Warum Bassdrum immer auf Kanal 1 im Mischpult?

Moin,
Unsere Blaskapelle hat eine feste Kanalzuordnung aus den Zeiten des 24Kanal Soundcraft Pults, und die wird sich auch nicht ändern.
Warum?
Alle Kabel sind so beschriftet, die Mikros, die Stative usw. In den Flightcases und den Ordnern der MusikerInnen ist die gleiche Liste in Papierform. Jeder in der Kapelle kann jedes Mikro richtig verkabeln. Ok, jeder der lesen kann. Das ist wichtig bei den 25-35 aktiven MusikerInnen, die da aufschlagen.
Die BD ist auf 1.
Bass auf 6.
Gitarre auf 7.
Usw.
Also zumindest gilt das bis zur digitalen Stagebox unseres mittlerweile festen Tonis mit seiner digitalen Ausrüstung. Danach macht er was er will, und packt eventuell weitere Kanäle, welche es früher nicht gab, einfach dahin wo er gut drankommt.
Die Gitarre liegt da übrigens auf "Gitarre", und ist irgendwo weit links...

Ein Punkt bei manchen Pulten ist die aufwendigere Klangregelung bei manchen Pulte auf den linken Kanälen. Spricht erstmal für Drums und Vocal auf diesen Kanälen, und Key und Gitarre eher weiter rechts.

In meinem Musikzimmer sind die Eingäng am Pult so verkabelt, daß passende Signale zusammen liegen. Mikrofone, Gitarrensignale, Zuspieler.
Vorne schiebe ich die hin wo es passt.
Ciao
Monkey
 
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Bei kleineren Pulten ist man ja nicht ganz so frei.
Beim XR18 sind die Klinken-Eingänge 1 und 2 HiZ. Daher ist bei mir Kanal 1 Bass (weil da auch häufig mal ein passiver Bass dranhängt) und Kanal 2 Gitarre. Durch die HiZ Eingänge kann ich mir in der Regel die DI Boxen sparen.
Aus praktischen Gründen sind dann die Drums bei mir auf der unteren Reihe 9 - 16. Kick Drum auf 1 wäre hier Verschwendung von Resourcen.

Bei größeren Pulten im eingefahren Setup haben die Traditionen sicher ihren guten Grund, vor allem wenn die Techniker mal druchwechseln und sich schnell zurecht finden müssen.

Schön ist ja, dass man bei den meisten Digitalpulten die Kanäle elektronisch beschriften kann und das sich bei einem anderen Setup (z.B. verschiedene Bands nacheinander) kanäle passend umbeschriften, wenn man Setting Recall macht.
 
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Bei analogen Pulten hatte man ja meist noch die Möglichkeit die Belegung von der Stagebox (sofern vorhanden) und dem Mischpult zu verändern. Ausnahme waren da die Pulte, die nur über einen Harting Anschluss für die Eingänge verfügten. Aber die waren auch damals, zumindest im halbwegs leistbaren Bereich, eher die Minderheit.
Bei digitalen Pulten hat man ja inzwischen in der Regel die Möglichkeit die Eingänge frei den Eingangskanälen zuzuordnen. So könnte in obigen Beispiel beim XR18 auf den Pultkanälen wieder die "natürliche" Ordnung hergestellt werden, indem man Kanal 1 halt den Eingang 9 gibt und Kanal 9 (Bass) bekommt den Eingang 9, Kanal 14 den Eingang 2 oder wie auch immer. Das könnte z.B einem helfen bei Pulten deren Layer nicht frei belegbar sind, wie dem X32.

Macht das irgendwer von euch? Ich persönlich versuche derlei zu vermeiden denn da ist die Fehlersuche ungleich schwieriger wenn man nicht schon mal eine 1:1 Zuordnung von Eingangsbuchse bis hin zu den Kanalfadern auf zumindest dem Standard Eingangs Layer durchzieht. Klar, es gibt dann noch die Fälle, bei denen man Eingänge splittet, z.B bei Mikrofonen, die für zwei unterschiedliche Dinge benutzt werden sollen (ich denke da z.B an Flöte und Sax oder Stimme und Bluesharp). Hin und wieder, speziell beim X32, wenn es bei einer Veranstaltung deutlich mehr Eingänge gebraucht hat als gleichzeitig benutzt werden konnten, habe ich die vollen 48 Inputs pro AES50 Leitung benutzt und mittels Szenen dann das notwendige Grundpatching gemacht, also z.B Band 1 hatte Eingang 1-32 in Verwendung, Band 2 dann 1-16 (die waren dann meist immer fix) und 25-32 usw.
 
