Verkabelung Strat: Einbauch EMG SPC - Brauche Technische Info

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Hallo zusammen,
ich verzweifel grade am Einbau eins EMG SPC (Mittenbooster). Leider hat mich die SuFu, die EMG-Seite und diverse Google-Suchen absolut keinen Schritt weitergebracht.
Die beiliegende Anleitung bringt mich auch nicht weiter. Oder bin ich zu doof zum lesen?

Meine Strat ist momentan so verdrahtet:
http://www.seymourduncan.com/support/wiring-diagrams/schematics.php?schematic=3s_1v_1t_5w

Ich möchte den Booster unabhängig vom Volume und Tone für alle PU´s nutzen.
Die grundlegende Funktion eines Potis hab ich so verstanden, dass der mittlere Anschluss das Signal aufnimmt und über die beiden äusseren Anschlüsse, nach Widerstand, wieder ausgibt.
Welcher äussere Anschluss verwendet wird beeinflusst nur die Drehrichtung (auf/zu) des Potis. Ich hoffe soweit bin ich richtig.

Warum ist aber bei obiger Schaltung das heisse Kabel direkt mit dem Mastervolume respektive der Volumeregelung des 5-Wegeschalters verbunden.
Da müsste doch irgendwo der Ton rein und danach wieder rausgehen. Stattdessen hängt der Tone-Poti parallel(?) zum Volume. Wie funktioniert das? Wird das Tonsignal denn über die Masse transportiert?

Am EMG-Poti (mit Steckverbindungen) gibt es einen Ein- und einen Ausgang. Welches Kabel von welchem Anschluss muss denn nun in den EMG und wohin danach vom Ausgang?
Ich schnalls nicht.
Und was macht der Widerstand am mittleren Anschluss vom Tone-Poti? Der ist doch danach mit der Masse verlötet. Hat er so überhaupt einen Effekt?

Danke schonmal für eure Hilfe. Ich hoff was ich geschrieben hab ist nicht zu kryptisch und der ein oder andere Elektronikprofi versteht mich.
lg
 
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Achtung, die folgenden Erklärungen sind elektrisch bestimmt nicht total richtig, sie dienen nur der Veranschaulichung in einer Art und Weise, die es mir inzwischen auch als einem Elektro-Laien ermöglicht, das hinzubekommen, was ich mit der Gitarre machen will - jedenfalls meistens...:D Habt also Gnade mit mir, ihr Techniker.

Die grundlegende Funktion eines Potis hab ich so verstanden, dass der mittlere Anschluss das Signal aufnimmt und über die beiden äusseren Anschlüsse, nach Widerstand, wieder ausgibt.
Welcher äussere Anschluss verwendet wird beeinflusst nur die Drehrichtung (auf/zu) des Potis. Ich hoffe soweit bin ich richtig.

Da fängts schon an: Tatsächlich kommt das Signal bei dieser Verkabelung vom Schalter am äußeren Anschluss des Vol-Potis an, wird dort variabel gedämpft und kommt in der Mitte raus. Das ist jetzt auch nur sehr vereinfachend gesagt, denn hier haben wirs mit Wechselstrom zu tun, und nicht mit Wasser, das nur in einer Richtung eine Leitung entlang rinnt.

Warum ist aber bei obiger Schaltung das heisse Kabel direkt mit dem Mastervolume respektive der Volumeregelung des 5-Wegeschalters verbunden.
Da müsste doch irgendwo der Ton rein und danach wieder rausgehen. Stattdessen hängt der Tone-Poti parallel(?) zum Volume. Wie funktioniert das? Wird das Tonsignal denn über die Masse transportiert?

Es ist schon richtig, dass das Tonpoti praktisch parallel zum Volumepoti geschaltet ist. In so einem Regelwerk läuft halt nicht einfach alles hintereinander ab. Bei dieser Schaltung ist es vielmehr so, dass hier ein Teil des Signals über einen Kondensator an Masse geleitet, also quasi abgezweigt wird. Der Kondensator sperrt dabei tiefere Frequenzen, sodass nur die Höhen an Masse abfließen. Die dumpfen Tiefen bleiben übrig. Wenn jetzt das Tonpoti weiter aufgedreht ist, hängt dessen Widerstand vor dem Kondensator, der Strom respektive der Höhenanteil hats also schwerer, an Masse zu kommen und bleibt teilweise erhalten. Logisch: Würdest Du den Eingang des VolPotis einfach an Masse legen, würde der Saft viel "lieber" dahin abfließen als sich den Weg über das Volumepoti zu suchen - das Signal wäre komplett weg und käme nicht an der Klinkenbuchse an.

