Voi Che Sapete - Rückweg von Ab zu Bb

von haiiiner, 03.06.16.

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  1. haiiiner

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    Erstellt: 03.06.16   #1
    Liebe Leute,

    noch einmal eine Frage zu der Mozart-Arie Voi Che Sapete - wenn ich das richtig sehe, moduliert das Stück nach dem "Refrain" in Takt 21 von Bb-Dur zur V. Stufe F-Dur und von dort in Takt 37 zur bVII. Stufe Ab-Dur. Kann mir jemand noch einmal den Rückweg zu Bb-Dur ab Takt 45 erklären?

    [Die Noten sind frei verfügbar.]

    Gruuuß,
    Heiner

    VoiCheSapete-03.png VoiCheSapete-04.png
     
  2. RMACD

    RMACD Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.06.16   #2
    Takt 48 ist nicht Gm, sondern G mit Cm/5, also eine Mischfunktion (D) Sp mit (DSp) Sp. Takt 49 hat dann die Sp (also die II) erreicht, denn Akkord Cm folgt. Nun wird statt der Tonika zunächst die Tp rückwirkend mit dem TG (statt des diatonisch "korrekten" Tg) erreicht. (III macht hier die Dominante auch für die I). Aber, um ganz sicher zu gehen, folgt noch ein Cm6 - und der ist nichts anderes als ein verkürzter F79 und damit D zu B(b)Dur.
     
  3. RMACD

    RMACD Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.06.16   #3
    Analyse gestrichen, da harmonischer Zusammenhang komplett anders, insbesondere stimmen die Akkordbezeichnungen und Stufen nicht.

    In Takt 35 erklingt ein Db7, nicht aber ein H°7. Der Db7 wiederum ist, die Vorzeichnung zeigt es an, ein Db(#6) also ein übermäßiger Quintsextakkord (German Sixth). Der wiederum wird in die Oktave aufgelöst, hier in Akkord C in T.36 (halbschlüssig). Halbschluss bedeutet: Wir haben F-Dur noch nicht verlassen.

    Anschließend steigt Mozart 2 Quinten ab und landet bei C-Moll. In T.47 dann DDv und Halbschluss auf der Dominante G-Dur. T.49 dann die (Zwischen)Tonika Cm. Dann folgt Gm und Gm wird als neue Zwischentonika angesteuert: Der Eb7 ist ein Eb(#6), also wieder eine German Sixth. Dem Eb(#6) folgt die D zu Gm direkt. Der Rest ist die Kadenz zu Gm: Weiter mit s56 also Cm6, dann die D also D7 (nicht aber Dm7). Mit Gm in Takt 52 haben wir einen vorläufigen Haltepunkt erreicht. Gm kann nun bequem umgedeutet werden, z.B. zur VIm - was dann auch geschieht.
     
  4. haiiiner

    haiiiner Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.06.16   #4
    Hallo RMACD,

    vielen Dank für Deine Mühe! Da hatte ich noch einige Fehler. Ich kann Deine Analyse nachvollziehen, allerdings erwähnst Du kein Ab (Takte 37 - 45). Oder ist das als bVI von Cm zu verstehen?
     
  5. RMACD

    RMACD Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.06.16   #5
    Cm haben wir noch nicht. Wir haben nicht einmal C.

    Ich hatte mir überlegt, C von T.35 als Tonika zu hören (Halbschluss ist ja auch ein Schluss...) , war mir aber nicht sicher. Die Klärung bringt der Akkord Db7 (G.S.) vorher. Wenn der Db7 eine Tonika C als Bezug hätte, dann würde das ruppig klingen. Db7 wäre dann nämlich N7 zu C. So klingt er nicht. Eine G.S. wiederum wird in der Wiener Klassik typisch vor die Dominante (mit eingeschobenem Vorhalt) gesetzt. Weil Db7 direkt von Akk. C gefolgt ist, entstehen hier Quintparallelen, die "Mozartquinten".

    Allerdings wird F hier nie als Tonika direkt definiert, man kommt nie auf F an. Ab ist ein tonales Zentrum, das durch Rückung ensteht und zwischendominantisch durch Eb bestätigt wird. Indem später auf Cm und dann auf Gm kadenziert wird, wird dieses tonale Zentrum wieder verlassen.
     
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  6. haiiiner

    haiiiner Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.06.16   #6
    Ok, Ab hab ich auch so verstanden.

    Unser Db7 vor der V/V würde ich, nun da ich sie richtig erkannt habe, stumpf als subV7/V(/V) bezeichnen, aber Dein Hinweis ist interessant, dass die subV7 oder hier German Sixth vor der Dominante anders klingt als vor der (Zwischen-) Tonika!
     
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