Was ist Walking Bass und wie konstruiere ich Walking-Basslines?

von skapatty, 28.02.06.

  1. skapatty

    skapatty Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    24.11.05
    Zuletzt hier:
    28.05.11
    Beiträge:
    126
    Zustimmungen:
    0
    Kekse:
    41
    Erstellt: 28.02.06   #1
    Also, irgenwei hab ich das mit dem walking bass nich ganz begriffen, wie das so ist...

    wenn ich einfach nur die akkorde breche und dann noch ne none oder septime dazu spiele in vierteln, hab ich dann ne walking bass line?

    oder wie konstruier ich mir allgemein walking bass lines?
     
  2. bassterix

    bassterix Mod Emeritus Ex-Moderator

    Im Board seit:
    15.12.04
    Zuletzt hier:
    25.07.16
    Beiträge:
    3.583
    Ort:
    Where I lay my head is home
    Zustimmungen:
    23
    Kekse:
    5.680
  3. gaborbass

    gaborbass Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    29.11.04
    Zuletzt hier:
    14.04.12
    Beiträge:
    429
    Zustimmungen:
    0
    Kekse:
    14
    Erstellt: 28.02.06   #3
    Also wenn man von den grundgrundlagen des walkingabsses anfängt, erstmal immer schön die akkordtöne auf und abgehen, (bei c dur, -> c, e, g, e,(in vierteln)) theoretisch ist das schon ein walkingbass . wenn man sich die walkingbässe aus liedern anhört hört man oft irgendwelche chromatischen übergänge .
    weiter möcht ich gar nicht gehen , denn so sehr weit bin ich auch noch nicht.
    Es gibt aber Bücher über Walkingbass -.- und ein lehrer kann dir das auch gut erklären.
    achja nochwas.
    bei sept akkorden und non-akkorden ist es nicht (meistens) notwendig als bassist die sept (bzw none) zu spielen , das machen die anderen bandmitglieder (damit es ein bisschen besser klingt) wenn nämlich alle die sept spielen würde , würde der reiz aus dem akkord genommen werden

    gruß
     
  4. e-R@Z0r

    e-R@Z0r Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    28.07.05
    Zuletzt hier:
    21.07.15
    Beiträge:
    565
    Ort:
    Frankfurt am Main
    Zustimmungen:
    0
    Kekse:
    280
    Erstellt: 01.03.06   #4
    Also als Walking-Bass-Line-Lied fällt mir spontan von dem *Beatles - All my loving* ein.
     
  5. account

    account Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    05.02.05
    Zuletzt hier:
    25.02.15
    Beiträge:
    322
    Ort:
    Graz/Österreich
    Zustimmungen:
    3
    Kekse:
    564
    Erstellt: 01.03.06   #5
    Da muss ich widersprechen. Gerade die "akkordfärbenden" Intervalle sollte man schon in die Linie einbauen, immerhin geben sie dem Akkord erst die Würze. Es steht ja nicht deshalb C7 dort weils eh wurscht ist was man spielt, sondern weils Sinn macht. Ansonsten würde ich es eher umgekehrt sehen, gerade der Bass muss unbedingt den Akkord färben, die anderen (Solo)Instrumente sind frei auch mal die Sept wegzulassen oder andere Akkorde zu spielen. Aber der Bass muss die richtige Basis schaffen, und wenn da C7 steht dann sollte man auch C7 spielen.
    Nimm einen Blues in F und vergleiche folgende Linien:
    f - gr.Terz - Quint - gr.Sext - kl.Septim
    f - gr.Terz - Quint - gr.Sext - Oktav
    Letzteres geht zwar auch, aber erst mit der kleinen Sept kommt das typische Feeling auf.

    Spiel mal Caravan und verwende die kleine None nicht. Oder All Blues ohne Septim. Oder oder oder...
     
  6. Zack ab!

    Zack ab! Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    12.12.04
    Zuletzt hier:
    9.05.15
    Beiträge:
    793
    Zustimmungen:
    1
    Kekse:
    909
    Erstellt: 01.03.06   #6
    Das theoretische Zerlegen der Akkorde ist ja schön und gut, bringt die aber gar nichts, wenn du nicht eh schon über Intervalle Bescheid weißt.

