welches mikro für lead-gesang?

von art4life, 18.12.06.

  1. art4life

    art4life Custom Leder-Design

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    Erstellt: 18.12.06   #1
    Hallo Musiker und Tontechnik-Experten!
    Ich weiß, es gibt hier schon viele Beiträge, die sich mit der Frage: "Welches Mikro?" beschäftigen. Das hat mir bis jetzt aber nur teilweise weitergeholfen.
    Ich suche schon länger nach dem, für mich richtigen Live-Mik. Ich will es sowohl für eine Rockband (www.myspace.com/mehringundco , da kriegt Ihr einen Gesangseindruck), als auch für ein Swing-Projekt einsetzen. Meine Stimmlage bewegt sich in etwa im Bariton-Bereich.
    Das Mikro sollte gut auflösen (gerade für den Swing wichtig) und sehr sehr rückkopplungsunempfindlich sein und sich im lauten Bandmix durchsetzen können (also u.a. recht starker output) und möglichst hohe Sprachverständlichkeit liefern. Preislich liegt die absolute Schmerzgrenze bei 200 Euronen (wenn ich billiger wegkomme, umso besser, ich will aber möglichst wenige Kompromisse eingehen müssen).

    Eins vorweg: kein SM58!!! (weit verbreitet, aber nicht mein Ding, da gibts mittlerweile viel viel bessere Altenativen)

    Natürlich ist Testen immer der beste Weg, das Richtige zu finden. Das Problem ist aber, dass kein Laden in meiner Reichweite alle Miks hat, die nach meiner Internet-Recherche vielleicht in Frage kämen (selbst der Music Store in Köln nicht, angeblich Europas Größter) und ein A/B Vergleich so nie richtig möglich ist. Und tausend Mikros zu bestellen, um sie zu testen, würde ich auch gern vermeiden.
    Ein paar Sachen habe ich auch schon angetestet (aberleider auch nicht immer unter den gleichen Bedingungen)

    Ich habe getestet:

    -die Shure-Standards (auch Beta-Varianten), sowie SM86 (sehr schönes Design, hat mich ansonsten nicht so überzeugt, was aber vielleicht auch an der Anlage in dem Laden gelegen haben könnte, die war nämlich ziemlich bescheiden, genau wie die Beratung)
    -div. Rode
    -Beyerdynamic TGX-58
    -Beyerdynamic Opus89
    -Sennheiser e845

    Dabei war das Opus89 von Beyerdynamic mit wirklich riesigem Abstand das Beste! Daran hat mich nur ein bisschen der mäßige Popp-Schutz enttäuscht.

    Vielleicht kann ich mit Eurer Hilfe mittlerweile recht lange Liste der Mikros, die mir im Netz aufgefallen sind, etwas verkürzen!

    Kondensator:
    -AKG c900 (m)
    -Superlux Pro-238 (Geheimtipp?!)
    -Audio Technica ATM 710
    ATM 89 R


    Dynamisch:
    -Beyerdynamic TGX-60 (61)
    TGX-80 (81)
    Opus89 (laut einem Beyerdynamic-Mitarbeiter nicht nur das TGX-60 mit neuem Design, wie ich das hier irgendwo gelesen habe!)
    M 69 Tg
    -Audio Technica AE6100
    -Electro Voice N/D767
    -Electro Voice N/D967
    -Audix OM5 bzw. OM6

    Ich hoffe, Ihr könnt mir etwas Klarheit verschaffen,
    danke schonmal!
    .
     
  2. Harry

    Harry Moderator PA Moderator HCA

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    Erstellt: 18.12.06   #2
    Mach dich nicht allzusehr verrückt mit zu vielen Alternativen.
    Wenn wir Opus89/TGX-60/61 einsetzen, so bringt das bei Fremdsängern immer einen gewissen (positiven) Aha-Effekt (oops, ich hör mich ja auf einmal richtig).
    Denselben (mannomannomanngeil) Aha-Effekt kann ich im Kondensatorbereich mit dem C535 von AKG feststellen:
    AKG C-535 EB

    In etwa dasselbe Oberklasse Kondensatormikrofon ist das hier:
    Shure Beta 87 A

    Das AKG C900 empfehle ich dir eigentlich nicht:
    1. soweit ich weiß gibts das nur noch in der Funkvariante
    2. ist das eigentlich nur ein modifiziertes C1000 und klingt für Gesang etwas zu fizzelig

    Erstaunlich gut für ein Kondensatormikrofon ist auch dieses hier:
    Shure SM-86
    hatte ich mal kurz zum Besingen und fand es ebenfalls sehr neutral und durchsichtig.

    Deine genannten E-Voice-Typen werden sicherlich gegen die Beyer und AKGs ziemlich verblassen. Das sind eigentlich typische Rock`n`Roller - sozusagen die "besseren" SM58 - viel Druck im Mittenbereich, eher schwache Bässe und Höhenanteile.

    Das TGX-58 ist ein typisches Einsteigermikrofon und verblasst ebenfalls im Vergleich z.B. mit dem TGX-60.

