Welche Frequenzen gehören innerhalb eines Bandgefüges welchem Instrument?

von hilmi01, 16.07.07.

  1. hilmi01

    hilmi01 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.07.07   #1
    Welche Frequenzen gehören innerhalb eines Bandgefüges welchem Instrument, so dass ein differenzierter Gesamtsound herauskommt, in dem jedes Instrument einen eigenständigen und durchsetzungsfähigen Platz hat? Einige Standards liest man ja immer wieder: dem Bass gehören die Bässe (wer hätte es gedacht ;) ), der Gitarre die Mitten. Wie ist das aber bei Schlagzeug, Gesang, Keyboard, Saxofon etc.?

    Wie geht also ein Tontechniker vor, der eine Band abmischt: gibt es für verschiedene Instrumente gewisse Standardeinstellungen, die dann nur noch gemäß den individuellen Gegebenheiten modifiziert werden? Und wie ist das bei mehreren gleichen Instrumenten (z.B. 2 Gitarren): teilen diese sich die gleichen Frequenzen oder ist eine Frequenzverschiebung sinnvoll?

    Viele Fragen, wenig Ahnung - bitte ändert das. :)
     
  2. EDE-WOLF

    EDE-WOLF HCA Bass/PA/Boxenbau HCA

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    Erstellt: 16.07.07   #2
    kommt stark auf die musik an:

    Musikalisch anspruchsvolle musik (also wo wirklich jedes instrument interessant ist) aus dem rock/metalgenre:

    Live:

    40-100hz bassdrum + 5khz und drüber
    100-400hz Bass
    400-4khz Gitarren
    overheads low-cut bei (wenn möglich) 700hz starke anhebungen (wenn gewünscht) bei 12khz und drüber
    keyboards ist kaum zu beantworten, denn es gibt ja nicht "das Keyboard" als sound
    snare: 200 etwas geben, wenn knallen soll
    in den mitten (500-2khz) etwas weg um platz zu machen
    und ab 6khz wieder n bisschen geben
    toms: badewanne! bass rein, hochmitten rein, mitten raus
    gesang: je nach stimme, filtern bei 120hz wenn möglich, ab 200 n bisschen was geben wenns nach flüstertüte klingt

    das sind ja erstmal die wichtigsten!

    alles andere ist stark situationsabhängig
     
  3. hilmi01

    hilmi01 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.07.07   #3
    Welche Band mag das nicht von sich behaupten. ;)

    Aber vielen Dank für die Infos, genau so etwas interessiert mich und wird bei der nächsten Session besprochen/ausprobiert/umgesetzt.

    Weitere Tipps sind gerne willkommen.
     
  4. EDE-WOLF

    EDE-WOLF HCA Bass/PA/Boxenbau HCA

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    Erstellt: 16.07.07   #4
    naja es gibt genügend bands wo der bassist nicht spielen kann oder nur die gitarre doppelt! ihm in dem fall soo viele mitten zu lassen lohnt nicht, dann lieber etwas geilerer gitarrensoudn...
     
  5. Uwenberger

    Uwenberger Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.07.07   #5
    Ein wichtige Frage!

    Zum Schluss sind des nicht nur die Frequnzen in khz, sondern einfach die Klänge im Zusammenhang. Es darf sich halt nicht beißen, was leider oft genug vorkommt.

    Und genau an dieser Stelle fängt oft das Musikmachen an.

    Weniger ist oft mehr!

    Man höre sich mal an wie dünn der Bass bei Golden Earring kling oder wie dünn die Strat von Chris Rea klingt. Schonmal bei den Dire Straits gehört, dass alles das Gleiche spielen? Ne, wa? :great: Will damit sagen das Arrangement ist ebenso wichtig wie Klänge und Frequenzen.
     
  6. gorgi

    gorgi Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.07.07   #6
    Ich weiß ist jetzt n bissken blöd, aber nutz mal die SuFu. Ich weiß dass es dieses Thema vor n paar Wochen mal gab oder ich zumindest mal mir so eins angeschaut habe, und darin kam eine PDFDatei vor in der, dieses Thema supereinfach und extrem ausführlich abgebildet war. Sogar für verschieden Musikrichtungen gabs da Anleitungen welche Frequenz für was.
     