    1. Schritt wäre also, dich mit den Intervallen im Allgemeinen zu beschäftigen.
    (Sollte sowieso jeder Musiker tun...)

    2. Schritt:
    Such dir Jazzstandard raus, die im 4/4 Takt notiert sind, und eine Walkin-Bassline beinhalten.

    Jetzt solltest du Anfangen dir einen ''Wortschatz'' aus Pattern aufzubauen.

    Sieh dir die Akkorde an und versuche von einem Akkord auf den anderen zu walken.
    Wichtig ist hierbei, dass du immer ein Zielnote hast.

    So könnte beispielsweise ein kurze Akkordverbindung aussehen:

    Bb dur / Eb dur / Bd dur/

    Du stellst fest, dass es sich bei dem Bb dur um die erste Stufe handelt, und bei dem Eb Dur um die 4te.

    D.h. du legst dir nun ein Pattern fest, wie du von der ersten auf die 4te Stufe gelangen kannst.

    Am besten ist es, zuerst einmal mit einfach Patterns zu beginnen.
    Z.B. Patterns die erst einmal nur Grundton und Quinte beinhalten.

    So würde dann dein erstes Pattern aussehen:

    Bb f Bb f / eb...

    oder

    Bb f Bb F / eb... (die Quinte wird hier einmal in oktavierter Form nach unten gespielt)

    Dann könnten Pattern folgen, die zu der Quinte und dem Grundton noch einen chromatischen Übergangston hinzu nehmen.

    Z.B.:

    Bb f bb e / eb...

    Es ist hierbei nun egal, ob das e tatsächlich diatonisch ist oder nicht.
    Dieser chromatische Ton wird lediglich zu einem spannenden Moment, nicht aber zu einer Dissonanz führen.

    Also schreib dir erstmal Patterns zu recht, die du dann auswendig lernst.
    Diese kannst du dann für jede Tonart verwenden.

    Dass ist meiner Meinung nach, der einzige Weg um Walking-Basslines ordentlich zu spielen und zu improvisieren.
     
    gefällt mir nicht mehr 2 Person(en) gefällt das
  7. Ryknow

    Ryknow Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    18.01.06
    Zuletzt hier:
    18.08.15
    Beiträge:
    4.640
    Ort:
    Zuhause
    Zustimmungen:
    730
    Kekse:
    10.700
    Erstellt: 01.03.06   #7
    das ist krank....das ist ja soals wenn mich Ärzte mit irgend nem Fachgeschwafel dichtblubben...
    Respekt an die, die das verstehen....ich bin noch zu blöd dafür...
     
  8. Zack ab!

    Zack ab! Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    12.12.04
    Zuletzt hier:
    9.05.15
    Beiträge:
    793
    Zustimmungen:
    1
    Kekse:
    909
    Erstellt: 01.03.06   #8
    Mhjoa, eigentlich war meine Hauptaussage oben, dass er sich Patterns, also Greifmuster, zurechtlegen soll, die er dann auswendig lernt.

    Hört sich anfangs nach sturem Auswendiglernen an, läuft aber nach einer Weile darauf hinaus, dass er in allen erdenklichen Situationen die richtigen Noten parat hat.
     
  9. Heike

    Heike HCA Bass Ex-Moderator HCA

    Im Board seit:
    19.11.03
    Beiträge:
    4.447
    Zustimmungen:
    435
    Kekse:
    14.673
    Erstellt: 02.03.06   #9
    Die Frage kann man allgemein gar nicht beantworten, da z.B. Rock & Roll vs. Jazz ganz andere Linienführungen brauchen. In ersterem kommst Du mit Arpeggien tatsächlich ganz gut hin, und auch mit immer alle Viere sturheil durch. Im Jazz wäre das todlangweilig, schon alleine von der Phrasierung her, und da sollte man doch skalenorientiert und engräumig arbeiten, aber man kommt dabei auch um skalenfremde Töne nicht herum, und überhaupt kann man stufenlos das Ganze bis zum Solo verdichten.

    Eine m.E. immer noch gute Einführung von den Elementen bis ebendahin ist:

    Fischer, John (1967): Anleitung zur Improvisation für Bass. (Edition Schott, 5045) Mainz: B. Schott's Söhne
     
  10. mk1967

    mk1967 Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    11.03.06
    Zuletzt hier:
    6.12.16
    Beiträge:
    669
    Ort:
    Krefeld
    Zustimmungen:
    154
    Kekse:
    6.842
    Erstellt: 15.03.06   #10
    Hallo!

