Wie schwer ist neoklassische Musik/Fingerstyle auf der Gitarre?

Die Antworten werden sich nicht großartig ändern. Was den Stil betrifft Fingerstyle mit vielen leichten Jazzelementen aus der Richtung easy lissening. Deutlich einfacher gesetzt als das vorherige Stück. Aber unwesentlich, was den Zeitfaktor angeht.

Die Akkorde sind hier weniger aufwendig, aber die wollen auch erst mal gelernt werden.
Im einzelnen vielleicht nicht so schwer, aber die Fülle an Lernstoff, die du dafür benötigst, braucht eben Zeit.

Wieviel Zeit man dafür braucht, ist sehr individuell. Was ich in 5 Jahren gelernt habe, (was langsam ist, da ich kein gutes Konzept gehabt habe und mich noch für 1000 andere Sachen interressierte), bringe ich anderen in ein bis zwei Jahren bei (bei gemächlichen Tempo). Ein ausgebildeter bzw. studierter Lehrer sogar noch schneller oder genauso schnell, aber besser.

Was du hier gemacht hast: du hast grob deine Richtung festgelegt. Fang einfach an, und schaue selbst, wohin es dich letztlich führt. Und backe anfangs kleinere Brötchen.
 
Wie viel du da sieht, schockt mich als außenstehender.

Was "schockt" dich daran?
Wie gesagt: Ich spiele relativ lange, habe Gitarre an der Uni (auf Lehramt, das ist nicht ganz so krass, wie ein künstlerisches Studium, aber muss man halt auch erstmal machen..) studiert und hab über 10 Jahre als Gitarrenlehrer gearbeitet.
Natürlich entwickelt man da ein gewisses Verständnis von Komplexität des Stückes: Ich sehe die Griffe und kann grob sagen, was daran kompliziert ist.
Ein Beispiel: Nimm das Sungha Jung Video und halte es bei 2:16 an.
Da ist ein Griff, wo der Ringfinger die unteren drei Saiten abdeckt. Dazu muss er "gegen das Gelenk" geknickt werden. Das ansich ist schon eine recht fortgeschrittene Technik. Dazu wird aber gleichzeitig noch auf der zweitobersten Saite mit dem Mittelfinger gegriffen, was den Winkel für den Ringfinger nochmal komplizierter macht. Als wäre das noch nicht genug, wird der Zeigefinger zwei Bünde weiter eingesetzt, was eine Überstreckung ist (wenn man quasi einen Bund beim Greifen "überspringt"). Dazu müssen Zeigefinger und Ringfinger individuell sehr bewegbar sein und die Muskulatur für die Spreizung überhaupt erstmal aufgebaut werden. Diesen Griff wirklich schnell und so sauber aufzusetzen, dass wirklich alle Saiten sauber klingen ist echt schwierig.
Und das ist nur einer von mehreren wirklich anspruchsvollen Griffen in dem Song.

Ich hätte da noch ein Video selbe Stück, aber andere Person. Könntest du das bitte auch bewerten?
Wie mjchael schon sagt: Das ist nicht dasselbe Arrangement. Kann man schon direkt direkt daran erkennen, dass es nur halb so lang ist. Der Gitarrist spart sich den deutlich komplexeren zweiten Teil des Liedes.
Stellen wie die Harmonics würden auf der klassischen Gitarre, die er benutzt auch wirklich schwierig umzusetzen sein.
Dazu vereinfacht er viele der Griffe. Vergleiche z.B. 1:56 bei Sungha Jung mit 2:03 bei John Ilkenhons. Die Melodie ist die gleiche, aber er verzichtet auf viele zusätzliche Töne, damit das ganze spielbar bleibt. Auf der klassischen Gitarre sind diese Griffe, wo ein Finger 3 Saiten abdeckt super schwierig, weil die Saiten viel weiter auseinanderliegen und die Finger dann einfach nicht groß genug sind.

Aber auch hier: Man merkt, dass John da weiß was er macht. Die Melodie trägt schön und ist permanent lauter als die Begleitung. Er unterstützt das häufig durch so Mini-Vibratos, was auf der klassischen Gitarre ein guter Weg ist Töne zu exponieren.
Es ist aber ein vergleichsweise simples Arrangement ähnlich diesem hier: https://www.songsterr.com/a/wsa/joe-hisaishi-spirited-away-ost-one-summers-day-tab-s389617t0
Da sind nur 2-3 mittelmäßig schwierige Griffe drin udn die Tabulatur macht es schwierig zu erkennen welche denn nun die Melodietöne sind, aber das könnte ich sicherlich mit 8-10h Übezeit quasi fehlerfrei vorspielen, wenn ich mir die Mühe machen würde für ein paar Stellen Fingersätze zu schreiben und einige Stellen würde ich umsetzen, weil ich die etwas sinnfrei arrangiert finde, aber im Großen und Ganzen ist das ein nettes kleines Arrangement.
Ist aber bei weitem nicht mit dem von Sungha Jung vergleichbar. Vor allem was die Wirkung betrifft.