Jetzt mit Poti (=regelbarer Widerstand) und Kondensator: Voll aufgedreht hängen zwischen Volumepoti und Masse 250 KOhm Widerstand - eine ganze Menge, sodass der Ton eben doch lieber zur Klinkenbuchse wandert - und zusätzlich ein Kondensator, der es den tiefen Frequenzen nochmal extra schwer macht. Klar ist aber auch, das selbst 250.000 Ohm nicht unendlich viel sind und immer noch ein bisschen was durch kommt; deshalb ändert jedes Poti auch etwas den Klang. Macht auch alles nix, wir kennens ja nicht anders und die PUs sind auch darauf abgestimmt. Tatsächlich sind diese Wechselwirkungen bei Wechselstrom noch viel komplizierter, das muss man aber für unsere Zwecke nicht verstehen. Was Du wissen musst, ist also, dass die Schaltung schon ihre Richtigkeit hat, wie sie Duncan gezeichnet hat.

Am EMG-Poti (mit Steckverbindungen) gibt es einen Ein- und einen Ausgang. Welches Kabel von welchem Anschluss muss denn nun in den EMG und wohin danach vom Ausgang?
Ich schnalls nicht.

Das hier dürfte jetzt des Pudels Kern sein. Das mit dem einen Ein- und einem Ausgang kann nämlich nicht alles sein. Die neuen SPC-Potis haben ja unten die Steckverbindung mit 5 Anschlüssen. Diese neuen Steckverbindungen sind allerdings erstmal nur für EMGs gedacht. Deshalb musst Du eines davon an einer Seite abisolieren. Ein roter Stecker mit einzelnem Kabel sollte erstmal dabei sein, der "Voltage" mit dem Batterieclip verbindet. Das andere Ende steckst Du in den "Battery Bus", das ist das rote Kunststoffding, das mit dem Pluspol des Batterieclips verbunden ist. Der andere Kabelschuh des Batterieclips (schwarzes Kabel) gehört wiederum an die spezielle EMG-Klinkenbuchse, die mitgeliefert sein sollte, und zwar an den Anschluss des Federkontakts für den Ring, also den in mittlerer Höhe.

Jetzt hast Du zwei weitere Kabel mit zwei Adern und Doppelstecker, davon brauchst Du nur eines. Das muss an zwei der restlichen vier Anschlüsse gesteckt werden, und zwar so, dass die schwarze Ader an "Ground" (ist am Stecker nochmal mit einem Dreieck gekennzeichnet) liegt und die weiße Ader an "Input", ist ja alles beschriftet.

Dann ist noch ein Kabel dabei, das am einen Ende genauso aussieht, aber am anderen Ende in zwei Adern mit jeweils einem Kabelschuh aufgetrennt ist.

ACHTUNG: die beiden SPC-seitigen Anschlüsse haben umgekehrte Polung, das heißt schwarze und weiße Ader müssen bei den beiden Steckern jeweils spiegelverkehrt in den SPC-Anschluss eingesteckt werden. Die Adern dieser Kabel sind dann zusammengeführt und teilen sich am anderen Ende wiederum auf in schwarz und weiß und einen weiteren Stecker bzw. besagte Kabelschuhe. Der Doppelstecker muss jetzt weg, und dann muss das schwarze Kabel dieses Steckers an Masse gelegt werden. Das Kabel, das vom mittleren Anschluss des Volumepotis bisher direkt an die Klinkenbuchse geführt hat, musst Du dort ablöten und mit der weißen Ader verbinden, die zum "Input" des SPC führt.

Das vom "Output"-Stecker des SPC kommende Kabel musst Du nicht verändern. Dessen Kabelschuhe sollten an die neue EMG-Klinkenbuchse kommen, und zwar von der schwarzen Ader an den Anschluss der Buchse, der mit dem inneren Ring verbunden ist, und von der weißen Ader an den Anschluss, der mit dem Federkontakt für die Steckerspitze verbunden ist.

Und was macht der Widerstand am mittleren Anschluss vom Tone-Poti? Der ist doch danach mit der Masse verlötet. Hat er so überhaupt einen Effekt?

Der macht da gar nix, weil er kein Widerstand ist, sondern ein Kondensator, s.o.. Der Widerstand ist das Poti bzw. dessen Kohlebahn. Je größer der Wert des Kondensators ist, desto dumpfer wirds übrigens beim Zudrehen des Tonpotis, weil ein größerer Kondensator (engl. capacitor, kurz "Cap") auch tiefere Frequenzen zur Masse durchlässt. Ein kleiner Cap lässt nur die obersten Spitzen an Masse. Ich mag das in manchen Gitarren ganz gerne, dann wirds beim Zurückdrehen nicht so dumpf, und es bleibt ein ganz interessanter anderer Charakter übrig, der am Ende des Regelwegs fast schon Wah-mäßig quäken kann.

Gruß, bagotrix
 
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:) fett mercy für die ausführliche Antwort. Werd gleich mal durchstarten und das probieren. Ich meld mich sobald ich fertig bin, obs funktioniert.
lg
matthias

Edit:

WOOHOOO!!!
Voller Erfolg. Der Effekt übertrifft sämtliche Erwartungen. Monstersustain, Sound ist brutal fett wenn man das Teil ganz aufdreht. Wow. Muss spielen :D
Danke nochmal für die Anleitung.

Kleiner Wermutstropfen. Ohne Batterie, gar kein Output. Muss mir wohl noch nen Bypass basteln.
Schönen Sonntag :)
*freu*
 
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