    Falls Deine Anfrage noch aktuell sein sollte - von dem Düsseldorfer Bassisten Reinhard Glöder gibt's eine ziemlich gute Anleitung, wie man solche Linien im Jazzbereich baut. Ich hab sie noch von vor 15 Jahren von einem Workshop in Remscheid, noch richtig maschinengetippt, wenn Dich das interessieren sollte, kann ich die mal suchen.

    Ansonsten würde ich einfach mal bei den Cracks reinhören (für den passenden Eindruck von Ton und Timing) - es gibt sie ja bergeweise, Paul Chambers, Ron Carter, Sam Jones, Oscar Pettiford sind ja nur ein paar Namen, Ray Brown natürlich als der amtliche Walker (z.B. bei Quincy Jones' Big Band-Version von "Killer Joe" auf der 1969er LP "Walking in Space" - :great: eine der besten Walking-Linien, die ich kenne).

    Noch mehr?
    Demonstration von Wechseln zwischen viertelgeprägtem Ostinato und Walking bei Charles Mingus' "Boogie Stop Shuffle" (LP "Mingus-Ah-Um", 1959).
    Wechsel zwischen binärem und Walken bei Antonio Faraò " (gleichnamige CD von 2002 oder so, Bassist Martin Gjakonovski)
    Wechsel zwischen Latin und Walking bei Chick Coreas "Samba Song" auf der 1978er LP "Friends", Bassist Eddie Gomez, der dann auch noch die bekannte Solo-Abfahrt dahintersetzt.
    Grundsätzlich hab ich ganz früher von den Oscar-Peterson-MPS-Platten mit den Hauskonzerten im Trio (mit Ray Brown bzw. Sam Jones) vieles abgucken können. Man kann zu Peterson stehen, wie man will, vom bodenständigen Trio-Handwerk her ist in den Aufnahmen vieles drin.

    Falls Du auf einem E-Baß walken willst, würde ich mal mit Zupfen auf der Höhe des (beim Jazz Bass) Hals-TA experimentieren. Dann entwickelt sich der Ton evtl. kontrabaßähnlicher, als wenn man hinten an der Brücke rummacht. Wenn man über dem Steg-PU oder so zupft, kann es schon mal Richtung Tanzmucker-Walkingbaß gehen, und das muß es dann vielleicht auch nicht unbedingt sein.

    Noch was: Walking bei Bebop und folgenden Stilarten funktioniert anders als bei Swing und älteren Sachen. Ich bin mal aus Langeweile bei einer Oldtime-Session eingestiegen und dachte mir, als "Indiana" angesagt wurde, prima, die Harmoniefolge ähnelt ja der von "Donna Lee". Hab also einfach die Bebop-Baßlinie druntergelegt. Dat kam nich so gut :D ... Swing- und Oldtimebassisten gehen etwas weniger unflätig mit dem Skalenmaterial um und spielen öfter mal Tonwiederholungen.

    Grundsätzlich macht die Walkerei erst so richtig Spaß mit den kleinen Schweinereien zwischendurch, als da wären Triolen, Drops, punktierte Achtel, Abziehen, Deadnotes etc. Dazu steht einiges in dem Jazz-Baß-Kompendium von Sigi Busch. Und Ray Browns "Killer Joe"-Linie ist ein Paradebeispiel für so Zeuch. Auch Ron Carter macht auf der Charlie-Parker-Aebersold-Platte so Sachen, z.B. bei "Yardbird Suite".

    Bei Carter funktioniert Walkin sogar mit Rap: auf "Un ange en danger" mit MC Solaar auf der Sampler-LP "Stolen Moments: Red hot and cool", Mitte der 90er.

