Wie kombiniert man Jazz-Akkorde???

von tsb.olaf, 26.07.08.

  1. tsb.olaf

    tsb.olaf Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.07.08   #1
    Also ich wollte mal wissen, wie man Jazz-Akkorde kombiniert. Dass man die Akkorde aus einer Tonart kombinieren kann ist klar, aber wie sieht es mit 7er und 6er akkorden aus und den anderen sonderfällen?
     
  2. drahekke

    drahekke Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.08.08   #2
    Hallo,
    ganz schön umfassendes Thema!
    am besten zu lernen in der Praxis, durch spielen von Jazz-Standards

    Wichtig ist der Quintenzirkel, Akkorde in "absteigender Richtung" (also immer ein # weniger bzw. ein b mehr, das ist die häufigste Akkordfolge) - Z.B. der Akkord c-e-(g)-bb zu f-eb-a ... oder ersatzweise der Wechsel von Dur auf Moll vom gleichen Grundton aus, z.B. der Akkord c-e-g-h zu c-eb-g-bb (letzterer hat die Funktion von F7, leitet zu Bb)

    Spiel mal die verminderte Quint e - bb und gehe mit beiden Tönen chromatisch abwärts,
    dazu kannst du zwei verschiedene Grundtonreihen spielen
    c - f - bb - eb ... oder f# - b - e - a ... (= jeweils im Quintenzirkel "abwärts", nur auf der gegenüberliegenden Seite)
    man kann auch zwischen beiden Grundtonreihen springen
    z.B. c - b - e - eb oder c - f - e - a
    C7 ist also durch F#7 ersetzbar, oder G7 durch Db7 usw. (die Quint ist dabei meist vermindert)
    Es gibt also auch eine chromatische Zusammengehörigkeit der Akkorde.

    Häufig sind Akkordsprünge um eine kleine Terz nach unten oder oben: z.B. C - A7 - d7 - G7 oder C - Eb7 - d7 - G7 (ob zu A7 oder zu Eb7 ist harmonisch ähnlich, - siehe oben)
    statt A7 kann da auch C#o7 oder sowas stehen (dass also der Grundton chromatisch nach oben geht C - C#o7 - d7 - G7

    die Akkorde, die eine kleine Terz auseinander sind, sind verwandt (siehe Dur und parallele Moll), man kann u.U. einen durch den anderen ersetzen

    Häufig sind auch Sprünge um einen Ganzton nach oben (= Ersatz für den Quartsprung nach oben, kleine Terz tiefer)

    natürlich gibt es noch andere Arten von Akkorden, z.B. die Akkorde mit übermäßiger Quint
    oder die Non-Akkorde, 11- und 13-Akkorde (durch Erweiterung der Akkorde um die None (z.B. C79-) ergeben sich Akkorde, die wie Kombinationen von zwei Akkorden sind: C + Eo)
    usw.

    Soviel für heute.
    Viel Spaß beim Ausprobieren
    Gruß Ekkehard
     
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