Macht das irgendwer von euch?
Nur bei berechtigtem Interesse, in meinem Fall kommen manche inputs auf zwei Kanäle.

An sonsten nicht, weil die Kanäle an meinem x32, bzw. XR18 ja in der App die Kanalbeschriftung haben.
 
Wobei für mich die Kanalbeschriftung des Pultes nicht hinreichend gut genug ist um es bei der Anordnung der Kanäle in einer bestimmten Reihenfolge nicht soo genau zu nehmen.
An sich weiß ich blind, wo ich meine Sachen auf dem Pult finde, da sind die Beschriftungen nur noch eventuell zur finalen Bestätigung, speziell bei Kanälen die nicht so Standard sind.

Bei Jazz und dergleichen habe ich übrigens mal eine Zeit gehabt, in der ich die Reihenfolge Bassdrum, Snare, OH L, OH R, und dann der allfällige Rest den Drumkits, hatte. Denn oft genug blieb es dann auch bei den ersten vier Mikros, der Rest konnte weg fallen. Am X32 hatte ich diesen Rest auch schon mal auf Layer 2 untergebracht, damit ich am Layer 1 alle Kanäle hatte, die ich zum Mischen brauchte. Das ist aber auch schon lange her und mit den Änderungen bei den Pulten hat sich auch mein Zugang etwas geändert.

Geblieben ist, dass die Drums ganz links sind, die Vocals oder Solo Mikros rechts und der Rest dann dazwischen. Das deckt sich auch so ziemlich mit gut 90-95% der Rider die ich so zugeschickt bekomme. so ganz exotisch scheint das also nicht zu sein.
 
Da bei mir drei SD-Stageboxen auf der Bühne stehen und das X32 ein Core ist, gibt es keine geordnete Belegung der Stageboxen, sondern es werden jeweils die Quellen angestöpselt, die am nächsten dran stehen, damit man kurze Kabel hat. Eingangsrouting straight alle AES50 und Zuordnung erst am Kanalzug... Behringers User-Ins würden die Sache nur unnötig verkomplizieren.

Da eh nur via Touchscreen gemischt wird, gibt's im Gegensatz zu den Konsolen x32 ja keine unveränderbaren layer... und BD ist da, wo sie hin gehört, nämlich auf 25 [duckundweg] 😎
 
Spannende Workflows, spannende Argumente und interessante Einwürfe.

Also nachdem ich das alles hier so gelesen habe, stelle ich fest, dass ich da wohl einer ziemlich einseitigen Betrachtung unterlegen war. Ich habe es auch in der Praxis so gut wie nie anders gesehen – und dann wirkt sowas natürlich schnell wie ein Naturgesetz. Tja, manchmal steckt man halt in einer Bubble, ohne überhaupt zu ahnen, dass man drin ist.

Für mich sind die schlüssigsten Argumente für die Bassdrum auf Kanal 1 mittlerweile diese drei:
  • Gewohnheit – kann ich absolut nachvollziehen. Das macht im Live-Alltag wirklich Sinn.
  • Soundcheck-Routine – viele fahren seit Jahrzehnten denselben Ablauf: erst die Drums, dann der Rest. Wenn der Check immer so läuft, ist es logisch, dass die Kanäle auch genauso im Pult liegen.
  • Rechtshänder-Argument – das hat mich echt überrascht, weil ich das vorher überhaupt nicht auf dem Schirm hatte. Vielleicht nicht das stärkste Argument, aber definitiv ein Gedanke, über den man mal stolpern kann.
Da ich oft mit @the flix zusammenarbeite, habe ich auch automatisch den gleichen Workflow übernommen. Macht ja auch Sinn – warum sollte man ein Rad neu erfinden, das eigentlich gut läuft? Gerade live ist ein einheitlicher Workflow wichtig, sonst baut man sich nur unnötige Stolpersteine ein.

Das ist wiederum auch ein Argument für die traditionelle Regel: Bassdrum -> Kanal 1.
 
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