    Und bereichern lassen sich Walkinglinien dann von Zeit zu Zeit auch mit Tonwiederholungen oder auch liegengelassenen Fünften Stufen während einer II-V-Kadenz oder eines Turnarounds, z.B. am Ende eines Chorus. Oder die ersten vier Takte eines Blues-Chorus im mittleren Tempo stur den Grundton der Tonika als Viertel durchdreschen, das kann manchmal richtig Druck machen. Noch weiter gehen kann man auf der Aebersold-Version von Herbie Hancocks "Eye of the Hurricane": einen Chorus lang (bei schnellen Blues-Stücken) die fünfte Stufe in wechselnden Oktaven legato drunterlegen, muß natürlich passen zu dem, was der Schlagzeuger macht (in dem Fall auf der Snare) - geht ab wie Schmitz' Katze;) .

    Michael
     
  11. basssnoopy

    basssnoopy Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    20.03.06
    Zuletzt hier:
    5.06.07
    Beiträge:
    46
    Zustimmungen:
    0
    Kekse:
    10
    Erstellt: 21.03.06   #11
    nochma zum "kaudawelsch" und dem:"da bin ich zu blöd zu." von Ryknow. das is alles eine sache des Wissens über Musiktheorie! Ich kanns mir zwar theoretisch vorstellen, geh aber mal davon aus, da ich auch nicht so komplex denke, dass das später so eine eingebürgerte Sache ist, die einem leicht von der Hand fällt, und nur hier so kompliziert aussieht! Mach dir da mal keine Sorgen, allein aus dem grundwissen, das man aus der schule mitbekommt(was nicht viel ist) kann man sich da schon genug drunter vorstellen unter INTERVALLEN.... Naja mach dir mal keine Sorgen das verstehst du schon noch :p:p:p
     
  12. Markus Gore

    Markus Gore Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    21.08.06
    Zuletzt hier:
    29.10.15
    Beiträge:
    474
    Ort:
    Düsseldorf, Germany
    Zustimmungen:
    0
    Kekse:
    405
    Erstellt: 26.10.13   #12
    Ich hab mir sein Buch vor 2 Wochen gekauft. Bei ihm persönlich. Sehr ulkiger Typ, ulkiges Buch.
    Er überspringt eigentlich alles an Theorie und Übungen und "trickst" nur.

    Im Prinzip geht alles über Grundtöne und Leittöne. Ein Beispiel.

    (Akkordfolge)
    | A- D7 | Ab- Db- | C- F7 | Bb Eb |

    Darüber kann beispielsweise folgendes gespielt werden
    (Töne auf dem Bass)
    | A C# D A | Ab C Db Ab | C F# F A | Bb D Eb E | ....

    Sehr Interessant!
     
  13. Voronwe

    Voronwe Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    11.02.05
    Zuletzt hier:
    8.10.16
    Beiträge:
    1.197
    Ort:
    Köln, Deutschland, Germany
    Zustimmungen:
    55
    Kekse:
    625
    Erstellt: 29.10.13   #13
    Hallo, wenn du dich im Bereich Jazz austoben willst, gibt es hier schon im Board einen super Workshop:
    https://www.musiker-board.de/bass-s...im-jazz-spielen-walking-bass-wechselbass.html

    Wobei jedoch hinzuzufügen, und, um es kurz zu machen, folgendes gilt (so sagt es mein Lehrer Gunnar Plümer und der muss es wissen!) - Jeder Ton ist zu jeder Zeit erlaubt. Das wichtigste einer Jazz-Walkingline ist, dass sie flüssig durchgeht. Da führen aufgelöste Akkorde schnell zu unschönen Sprüngen, sollte man sich meiner Meinung gar nicht erst angewöhnen! Je kleiner die Tonsprünge sind, desto besser... Und nicht so sehr auf die Theorie achten (darf ich diesen Ton jetzt bei diesem Akkord wirklich spielen?) ja, darfst du immer! :D
     
  14. Kennie

    Kennie Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    16.09.12
    Zuletzt hier:
    7.12.16
    Beiträge:
    101
    Zustimmungen:
    41
    Kekse:
    11
    Erstellt: 31.10.13   #14
    @Voronwe: Gute Bassisten gibt es viele, aber nicht jeder von denen ist auch ein guter Lehrer. Gunnar Plümer ist so einer, habe verdammt viel von ihm gelernt, und dass vor über 20 Jahren. :)

    Sorry für OT, aber ist ja eh ein 7 Jahre alter Nekro - Thread, glaube nicht, dass der TE noch auf Antworten wartet...
     
Die Seite wird geladen...

mapping