Was passiert in der Zwischenposition zweier Pickups?

von schubert, 29.03.12.

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pedaltrain
  1. schubert

    schubert Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.03.12   #1
    Guten Abend,

    vorweg: Ich war mir nicht ganz sicher, wohin mit dem Thread, wollte erst unter Pickups posten, fand ich aber auch nichts ganz passend...Verschieben kann man es ja immer noch... *edit - in die Pickup-Beratung verschoben*

    Ich hatte gestern Abend einen älteren Thread gesehen, in dem es darum ging, ob jemand die Zwischenpositionen bei Gitarren tatsächlich nutzt.
    Ich für meinen Teil nutze bei meiner Strat fast ausschließlich die 2. und 4. Position, ab und zu noch HalsSC allein, aber sonst immer nur die Zwischenpositionen.
    Bei der Les Paul bin ich in letzter Zeit auch dazu übergegangen, viel in der Zwischenposition zu spielen, vor allem die Sachen, die üblicher Weise am Bridge HB gespielt werden (z.B. härtere Rock Riffs).

    Mich würde interessieren, wie es zu diesem Sound kommt, der in den Zwischenpositionen ensteht. Er ist für mich zwar eigentlich nasaler und höhenreicher, aber irgendwie finde ich ihn angenehmer und weniger bissig im Ohr. Es klingt ja auf jeden Fall nicht einfach wie eine Mischung aus den zusammengeschalteten PUs.
    Bei meiner Strat ist die Zwischenposition auch leiser als ein Tonabnehmer allein und - eben meinem Empfinden nach - weniger durchdringend/harsch obwohl es eigentlich höhenreicher klingt.

    Verzerrt würde ich den Ton in den Zwischenpositionen der Strat sogar etwas dumpfer (im positiven Sinne) beschreiben als beispielsweise bei einer Les Paul am Treble PU. Ganz besonders die Diskantsaiten kreischen bei voll angeschlagenen Akkorden auch bei höherer Lautstärke nicht so unangenehm im Ohr.

    Geht euch das ähnlich und kann das jemand physikalisch erklären?
    Ich hab im Netz dazu nichts gefunden. Meine nur etwas von Mittenauslöschung bei Jazzbässen gehört/gelesen zu haben, wenn beide Pick-ups aktiviert sind...

    Beste Grüße und Vielen Dank schon mal!
     
  2. Whiteout

    Whiteout Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.03.12   #2
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  3. schubert

    schubert Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.03.12   #3
    Danke Dir für den Link. Weiß noch jemand irgendwas dazu?
    Oder empfindet ihr das überhaupt ähnlich?
     
  4. halfcupsound

    halfcupsound Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.04.12   #4
    Hallo,
    der Klang der Zwischenpositionen kann nur für jedes Instrument einzeln beurteilt werden, wie schon erwähnt,
    hängt er z.B von der Anordnung der PU's ab. Ob die Pu's iP, bzw. ooP interessanter klingen, kann man probieren,
    wenn die eingestellte Zusammenschaltung nicht gefällt.
    Im Allgemeinen finde ich den Sound einzelner Pu's differenzierter. Überlagerte Frequenzen machen den Sound i.d.R. runder, mittiger,
    insbesondere, wenn sie in Reihe geschaltet werden.
    2 Humbucker mit insg. 4 Spulen klingen mir meist nicht offen genug im Sound. Dann wähle ich Humbucker plus Split oder filtere
    pro Spule nur bestimme Frequenzen heraus über Kondensatoren. Die Kombination sollte dann eine interessante Variante zu den
    Einzel-Pu sein. Hier kann man der Experimentierfreude, doing by hearing, freien Lauf lassen, ohne viel Geld investieren zumüssen.
     
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  5. schubert

    schubert Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.04.12   #5
    Danke auch Dir!
     
