Wampler Mini Faux Spring Reverb

von drul, 11.02.19.

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  1. drul

    drul Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.02.19   #1
    Hallo Zusammen,

    Zeit ein kurzes Review über ein Reverb-Pedal zu verfassen. Warum? Ich komme vom Federhall eines Princeton Reverb – bin also verwöhnt – und nach mehreren Anläufen mit eher überschaubarem Ergebnis (TC HoF, TRex RoomMate, EH Oceans11) bin ich nun zum ersten Mal bei einem Pedal angelangt, das in der Lage ist, mir den wunderschönen analogen, röhrenbetriebenen Federhall zu ersetzen. Es ist das

    Wampler Mini Faux Spring Reverb

    MuBo_Reviews_Drul_Wampler-FauxSpring.jpg


    Produktbeschreibung /Technische Spezifikationen / Productvideos
    Hier bemühe ich einfach den sehr ausführlichen Wampler Webauftritt: -- klick --
    (Von den Videos finde ich das von JLeonardJ am besten und informativsten)

    Physik
    In, Out, 9V-Netzteilanschluss (keine Batterie möglich). Drei Regler; Depth, Tone, Volume – alles wohl selbsterklärend. Das ganze in einem Minigehäuse mit grünmetallic-Hammerschlaglackierung untergebracht. Macht einen sehr robusten Eindruck. Die Knöpfe liegen etwas eng beisammen und benötigen etwas Fingerspitzen zur Bedienung – aber das haben wohl die meisten Minipedale mit mehr als einem Regler gemeinsam. Die schwarzen Markierungen auf den weißen Kunststoffknöpfen sollten auch bei schlechten Lichtbedingungen gut ablesbar sein.

    Klang
    Was mir als erstes auffiel, war eine relativ auffällige Modulation des Hallsignals, die sich anhört wie ein relativ kurzes Delay des Anschlagsgeräusches - "boinnng" :rolleyes:. Die „Delayzeit“ lässt sich auch mit keinem der drei Regler beeinflussen. Je weiter Depth und Tone nach rechts gedreht werden, desto stärker ist es hörbar. Mist, so dachte ich zunächst. Wieder so ein Pedal das im Web gelobt wird aber dann nichts taugt. Doch weit gefehlt – dieses Geräusch fügt sich in ein absolut stimmiges Gesamtbild, sobald man anfängt, „richtig“ zu spielen. Es wird so zu einem Teil eines insgesamt toll klingenden Halls, sei es beim Singlenote-Spiel oder Akkordspiel.
    Ich habe mit dem Pedal sowohl das wofür ich es 90% brauche, nämlich einen leichten, natürlichen Hall-/Raum-Effekt für das Solospiel zu legen (gemeint ist solo im Sinn von zu Hause, ohne Band), als auch extreme Effekte problemlos einstellen können und finde den Ton dem des klassischen Vorbilds sehr, sehr nahe. In jedem Fall so nahe, dass live wohl niemand einen Unterschied hören würde.
    Besonders hervorheben möchte ich den Tone-Regler, der absolut praxisgerecht eingreift und sehr geschmackvolle Nuancen abbildet Mit Depth und Tone auf 9 Uhr habe ich einen sehr vintagemäßigen, dezenten Hall auf dem Signal, mit Tone jenseits von 12 wird der Hall dann immer mehr präsent im Gesamtmix, bis hin zu auffälligem, halldominiertem Signal ab 3 Uhr.

    Fazit:
    Anstecken, drauftreten, genießen! Bei diesem Pedal klingt jedes Setting gut. Die Regler decken einen relativ geringen aber sehr praxisgerechten Bereich ab; d.h. man muss keine Millimeterarbeit leisten sondern hat in praktisch jeder Einstellung sofort praktikable Sounds.
    Hier merkt man einfach, dass dieses Pedal von Leuten mit viel Erfahrung konzipiert wurde. Klasse!
     
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  2. naranja

    naranja Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.02.19   #2
    Danke fürs Review...
    sehr interessant. Ein richtig gutes digitales Springreverb habe ich auch noch nicht gehört....
    werde ich mir mal youtubes anhören.... war schon immer mal am überlegen mir ein Analoges zu holen.
     
  3. drul

    drul Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.02.19   #3
    das ist ein digitales Pedal
     
  4. naranja

    naranja Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.02.19   #4
    ja klar ist es das....
     
  5. Kluson

    Kluson Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.02.19   #5
    Kann ich bestätigen. Hab den Vorgänger im großen Gehäuse. Gefällt mir sehr gut, sogar besser als das Spring des Strymon Flint. Das klingt bei langem Hall dann doch unnatürlicher, weil es digital klingende Höhenanteile in der Hallfahne hat. Für kurze Fahnen klingt es wirklich gut, für lange auch etwas voll / bassig. Das macht das Faux besser. Ich musste damit etwas probieren, weil die Regler schon etwas anders sind als das übliche dry/wet und Hallzeit, aber es ist sehr gut. Das Oceans 11 hab ich sofort zurückgeschickt, klang total grell beim Spring. Das Hof ist ok, hat aber seine Stärken nicht beim Spring.

