Was bestimmt die "Bespielbarkeit" bzw. "Saitengefühl" einer ST-Gitarre ?

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Hi Leute,

ich versuche mich möglichst kurz zu fassen:

Ich habe vor einigen Monaten eine Partscaster zusammengebaut. Relevante Teile bzw. Zusammensetzung:

Floyd Rose ohne Feinstimmer
keine Saitenniederhalter
Tusq Sattel
9,5" Radius
6115 Bünde (Quasi Jumbo, aber spitzer zulaufend, wie eine Pyramide)
Schaller Klemmmechaniken

Die Gitarre hat soweit gut funktioniert, sie war in dieser Konfiguration tatsächlich die am besten bzw. am leichtesten zu bespielbare Strat. bendings, vibratos, absolut erste Sahne, so einfach! Allerdings hat sie sich noch relativ viel verstimmt und der Sustain war irgendwie auffällig schwach, mir war irgendwie klar das ich einfach etwas Pech hatte mit diesem Hals soundtechnisch.

Ich habe mich dazu entschieden einen ähnlichen Hals von Warmoth zu bestellen.

Der neue Hals hat:

LSR Rollensattel
10" Radius
6100 Bünde

Tatsächlich hat sich meine Vermutung bestätigt und der neue Hals "schwingt" viel, viel besser, hat mehr Sustain, der Rollensattel ist sehr stimmstabil.

Allerdings habe ich nun ein anderes Problem, ich bin bisher nicht dahinter gekommen woran es liegen könnte. Die Gitarre bzw. dieser Hals lässt sich ungemein schwieriger bespielen. Ich möchte erstmal das Problem so genau es geht versuchen zu beschreiben.

Die Gitarre fühlt sich an als wäre die Saitenspannung nun ungemein höher. Ich meine das nur gefühlsmäßig. Es ist natürlich absoluter Quatsch das sich was am Saitenzug geändert haben könnte.
Bendings gehen schwer und tuen weh, vibratos sind nur noch mit viel Mühe möglich.

An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen das die Bünde nicht abgerichtet wurden bisher.
Der LSR Rollensatttel ist zurzeit mit allen vorhandenen "Unterlegblättchen" installiert, da es sonst schnarrt ohne Ende. Stört mich nicht so sehr, da ich grundlegend eine höhere Saitenlage bevorzuge und ich den Hals generell eher konkav einstelle.
Ich habe die Griffbrettkanten bereits abgerunden und habe die Bünde poliert (Bünde sind aus Edelstahl).

Ich habe aufjedenfall schonmal gemerkt das es ein Fehler war von den 6115 Bünden auf 6100 zu gehen. Ich finde die 6100 definitiv doch zu groß, habe gedacht ich würde sie mögen...

Was sind eure Gedanken, woran könnte es liegen das ich so Probleme mit der Bespielbarkeit habe?

Ich habe schon in englischsprachigen Foren gefragt und grundlegen war die Antwort das ich die Bünde abrichten lassen soll.

Ich möchte aber nochmal im Forum meiner Heimatsprache nachfragen :)

Kleine Zusatzfrage:

Denkt ihr das ein gute Werkstatt die Bünde so bearbeiten kann das sie die Form der 6115 bekommen? Genug Material wäre ja da denke ich...

Grüße
 
Eigenschaft
 
Allerdings hat sie sich noch relativ viel verstimmt und der Sustain war irgendwie auffällig schwach, mir war irgendwie klar das ich einfach etwas Pech hatte mit diesem Hals soundtechnisch.

Ich könnte mir vorstellen das dies eher mit dem Floyd Rose, im Bezug aufs Sustain und
mit den fehlenden Feinstimmern im Bezug auf die Stimmstabilität eines FR,zu tun hat.
 
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Das ein Floyd Rose nicht so viel Sustain hat wie ein klassisches Tremolo oder Hardtail kann ich aus erster Hand mal stark, mal weniger stark bestätigen.

Es hat sich allerdings bestätigt das es nicht am Floyd Rose liegt, da ja wie bereits erwähnt beide Probleme verschwunden sind mit dem neuen Hals. Feinstimmer brauche ich nicht, da ich das Floyd Rose ja nicht abklemme.

