Was ist Jazz?

  • Ersteller Axel.601
  • Erstellt am
Hallo !
Jazz ist ein Bazillus, der einen unheilbar infizieren kann.
Radio-Charts-Musik kann ich gar nicht mehr hören, das kommt mir alles so unglaublich platt und vorhersehbar vor.... und daran ist zum guten Teil auch der Jazz schuld, obwohl ich gerne auch andere Musikrichtungen von Metal bis Worldmusic höre, ich bin da nicht so festgelegt.
Jedenfalls Sachen, die nicht so radiokompatibel sind.

Als Sängerin mag ich natürlich in erster Linie Jazz mit Gesang ;)
Die Anrührendste ist für mich immer noch Billie Holiday. Die trifft mich mitten ins Herz - immer wieder.

Coltranes "A love supreme" für verregnete, melancholische Sonntage. Oder Chet Baker.

Für die sonnigen Tage Musik von Abdullah Ibrahim. Mike Stern. Miles Davis. Oder ... oder.. oder... es gibt soooo viele wunderbare Musiker.

Ansonsten liebe ich Jazz, wenn er groovt. Man gut darauf tanzen, ebenso wie auf klassischen Swing á la Ellington usw. Und Latin Jazz - da gibt es so viele feine Sachen.

Das einzige, was ich nicht mag, ist Dixieland. Und Free Jazz ist mir zu anstrengend.
schöne Grüße
Bell
 
Jazz ist ein Bazillus, der einen unheilbar infizieren kann.
Radio-Charts-Musik kann ich gar nicht mehr hören, das kommt mir alles so unglaublich platt und vorhersehbar vor.... und daran ist zum guten Teil auch der Jazz schuld, obwohl ich gerne auch andere Musikrichtungen von Metal bis Worldmusic höre, ich bin da nicht so festgelegt.
Jedenfalls Sachen, die nicht so radiokompatibel sind.
Selten eine Passage gelesen, mit der ich dermaßen übereinstimme. :great: Man "gewöhnt" sich irgendwie an komplexere Musik. Eingängige 0815-Turnarounds werden dann so fad wie kalter Kaffee. Also ob man ein und dasselbe Buch hundertmal liest, oder vergleichbares ...
 
Also ob man ein und dasselbe Buch hundertmal liest, oder vergleichbares ...

Ich danke euch allen für eure Beiträge, echt cool, so viele unterschiedliche Anschauungen find ich richtig erstaunlich. Wie stehts denn bei euch so mit Jazz zum Lesen eines guten Buchs. Also ich kann mich da meistens schlecht konzentrieren, wenn Jazz spielt. Oder beziehungsweise was hört ihr noch so für Musik(er) vll. mag der eine auch Farrokh Bulsara oder der andere Metallica. Man sieht ja viel "Leute, die diese Platte kauften, kauften auch" und so... Aber das ist mir zu unpersönlich. Musik endet ja nicht mit dem finden einer Musikrichtung, so nach dem Motto: "jetzt spiel/höre ich Rock, also darf ich nichts anderes hören/spielen". Was hören sich, in sehr vielen Punkten, wie ich finde, gleich denkende Menschen noch so an?
 
Also ob man ein und dasselbe Buch hundertmal liest, oder vergleichbares ...

Hi Jay & all,

so ganz kann ich das nicht nachvollziehen. Ich habe Bücher, die ich in meinem Leben sicherlich schon 20 mal und öfter gelesen habe. Genauso wie ich mich bei Miles Davis' Kind Of Blue immer wieder an seinen Phrasierungen neu delektiere, kann ich mich auch immer wieder an schönen Satzkompositionen in guten Büchern erfreuen.

Aber zum Thema: Ich habe bis vor ca. 10-15 Jahren immer mal wieder Jazz gehört dazu dann natürlich Rock, Blues, Pop - Rock vor allem aus "meiner" Zeit, den 70ern. Mittlerweile ist der Anteil von Rock und Pop sehr stark zurückgegangen. Es gibt bestimmte Alben, die ich immer noch sehr gerne und immer wieder höre, aber zu 90% dürfte es mittlerweile Jazz sein - vllt. eine Alterserscheinung ;) :D

Dabei höre ich fast alle Stilrichtungen des Jazz - in seltenen Fällen auch mal Dixieland oder Free Jazz - aber meine Vorliebe gilt den Bläsern, allen voran der bereits erwähnte Miles Davis aber auch noch viele andere Blech- und Holzbläser. Wobei mein Lieblingsinstrument - trotz Miles - sicherlich das Saxophon ist.

Greetz :)
 
Wie stehts denn bei euch so mit Jazz zum Lesen eines guten Buchs.

Das ist bei mir unmöglich! :rolleyes:
Ich konnte auch nie beim Arbieten, Hausaufgabenmachen oder so Musik hören.

Autofahren und Musik hören, das geht (mittlerweile, hab' den Führerschein erst seit 2005).
Aber Lesen und Musik ist bei mir "mutual exclusive". Selbst ein interessantes Gespräch führen und Musik hören geht nicht. Entweder - Oder.

