Was ist ein gutes Timing?

von saschaa, 03.01.17.

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  1. saschaa

    saschaa Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 03.01.17   #1
    Hallo,

    Was ist euer Mn. ein gutes Timing? Muss es wirklich so perfekt sein, so dass man keine Klicks des Metronoms hören darf? Bei mir ist es so, dass ich leicht vor den Klicks spiele: Das Timing an sich ist bei mir aber stabil und gleichmäßig.
     
  2. Waljakov

    Waljakov Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.01.17   #2
    Kommt ihmo auf die Töne an.
    An sich klingt es lebendiger, wenn »Übergangstöne« nicht immer perfekt auf den Punkt sind, aber Töne, die eine Phrase beenden (meist der Grundton), sollten dann möglichst perfekt auf den Punkt sein.
     
  3. Zap-O!

    Zap-O! Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.01.17   #3
    Hallo @saschaa,

    gutes Timing ist es immer dann, wenn sich dieses gute Gefühl beim Anhören / Spielen einstellt, bei dem man einfach mit dem Fuß mitwippten und den Körper bewegen will. Das ist es, wenn Leute sagen: "Das groovt richtig geil."

    Dabei kommt es auf die Musik, den Stil, die Band(mitglieder) und das Gefühl, welches man vermitteln will, an. Manche Musik ist gern ein wenig vor dem Beat, andere lieber laid back und "abgehangen". Man sagt dann gerne, "wenn diese Leute spielen, stimmt die Chemie."

    Es kann auch sein, dass man es bisher noch nie geschafft hast, dieses Gefühl zu erzeugen. Daran kann man arbeiten. Dazu muss man sich aufnehmen beim Spielen. Und danach genau hinhören. Wenn es da ist, merkt und spürt man es. Und dann weiß man auch, wohin man will.

    Es gibt da unzählige Übungen. Denn es geht nicht nur darum, genau auf den Klick bei 1-2-3-4 zu spielen. Es ist genauso wichtig, mit dem Metronom nur auf 1 und 3 spielen zu können, auf 2 und 4 (Backbeat), auf den Und-Zeiten (Offbeat), auf der dritten Triolenachtel, vierten Sechzehntel, Metronom nur auf der 3 des Taktes, etc, pp. Probier das mal aus! Du wirst sehen, wie unterschiedlich sich das anfühlen kann. Und dabei merkt man sehr schnell, wo es hapert. Aber das ist ein eigenes Thema.

    Liebe Grüße,
    Zap-O!
     
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  4. DerZauberer

    DerZauberer Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.01.17   #4
    Meine Faustregel ist ja immer, dass man erstmal halbwegs sauber IM Takt bzw AUF dem Beat spielen können sollte (und dies dann auch alleine oder in der Band durchhält), bevor man sich an andere Dinge wagt.

    Sehr viele extrem "tighte" Bands sind eben nicht mehr als genau das - "tight" auf dem Beat, wie eine Maschine. Viele "groovige" Nummern "grooven" genau deswegen, auch und gerade im Pop-Bereich, Rock, und eben auch Soul&Funk und Blues. Ich erlebe jedenfalls sehr viele Bands, die eben nicht diese gemeinsame Basis haben - jeder ist so in etwa dabei, aber eben nicht gemeinsam und auf den Punkt.

    Als "richtiger" Musiker sollte man auf, vor und hinter dem Beat spielen können, je nach Situation und Song und was so gefragt ist, das ist aber nicht einfach und brauch viel Zeit und Erfahrung. Ich bleib' aber dabei - im Zweifel erstmal stupide am/im Takt bleiben und das perfektionieren, das ist besser als dann irgendwie rum-eiern.

    Auch nicht zu verachten sind Shuffle-Rhythmen (wie definiert man den zweiten Ton auf der dritten Triole, bzw. wie ist der Abstand zwischen Ton 1 und 2 je Schlag). Und im Band-Kontext kann vieles machen, wenn's denn in Summe passt....
     
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  5. stoffl.s

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    Erstellt: 03.01.17   #5
    Nur zum Teil, denn es ist wie @DerZauberer sagt: wichtig ist es als Band "tight" zu sein. Und das bedeutet genaues Spiel auf den Punkt. Ob der Rhythmus jetzt auf den Beat genau ist oder Off-Beat oder leicht verschoben - das ist letztlich egal.
    :great: Absolute Zustimmung.

    Darum gehören Übungen mit dem Metronom zu den schwierigen Übungen, weil viele hier erstmals lernen auf den Beat zu hören, sich nicht nur auf das eigene Spiel, sondern auf das Zusammenspiel zu konzentrieren. Ich geb zu: ich tu mir auch leichter in der Band als mit dem Metronom. Da ich vom Bass komme, hab ich mir angewöhnt auf das Schlagzeug zu achten. Jetzt an der Gitarre achte ich auf beide - Bass und Schlagzeug und hoffe, dass sie zusammen schon mal eine solide "tighte" Basis legen.
     
