Wie ist es

von knoopas, 30.11.06.

  1. knoopas

    knoopas Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.11.06   #1
    Rhythmus passt bei der umsetzung! Kritk ist erwünscht in allen formen!

    Grüße,florin
     
  2. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 01.12.06   #2
    Hi florin,

    ein paar Anmerkungen:

    Wie ist es
    für ihn
    zu wissen,
    dass er bald gehen muss?
    Ob er es will oder nicht. das "es" könnte weg, geht aber auch so

    Wie ist es
    für ihn
    zu wissen,
    dass etwas in ihm ist,
    das sein äußeres zerfrisst?
    Ob er es will oder nicht. s.o.

    Und wie ist es
    für ihn,
    dass er weiß seine Zeit ist vorbei?
    Einerlei?
    Einerlei ist es nicht, dieses einerlei ist es nicht finde ich persönlich ein bißchen schwach als Ausdruck - es scheint ja um sein Leben zu gehen
    steht da nicht in seim Gesicht,
    ich will noch ein bisschen Zeit?


    Das neue ist alt,
    denn alt sein ist neu sein.
    Das innere Kindlein dieser Verkleinerungsform erinntert mich sehr an: lasset die Kindlein zu mir kommen - ich denke, das innere Kind reicht - es muss nicht ein Kindlein sein
    kommt wieder zum Vorschein.
    Und zählt all die Stunden,
    Minuten und Sekunden
    die vorbeiziehen.
    Das Lager ist fast leer. <- finde ich sehr klasse

    So lange her-
    rumgeirrt, die Zeit war egal.
    An das allerletzte Mal
    hat er vielleicht noch nicht gedacht?
    Noch so vieles unvollbracht,
    was er noch erreichen will?

    Wie ist es
    für ihn
    am Ufer
    zu stehen
    und nicht hinüberzukommen,
    auch wenn er es will?
    Das Wasser liegt vor ihm,
    ruhig und still. <-- finde ich auch sehr schön

    Vielleicht ist er ja schon im Kopf bereit
    für das Tauschen von sein gegen keinerlei weiteres
    Leid? Ist er bereit?
    Vielleicht wünscht er sich ja
    schon Brot und Wein?
    - Er hätte es verdient! Uff: zu dieser letzten Zeile sag ich noch was


    Ein starker Text finde ich!
    Gerade die Verbindung von ernsthaften Inhalt und einfacher Sprache finde ich sehr wirkungsvoll.

    Ich vermute, es geht um einen alten Mann/Vater, der weiß dass er sterben wird, aber nocht nicht wann. Ich vermute auch, da spielen persönliche Erfahrungen eine Rolle.

    Der ganze Aufbau - das Beobachten und Fragen stellen finde ich wirklich sehr klasse.

    Schon als ich den Text das erste mal gelesen hatte, habe ich mich gefragt, ob der Text nicht gewinnen würde, wenn er in der Du-Form geschrieben wäre:
    Wie ist es
    für Dich
    zu wissen,
    dass Du bald gehen musst?
    Ob Du willst oder nicht.

    Wie ist es
    für Dich
    zu wissen,
    dass etwas in Dir ist,
    das Dein äußeres zerfrisst?
    Ob er es will oder nicht.

    Das würde den Leser viel näher in diese Situation ziehen - es werde sofort die Fragen des Lesers daraus. Damit würde aber auch das Schwergewicht auf der inneren Situation des Sterbenden gelegt - und da weiß ich nicht, ob Du das möchtest.

    Überleg halt mal - wie gesagt: der Gedanke ist mir unmittelbar gekommen.

    Mit dem letzten Satz komme ich nicht klar.
    Bisher schilderst Du eine Situation - ganz wertfrei, beobachtend - und das genau schafft die Eindringlichkeit des Textes, imho.

    Die Leser kennen ja die Person nicht und sie wird nicht geschildert - was auch völlig unnötig ist, um der Situation, um die es geht, näher zu kommen.

    Im letzten Satz brichst Du dieses im ganzen Text durchgehaltene Prinzip mit dem: ich finde er hat es verdient. Nicht dass ich das bezweifelte - aber was fange ich als Leser damit an? Ich kenne ihn ja nicht und kann es nicht beurteilen - will es vieleicht auch gar nicht. Vielleicht ist auch wichtiger, dass ich mich das frage: Was bleibt, wenn ich gehe?

    Die ganze Zeit wirfst Du tolle Fragen auf - und zum Schluß gibst Du eine Antwort, mit der ich als Leser nichts anfangen kann.

    Also ich persönlich würde die letzte Zeile ersatzlos streichen - ich glaube, der Text gewinnt dadurch.

    Mit herzlichen Grüßen,

    x-Riff
     
  3. StayTuned

    StayTuned Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.12.06   #3
    gefällt mir bis auf die sache mit dem kindlein sehr gut.
    hoff auf ne gute umsetzung. würde mich interessieren..
     
  4. Benno _8)

    Benno _8) Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.12.06   #4
    Das geht unter die Haut. Inhaltlich sehr tiefgründig, sprachlich gut gelungen, mit vielen treffenden Metaphern. Die Reime ergeben sich fast zwanglos.

    Die Kindlein haben mich allerdings auch gestört, hier könnte auch ein überflüssiger Reim vermieden werden, der den verbliebenen (neu sein/Vorschein) eher abschwächt.

    Der Zeilenumbruch der letzten Strophe könnte umgestellt werden, um den Zusammenhang klarer zu machen.

