Meiner bescheidenen Meinung nach kommt lange vor der Auswahl des (ggf. teueren) Tonholzes die Verarbeitung zum tragen.
Ist die Bundierung sauber ausgeführt? Der Sattel sauber gefeilt? Sitzt der Hals gut und ist er gerade? Arbeiten die Mechaniken gleichmäßig? Nur so die ersten Gedanken.
Wenn das stimmt, kommt erstmal das subjektive Gefühl zum tragen. Taugt dir das Brett überhaupt? Macht das was mit dir?
Ich hab letztens noch einen 5000.- Euro Custom Shop Jazz Bass in der Hand gehabt, den ich für 500.- nicht mitgenommen hätte. Ein totes Stück Holz. Für den nächsten ist es dann die Offenbarung und er vertickt seine Oma.
Willkommen im Land der subjektiven Sichtweisen.
Wenn du nicht zu sehr auf die Marke schaust, dich von deinem Gefühl leiten läßt und dir nicht zu viel Gebrabbel zu eigen machst, kannst du mit wenig Kohle viel erreichen.
Beispiel gefällig?
Ein Kumpel hat sich letztens auf meinen Tipp hin eine 500.- Euro
Ibanez* SZ geschossen. Anbetungswürdig! Seine Paula ist eifersüchtig...zu Recht.
Meine letzten Aufnahmen habe ich mit einer Squier '51 gemacht. 150 Schleifen. Kein Mensch hat gesagt: "Nicht schlecht...aber was is' das denn für 'ne Mistgeige?"
Viele Dinge haben ihre Berechtigung...aber längst nicht alle.
Und jetzt trinke ich mir ein Pils für 6,49 die Kiste.
Prost, P.