    Mit Audio Technica und Audix habe ich mich leider noch nicht richtig befassen können.

    Von der Grundtendenz her kann man sagen, dass die Kondenser nicht so sehr färben wie das bei den dynamischen der Fall ist.
    Die klingen eher neutral und lösen sehr viel feiner auf. Da freut sich jeder, der eine richtig gute Stimme hat.
    Das einzigste dynamische welches mir bekannt ist, was schon sehr in Richtung Kondensator geht ist das Opus89/TGX-60/61.
     
  3. art4life

    art4life Threadersteller Custom Leder-Design

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    Erstellt: 18.12.06   #3
    Das SM-86 konnte ich schonmal testen, hat mich aber irgendwie nicht so richtig überzeugt, abgesehen vom Design (lag aber wie gesagt vielleicht auch an der Anlage, die da im Laden stand) Außerdem konnten/wollten die mir da irgendein rel. billiges dyn. AKG als einiziges Vergleichsmikro in die Hand drücken, insofern fehlt leider auch hier der direkte Vergleich z.B. zum Opus89/TGX-60. Duhast ja scheinbar beide getestet. Wie schneiden die Miks denn da im Vergleich ab. Ich fand das Opus89 wär vom Sound (Transparenz, Output, etc.) nämlich auch schon als gutes Kondensator durchgegangen, wenn man nicht gewusst hätte, dass es "nur" dynamisch ist. Lohnt da nochmal der Vergleich mit dem SM86?
     
  4. Harry

    Harry Moderator PA Moderator HCA

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    Erstellt: 18.12.06   #4
    genau

    nein, die Unterschiede sind marginal. Es sei denn, du hast im Livebetrieb krasses Frontholz und spitze Ohren und drumrum ist kein/wenig Krach.
     
  5. art4life

    art4life Threadersteller Custom Leder-Design

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    Erstellt: 18.12.06   #5
    Wie ist denn der Unterschied zwischen TGX-60 und Opus89 zu beschreiben (sofern das möglich ist)? Da soll der Nahbesprechungseffekt ja irgendwie modifiziert worden sein. Unterscheiden die sich ansonsten auch noch irgendwie, z.B. hinsichtlich Feedback, Output, Eigenrauschen, oder so? Das TGX is ja etwas günstiger und man spart ja, wo man kann. Oder doch lieber ein paar Euro mehr anlegen und ein etwas besseres Mik dafür bekommen?
     
  6. Harry

    Harry Moderator PA Moderator HCA

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    Erstellt: 18.12.06   #6
    ich höre keinen Unterschied !! ums Verrecken nicht, selbst bei einer d&B Anlage (nicht: db technologies) hab ich nix gehört
    möglicherweise hört den Unterschied jemand ohne Tinnitus - aber die anderen haben auch keinen Unterschied gehört
     
  7. captain future

    captain future Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 18.12.06   #7
    1. nein.
    2. jein. ist zwar die gleiche kapsel, aber klingt für mein ohren am besten von den kondensator-mics der presiklasse unter 200€. definitiv mehr wärme bei z.b. dünneren stimmen als die konkurenz.

    ich glaube aber dass du mit deinem opus 89 glücklich werden solltest. vor allem in deiner preisgrenze gibts ja nimmer soo viele.
    wobei das senheiser e945 eigentlich einen versuch wert gewesen wäre.
     
  8. Harry

    Harry Moderator PA Moderator HCA

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    Erstellt: 18.12.06   #8
    jo stimmt, captain :great:
    Ich hab mich durcheinander bringen lassen wegen dem TM40-Funkmodul welches nachgerüstet werden kann.
    Und es stimmt natürlich: freilich klingts für den Gesang besser als ein C1000. Aber ich messe dann halt immer gleich mit dem C535. Das ist möglicherweise ned ganz fair und da schneidet das C900 dann ziemlich schlecht ab.

    Noch eine Frage: kommst du aus Austria? Weil sonst kennt sich mit den AKGs keiner so richtig aus...
     
  9. captain future

    captain future Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 18.12.06   #9
    aus wien :)
    und da siehst du ziemlich viele akgs auf den bühnen... :D
     
  10. Astronautenkost

    Astronautenkost HCA Mikrofone HCA

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    Erstellt: 18.12.06   #10
    In Deinem Budget und da es auch um Feedbacksicherheit geht, empfehle ich das Audix OM6. Das Opus 89 ist klanglich zwar noch einen Ticken besser, aber nicht so rückkopplungsfrei.
     
  11. Bernd Neubauer

    Bernd Neubauer Offizieller Beyerdynamic Application Engineer

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    Erstellt: 19.12.06   #11
    Hallo zusammen,

    wie bereits schon mehrfach hier im Forum erwähnt.

    Das OPUS 89 unterscheidet sich zum TG-X 60 in einem etwas "entschärften" Nahbesprechungseffekt, d.h. der Frequenzgang unter ca.200 Hz fällt im Nahbereich etwas stärker ab als beim TG-X 60. Dieser Effekt zeigt sich natürlich nur bei tieferen Stimmen.

