Wattzahl von Verstärker und Boxen?

B
blackhell
Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
23.07.24
Registriert
09.03.08
Beiträge
18
Kekse
0
Hallo zusammen,
hätte ich damals in Physik aufgepasst, bräuchte ich euch nicht fragen, deshalb entschuldigt schonmal vorab!

Ich suche neue Boxen für meinen Hartke LH500 Verstärker und denke über eine Kombination aus 1x15 und 4x10 Boxen nach.

Kann ich an den 500Watt Verstärker zwei 300Watt Boxen (beide 8 ohm) anschließen, oder verliere ich Leistung bzw. schade sogar den Verstärker?
Oder sollten die Boxen lieber 500 Watt oder mehr haben?

Ich freu mich auf eure Antworten!
 
Eigenschaft
 
Ich bin jetzt auch nicht so der große Elektroniker, habe aber ein bischen Erfahrung. Ich nehme an, der Amp liefert 500 Watt an 8 Ohm. Schließt man zwei Boxen parallel mit je 8 Ohm an, reduziert sich der Gesamtwiderstand auf 4 Ohm. Schließt man sie seriell an, erhält man 16 Ohm. In beiden Fällen eine Fehlanpassung. Ich vermute aber, dass der Amp zum Anschluss von zwei Boxen vorbereitet ist. Schau bitte in der Bedienungsanleitung nach, ob und wie die Impedanzen angepasst werden können. Fehlanpassungen kommen nicht so gut.
In 50 Jahren Musikmachen, habe ich die Erfahrung gemacht, dass es günstiger ist, wenn die Boxen eine höhere Leistung verkraften, als der Amp abgibt. Ich habe einen Marshall Silver Jubilee Gitarrenamp von Anno Piefendeckel. Der gibt 50 Watt ab. Serienmäßig lieferte Marshall dazu zwei Boxen mit je 150 Watt - in Summe also 300 Watt!
Überdimensionierte Boxen schaden dem Verstärker nicht, wenn die Impedanz-mäßige Anpassung stimmt. Wie aber der jeweilige Lautsprecher die eingegebene Energie in tatsächliche Lautstärke umwandelt, ist von Typ zu Typ unterschiedlich. So können zwei verschiedene Lautsprecher die je z.B. 50 Watt an 8 Ohm verkraften durchaus unterschiedliche Schalldrücke erzeugen.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Vielen Dank für die Einschätzung!
Der Verstärker hat zwei boxenausgänge, an denen jeweils 8 Ohm steht.
 
Der LH500 hat 500 watts @ 4 ohms, 350 watts @ 8 ohms.
Du kannst also 2 Stk. 8 ohm Boxen parallel (je 1 pro Speakerausgang) anschliessen und hast somit eine Gesamtimpedanz von 4 Ohm = 500W.

Fehlanpassungen bei Transistorverstärker ist nicht so problematisch wenn die minimale zulässige Impedanz nicht unterschritten wird.

Hier das Manual: http://www.samsontech.com/site_media/support/manuals/LHseries_OM_EN_v2.pdf
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Das Hartke LH500 Topteil liefert 500W an 4 Ohm bzw. 350W an 8 Ohm Gesamtimpedanz.

Schließt man zwei 8 Ohm Boxen an, ergibt das durch die Parallelschaltung 4 Ohm Gesamtimpedanz.
Dabei bekommen beide Boxen durch die gleiche Boxenimpedanz auch gleich viel Leistung ab.
Die schwächere Box (vermutlich die 115er) sollte also mindestens 250W ab können.

Falls die 410er Box mit 8 Ohm 300W verträgt, könnte man sie auch alleine andem Hartke LH500 betreiben. Man muss nur aufpassen, dass man nicht zuviel Leistung auf die Box gibt.

