiter drüber
  • Geb oft noch ein Mixing-Plugin drüber
  • Daaaannnn, oft noch etwas gegen die "s" Laute und gegen die Atmung... (Logic´s deEsser und deBreather oder ein Noise Gate... )...
  • Mische dann die "gesamte Spur" noch einmal ein bisschen durch...

Das Ergebnis ist unzureichend und verzerrt, klar, zu viele Plug-In´s drauf und das Ausgangsmaterial nicht so besondern.... . Gewisse technische Schwierigkeiten sollen durch Technik überdeckt werden, was nicht gelingt

Ein Beispiel, das alles ein bisschen aufzeigt ist jenes hier von gestern... https://soundcloud.com/user-784261513/the-last-one-turns-the-light-off-work-in-progress/s-2Oa4k

Jetzt möchte ich mir Praxistipps holen, wie ihr das macht?

Ein Freund von mir sagt er, dass er öfter mit seinen Damen aufnimmt. Er lässt sie alles im Loop-Recording 3 Mal durchsingen, bastelt sich dann aus den drei Versionen die "perfekte" zusammen, erarbeitet alles per Hand...
Ein zweiter meinte, er würde sogar jede Zeile extra aufnehmen...und nimmt auch da ein rerecording in Kauf... ich versuche immer den gesamten Song zu singen, zwecks "Stimmung" ...

Aber auf der anderen Seite möchte ich auch was besseres erreichen.. nur weiß ich nicht wirklich wie.

Beim Mikro: Ich verwende einen Pop-Filter, der Abstand zum Mikro ist bei mir relativ gering, wohl nur ca. 5 cm. Ich habe nämlich den -10db Schalter an... wenn ich auf "normal" aufnehme, bin ich natürlich weiter weg, aber dann hab ich noch mehr Raumklang auf der Aufnahme.

Ideen?
 
Eigenschaft
 
Zunächst erst einmal:
upload_2017-6-12_13-24-50.png


zu viele Plug-In´s drauf
Das ist schlecht. Poste doch mal auch das Ausgangsmaterial. Finde ich viel aufschlussreicher als kaputt prozessierte Mixe.

wohl nur ca. 5 cm
den -10db Schalter an
Den 10dB pad? Du steuerst möglicherweise viel zu sehr aus.

Edit: sorry für Steno, manchmal muss es schnell gehen :)
 
Zuletzt bearbeitet:
schön pathetisch-kitschig, hat wirklich was, mit Ohrwurmappeal. :great:
(sorry dass ich nicht so richtig auf den Inhalt geachtet habe, ist halt schwer verständlich... suehe deine Ausführungen oben)

Der entscheidende Fehler ist der Versuch während der Song-Entstehung schon das Endergebnis haben zu wollen.
Du kannst diese stark verfremdete, harmonisierte Stimme durchaus als Ziel haben.
Ist letztlich Geschmacksache - aber zum Ausarbeiten solltest du die direkte Version ohne jeglichen Schnickschnack nutzen, kein Reverb.
Die bearbeitest du hinsichtlich Dynamik und Klang so, dass ein möglichst gutes Ergebnis entsteht.

Erst danach kommt die Sahne auf die Torte... und kannst in diversen Varianten des vocal processing schwelgen, wenn dir danach ist :D
Danach den Raumklang/Hall für die Stimme mit dem Gesamtmix abstimmen.
Das sollte dann deutlich 'direkter' und nicht mehr so verwaschen kommen, wie dein Test oben.

Die Methode von deinem Kumpel A wäre auch meine bevorzugte: einfach hintereinander alles aufnehmen, was man sich vorgenommen hat, können auch mehrere Stücke in mehreren Versionen sein.
Am Ende schneidet man sich die geeigneten raus (bzw Stellen die besonders waren) und hat sein Ausgangsmaterial.
Der Vergleich ist dann stark erleichtert und die ganze Geschichte geht deutlich müheloser von der Hand.
Dazu kommt der Vorteil, dass man einfach besser in der Performance drin ist, wenn man nicht ständig unterbricht.
 
Ich würd auch sagen, poste doch mal das Ausgangsmaterial. Ansonsten würde ich spontan 2 mögliche Problemzonen anhand deiner Beschreibung identifizieren:

1. Der Limiter auf der Vocalspur. Eventuell verursacht der die Probleme.
2. Dein Arbeitsweise "mal eben schnell". Mit mal eben schnell ist noch kaum einem Mischer was gutes gelungen. Schon gar nicht uns Hobbymischern.

