Welche Mandoline?

von Knut Wichtig, 21.04.08.

  1. Knut Wichtig

    Knut Wichtig Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.04.08   #1
    Ich wollte mir eine Mandoline zulegen, aber leider habe ich wenig Ahnung, ich habe mir zwei
    Expemplare ausgesucht, aber weiß nicht, welche ich nehmen soll, das eine ist eine Rundmandoline und die andere eine normale mit f-Löchern, wo liegt da der Unterschied? Klingen die verschieden?

    Mandoline <<-- Hierzu, was bedeutet A2-f-Löcher?
    Rundmandoline

    Und welche würdet ihr mir für den Anfang empfehlen?
    Ein bisschen Rat wäre echt super.
     
  2. GEH

    GEH MOD A-Saiteninstrumente Moderator

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    Erstellt: 21.04.08   #2
    Für den Mandolinentyp solltest Du in etwas beschreiben, was Du für Musik damit vor hast.

    Die Rundbauchmandolinen geht auf die alte italienische Bauart zurück.
    So ein Instrument eigent sich mehr für Volklore und typische italienische Musik.
    Mandolinen-Klassik sage ich jetzt nicht, denn dafür ist das Instrument definitiv zu billig.

    Da die italienische Mandoline nicht ganz einfach zu bauen ist, werden auch einfache Mandolinen gebaut, die einen flachen Korpus wie eine Gitarre haben - irgendwie logisch.

    Ein bahnbrechende Idee hatte die Firma Gibson, die um 1900 herum flache Mandolinen mit einer gewölbten ausgearbeiteten Decke, ähnlich wie bei einer Geige, herstellte.
    Also für E-Gitarristen: Gibson ist urspünglich eine Mandolinenfirma! :great:
    Diese Modelle haben sich in Folk, Bluegrass etc. ziemlich durchgesetzt.

    Die Bezeichnung A geht auf die tropfenförmige Gibson Mandoline zurück, im konkreten Fall ist das wohl eine A2.
    Die Bezeichnung F wurde von Gibson für die Mandolinen mit dem "Hörnchen" verwendet, z.B. TENNESSEE MANDOLINE F1 F-HOLE
    Also die Bezeichnungen F und A haben (wie sogar einge schlechte Magazinredakteure fälschlich schreiben) nichts mit den F-Löchern zu tun.
    Die Bezeichnugsweise von Thomann ist deshalb extrem lobenswert, weil es sowohl A also auch F-Mandolinen mit F-Hole oder Roundhole gibt. So was nenne ich exakt!

    Tendenziell haben F-Löcher den etwas schnelleren durchsetzungsfähigeren, aber kürzeren Ton und sind deshalb in Sessions beim Solo gut zu hören.
    Ein Roundhole kingt etwas länger und weicher.
    Es hängt aber viel auch mit dem Holz zusammen.

    Mein Tipp:
    Flachmandolinen spielen sich formbedingt im Stehen leichter.
    Rundbauchmandolinen sind mehr auf eine bestimmte Musik-Richtung festgelegt.
    Die typischen abgestoppten Akkorde beim Bluegrass (Chop) klingen nur mir einer Flachmandoline mit gewölbter Decke.
    Ich würde eher die von Dir ausgesuchte TENNESSEE nehmen.
    Aber bedenke:
    Der kleine Bau und der hohe Saitenzug bedingen, dass exakt und auch stabil gebaut werden muss.
    Ein gute Mandoline ist deshalb eher teurer wie ein Gitarre gleicher Qualitätsstufe.
    Allzu viel darfst Du von dem Instrument nicht erwarten.

    GEH
     
  3. Knut Wichtig

    Knut Wichtig Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.04.08   #3
    Danke, ich hatte die Tenessee sowieso schon mehr ins Auge gefasst. Trotz allem, danke für die schnelle Hilfe.



    Eine Frage aber noch: Was bedeutet "gesperrt" bei der Decke?
     
  4. GEH

    GEH MOD A-Saiteninstrumente Moderator

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    Erstellt: 22.04.08   #4
    Sperrholz ;)
    Also eine Holzdecke, die aus mehreren übereinander verleimten Lagen entsteht.
    Sperrholz hat den Vorteil, dass sich das Brett aus den meist gedreht verklebten Lagen nicht so leicht verzieht.
    Als Baustoff wird genau diese Eigenschaft geschätzt, beim Instrumentenbau als Tonholz weniger.
    Ein massive Decke entwickelt sich im Ton im Laufe der Zeit, Sperrholz kaum bis nicht.
    Seitlich an den Zargen ist Sperrholz bei billigen Instrumenten OK, preislich auch nicht anders machbar.
    Eine massive Decke ist aber schon erstrebenswert.
     
  5. Knut Wichtig

    Knut Wichtig Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.04.08   #5
    Dann bin ich schon zufrieden, dass die, welche ich mir kaufen will, eine massive Decke hat.
    Danke.
     
  6. GEH

    GEH MOD A-Saiteninstrumente Moderator

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    Erstellt: 22.04.08   #6
    Ja, vermutlich ist das in den meisten Fällen besser.
    Meine erste A-Gitarre war mit gesperrter Decke, die klang am Anfang aber schon passabel und tut es heute auch nocht - auch wenn sie inzwischen ganz übel mitgenommen ist.
    Ich würde auch nicht sagen, dass sie sich gar nicht entwickelt hat.
    Stabil war sie ja. :)
    Die meisten Leute empfehlen ein massives Instrument, zumindest die Decke, aber vielleicht ist es etwas übertrieben zu behaupten, dass ein Instrument mit Sperrholzdecke gar nicht gut klingen kann.
     
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