Grüße
Roland
 
Jazz ist Sound.. er klingt so wie er klingt.. wenn man nciht weiß wie er klingt muss man ihn sich anhören.
Alles andere ist schnurzpiepegal...
 
Bei Jazz und "Multitasking" geht es mir prinzipiell nicht anders als mit anderer Musik: Wenn ich sie kenne - also nicht mehr durch die Musik selbst gebannt werde (bis auf gewisse Stellen, die ich mir dann aber auch gestatten können muss), die Musik mich nicht von etwas ablenkt, was im Moment wesentlicher ist - und wenn ich in dieser Stimmung sein will und es paßt - dann kommt es schon vor bzw. genieße ich es auch.

Dazu gibt es eine nette Anekdote - denn die Idee ist gar nicht so neu und war auch im Jazz schon mal richtig Mode. Das waren so CD-Titel "Jazz for ..." und dann kam sowas wie Tanzen, Entspannen etc. Aus dieser Zeit stammen auch CD-Kompilationen von Miles Davis "cooking with miles Davis" und drei weitere. Ein bekannter Jazz-Musiker (dessen Namen mir leider entfallen ist und den ich hier mal Scott Devenport nennen will) fand das alles ziemlich abgeschmackt und brachte eine CD mit seiner Musik heraus mit dem Titel: "Music to listen to Scott Davenport".

Was das anbetrifft: Ich versüsse mir etliche Verrichtungen wie Aufräumen, Staubwischen, Putzen, Abwaschen, Kochen etc. durch Musik. Die kann ruhig stärker meine Aufmerksamkeit fesseln - bzw. halt auch einfach ein sehr beliebter Wiederholungstäter mit Elan, groove und Melodie sein - wenn ich mich recht erinnere, war meine Wohnung noch nie so schmuck wie zu den Zeiten als ich "Tutu" und "Amandla" gehört habe ...

x-Riff
 
wenn ich mich recht erinnere, war meine Wohnung noch nie so schmuck wie zu den Zeiten als ich "Tutu" und "Amandla" gehört habe ...
gut gesagt:great:"Mit Musik geht manches besser" zwar nicht alles aber vieles.
 
Hi -
mal 2 cents von mir, was Jazz ist:
- wenn ein Kontrabass mitspielt
- wenn ein Saxophon die Hauptrolle spielt
- wenn es nach Jazz klingt
- wenn der Gitarrist sitzt und ne Jazzgitarre spielt
- wenn improvisiert wird
- wenn die Musiker in New York geboren sind und in Paris leben
- wenn alle studiert sind und nach Noten spielen (aber trotzdem ab und zu improvisieren)
- wenn der Drummer mit Besen spielt
- wenn die Sängerin ein elegantes Glitzerkleid anhat und ringförmige Ohrringe mit 15 cm Durchmesser
- wenn 7+, 5- usw.-Akkorde gespielt werden
- wenn Sound vorherrscht und nicht Lautstärke
- wenn jeder reihum mal ein Solo macht
- wenn es swingt oder bopt
- wenn die Trommeln einen klingenden Ton haben, auch die Bassdrum(!)
- wenn das Publikum sitzen muß (oder darf)
- wenn Jazzstandards gespielt werden
- wenn die Sängerin nur in 50% des Titels singt und ansonsten auch andere solieren
- Jazz KANN auch mal ne verzerrte Gitarre haben, meistens aber nicht
- es werden Fender-und Roland-Combos gespielt
- Jazz kann auch gut dezente (und wohlige) Hintergrundmusik sein
- Jazz wird eher von der "reiferen" Jugend gehört oder von Intellektuellen, weniger von "bildungsfernen Schichten"
- "Jazz ist anders" von den Ärzten ist KEIN Jazz
- reine Dominatseptakkorde gibt es im Jazz nicht
- meint man die elegant-showhafte (amerikanische) Spielart, sagt man "Dschääässs"
- meint man die kopfgesteuert-humorlose (deutsche) Spielart, oder auch Dixieland, sagt man "Jatz"
- ähhhhhhhhm ... ist Dixieland jetzt auch Jazz ?????

nur mal soweit,
werde Liste baldmöglichst ergänzen.
(im Übrigen ist das halt meine subjektive Liste, ohne Anspruch auf eine objektive Definition)

Michael Koeppen
 
(im Übrigen ist das halt meine subjektive Liste, ohne Anspruch auf eine objektive Definition)

wäre mir persönlich auch zu eingeschränkt..

(was jetzt keine kritik in dem sinne sein solle, sondern vielleicht eine inspiration sich mit alternativereren Jazz mal auseinander zu setzen.. ) :)
 
Die Frage kommt in regelmäßigen Abständen in diesem Forum.

Wenn ihr mich fragt: Jazz ist das, was Jazzharmonik hat. Der Rest ist Pop.
 
Achja, und die typisch jazzige Impro mit den typisch jazzigen Skalen und der typisch jazzigen Phrasierung gehört auch noch irgendwie dazu.
 
(im Übrigen ist das halt meine subjektive Liste, ohne Anspruch auf eine objektive Definition)
Sind die Einträge als Und- oder Oderverknüpfung zu verstehen? ;) Im ersten Fall würde glaube ich nicht viel übrig bleiben ...
 

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