Was ist denn für dich ein "Mixing-Plugin"? EQ, Kompressor und Limiter sind für mich Plugins zum Mixen, also auch Mixing-Plugins?
 
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Ich mach mal wieder das A-Loch und bin sehr offen und sehr direkt, OK? :D

Du weißt nicht was Du tust und das machst Du auch noch "mal eben schnell", daran liegt's, Klappe zu, Affe tot.

Wer mehr will, muss mehr geben.
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
Nebenbei: Bei mir funktioniert der eingebundene Soundcloud-Player nicht.
 
Hmm... ok - also, zunächst mal ein ganz großes Danke an jene die wirklich nett sind und versuchen zu helfen. Habe jetzt eine "Naked version" gemacht. Also nur Piano und Gesang, genau so wie er rauskam...
Moment - ich versuch das mit dem SoundCloud Player nochmal...

https://soundcloud.com/user-784261513/the-last-one-turns-the-light-off-naked-demo
 
Das mit dem Soundcloud-Player liegt daran, dass die Tracks als "privat" markiert sind :hat:
... und hat sich erledigt :great:
 
Zuletzt bearbeitet:
Hmm... ok - also, zunächst mal ein ganz großes Danke an jene die wirklich nett sind und versuchen zu helfen.

Auch ich bin wirklich nett und versuche zu helfen, allerdings bin ich dabei sehr ehrlich und sehr direkt. Das wird dann heutzutage oftmals so interpretiert wie Du es getan hast, aber das ist nicht mein Problem, sondern das einer Gesellschafft in der alles mindestens zwei von fünf Sternen bekommt...
 
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@singnalschwarz: Ich meinte auch nicht, dass Du nicht helfen magst - dass ich nicht weiß, was ich tue weiß ich ja auch. Sonst würde ich ja nicht fragen... deshalb ist es schon offensichtlich. Ich mag Ehrlichkeit auch und Du bist gar kein A-loch oder so :)

Ich muss aber lernen wie es geht, deshalb dachte ich, hier kann mir sicher jemand helfen - und ich nehme jede Form der Hilfe an.
 
Hi:hat:

Ich muss aber lernen wie es geht, deshalb dachte ich, hier kann mir sicher jemand helfen - und ich nehme jede Form der Hilfe an.
Also einfach Plugins mal schnell drauf klatschen geht nicht, wie du ja bereits festgestellt hast.
Auch bei Youtube-Tutorials wäre ich immer dann vorsichtig wenn die genaue Zahlen nennen, was du bei dir einstellen sollst.
Ich finde diese herangehensweise falsch. (Jemand hat mal gesagt das macht man so, also mach ichs auch so)

Die kennen deine Aufnahmen nicht. Können daher auch nicht wissen was gut für dein Mix ist.

Bevor du irgend ein Plugin überhaupt anfasst, pegle als allererstes mal alle Spuren so ein, so dass die Lautstärkeverhältnisse ausgewogen sind. (Meiner Meinung der wichtigste Schritt beim Mixen. Die Pegelverhältnisse. Wenns da bereits happert, wirds nie was mit dem Mix.)
Der zweite Schritt: Sich das mal ganz genau anhören und sich überlegen: Was fehlt denn überhaupt? Oder stört was? Klingt zB die Stimme zu dumpf? (Referenztrack beiziehen und vergleichen)
Nun hast du mal ein grobes Bild im Kopf, in welche Richtung dein Mix gehen soll, und kannst gezielt darauf hin arbeiten.
 
Also - ich fasse für mich zusammen, was ich heute gelernt habe.