  6. DandyKong

    DandyKong Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.01.17   #6
    Hallo,

    wie schon vor mir geschrieben wurde : Erst das Spielen zum Klick lernen.
    Das Erlernen der Rhythmuspyramide ist ein wichtiger Baustein für solide Timing - Kenntnisse .
    Ich übe die Pyra mit dem üblichen 4-2-1-2-4 Muster 3x mit unterschiedlichen BPMs. Es gibt Tage, da erhöhe und reduziere ich nur um 5, an anderen mit 20 . Gutes Timing haben oder entwickeln kann zu einer Mission werden.

    Ob die Orientierung an ein Metronom gebunden ist oder für ( in einer Band eingebunden) eine Ausrichtung an Bass/Schlagzeug, wird von mehreren Faktoren beeinflusst. Für einen reinen Sologitarristen ist es keine schlechte Erfahrung auch abseits des Metronoms mit anderen Musikinstrumenten funktionierende Takte zu entwickeln und für einen Bandgitarristen ist die Beherrschung von Rhythmus vorteilhafter und führt zu einer aktiveren Teilnahme am Bandgeschehen.

    Also, was ist nun gutes Timing ? Ok., wenn man ein Publikum gefangen hat, die Chemie stimmt und das Publikum mitgroovt. Einfangen und Freilassen - das Fesseln schnürt ein und das Raumgeben führt zu Distanz. Ob man nun vor, mit oder nach den Klicks spielt entscheidet wie sich die Dynamik entwickeln wird. Schub, Bremsung oder Stillstand - was will der Song vermitteln ?

    Andersrum gefragt, was ist schlechtes Timing? Wenn der Einsatz 3 Takte zu spät erfolgt. Das ist jetzt sicherlich übertrieben, denn ein Lied wird so zerrissen, aber hilft vielleicht zu erkennen, dass das Timing den Gitarristen kennzeichnet. Ein schlechter Gitarrist hat ein schlechtes Timing und guter Gitarrist hat ein gutes Timing.

    Ich wollte gerade auf Antwort erstellen klicken, da viel mir auf, dass das Thema schon einmal behandelt wurde. Vielleicht wurde es übersehen oder auch nicht, egal. Dort wurde der Puls genauer diskutiert. https://www.musiker-board.de/threads/was-ist-gutes-timing.567808/

    Rubato, agogisch - die freie Handhabung des Zeitmaßes kann zum richtigen Zeitpunkt auch ein Indiz für gutes Timing sein. Das man Timing sehen kann ist eine moderne Möglichkeit.
    :cool:
     
  7. Dr Dulle

    Dr Dulle Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.01.17   #7
    Yep zuerst gerade Rhythmen sauber spielen können und dann hohe Schule der Shuffle Grooves.
    Versuche zu verstehen/nachzuvollziehen wie gute Drummer spielen bzw fühlen => höre dir die besten Drummer an !!
    z.B. John Bonham, Jeff Pocaro, Bernard Purdie, Steve Gadd, Steve Jordan, Jim Keltner usw .........
    ;)
     
  8. relact

    relact Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 04.01.17   #8
    Ein gutes Timing beinhaltet zwei Dinge: die Time halten können, auch über längere Passagen, und den Notenwerten entsprechend am Punkt spielen können. Dass das in der Vergrößerung des Signals nicht völlig deckungsgleich mit dem Klick sein muss, ist noch zu erwähnen, da es sonst statisch klingt und nicht “organisch“.

    Ein guter Groove benötigt gutes Timing, ist aber gänzlich was anderes. Groove ist eine interessante rhythmische Phrasierung, die einen zum Mitwippen verleitet. Beim Groove ist wesentlich, dass die Instrumente rhythmisch aufeinander abgestimmt sind.
     
  9. saschaa

    saschaa Threadersteller Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 05.01.17   #9
    Ok alles klar. Was versteht man eigentlich unter Laid Back zu spielen?
     
  10. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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  11. Silenzer

    Silenzer Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.01.17   #11
    Ich würde auch timing und groove trennen.

    Für mich ist gutes Timing die Anschläge so zu treffen wie es die Noten verlangen. Dabei muss dann auch die Notenlänge stimmen. Wenn mein Spiel auf 4 und los gehen soll und ich auf 4 einsteige ist es schlechtes timing in meinen Augen. Über ein Lied hinweg wird man nicht immer 100% perfekt treffen, was ja auch ok ist. Sonst könnte auch der PC für einen stur nach Plan spielen. Trozdem sollte man doch bemüht sein, dass es passt. Wobei dann egal ist auf welchen Schlag die einsetze sind und welche Tonlängen man hat, da am Ende alles was im Lied vorkommt passen sollte. Improvisieren ist natürlich live ne ziemlich coole Sache, da kann man dann schonmal vom bestehenden Schema komplett weg gehen, aber der Grundbeat bleibt trozdem erhalten. Beispielweise klingen 5tolen auch sehr komisch vom Gefühl, aber letztendlich passen sie auch wieder in einen 4/4 Takt, der möglicherweise als Grundbeat des Lieds gilt.