    Die letzten zwei Zeilen passen nicht so recht, ich habe den Eindruck, daß hier noch schnell ein paar komplexe Gedanken eingebaut werden, die den Zusammenhang sprengen.
     
  5. knoopas

    knoopas Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.12.06   #5
    danke für die ausführlichen antworten :-)

    Vorne weg: Ja, es geht um einen ziemlich alten, krebskranken mann.
    Des mit du überleg ich noch ;-)
    Kindlein streich ich weg.

    letzte zeile: ja, die ist mir auch spontan eingefallen, und ich war mir auch nicht sicher, was ich damit anstellen soll und was von ihr halten. Ich glaube bei dem satz kommt es ziemlich auf die umsetzung an, die ihr demnöchst hoffentlich bekommt ;-) Aber vielleicht mach ich auch noch was neues.
    Es war mir halt etwas zu fragend....egal, mal gucken wir ihr es bei der umsetzung findet.

    und an benno 8)
    Warum findest du, das "vielleicht wünscht er sich ja schon brot und wein" viele neue gedanken reinbringt? fragt doch nur nochmal etwas ähnliches wie vorher.

    Grüße und danke für die antworten, florin
     
  6. Benno _8)

    Benno _8) Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.12.06   #6
    "Brot und Wein" kann eine Anspielung auf christliche Erlösungssymbolik sein, aber das erscheint mir noch etwas unklar.
     
  7. knoopas

    knoopas Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.12.06   #7
    ich meinte es einfacher, dass er sich sein letztes Mahl wünscht ;-)

    Grüße,florin
     
  8. KyOoooo

    KyOoooo Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.12.06   #8
    "Das neue ist alt,
    denn alt sein ist neu sein.
    Das innere Kind(lein)
    kommt wieder zum Vorschein.
    Und zählt all die Stunden,
    Minuten und Sekunden
    die vorbeiziehen.
    Das Lager ist fast leer."

    Den Teil finde ich supischön...insgesamt bringt der Text zum nachdenken... es hört sich traurig aber echt schön an...

    great job!!!

    lg Caren
     
  9. knoopas

    knoopas Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.12.06   #9
    danke ;-)
    mal gucken wann ich das ganze aufnehmen kann :-)

    Grüße,florin
     
  10. knoopas

    knoopas Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.12.06   #10
    sooo, ha die umsetzung schneller als erwartet ;-)

    hab versucht auch genau das in der musik umzusetzten...naja, eigtl. war ja die musik vorher komplett da und der text is zur musik geschrieben. Deswegen auch nich vollkommen "zwanglose" reime.

    So hoffe es gefällt. Aber wegen qualität: die ist leider immer noch sehr schlecht, da ich immer noch über ein billigstes gitarren multi ohne amp und boxen simulation aufnehme, sowohl gitte als auch gesang. Bass ist eine durch audacitiy eine oktave runter gemachte gitarre. Naja, nach weihnachten gibts wahrscheinlich n kleinen mixer und eventuell bessere soundkarte...und n großmembranmic? mal sehen.
    Gesangs spur is noch nicht fest, nur ungefähr...
    Hoffe es gefällt, kritik erwünscht,
    grüße,florin

    http://www.sharebigfile.com/file/29758/wie-ist-es.mp3.html
    PS: vielleicht find ich wieder noch nen netten drummer hier, der mir was dazu trommelt :-)
    PPS: universal hoster ist leider down, da kann man direkt anhören...
     
  11. Benno _8)

    Benno _8) Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.12.06   #11
    Das hört sich doch schon richtig gut an:great:. Text und Musk ergänzen sicht hervorragend, auch mit der rudimentären Besetzung gelingt eine Steigerung im Verlauf. Sicher bestehen noch Verbesserungsmöglichkeiten: das angesprochene Schlagzeug, das die Steigerung gut unterstützen kann, an einigen Stellen etwas mehr Ausdruck im Gesang und das Wunschequipment:cool:. Aber nicht übertreiben, das Stück lebt auch von seiner Schlichtheit.
     
  12. knoopas

    knoopas Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.12.06   #12
    die gitarren stimme ist auch schon fest, bass hab ich keine ahnung von, einfach irgendwas gespielt und schlagzeug würde die übergänge halt gut abrunden. Gesang höchstens n paar kleine veränderungen.
    Und traumequipment: das wirds wohl nicht, aber auf jeden fall ne akzeptable lösung.

    Aber schön das es dir gefällt.
    Grüße,florin
     
  13. knoopas

    knoopas Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.12.06   #13
    noch mehr meinungen zur umsetzung/text?

    Grüße,florin
     
  14. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 03.12.06   #14
    Yo - habe es gerade gehört.

    Also vorweg: diese Musikrichtung ist nicht mein Geschmack. Unter diesem Vorzeichen:
    Ich würde die verzerrte Gitarre am Ende ganz weglassen. Wenn dann am Ende eher sowas wie ein kleines Solo, von der Stimmung her wie in "Love hurts" - nichts aufregendes und keine Dudelei sondern einfach eine schöne Melodie-Linie.

    Du bist ja umsetzungsmäßig eingeschränkt, denke ich mal. Aber vielleicht wenn Du es arrangieren/organisiern kannst, kann ich mir gut vorstellen:
    < bundloser Bass der auch ein paar schöne Melodie-Linien und zusätzliche ruhige Stimmung reinbringt
    < Klavier kann ich mir sehr gut vorstellen
    < Geige oder Bratsch käme wunderbar
    < Slide-Gitarre

    Schlagzeug würde ich komplett rauslassen.

    x-Riff
     
  15. knoopas

    knoopas Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.07.08   #15
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