  • Pegel beim Mikrofon nicht auf -10 sondern auf "normal" - dafür eventuell mehr Abstand beim Singen
  • Lieder eher in Phrasen unterteilen und diese im "Loop System" öfter einsingen - damit das Ausgangsmaterial einmal passt
  • Aus den verschiedenen Spuren jene Teilchen herauspicken die passen
  • Die "nackte" Aufnahme tunlichst genau editieren (Atemgeräusche, Störfaktoren...)
  • Vocals mit Instrumenten auf eine passende, ausgewogene Lautstärke
  • Danach wieder tunlichst genau mit Melodyne editieren bzw. schiefe oder ungerade Töne am besten noch einmal einsingen, so lange es passt
  • Testhören um herauszufinden, was ich an Editierwerkzeug noch brauche und ausprobieren (keine Videos angucken, wo mir ein Typ erzählt, wie ich am besten den EQ einstelle, was für den passt, muss für mich nicht passen)
  • Sparsamer mit Plug-Ins umgehen :(
:( Ich werd mich bessern. Sonst Plan B: Andere Leute singen lassen :)
 
Sparsamer mit Plug-Ins umgehen
nicht unbedingt;) Aber jedes Plugin sollte gezielt eingesetzt werden um etwas bestimmtes zu erreichen. Bedeutet im Klartext: Wenn man weiss was man tut, geht das in Ordnung.

Auch wenn man nicht weiss was man tut: Wenns gut klingt, ists okay! Jedoch ist das dann wie Lotto spielen:D

Ich sags mal so: Je weniger Plugins man einetzt, je weniger kann man "falsch" machen. Aber je nach Mix und Genre kann es halt auch mal nötig sein echt harte Eingriffe vorzunehmen.

Klingt jetzt vielleicht etwas allgemein. Ich denk experimentieren und Erfahrungen sammeln, ist am Ende das, was dich weiter bringt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ja... ich meine, das einfachste wäre, wenn man das Gehirn, wo der Song fix fertig abgespeichert ist, einfach an Logic anschließen könnte und dort das Ding fertig rauskommt. Aber nachdem ich einmal nicht davon ausgehe, dass dies in den nächsten Jahren entwickelt wird, wird experimentieren und Erfahrung sammeln wohl reichen müssen :)
 
Hallo,
was mir in Deinem letzten Sample auffällt: Irgendwie klingt das Mikro sehr stark "bedeckt", um nicht zu sagen dumpf.
Viel Höhen mag ich auch nicht, aber hier scheint mir das zu wenig davon zu sein.
Liegt es am Mikro oder daran, dass Du zu dicht dran bist?
Ansonsten finde ich, hast Du es in Post #11 ganz gut zusammengefasst - ausser die Sache mit Melodyne (davon lasse ich zumindest die Finger bisher, habs aber auch auf der Festplatte für alle Fälle :D)

Um mir viel nervige Arbeit zu sparen, nehme ich meist Stimme in einem Take auf oder bilde sinnvolle Einheiten.
Wenn dabei was Zufriedenstellendes bei herauskam, schneide ich erst alle Sachen raus, die nicht rein sollen (manchmal kann ein hörbares Einatmen zB auch gut sein, muss ja nicht gleich in so eine Art Darth Vader Show ausarten)
Dann passe ich die Spur manuell an. Mir ist irgendwann aufgefallen, dass es mir liegt, richtig zu schneiden und manuell anzupassen und nicht zu normalisieren (aus vielen Gründen ist das für die weitere Bearbeitung für mich ganz wichtig).
Dann erst lege ich mir eine kleine Effektkette in die Spur. EQ nur, wenn es nicht anders geht. Das wars - feddisch ist der Hit ;)
Grüße
 
Ich finde dass das Entfernen von Atemgeräuschen usw. der Aufnahme die Lebindigkeit entzieht. Gerade bei der hier vorgestellten Nummer kann das ganz charmant sein speziell wenn die Atemgeräusche 'in time' sind.
Ausserdem denke ich dass @wallabie die Sache inzwischen sehr verkopft angeht. Klar gibt es viele Teilaspekte, die Beachtung finden sollten, Lautstärken, Ploppgeräusche, S-Laute, Artikulation, nicht zu vergessen Timing und Stimmung usw. Konzentriert man sich aber zu stark auf diese Dinge wird der emotionale Anteil verkümmern. Auch nicht gut. Und erzähl mal einem Herrn Lindenberg von obigen Kriterien;-)
Vielleicht ist es ein guter Ansatz an jedem Tag sich nur eine Sache genauer anzusehen. Dann übt man halt mal ein paar Stunden mit dem Mikro die Lautstärkenkontrolle beim Singen. Je besserie klappt desto weniger muss man mit technischen Komponenten nacharbeiten. Da hilft oft auch bei ganz geringem Pegel zu arbeiten, denn da hört man am Besten obs funktioniert.
Dann bastelt man seiner Aussprache und versucht die Plopps und Zischs hinzubekommen.
Erst wenn nach einigen solcher Sessions das Zeug schon brauchbar klingt sollte man sich an Plugins heranwagen.
Das ist jetzt vielleicht old school und klingt mühsam aber es ist wie im Sport: 'no gain without pain';-)
 
"Einatmen" (also hörbar) könnte ich mir beim Anfang der Strophe bzw. Refrain gut als passend vorstellen... aber zwischen den Phrasen nicht so. Problem hab ich beim Schneiden immer, dass es abgehackt klingt .