Hartke schreibt so schön in seinen Manuals, dass man mit den Hartke Verstärkern (und allen anderen) jede Box theoretisch zerstören kann. Also sowohl Boxen mit niedrigerer als auch höherer Belastbarkeit, als die Nennleistung des Verstärkers ist. Das ist richtig! Ab einer gewissen Lautstärke sollte man immer wissen, was Verstärker und Box machen (ist halt Erfahrung).
Theoretisch ist es besser, wenn die Box mehr ab kann, als der Verstärker leistet. Es ist aber kein Muss.

Für die Lautstärke ist nicht nur die Leistung des Verstärkers, sondern auch der Wirkungsgrad der Boxen wichtig.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 3 Benutzer
Vielen Dank an alle!
Ich habe jetzt etwas mehr Ahnung, was ich zu tun habe!
 
Theoretisch ist es besser, wenn die Box mehr ab kann, als der Verstärker leistet. Es ist aber kein Muss.
Da haben wir aus der PA Abteilungen einen etwas anderen Ansatz;-)
Da eine Amp wenn er überfahren wird, Verzerrungen produziert, und wir reden hie rnicht von den gewollten Verzerrungen, so wird erSignale erzeugen die einerseit einem Hochtöner extrem weh tun können (hohe Pegel im Hochtonbereich) andererseits kann die Endstufe auch Gleichstrom erzeugen der dazu führt dass die Speaker an einer Endstellung feststecken und da ja nach wie vor Strom fließt die Spule überhitzt.
Denn Hitze an der Spule ist für die meisten Speaker meist das Gefährlichste, neben dem reinen mechanischen zerstören der Speaker.
Man kann also mit einer 20 Watt Endstufe eine 600 Watt Box killen, wenn man es darauf anlegt.
Mit überdimensionierten Endstufen kann man das an sich verhindern da sie später zu Verzerrungen neigen.
So zumindest argumentiert man im PA Bereich.
Generell würde ich sagen dass man sich, egal wie man das System auslegt, damit noch vor dem Zerstören des Equipments in die Gfahr läuft, seine Ohren dauerhaft zu schädigen. Man muss ja nicht jeden Regler immer auf 11 stellen;-)
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
Da haben wir aus der PA Abteilungen einen etwas anderen Ansatz;-)
...
Mit überdimensionierten Endstufen kann man das an sich verhindern da sie später zu Verzerrungen neigen.
So zumindest argumentiert man im PA Bereich...

Genau wie von Dir beschrieben ist auch meine Meinung. Du hast es eben noch weiter ausgeführt. :great:

Eine übersteuerte Transistorendstufe hat nichts mit der Verzerrung zu tun, die Röhren oder Transistorvorstufen liefern. Transistor-Endstufenzerre ist potentiell tödlich und sollte unbedingt vermieden werden. Damit killt man jede Box.

NACHTRAG: Ich finde übrigens 2x 410 wesentlich besser als 410+115...
Okay; ist persönlicher Geschmack, aber meist haben 115er einen geringeren Wirkungsgrad als 410er und stehen auch noch unten. Man nimmt die 115er zwar wahr, wenn sie fehlt, hört sie aber selbst dann nicht deutlich, wenn man sich nieder kniet. Wenn es halbwegs gute 410er sind, kommen auch die in die tiefen Frequenzen - und so ein 2x 410er Stack kachelt einfach mehr.
Zudem: Hat man mal zwei Bands, hat man auch zwei passende 410er pro Proberaum. Für Auftritte kann man sie immer noch kombinieren...
 
.... und deshalb spielt auch so mancher 1x15" + 2x10"
Das ist von der Membranfläche her ja auch der einzig faire Vergleich. Denn natürlich ist eine 4x10er präsenter als eine 1x15er - sie hat ja auch fast doppelte Fläche. Zwei gute Fuffzehner gestapelt brauchen sich vor keiner 410er zu verstecken. Dann ist es nur noch eine Frage, wechen Speaker-Sound man mehr mag.
 
Mitte der 1980er hatte unser Bassist (damals spielte ich noch Gitarre) eine 415er Marshall Box.
Wirkungsgrad eines Mettigels, aber schwer wie ein Elefant...
Das 100W Bass-Marshall-Top habe ich damals abgekauft und für die Gitarre genutzt. Der Bassist stieg auf ein Peavey Top und eine 410er um...

