Warum sagen die meisten dass man sich Klarinette nicht autodidaktisch beibringen kann?

von janole28, 06.10.20.

  1. janole28

    janole28 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.10.20   #1
    Hallo liebes Forum,

    ich spiele seit einigen Jahren Klarinette, habe allerdings nur ein gutes halbes Jahr Unterricht gehabt, habe mir also die meisten Dinge, wie die Zwerchfellatmung, Stütze etc. versucht selber beizubringen. Ich muss sagen, ich bin mittlerweile sowieso eher Anti-Lehrer-Mensch. Habe mir Gitarre und E-Bass auch im Selbststudium beigebracht.
    Ich fühle mich einfach viel freier im Üben und im Lernen. Abgesehen davon denke ich dass man sich heutzutage einfach die meisten Grundlagen auch im Internet anlernen kann. So finde ich z.B. zig Übungen zum Thema Zwerchfellatmung und Luftführung. Mehr als einem das zu erklären, kann ein Lehrer auch nicht. Der erklärt einem dieselben Übungen die ich auch im Internet finde.
    Dass man mit autodidaktischem Lernen an seine Grenzen kommt ist klar. Klarinette studieren nach autodidaktischem Lernen ist quasi nicht möglich aber das möchte ich auch gar nicht.

    Nun möchte ich von euch wissen, warum so viele Menschen bei Blasinstrumenten pro Lehrer sind.

    Es grüßt herzlich,
    janole28
     
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  2. Kokopelli

    Kokopelli Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.10.20   #2
    Ein Quidam sagt: »Ich bin von keiner Schule!
    Kein Meister lebt, mit dem ich buhle;
    Auch bin ich weit davon entfernt,
    Daß ich von Toten was gelernt.«

    Das heißt, wenn ich ihn recht verstand:
    Ich bin ein Narr auf eigne Hand.



    [Johann Wolfgang von Goethe: Poetische Werke]
     
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  3. Hauself Zwo

    Hauself Zwo Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.10.20   #3
    ... und (der Lehrer) korrigiert, wenn man's nicht richtig (oder ungünstig) macht, sofort, am lebenden Objekt sozusagen. Das kann das Internet nicht.

    Also, ich war ganz froh, dass ich fürs Saxofon einen Lehrer hatte... Ich gebe aber zu: Ich bin kein YT-Typ, der sich Videos zum Lernen reinziehen mag. Mal was Spezielles nachschauen ja, aber ein Instrument damit lernen? Nicht mein Ding...
     
  4. Be-3

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    Erstellt: 07.10.20   #4
    Die Aufgabe eines Lehrers beschränkt sich auch nicht aufs Erklären, sondern vor allem aufs Beobachten und Erkennen von Fehlern.
    Als Lernender ist man mit so vielen Dingen beschäftigt, dass man manches überhaupt nicht mitbekommt und gerade bei Blasinstrumenten eignet man sich schnell eine falsche/ungünstige Technik an, die man sich später nur mit viel Mühe wieder abtrainieren kann.

    Zum Selbststudium sind nicht viele geeignet - es bedarf der Fähigkeit, sich selbst beurteilen und beobachten zu können.
    Das will ich Dir nicht absprechen, aber zumindest für den Einstieg und zum Erwerb gewisser Grundfähigkeiten halte ich einen (guten) Lehrer für durchaus angemessen.

    Ich erfahre es gerade in meinem Bekanntenkreis sowohl von Studenten (Hauptfach Klarinette) oder langjährig erfahrenen Laienspielern (Klarinette/Saxophon), dass manchmal der richtige kleine Hinweis eines erfahrenen und begabten Lehrers zum Durchbruch hilft und Stellen, die nie funktioniert haben, obwohl sie wochenlang konzentriert geübt wurden, plötzlich wie von selbst laufen. Manchmal eine winzige Kleinigkeit, eher mental als physisch...

    Ansonsten: Wenn Deine "Selbstreflexion" funktioniert, ist nichts gegen Autodidaktik zu sagen, aber manchmal steht man sich selber im Weg, das geht auch weit fortgeschrittenen Spielern so!

    Viele Grüße
    Torsten
     
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