Der "Pop" Schutz war eindeutig zu nahe dran.... hmmm... ich werd es auch mal mit einem dynamischen Mikro versuchen... hab irgendwo noch ein Shure SM 58 rumliegen...
 
Problem hab ich beim Schneiden immer, dass es abgehackt klingt .
ist reine Übungssache - ich schneide (wenn's sein muss) einen einzelnen Buchstaben ohne 'Überblendhilfe' knackfrei aus und setze einen anderen dafür ein.
Man 'sieht' nach einiger Zeit, wo der beste Ansatzpunkt für so etwas liegt.
Nimm einfach mal einen kurzen Satz auf und versuche ein paar Worte per Schnitt zu vertauschen.
Fast alle Programme haben als Hilfe eine sogenannte 'snap to zero' Funktion, die den Cursor auf den nächstliegenden Null-Duchgang der Wellenform einrastet.
Damit werden echte Knackser schon mal vermieden, das 'Abgehackte' entsteht vermutlich dadurch, dass die Enden zu unterschiedlich sind.

In der Regel muss man für eine gute Platzierung relativ weit in die Wellenform hineinzoomen.
Für solche Arbeiten bevorzuge ich Wavosaur, ein Free/Donationware Audio-Editor, mit der Einstellung 'Zoom auf Mausrad'. Dh man klickt in die Wellenform, dreht am Mausrad und während des Zooms bleibt die Cursorposition auf Bildmitte zentriert. Dreht man anders herum, zoomt es wieder hinaus.
Damit lassen sich die Positionen in null-komma-nix anfahren.
Ich nutze das ständig, weil meine DAW kein 'destruktiv' kann und spare so überflüssige Automation.
 
Nach dieser Bemerkung im Anfangspost:
Mal einmal abgesehen davon, dass ich stimmlich nicht der hellste Stern bin
hatte ich schlimme Befürchtungen, ob ich überhaupt in die ´naked Version´ hinein hören sollte. Nun, die Neugier hat gesiegt und jetzt freut es mich, dass ich hinein gehört habe. Das hat doch Charakter, das hat doch Charme! Und klingt für mich erheblich besser als die bearbeitete Version!

Warum irgendeiner vermeintlich allgültigen Klangästehtik ("das macht man so, das braucht man ...") nacheifern und eimerweise PlugIns drauf kippen, wenn es womöglich gar nicht nötig ist?
Klar gibt es noch ein paar Details: Die Stimme klingt sehr direkt und mischt sich kaum mit dem Klavier, es gibt Plopp-Geräusche und der eine oder andere mag sich an Atemgeräuschen stören (mich stören sie nicht). Mir fehlen auch keine Höhen, die Stimme erscheint mir authentisch eingefangen und wie gesagt, hat für mich Charakter.
Auf jeden Fall würde ich den Abstand zum Mikrofon etwas vergrößern, 5 cm finde ich für das verwendete Mikro zu dicht, ich würde es mal mit ca. 20 cm versuchen und dabei auch den Plopp-Schutz mehr vom Mikrofon entfernen.
Dass sollte die Plopp-Geräusche mindern, ebenfalls die Atemgeräusche, dabei immer noch sehr direkt klingen. Ganz wegnehmen würde ich die Atemgeräusche auch auf keinen Fall, sie sollten auf jeden Fall auf einem mindestens unterschwellig wahrnehmbaren Level bleiben, alles andere würde mich eher irritieren.

Mit Melodyne wäre ich sehr vorsichtig, damit habe ich schon sehr üble Erfahrungen gemacht. Brauchst du auch nicht.
EQ, Kompressor oder gar Limiter vermisse ich auch nicht. Du singst an sich nicht mit einem großen Dynamikumfang (muss bei diesem Song wohl auch nicht sein), warum dann noch weiter einschränken?
Vielleicht eine kleine Prise Hall drauf um die Mischung mit dem Klavier zu verbessern.