Der John Ilkenhons hat auf jeden Fall einen guten Teil "klassische" Musik gespielt, ich bin mir aber nicht sicher, ob er eine klassische Ausbildung hat.
Seine Haltung wirkt auf mich etwas verkrampft und die Technik der rechten Hand lässt auch noch Luft nach oben. Er spielt häufig Tonwiederholungen mit demselben Finger. Mag sein, dass er das aus klanglichen Gründen macht, aber da verschenkt er mMn Potenzial.
Beispiel: Wenn bei 0:12 die Melodie (vier Tonwiederholungen) einsetzt, spielt er alle Tonwiederholungen mit dem Ringfinger. Das ist irgendwie unglücklich, weil es leicht unregelmäßig wird und außerdem sind alle Töne gleich laut. Das ist aber nicht korrekt. Die letzte, vierte Tonwiederholung müsste eigentlich lauter gespielt, weil dort eine Betonung im Takt liegt. (Sungha Jung spielt übrigens die Tonwiederholungen überhaupt nicht. Eine vergleichbare Stelle findet sich bei ihm aber bei 1:39 mit einer dreifachen Tonwiederholung, wo er dann den entsprechenden Ton mit der Betonung auch laut spielt.)
Was ich John aber zugute halte, ist, dass er sich viele Gedanken über den Sound macht. Das fängt schon dabei an, dass er mit Nägeln spielt. Auch wenn sein Ringfinger nicht sauber gefeilt ist und an manchen Stellen "hakt".
Aber er hat hier eine Dimension im Sound, die vielen Gitarristen vollkommen verschlossen bleibt.
Ich finde das ein sauber gespieltes Stück. Aber die Komplexität und Interpretation ist bei weitem nicht auf Sungha Jungs Niveau

Wie sollte ich anfangen um genau zu diesem Punkt zu kommen was ich lernen muss ohne Umwege?

Es wird immer Umwege geben. Fang doch erstmal überhaupt an. Wenn du dir einen Lehrer suchst, wird der dir sicher Vorschläge machen und Material geben.
Das hängt alles ein bisschen von dir und deiner Person ab. Manch einer übt gerne stundenlang Tonleitern, mich kannst du mit sowas jagen. Ich spiele dann lieber Etüden.
Dir fehlen aber einfach noch so viele Skills, dass es egal ist, womit du anfängst. Du bist erstmal immer auf dem richtigen Weg.
Such dir irgendetwas wo du Spaß dran hast.
Deine Frage ist so ein bisschen wie wenn jemand der nicht lesen oder schreiben kann fragt: "Wie schreibe ich einen Roman, der in den Bestseller-Listen landet?"..
Man kann das nicht beantworten. Jeder muss seinen Weg finden und es gehört mehr dazu als reine Technik. Aber erstmal die Buchstaben lernen wäre sicher ein Anfang.

Für die Musik:
Du braucht Technik: Fingerfertigkeit, Muskelaufbau, Gedächtnistraining, Musclememory, Reflexe, Haltung, etc... Es ist egal an welchen Stücken du das übst. Jede Übung hilft dir weiter.
Du brauchst Wissen: Über musikalische Strukturen, etc. Als ich eben diese simple Arrangement gespielt hab, sehe ich in der Tabulatur Betonungen, die da nicht explizit drinstehen, aber ich weiß dass sie da sind. Ich sehe Akkorde, ich sehe Griffe, ich sehe, dass dort Pausen fehlen und Tonlängen nicht korrekt eingezeichnet sind, weil sich der Arrangeur nicht die Mühe gemacht hat mehrere Stimmen zu differenzieren, ich sehe Zusammenhänge, Auftakte, ich sehe die Melodie (meist) und ich sehe die Begleitung. Ich sehe verschiedene Lautstärken. Das steht da alles nicht explizit drin, aber mit Erfahrung "weiß" man solche Dinge.
Du brauchst einen Plan von dem Stück: Wann man mal "anhält", wann man den Sound verändert: Vom Spielen an verschiedenen Positionen auf der Gitarre bis hin zu Dingen die Sungha Jung macht, wo er über den Winkel mit dem sein Finger anschlägt den Sound von hart bis weich verändern kann.
... und und und..
Man lernt da nie aus.