    Groove ist für mich eher ein Gefühl was entsteht durch die Ryhtmik und Spielweise. Dabei muss das Timing auch passen, aber dadurch grooved nicht alles. Kommt auf den Musikstil und die Art wie das Riffgeschrieben ist an. Für mich muss auch nicht jedes Lied grooven, manche Lieder dürfen auch so verzwackt und verschoben sein, dass man da garnicht wirklich mit wippen kann. Da wird man teils als Hörer so verwirrt durch verschiedene Taktwechsel udn Stilistiken, dass man da nicht gleich mitwippt. Im Gegensatz zu vielen finde ich auch, dass Shredd tatsächlich grooven kann, aber halt ein bischen anders, da man wohl nicht unbedingt auf die 4tel mitwippen will.
     
  12. musiker01

    musiker01 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.01.17   #12
    Tja, Timing?

    Ich spiele seit rund 30 Jahren zu Drummaschinen, Midifiles, Backingtracks etc. Also alles ziemlich "maschinell". Dennoch sagt man mir auch heute noch ein schlechtes Timing nach :igitt: , weil ich nicht immer genau "auf dem Punkt" bin. Aber ist das wirklich schlechtes Timing? Denn ich kann mich selbst perfekt (!) doppeln, d.h. ich bin im Timing. Dieses muss aber nicht genau zu 100% auf dem zugrundeliegenden "Punkt" sein. In ner Band widerum bin ich deutlich mehr "auf den Punkt" da ALLE schwanken und man aufeinander eingehen muss.

    Als DJ wiederum bin ich 100%ig auf den Punkt, ich kann sogar Phrasen ausblenden und mit dem Publikum arbeiten, um dann problemlos genau "auf den Punkt" wieder einzublenden oder n Loop zu starten o.ä., d.h. die ganze Zeit wo keine Musik hörbar ist, läuft mein Timinggefühl zu 100% "richtig" weiter.

    Also was ist "Timing"?
     
  13. x-Riff

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    Erstellt: 06.01.17   #13
    Timing ist die Fähigkeit, zeitlich genau da zu sein, wo man sein will.
     
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  14. relact

    relact Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 06.01.17   #14
    Laid Back ist das Gegenteil von Straight Ahead. Gemeint ist, dass man mit dem Hauptbeat tight in Time ist, aber gewisse Akzentuierungen knapp hinter den Klick setzt, dadurch entsteht ein Verzögerungs-Feeling, als ob man leicht aber konsequent auf der Bremse steht.

    Auf der Rhythmus Gitarre erreicht man das, indem man sich zB das Schlagmuster als Drumbeat vorstellt. Schnelle Akkordschläge laufen wie die High-Hat tight, akzentuierte Snare-Schläge spielt man Laid Back.

    Ausgehend von der Definition von x-Riff würde ich ein Beispiel anführen: problemlos von Shuffle auf Viertel wechseln und das exakt ohne dicke Suppe.

    Ein triviales Beispiel: ein Takt den dritten Triolenschlag mit der Eins, im nächsten den vierten Viertelschlag mit der Eins. Und das immer abwechselnd, also sicher, ohne Eingrooven.

    Ich würde vermuten, dass das 95% der hier Lesenden nicht sauber gebacken kriegen, weil sie kein sicheres Timing haben. :D
     
  15. Christof Berlin

    Christof Berlin Registrierter Benutzer

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  16. micharockz

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    Erstellt: 06.01.17   #16
    :D:great:

    Bezogen auf Bands vertrete ich die These, dass das Gruppentiming nicht besser sein kann als das Timing des Schlagzeugers. Und die damit einhergehende Verantwortung von Schlagzeugern für die Qualität des musikalischen Genusses bzw. das hohe Anforderungsniveau an Drummer wird von vielen, v.a. Laien unterschätzt, weil die ja nur hauen müssen und gar keine Töne spielen:rolleyes:. Das Präzisionsgefälle sollte natürlich nicht allzu groß sein :evil:.

    Auf der andere Seite stellen sich Bandmusiker ja auch auf die gegenseitigen Ungenauigkeiten ein und können teilweise trotzdem grooven.

    Für das eigene Timing aber gibt es, denke ich, nichts besseres, als regelmäßig mit einem hammertighten Schlagzeuger zusammenzuspielen. Erst dann ist z.B. Laid backes Spiel wirklich möglich - der Drummer soll ja schließlich nicht vom Tempo abdriften und immer langsamer werden. Umgekehrt gilt das natürlich auch...
     
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