GEIL finde ich übrigens 2x 212er Boxen. Aber das war natürlich vom TE nicht gefragt...
 
Zum Thema Gleichstrom und Verzerrung von Endstufen:

Das ist ja mittlerweile der dritte Thread, der in letzter Zeit diese Mythen wieder aufleben lässt.

Hier ein Link zu dem Thema:

https://barefacedbass.com/technical-information/mythbusters1.htm

Lautsprecher werden durch zu viel Leistung zerstört, nicht durch die Art des Signals. Wenn ein Verstärker Gleichstrom produziert, ist er kaputt.

Man kann einen Lautsprecher den lieben langen Tag mit einem geclippten Signal traktieren, dabei ist es vollkommen egal, ob Vorstufe, Effektgerät oder Endstufe. Der Lautsprecher wird es überleben (deine Nerven wahrscheinlich weniger), solange er innerhalb seiner Parameter betrieben wird.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 5 Benutzer
Hier kursieren ja einige Mythen.
1. Wie tt-bass bereits schrieb, ein Verstärker der Gleichspannung ausgibt ist kaputt. Ein komplett übersteuerter Verstärker gibt eine Rechteckspannung aus. Die Membran bleibt dabei nicht in einer Position stecken, sie lenkt weiter aus.

2. Die elektrische Belastbarkeit ist in den meisten Fällen vollkommen bedeutungslos, vor allem wenn es um tiefe Töne geht. Da bringt man den Lautsprecher eher an sein mechanisches Limit. Überschreitet man den linearen Hub, klingt es eh nicht mehr sauber. So einen Betriebszustand will man nicht haben, erreicht ihn aber bei tiefen Frequenzen noch bevor man in die Nähe der elektrischen Belastbarkeit kommt.
Besonders Bassreflex Boxen sind da anfällig, denn unterhalb der Abstimmfrequenz begrenzt nur noch die Einspannung den Membranhub (also deren Bewegung).
Dieses kleine Tool gibt einen ungefähren Anhaltspunkt um einschätzen zu können wie wenig Leistung man braucht um einen Lautsprecher an sein mechanisches Limit zu bringen
https://www.lautsprechershop.de/tools/t_lautsprecher.htm
Dafür braucht man nur noch den Wirkungsgrad bei der entsprechenden Frequenz und kann dann die benötigte Leistung errechnen.
Ein Beispiel :
Eine Bassreflexbox mit 4 10" Tieftönern, die 5mm Hub in jede Richtung können (was absolut nicht übel ist), die einen Wirkungsgrad von 97db/1W/1m aufweist und eine untere Grenzfrequenz von 60Hz schafft (nicht unüblich), schafft bei dieser Frequenz 120dB. Eine Box mit solchen Eckdaten kann man schon als sehr leistungsfähig bezeichnen. Trotzdem braucht es nur 200 Watt, um so eine Box mechanisch auszureizen. Darüber klingt es dann erst einmal beschissen (was man nicht haben will) und geht man noch weiter, geht die Box letztendlich auch an einem 500 Watt Verstärker kaputt, auch wenn sie mit über 1000 Watt Belastbarkeit angegeben ist.
Unterhalb der Abstimmfrequenz braucht man noch viel weniger Leistung um die Box zu schrotten.
Leider machen viele Hersteller unvollständige oder unseriöse Angaben zu ihren Produkten, was diese Angaben oft nutzlos macht.

Ich hatte vor einigen Jahren schon einmal ausführlich darüber geschrieben
https://www.musiker-board.de/thread...assboxen-verstehen-und-interpretieren.572945/
https://www.musiker-board.de/thread...boxen-und-ihre-relevanz-in-der-praxis.561541/
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 3 Benutzer

Ähnliche Themen


Unser weiteres Online-Angebot:
Bassic.de · Deejayforum.de · Sequencer.de · Clavio.de · Guitarworld.de · Recording.de

Musiker-Board Logo
Zurück
Oben