Wenn du sowas in der Art spielen willst, ist sowas wie eine klassische Gitarrenschule sicher nicht verkehrt. Auch die schon empfohlenen Bögershausen-Sachen sind sicher gut. Ich persönlich mag auch viele (Irish) Folk Arrangement.
Aber du brauchst auch was, wo du erstmal die Grundlagen aufbaust: Wo ist welcher Ton auf der Gitarre, wie schlage ich richtig an.. und und und..
Wenn du dir einen Lehrer suchst, lass ihn einfach seinen Job machen. Dazu ist er da. ;-)
 
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@Disgracer da gibt es nichts mehr hinzuzufügen. Kann ich bei dir lernen? :D

8-10 h für diesen Tab als erfahrener Musiker wow.

Mein Bruder spielt seit 3 Jahren Klavier und sagt, das er das Stück in 2-3 h meistern kann.
Gitarre scheint wirklich anspruchsvoller als das Klavier zu sein...
 
Ach... der Thread ist doch Kindergeburtstag.

Wie lange brauchtet ihr für den Führerschein? Wie lange für den Schulabschluss? Das ist alles individuell und eine Frage von Motivation, Ehrgeiz und was mir hier bissher fehlt: SPASS am lernen eines Instruments; Schei$ egal, ob Klavier, Geige oder Darmflöte. Jedes Instrument hat seine Besonderheiten und keins ist leichter oder schwerer zu erlernen... Nur anders.

Man sollte als Einsteiger einfach erst mal Schritt für Schritt das Laufen lernen … nicht sich Gedanken über den zehnten oder zwanzigsten Schritt machen …
Wer den zweiten Schritt vor dem ersten macht, kommt gar nicht ins Laufen sondern fällt auf die Schnauze.
Voll auf die Zwölf getroffen. Der Weg ist das Ziel :great:
 
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Mein Bruder spielt seit 3 Jahren Klavier und sagt, das er das Stück in 2-3 h meistern kann.

Auch hier: Auf welchem Niveau?
Die reinen Töne vom Blatt reproduzieren?
Oder wirklich eine durchdachte Interpretation?
Alleine das Durchdenken und Ausprobieren etc würde mMn länger als die 2-3h in Anspruch nehmen. Selbst wenn man das vom Blatt spielen kann.
Wie man ein 5 min Stück in 2h auswendig lernen will, möchte ich gar nicht wissen. Das sind ja maximal 24 Übedurchgänge..
Aber wenn er nur 2-3h braucht: Macht euch doch den Spaß und nehmt es auf. Er bekommt 3h Zeit und dann drückt ihr auf den Aufnahmeknopf. Ein Versuch. Und dann hört ihr euch das an und entscheidet, ob das für euch schon "gemeistert" ist.
Ich bin da eher skeptisch..

Gitarre scheint wirklich anspruchsvoller als das Klavier zu sein...

Zwei vollkommen unterschiedliche Instrumente.
Im Studium muss man zwangsweise auch Klavier spielen. Die reine Anschlagstechnik ist wesentlich simpler. Jeder kann einen schönen Ton auf dem Klavier spielen. Muss man nur die Taste runterdrücken.
Bei der Gitarre muss man sauber greifen, mMn muss man vernünftig gefeilte Fingernägel haben und dann den richtigen Winkel zum Anschlagen mitbringen. An der richtigen Stelle der Saite.
Gitarre ist wesentlich filigraner und es geht leichter soundmäßig was schief: Schnarren, falsche Tonhöhe durch zu feste Aufdrücken etc.
Beim Klavier ist dafür die Koordination der beiden Hände deutlich komplexer, weil man zwei unabhängig voneinander operierende Geschichten hat. Bei der Gitarre arbeiten beide Hände immer zusammen. Das verlangt andere Denkmuster und weniger "Zweiteilung" des Gehirns.
Von der Gitarre kommend empfand ich Klavierspielen daher als ziemlich kompliziert, da sehr gegensätzlich. Meine Fingernägel haben extrem gestört, weil viel Kontrolle verloren geht usw.. Zudem ist es nervig, wenn man versteht wie die Musik klingen soll, aber die Technik nicht da ist..
Aus mir ist kein doller Pianist geworden ;-)
Aber ich bin auch immer wieder beeindruckt, wie schnell viele Kinder Stücke auf dem Klavier spielen können und es hört sich wirklich nach was an. Bei der Gitarre dauert das wesentlich länger. Von der "Imposanz" her ist Klavier ein deutlich beeindruckenderes Instrument als die Gitarre. Zumindest empfinde ich das so.
 