  6. le4nder

    le4nder Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.04.12   #6
    Ich versuche mal es etwas physikalischer/technischer. Wenn du zwei Tonabnehmer zusammen schaltest gibt es zwei Möglichkeiten:

    1. Beide Pickups sind normal, parallel verschaltet. Das heißt, dass sich Signale, die bei beiden Tonabnehmer gleich sind, addieren, Signale die bei beiden Tonabnehmern verschieden sind löschen sich gegenseitig teilweise aus. Man kann dabei davon ausgehen das sich Signale ungestört überlagern. Bei einer Gitarre kommen die Signale von der Saite, und diese schwingt ja immer gleichzeitig auf verschiedene Arten, wenn sie angeschlagen wird. Da ist natürlich die Grundschwingung bei der die Saite einen einzelnen "Bauch" hat. Außerdem gibt es die harmonischen Oberschwingungen, bei denen die Saite mit zwei oder mehreren "Bäuchen" schwingt. Oben rechts auf dieser Seite ist das ganze anschaulicher: http://de.wikipedia.org/wiki/Schwingungsmoden Man kann diese höheren Schwingungsmoden einzeln anregen wenn man Flageoletts spielt.
    Wenn jetzt eine Saite so schwingt, dass sie über beiden Tonabnehmern in die gleiche Richtung ausgelenkt wird, dann Addieren sich die Signale, und man hört eben diese Schwingungsmoden stärker. Schwingt die Saite so, dass sie über dem einen Tonabnehmer in die eine, über dem anderen aber in die andere Richtung ausgelenkt wird, so löschen sich diese Signale gegenseitig teilweise aus, und man hört eben diese Oberschwingungen weniger stark.

    2. An einem Pickup sind die Leitungen vertauscht, man spricht von "Out-Off-Phase". Hier kehrt sich das Spiel um. Schwingungsmoden die über den Tonabnehmern jeweils gegeneinander schwingen überlagern sich konstruktiv, man hört sie stärker. Schwingungen die über beiden Tonabnehmern gleich schwingen überlagern sich destruktiv, man hört sie weniger stark. Dies trifft insbesondere für die Grundschwingung zu, die bei einer solchen Verschaltung der Tonabnehmer stark gedämpft wird. Out-Off-Phase klingen die Tonabnehmer deshalb sehr dünn.

    Ich hoffe das war halbwegs verständlich und nicht zu technisch.
    Gruß
    Leander
     
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  7. schubert

    schubert Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.04.12   #7
    Danke auch Dir, das muss ich mir in Ruhe nochmal genau durchlesen ;)
     
  8. Tobi Key

    Tobi Key Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.09.12   #8
    Hoffe das passt hier rein, wollte nicht extra nen neuen Thread erstellen:

    Habe ne HSS Strat (G&L Legacy, sehr empfehlenswert) mit splitbarem Humbucker (SD TB 4) an der Bridge.
    Der SC in der Mitte ist rw/rp. Neck/Middle-Position daher brummfrei.
    In der Zwischenposition von Steg(HB) und Middle-SC brummt es, hab ich auch so erwartet.

    Wenn ich nun aber den HB splitte, also nur eine Spule (wie beim SC) aktiv ist, brummt es in der Zwischenposition immer noch.
    Sollten sich die Nebengeräusche dann nicht gegenseitig auslöschen wie es bei Neck/Middle der Fall ist? Wie kann ich das Brummen vermeiden?
    Müsste ich da die andere Spule des HB für den Coil Split nehmen?

    Freue mich über eure Auskunft, bin auf dem Gebiet alles andere als ein Experte ;)
     
  9. InTune

    InTune Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 20.09.12   #9
    Im Prinzip wurde es schon gesagt... je mehr "Strecke" der Saiten die Magneten eines TA anregen, um so mehr Obertöne gehen durch Auslöschung verloren. Hinzu kommt, dass die stehende Welle die ihren Flageolett-Ton genau über dem PU hat kaum Übertragen wird, da die Saite an diesem Punkt kaum Auslenkung hat. All das zusammen bewirkt den nasalen und etwas hohlen Charakter der Strat-PU-Zwischenpositionen, der aber eigentlich wegen der Physik eher weniger höhenreich ist und deshalb häufig wohl auch als so "wohlklingend" empfunden wird.

    Doch letztlich ist es doch Wurst, was da in der Zwischen Position passiert. Entscheidend ist doch wie es klingt und ob es gefällt. Ich finde den Hals PU einer Strat alleine viel ausdrucksstärker und für Rockriffing ist der Steg-PU unersätzlich. Ob nun Knopfler oder Hendrix, das hat alles seine interessanten Seiten.
     
  10. stonarocka

    stonarocka Registrierter Benutzer

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    Hi !
    Wenn du beim splitten die andere Spule des HB tönen lässt sollte das Brummen weniger stark sein. Damit das Brummen ganz verschwindet müssten deine HB-Spulen identisch mit den anderen beiden SC´s sein.
    Grüsse ;)
     
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