Warum Volume-Poti an Masse?

Tomcat
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Hallo zusammen,

ich habe nun schon viele Gitarrenschaltungen modifiziert und aufgebaut und dabei immer den rechten Ausgang des Volumen-Potis an Masse gelegt.
Jetzt frage ich mich aber: warum eigentlich? Ein "normaler" Widerstand hat ja auch nur zwei Anschlüsse.
Meine Theorie: Dadurch, dass der 3. Anschluss an Masse gelegt wird, entsteht in der Endposition (Also auf Null zurückgeregelt) ein Kurzschluss gegen Masse, so dass die Lautstärke tatsächlich Null ist. Andernfalls könnte selbst bei komplett zurück geregeltem Poti trotzdem noch ein Signal durchkommen.
Liege ich damit richtig?
 
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SuizidKorken
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googel mal Spannungsteiler, dann erschließt sich das Prinzip.

Aber ja, so wie du es angeführt hast, ist es richtig.
 
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boisdelac
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So ein Potentiometer ist ja nicht ein einzelner Widerstand sondern eine Reihenschaltung zweier Widerstände, die einen Spannungsteiler bilden. Eingangsseite wären die beiden Endanschlüsse der Reihenschaltung, der Schleifer wäre der Verbindungspunkt beider Widerstände. Ideal gesehen, teilt dieser Spannungsteiler die an den beiden äußeren Anschlüssen des Potentiometer anliegende Ausgangsspannung der Pickups im Verhältnis der jeweiligen Teilwiderstände des Potentiometers. Bei linearen Poties sind diese Teilwiderstände in Mittelstellung gleich groß, die Ausgangsspannung am Schleifer ist deshalb halb so groß wie die Spannung, die von den Pickups kommt. In den jeweiligen Endanschlägen des Poties ist dann entweder die Ausgangsspannung gleich der Eingangsspannung oder Null. Wenn jetzt der Masseanschluss des Poties nicht auf Masse liegen würde, wäre das ganze kein Spannungsteiler mehr, sondern in Verbindung mit dem Eingangswiderstand des Amps eine regelbare Stromquelle, mit der man zwar etwas lauter oder leiser drehen könnte, aber niemals ganz auf Null Regeln könnte. Weiteres .... Internet...Suchbegriffe Spannungsteiler, Ohmsches Gesetz.
 
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Marc Blues
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Liege ich damit richtig?
Auch. Der Trick am Spannungsteiler als Lautstärke-Regler ist das er weitestgehend unabhängig vom Eingangswiderstand ist, und auch vom Ausgangswiderstand.
Ohne den Massebezug würde das einstellen viel komplizierter sein, mit wirklich miesen Regelweg, und komplett anderen Einstellungen bei anderen Pickup oder Splittschaltung.

Hth
 
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boisdelac
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Auch. Der Trick am Spannungsteiler als Lautstärke-Regler ist das er weitestgehend unabhängig vom Eingangswiderstand ist, und auch vom Ausgangswiderstand.
Ohne den Massebezug würde das einstellen viel komplizierter sein, mit wirklich miesen Regelweg, und komplett anderen Einstellungen bei anderen Pickup oder Splittschaltung.

Hth
Bezüglich des Tricks .... Das ist so nur dann richtig, wenn der Gesamtwiderstand des Spannungsteiler sehr viel größer als der Innenwiderstand der Pickups und sehr viel kleiner als der Eingangswiderstand des Amps ist.

Bezüglich des Massebezugs und Regelweg ... Das ist auch nur dann richtig, wenn der Innenwiderstand der Gitarre (Pickups parallel Potentiometer) sehr viel kleiner als der Eingangswiderstand des Amps ist, und da kommt es nur ganz wenig auf die Art des Pickups an.
 
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Monsieur Hulot
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Meine Theorie: Dadurch, dass der 3. Anschluss an Masse gelegt wird, entsteht in der Endposition (Also auf Null zurückgeregelt) ein Kurzschluss gegen Masse, so dass die Lautstärke tatsächlich Null ist. Andernfalls könnte selbst bei komplett zurück geregeltem Poti trotzdem noch ein Signal durchkommen.
Liege ich damit richtig?
Wie du es meinst (Kurzschluss), ist das sicher richtig, ich würde es aber lieber so beschreiben, dass der Eingang der dem Poti folgenden Stufe über das zugedrehte Poti auf deren Bezugspotential gelegt wird.
Die darauffolgende Stufe sieht dadurch keine Potentialdifferenz zwischen auf "Null" gelegtem Eingang und ihrem Bezugspotential und verstärkt dann auch auch nix. Öffnet sich der Spannungsteiler, wird von dieser Stufe eine Potentialdifferenz gesehen, die dann auch verstärkt wird. Die Quelle selbst (hier der Pickup) sieht keinen Kurzschluss, sondern geht über den Gesamtwiderstand des zugedrehten Potis auf Masse.

Es gibt ja noch die seltene und eher unübliche Schaltung mit herumgedrehten Anschlüssen. Auch hier gibt es ein gemeinsames Bezugspotential. In diesem Fall wird aber in der Tat der Pickup kurzgeschlossen. Und der Eingang der darauffolgenden Stufe wird über den Gesamtwiderstand des Potis auf Masse gezogen, hängt durch diesen Widerstand zwischen Eingang und Masse aber mehr "in der Luft" als bei dem üblichen richtigen Spannungsteiler.
 
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Vielen Dank für eure Erklärungen!!
 

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