Die erste, so stark bearbeitete Fassung wirkt auf mich jedenfalls mehr wie eine völlig versalzene und überwürzte Speise.
Der gute Koch würzt behutsam und mit sehr viel Fingerspitzengefühl. Weniger ist oft mehr.

Ob es bei einem doch recht kurzen Song besser ist, immer nur einzelne Phrasen mehrfach einzusingen, bezweifle ich. Möglicherweise kommst du dann gar nicht richtig in die Musik und den guten Ausdruck. Auf jeden Fall aber immer mehrere Fassungen nacheinander aufnehmen, und vor dem Schneiden und wieder hinein-hören wenn möglich ein paar Tage warten. Mit dem Abstand kann man besser beurteilen. Oft bekommt man dann noch neue Ideen und nimmt das Stück noch mal auf, ... um dann wiederum mit etwas Abstand zur ersten Fassung zurück zu kehren, - wer weiß. So vorzugehen kann jedenfalls sehr lehrreich sein.
 
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Das hier - also "offen reden" - hilft mir wirklich sehr und ich bedanke mich echt!

@Telefunky: Danke für den Tipp mit dem Schneiden. Ich werde mir das Programm mal googeln. ich muss ja folgendes erwähnen. Vor vielen Jahren spielte ich in einer Rockband. Das war so ab Ende der 1990er. Damals kam unser Gitarrist an der uns erklärte: Er habe so ein tolles PC-Programm, was das alles kann, damit können wir unsere Songs aufnehmen. Der Name des Programmes (ohne Werbung zu machen) war Cool Edit Pro. Keine Ahnung ob das noch jemand kennt. Rückblickend betrachtet - ein tolles Ding. an nahm etwas auf, konnte es im Programm ganz einfach mit einem "delete" schneiden, von wo anders einfügen... das Konzept überzeugte mich mehr...

@lobo: Hmm... ich hatte mal so etwas wie Gesangsstunden. Meine damalige Lehrerin erklärte mir, dass viele meiner Probleme auf die falsche Atmung zurückzuführen sind. Sie meinte, dass ich "zu viel Luft" aufnehmen täte (habe großen Brustkorb) und ich deshalb am Ende der Phrase den Ton verliere (was man bei der Aufnahme immer noch hört). Auch das Konzept - vor der Phrase NICHT einzuatmen, was ja auch dem Klang zuträglich wäre - scheitert an der Umsetzung. Man ist es einfach gewohnt zu atmen.

Bei der "naked Version" habe ich vom Mix überhaupt nichts gemacht. Nur Klavier und Gesang übereinander gelegt... wenn man Ehrlichkeit offenlegen will, muss man das machen...

Aber gut - ich werde mal mein Konzept überdenken und den Weg der kleineren Schritte wählen. Das Hauptproblem ist - ich habe Phasen wo Lieder aus mir heraus wollen. Dann schreibt man doch mehrere die Woche... mit der Aufnahme kommt man nicht hinterher... da wird man ungeduldig und vermasselt es dann erst... :(
 
dass ich "zu viel Luft" aufnehmen täte
Damit meinte sie bestimmt, dass du mit zu viel Luft singst, man sagt auch "zu hauchig". Das könnte nach der gehörten "naked" Version (die ich im Übrigen ebenfalls viel besser als den Mischversuch finde) auch stimmen.
So schlecht ist das alles nicht, bleib einfach bei dir und versuche nicht durch Sachen, die du mal irgendwo aufgeschnappt hast, deine Vocal-Takes zu verschlimmbessern. Da kann ich @LoboMix nur komplett zustimmen, er hat bereits alles Wichtige schon gesagt.
Melodyne? Das kannst du erstmal bedenkenlos weglassen. Und wenn du es benutzt, dann nur ganz gezielt und "chirurgisch", in jedem Fall bewusst und manuell. Lass um Gottes Willen da keinen Automatismus drüber laufen oder das Programm ganze Phrasen anpassen. Immer schön gezielt Einzeltöne leicht anpassen. Wenn ganze Phrasen komplett daneben liegen, dann singe es lieber noch mal neu ein.