  7. hilmi01

    hilmi01 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.07.07   #7
    Diese PDF-Datei hatte ich bereits gesehen. Allerdings kamen dort Instrumente vor, mit denen ich noch nie etwas zu tun hatte. Mir geht es mehr um die Klassiker wie: Gesang, Gitarre, Keys, Bass, Drums.
     
  8. topo

    topo HCA Recording Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 23.07.07   #8
  9. cyril

    cyril Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.07.07   #9
    Die Frage nach den "Frequenzen" berührt einen zentralen Punkt der Bandarbeit.
    Zunächst kommt es mir recht mechanistisch vor, die Transparenz einer Band an Frequenzen festzumachen. Sie spielen eine bedeutende Rolle, aber die musikalische Kompetenz der Bandmitglieder spielt bei der Erzeugung eines transparenten Sounds eine viel größere Rolle. Spielen zwei Bandmitglieder im gleichen Bereich, so werden sie sich immer gegenseitig stören oder überdecken, abschatten oder was auch immer man dazu sagen möchte. Sie können aber trotzdem sehr gut zusammenspielen, indem sie sich gegenseitig ausweichen. Sie müssen sehr genau aufeinander hören und machen aus dem "Besetzen eines Frequenzbandes zu zweit" ein "Frage und Antwort" - Spiel oder ein "Gehst du rauf, geh ich runter" - Spiel.
    Vor allen Dingen werden sie nur den einzelnen Ton spielen, der auch gehört werden kann. Umkehrschluß: Ein Ton, der nie die Chance hat, gehört zu werden, darf einfach nicht gespielt werden. Das können die meisten Profis, Amateure erkennt man daran, daß das ganze Stück von vorne bis hinten dicht ist. Keine Dynamik.
    Eine Analogie hierzu ist die oft gestellte Frage:
    Wie mische ich eine (z. B.) Klarinette ab? Da gibt es auch keine wirkich gültige Antwort. Hast du ein Klarinettenkonzert mit Akustik Gitarre und Solo-Klarinette, dann wirst du beiden Instrumenten das Höchstmaß an Wohlklang bis ins letzte Detail verpassen. Kommt aber in einer dreschenden und schraddelnden Amateurband eine Klarinette vor, dann wirst du sie irgendwie in den Matsch quetschen und hoffen, daß sie von einigen im Publikum wahrgenommen wird. Du kannst in einer nicht transparent spielenden Band am Pult keine Tranparenz erzeugen. Wenn aber eine Band transparent von den leisesten*) bis zu den lautesten Stellen spielt, mußt du das möglichst naturgetreu in´s Volk mischen.
    *) Hallo Gitarristen: Es gibt tatsächlich leise Stellen!
     
  10. madeye

    madeye Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.07.07   #10
    hier mal eine kleine erfahrung meinerseits:

    in meiner band spielen 2 gitarristen (ich bin einer davon).

    normalerweise spiele ich über ein kleines effektgerät, der leadgitarrist über seinen vox tonelab.

    ich hatte vor einer woche keine lust mein zeug "aufzubauen" und habe deswegen einfach mal die zerre des marshall amps benutzt.

    dadurch, dass sie sich von der zerre des anderen gitarristen deutlich unterscheidet, war der sound insgesamt viel transparenter und somit auch besser.
    vorher waren sich unsere beiden zerren einfach so ähnlich, dass man sie quasi nicht klar unterscheiden konnte.

    ich werde wohl bei der marshall zerre bleiben, auch wenn ich sie nicht optimal finde.
    ich entscheide hier lieber im sinne des gesamtsounds.
     
  11. cyril

    cyril Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.07.07   #11
    Richtig. das ist schon eine einfache Art, wie sich zwei im gleichen Bereich spielende Instrumente ausweichen können. Wahrscheinlich habt ihr sogar kostenlos den Effekt, daß mehr verschiedene Klangfarben in euer Spiel kommen.
     
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