    Das Faux und das Talisman sind die beiden besten Reverb Pedale die ich kenne. Das Plate im Flint kommt auch nicht ans Talisman ran, hat aber dafür ein wirklich sehr schönes Tremolo.

    Für Spring und Plate habe ich das gefunden was ich gesucht habe und andere Reverbtypen brauche ich eigentlich nicht.
     
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  6. naranja

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    Erstellt: 11.02.19   #6
    Ich habe mir ein paar Videos angeschaut und ich muss sagen das es mir da sehr gut gefällt. Klingt wirklich nach spring.... Schön

    Viel Spaß schon mal...
     
  7. rbschu

    rbschu Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.02.19   #7
    Es fehlt leider der (derzeitige) Preis und eine Bezugsquelle. Schade, dass man bei solchen Informationen immer erst selbst noch recherchieren muss. Eigentlich gehört sowas ins Review. Trotzdem schön beschrieben. ;)
     
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  8. carlolf

    carlolf Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.02.19   #8
    Was mich bei einem solchen Gerät am meisten interessiert: wie stark wird der cleane Ton einer Strat(Tele, LP) durch den Effekt beibehalten oder verfälscht? Kann man dazu eine stimmige Aussage machen?
     
  9. drul

    drul Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.02.19   #9
    Ich habe weder Strat noch Tele. Was ich aber beisteuern kann, ist dass das cleane Signal durchgeschleift wird und der Volume-Regler dann lediglich das Hallsignal dazu gibt. Das ist schon mal die beste Voraussetzung.
    Ich höre mit meiner Les Paul mit low output PAF style Pickups auch bei weit aufgedrehtem Volume des Pedals nicht wirklich eine Verfälschung der Frequenzen des Originaltons.
     
  10. straighteight

    straighteight Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.02.19   #10
    Nach dem oben angegebenen "Klick" stehen dort als Dealer in Deutschland Cream in Frankfurt/M (159 € auf eBay) und BTM in Nürnberg. Kurz in eBay gesucht, auch musikproduktiv (139 €), bei Thomann geschaut, dort auch (139 €). :)
     
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  11. frama78

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    Erstellt: 15.02.19   #11
    Dazu muss man aber auch sagen, dass auch/gerade bei beispielsweise Fender-Hall-Schaltungen das Signal auch verfälscht wird je mehr Effekt dazu gemischt wird. Geht ja nicht anders, wenn die ganze Klampfe erst mal durch drei Hallspiralen laufen muss ;)

    Aber gerade das macht dann den Ton aus. Meiner Meinung nach ist das größte Problem bei vielen Digitalgeräten: die sind zu perfekt :)
     
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  12. naranja

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    Erstellt: 15.02.19   #12
    Das stimmt frama, ich glaube auch das es genau das unperefkte Signal ist was es ausmacht.
    Vor allem z.B. bei meinem HOF seinem Spring ist das Spring-Signal immer gleich, ein echter Spring schwingt unterschiedlicher.. Keine Ahnung wie ich das beschreiben soll,
    und ich glaube das der Faux Spring das hier ganz gut simuliert... auf jeden Fall gefält mir das auf Youtube was ich bisher gehört habe.
     
  13. drul

    drul Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.02.19   #13
    Ich hatte das Hall of Fame ja auch. Kein Vergleich zum Faux.
    Das Oceans11 war für mich dann das zweite "Multi-Effekt"-Hall; und wenn die sicherlich das eine oder andere richtig gut brauchbare an Bord haben, scheinen sie doch bei den einzelnen Disziplinen nicht mit "Spezialisten" - das Faux kann halt NUR Spring - mithalten zu können.
    Ok das ist verallgemeinernd und nur so ein Gedanke. Aber der Unterschied ist wirklich erstaunlich.
     
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  14. Kluson

    Kluson Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.02.19   #14
    ich glaube als erstes sollte man sich überlegen, WELCHEN Hall man WIRKLICH braucht und nutzt. Ich denke 90% der Nutzer braucht diese ganzen Spezial-Effekte eigentlich gar nicht.

    Es wird dann zwar oft gesagt "brauche ich eigentlich nicht, ist aber nett wenn es an Bord ist", aber wenn das dann auf Kosten derjenigen Halltypen geht, die man tatsächlich zu 99% im Einsatz hat, würde ich eher Wert auf einen Spezialisten in entsprechender Qualität legen.

    Dinge wie

    - reversed
    - Hall
    -Lofi etc.

    benutze ich zB nie. Räume wie Ambient ( also sehr kleine, kaum merkliche Räume ) bekommt man mit einem guten Plate-Reverb auch hin.

    Diese ganzen Spezieleffekte sind dann eher etwas für Vocals, nach meinem Empfinden
     
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