Zur Vocalbearbeitung mit Plugins... ich würde da an deiner Stelle grundsätzlich einmal ganz von vorn anfangen.
Folgendes Vorgehen würde ich empfehlen:

Aufnahme, Editing
- die beste Raumposition suchen (wo klingst du für dich subjektiv am Besten? Wo fühlst du dich wohl beim Singen? Wo wird deine Stimme angenehm durch den Raum unterstützt?) -> kann schwierig sein, das allein zu beurteilen
- Gesunden Abstand suchen, irgendwo zwischen 10 und 30cm grob (es gibt auch Situationen, wo man ins Mikro reinkriechen muss/möchte, dabei sollte dir halt klar sein, dass dabei die tiefen Frequenzen sehr stark überbetont werden)
- ordentlich einpegeln: d.h. am Interface oder Preamp so viel Gain einstellen, dass genug Luft nach oben bleibt und das Signal in keinem Fall clippt/übersteuert. Es reichen durchschnittliche Pegel von um die -18 bis -12dBFS (das ist der Wert, der in deiner Software angezeigt wird). Du wirst sehen, wie viel besser deine Vocals durch die geringeren Pegel klingen. Laut gemacht wird hinterher beim Mixen.
- Geeignete Abschnitte des Songs raussuchen und am Stück einige Takes einsingen, dann weiter zum nächsten Abschnitt
- Nach der Aufnahme sauberes Schneiden der Vocalspur, dazu gehört u.U. auch, die besten Teiltakes auf einer neuen Spur zusammen zu schneiden
- Wenn das alles soweit passt, dann mit der Bearbeitung im Mix beginnen

Vocalbearbeitung im Mix (eine mögliche Variante von zig Varianten)
- chirurgischen EQ, um Nerv- und Störfrequenzen zu entfernen/abzumildern (dazu google am besten mal nach EQ + Sweeping)
- Dynamikbearbeitung (Kompressor...großes Thema, am Anfang lieber weniger als zuviel, um erstmal die Unterschiede rauszuhören)
- Anfetten der Stimme durch Tape, Sättigung u.ä.
- EQ zum Betonen der für die Stimme wichtigen Frequenzen (bevorzugt sehr breitbandig anheben) + etwas "Air" geben, wenn nötig (obere Höhen leicht anheben, breitbandig)
- ggf. nochmal Kompressor, um die Vocals im Mix mehr nach vorn zu kriegen (bei Kompression lieber mehrere Instanzen mit jeweils wenig Kompression einsetzen - ist im Allgemeinen natürlicher und klingt besser als nur einen Kompressor weit aufzureißen)
- De-Esser nicht vergessen

- tja, wenn das soweit passt, dann der Stimme noch etwas Raum geben (leicht reverb oder/und delay als Send-Effekt, hier wieder darauf achten, dass es dann passt, wenn man den Effekt gar nicht mehr wirklich hört, sondern erst dann auffällt, wenn er aus ist - viel Übung und Fingerspitzengefühl nötig, um zu sehen was passt und was nicht)

Bevor es jetzt ein Roman wird...das sind so die grundlegenden Schritte. Ist doch etwas komplexer das ganze Thema und die einzelnen Sachen muss man ja auch erst einmal hören, also Gehör allmählich ausbilden und immer wieder gegen das Original checken. Was ist besser, ist es überhaupt besser als vorher...usw.
Da könnte man noch Seiten voll schreiben und hätte doch nicht alles bedacht.
Besser natürlich, man hat dann konkrete Fragen zu den Einzelschritten. So weit muss man aber auch erst einmal vordringen, dass man seine Probleme genau benennen kann.

da wird man ungeduldig und vermasselt es dann erst...
Ja, das Problem kenne ich auch. Irgendwann kommt man dann an den Punkt, wo man sich entscheiden muss, was kann ich allein machen und was eher nicht.
Will ich Songs schreiben oder will ich den ganzen technischen Kram machen. Alles zusammen geht immer zu Lasten eines einzelnen Teils und kostet Zeit, Geduld, Nerven...
Dazu kommt ja auch noch, dass es x plugins gibt, die man jedes Einzelne erst einmal kaufen, dann kennenlernen muss usw. Hat schon seine Berechtigung, dass manche Leute damit ihr Geld verdienen.
Das Ganze ist eine Zeitfrage. Neben der reinen Aufnahme dauert das Mixen ja auch noch seine Zeit, grad am Anfang....
 
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