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@Disgracer Ich mag deine ausführlichen Antworten. Man merkt, das du Wissen vermittelst.
Zu meinem Bruder, der meinte das er in dieser Zeit das Stück lernen kann, aber nur rein, was da an Noten stehen. Ohne rein Interpretationen.
Das Tab Stück dauert 3 min.
Das Original auf dem Piano 4:30min.
Zudem sagt er mir, das er das Stück schon kennt (Ist in einem Animefilm), aber noch nicht gespielt hat.
Sieht so aus als ob er die Herausforderung annehmen will.
Aber er verweißt nochmal, das er rein vom Blatt liest oder nicht mehr und nicht weniger auswendig lernt.

Hir das Original:

 
Zuletzt bearbeitet:
Zu meinem Bruder, der meinte das er in dieser Zeit das Stück lernen kann, aber nur rein, was da an Noten stehen. Ohne rein Interpretationen.

Aber da fängt es für mich halt erst an..
Auch zeitmäßig.

Das ist als ob du dir das Bild ausdruckst, ausmalst und behauptest du hättest die Mona Lisa gemalt: https://i.pinimg.com/originals/f9/da/4c/f9da4c9ac6e457b3aaf3186c5961c958.jpg

Ja.. jeder erkennt was es sein soll, aber es ist halt doch nen Unterschied ob du Buntstifte nimmst oder Ölfarben, Papier oder Leinwand, Pinsel oder Stifte.
Das eine hat einen gewissen Ausdruck, weiche Übergänge, Texturen, Koloraturen etc.
Das andere ist eine simple Reproduktion der wesentlichen Merkmale ohne dass man sich Gedanken über die Idee des Ganzen gemacht hat.
Ja, die Zuschauer/Zuhörer erkennen es wieder und wissen was gemeint ist. Aber der Kunstkenner hat da eben einen anderen Blick drauf.

Was aber nicht heißen soll, dass es nicht absolut okay ist auch so ein Ausmalbild zu nehmen, wenn man einfach Spaß da dran hat.
Aber es gibt eben ganz verschiedenen Ebenen auf denen man so ein Musikstück wahrnehmen kann. Und manchen unerfahrenen Leuten bleiben viele solcher Ebenen halt einfach auch verschlossen.
Auch hier wieder: Das ist vollkommen natürlich und in Ordnung. Nicht jeder hat ein Musikstudium hinter sich.
Jeder hat sein Wissen und seine Stärken. Ich wollte anfangs einfach nur darauf hinweisen, dass die häufig genutzte Beschreibung von "Ich kann das Stück spielen" sehr unterschiedliche Bedeutungen haben kann, je nachdem von welcher Seite man darauf guckt.
Aber man kann sich auch bewusst sein, dass es da Dinge gibt, über die man vielleicht noch nicht nachgedacht hat.
Ich mache in meiner Freizeit zum Beispiel gerne so Grafiksachen am Rechner. Und manchmal bin ich dann schon total zufrieden und denke wie schön das doch geworden ist. Und dann zeig ich das einem Freund von mir, der in ner Druckerei gelernt hat und der sieht dann Dinge auf die ich nicht ansatzweise geachtet hab. Frakturen von Schriften, Druckbarkeit, Farbschemata etc. Alles Wissen das mir total fehlt und das ich mir auch so schnell nicht aneignen werde.
Macht mir Spaß, aber ich weiß auch, dass ich kein doller Grafikdesigner werde, wenn ich da nicht viel Zeit investiere um mir Wissen anzueignen. Und das ist auch okay.

Und dasselbe gilt eben auch für Musik: Man kann sich total daran erfreuen was man geschafft hat. Aber wenn man realistisch ist, kann man auch anerkennen, dass es da Leute gibt, die interpretatorisch ein ganz anderes Niveau haben als man selbst.

Und um ein Beispiel zu geben, wieviel Zeit so etwas einnehmen kann:
In meiner Gitarren-Abschlussprüfung hab ich ein 45 Min Programm gespielt.
Um die Noten spielen zu können hab ich grob nen Monat gebraucht. Für eine ordentliche Interpretation danach dann nochmal locker über ein halbes Jahr.
Das Verhältnis von "Noten abspielen können" zu "Mit guter Interpretation vortragen" ist für mich eher bei 1zu10.
Also wenn ich eine Woche brauche, um die Noten spielen zu können, brauche ich vllt 10 Wochen bis da eine vernünftige Interpretation bei rumkommt.
Natürlich abhängig vom Stück etc. Aber ich hab auch schon an einzelnen Takten mehrere Tage lang geübt, bis es wirklich so klappte wie ich wollte.
 