Ich habe das Floyd Rose primär wegen seines "leichtgängigen Schwebeverhaltens" installiert, weniger wegen der Stimmstabilität. Ich denke man könnte mit einem "klassischeren" 2 Punkte Tremolo genauso gute Stimmstabilitsergebnisse erzielen.
 
Das
Denkt ihr das ein gute Werkstatt die Bünde so bearbeiten kann das sie die Form der 6115 bekommen? Genug Material wäre ja da denke ich.

Ich denke dass eine professionell arbeitende Werkstatt dir ein vernünftiges Setup verpassen kann. Dies und die detaillierte Auseinandersetzung mit den Bedingungen und physikalischen Wirkweisen der Teile einer E Gitarre werden dich hier mehr weiterbringen als das händische umformen Bünde der Bünde
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
Probleme verschwunden sind mit dem neuen Hals.
Sicherlich hat der Hals, das Material, auch was mit dem Sustain zu tun.

Viel Erfolg
 
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Hi,

wenn du eine Saite runterdrückst in den Bundzwischenraum, oder sie gar gegriffen ziehst dann erhöhst du den Saitenzug auf der Gitarre und übst auf deren Gesamtkonstruktion (hauptsächlich den Hals) ein Spannungsplus aus. Gegenreaktion: die Gitarre (hauptsächlich wieder der Hals) wölbt sich dagegen und die Saite wird gedehnt- Kraft-Gegenkraft. Hast du nun einen starren Hals dehnst du mehr die Saite, hast du einen weicheren Hals verbiegst du mehr den Hals. So lässt sich erklären, warum Gitarren mit starren Hälsen (und Gesamtkonstruktion) sich so anfühlen, als ob weniger Spannung auf den Saiten wäre-weil du viel weniger den Hals verbiegst beim Greifen als bei starreren Hälsen (und Gesamtkonstruktion).
Stell dir n Fahrrad vor und du fährst den Berg damit hoch. Mit nem labbrigen Rahmen verpufft die Hälfte deiner Kraft damit den Rahmen zu verbiegen...mit nem starren Rahmen geht mehr Kraft auf die Straße...so ähnlich ist das mit dem Hals und dem Griffgefühl. Bei Westerngitarren ist dieser Effekt übrigens noch höher wegen höherem Saitenzug und hohlem Korpus-ne Ibanez AEG mit schlabber-Dünnhals ist mit 011er Saiten und flacher Saitenlage meist viel schwerer zu greifen als ne Lakewood mit 012ern und der recht hohen Werks-Saitenlage-die läuft dagegen wie Butter!

Dieser Effekt erhöht sich zusätzlich noch wenn du eine eher stärkere konkave Wölbung des Halses bevorzugst, da der Hals nun noch mehr wie ein Bogen gegen die Spannung der Saiten agiert.

Versuche mal den Hals via Spannstab nahezu gerade einzustellen und geh zur Not mit der Saitenlage noch n kleines Stück hoch-das stabilisiert oft ganz ordentlich und man hat nachher ein weicheres Griffgefühl.
Auch klanglich gibt eine solche Einstellung noch ne Schippe Knackigkeit zu-warum ist logisch wenn man das Prinzip erkannt hat.
Das ist übrigens auch der Grund warum viele richtig gute Strat/Tele (mit guten Hälsen die fast gerade eingestellt sind) mit hohen Saitenlagen butterweich laufen...

Gruß,
Bernie
 
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@OldRocker

Wow, ich habe das gerade mal ausprobiert. Ich habe den Hals mal etwas gespannt, habe die Gitarre ein bisschen ruhen lassen und hab sie dann mal gespielt. Der Unterschied ist sehr deutlich! Bendings, Vibratos, fast genauso wie ich sie in Erinnerung mit dem anderen Hals habe!

Die hohen Saiten funktionieren jetzt offen nicht mehr, ich denke ich brauche definitiv ein Setup, Bünde abrichten usw. Die 6100er Bünde sind zu hoch bzw. der Lsr Rollensattel ist nicht hoch genug, trotz aller verwendeten Unterlegscheiben.

Aber das ist definitiv der Weg zur Bespielbarkeit wie ich sie liebe!
 

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