    Liebe Grüße

    Bernd Neubauer
     
  12. art4life

    art4life Threadersteller Custom Leder-Design

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    Erstellt: 19.12.06   #12
    Danke schonmal für die informativen Beiträge, hat auf jeden Fall schon etwas weitergeholfen.
    Letztlich bleiben also nur noch diese Mikros in meiner Auswahl:

    -TGX-60

    -TGX-80 (das ist hier bislang ein bisschen zu kurz gekommen, gibts da n Grund, ist das TGX-60 einfach besser?).

    -Opus89

    -evtl. SM86 als Kondensator-Aussenseiter

    Kann vielleicht auch noch jemand was zum Beyerdynamic M69tg sagen? Laut Beyerdynamic-Page ja auch ein gutes Teil spez. für Gesang.
    Vom Preis sind die ja alle nahezu gleich.

    Stimme, wie gesagt männlich, Bariton, rel. großer Ambitus.
    Stil: Rock/Pop (www.myspace.com/mehringundco)
    Swing>so Sinatra-mäßig


    Vielleicht könnt Ihr mir ja noch ein bisschen beim Eingrenzen helfen (ich weiß, dass das schwer zu sagen ist, sorry)

    Danke Euch
     
  13. Harry

    Harry Moderator PA Moderator HCA

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    Erstellt: 19.12.06   #13
    Das TGX-80/81 ist nicht unbedingt für Gesang zu empfehlen, da es die Bässe zu sehr betont. Eigentlich mehr für Instrumental-Abnahme empfehlenswert. Mit dem TGX-60/61 bzw. Opus 89 bist du da auf jeden Fall sehr gut bedient.
     
  14. Bernd Neubauer

    Bernd Neubauer Offizieller Beyerdynamic Application Engineer

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    Erstellt: 20.12.06   #14
    Hallo zusammen,

    dem M 69 TG würde ich auf jeden Fall das M 88 TG vorziehen. Ist natürlich eine persönliche Geschmacksfrage und muss jeder für sich entscheiden. Der Sound ist beim M 88 noch etwas "offener" als beim M 69 TG. Übrigens macht sich das M 69 TG auch sehr gut am Gitarren Amp.

    Liebe Grüße

    Bernd
     
  15. art4life

    art4life Threadersteller Custom Leder-Design

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    Erstellt: 20.12.06   #15
    Das M88 tg ist mir auch aufgefallen, liegt aber mit 269,- (Thomann) leider schon außerhalb meines Budgets. Ich werd das MIk bestimmt auch mal für was anderes benutzen, es soll aber in erster Linie nur für Gesang sein.
    Spielt das M69tg da noch in der Auswahl TGX-60/Opus89 eine Rolle?
     
  16. Bernd Neubauer

    Bernd Neubauer Offizieller Beyerdynamic Application Engineer

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    Erstellt: 20.12.06   #16
    Hallo nochmals,

    da würde ich dann doch eher auf OPUS 89 setzen. Aber wie schon gesagt, es ist eine persönliche Geschmacksfrage.

    Liebe Grüße

    Bernd
     
  17. art4life

    art4life Threadersteller Custom Leder-Design

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    Erstellt: 20.12.06   #17
    Das tue ich jetzt auch. Habe gerade ein chices Opus89-Bundle bestellt. Als ich es ausprobiert hatte, wars eigentlich auch schon mein Favorit. Wollte aber zumindest checken, ob es nicht vielleicht noch Besseres gibt (bei der riesigen Auswahl war ich, zugegeben etwas unsicher).

    Bin gespannt, wies in der Band und über meine PA kommt. Werde Euch von meinen Erfahrungen berichten.

    Tausend Dank für Eure netten und hilfreichen Beiträge.

    Liebe Grüße und
    Frohe Weihnachten,

    Bernd
     
  18. moffer

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    Erstellt: 23.11.08   #18
    Hi Bernd,

    fast 2 Jahre her - da hast du bestimmt ein paar Eindrücke vom Opus89 gesammelt. Was sagst du? Zufrieden?
     
  19. Astronautenkost

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    Erstellt: 23.11.08   #19
    Das Opus 89 ist ein wirklich gutes dynamsiches Mikrofon und eine Alternative zu den Top-Audix-Mikros. Da hier zwei Jahre nichts passiert ist, wird wohl kaum eine Reaktion kommen. Schick ihm besser eine PM.
     
  20. Bernd Neubauer

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    Erstellt: 03.12.08   #20
    Hallo Moffer,

    sorry für die späte antwort auf Deine Frage.

    Das OPUS 89 kommt bei allen sehr gut an. Vor allem die Sänger mit einer tiefen Stimme bevorzugen gegenüber dem TG-X 60 das OPUS 89, da man untenrum nicht so viel Lows hat.
    Es ist natürlich immer abhängig davon, was die/der Sänger bevorzugt und welches Mikro am besten passt.

    Liebe Grüsse

    Bernd
     
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