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Es genügt einfach nicht, ein Stück nur Note für Note fehlerfrei zu spielen - bei KEINEM Instrument.
Damit ein Stück wirklich klingt, zu leben beginnt, muss man ihm dieses Leben einhauchen …
Und das Gefühl dafür zu entwickeln und umsetzen zu können braucht Zeit … wie jede Entwicklung.
 
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ich würde gerne Gitarre spielen lernen (mit Lehrer).

Man sollte als Einsteiger einfach erst mal Schritt für Schritt das Laufen lernen … nicht sich Gedanken über den zehnten oder zwanzigsten Schritt machen …
Wer den zweiten Schritt vor dem ersten macht, kommt gar nicht ins Laufen sondern fällt auf die Schnauze.

Mehr ist zu der Ausgangsanforderung wirklich nicht zu sagen. Ob oder ob nicht Du die für das Erlernen irgendeines Instruments nötigen Grundvoraussetzungen hast, wird erst die Praxis zeigen.

Aber alles hilft nichts, wenn Du hier weiter versuchst, durch immer wieder abgeänderte Fragen zum Ziel zu kommen. The proof of the pudding is in the eating oder, um es neudeutscher auszudrücken, "weniger quatschen, mehr machen".

Du wirst nicht eine einzige musikalische Erfahrung machen, wenn Du nicht endlich anfängst. Such Dir einen Lehrer und leg los. In der Musik ist im Übrigen auch der Weg schön und erlebenswert und genau so wichtig, wie eine Zielmarke.

Wenn Deine Begeisterung so groß ist, dass Du vom Aufwachen bis zum Zubettgehen mit der umgeschnallten Gitarre durchs Haus läufst und Dir alles andere egal ist (auch wenn Deine Kumpels feiern wollen oder Deine Freundin meckert), ... selbst dann kann Dir niemand sagen, wie lange es bei Dir dauert. Lediglich, dass es sicherlich erheblich schneller geht, als wenn Du mit Mühe, Not und Widerwillen einmal die Woche ein halbe Stunde investierst.

Das Ende von diesem Lied: Hör auf zu theoretisieren. Falls eher Star Wars Dein Ding ist: Do or do not. There is no try.:nix:
 
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Ja, aber rein hypothetisch, ich nehme Gitarren unterricht. Wie lange bräuchte ich, um das Stück spielen zu können ?
Hört sich richtig schön an :)
Öhm, du..... Ich würde sagen, wir machen mal 5-10 Stunden Unterricht zusammen und ich schätze dann ganz grob ein, wie lange du dafür benötigen wirst.
Irgendwo zwischen "ein paar Stunden" und "vielleicht bis 2050"wird die Antwort liegen:rolleyes::D
Noten lernen ist aber zwingend für so welche Stücke? Könnt ich dann an die Kurse dran hängen.
Noten lernt man beim Musik machen, nicht Nebenbei.
Du lernst ja auch nicht kochen getrennt von würzen... ;)
Backstein123s Aufnahme da oben würde ich persönlich (und das ist überhaupt nicht böse gemeint, ich schätze ihn sehr und finde es super, dass es hier so ne Aufnahme zur Verfügung stellt!!) noch in eine der ersten beiden Kategorien einordnen wollen.
Schon okay :D
Wie gesagt, das war ne Stunde Arbeit insgesamt mit aufnehmen.
Ich fand es damals nur lustig, weil das Stück wohl in Twilight (oder ähnlichen) vor kam und die Mädels so darauf abgefahren sind .
Das ganze hat sich mir aber schon beim ersten Hören als "nicht zu kompliziert" erschlossen, guter Unterricht macht halt den Unterschied:great:
Allerdings war es mir auch nicht so wert, dafür mehr als diese Stunde zu investieren.

Mein Bruder spielt seit 3 Jahren Klavier und sagt, das er das Stück in 2-3 h meistern kann.
Ich hab jetzt seit 5 Jahren keine Gitarre angefasst, spiele aber schon 4 Jahre Klavier, nach der Logik müsste ich es in 1-2 Std schaffen:rolleyes:

Es gibt (vielleicht "leider ") keinen Zeit Maßstab für Musik.
Wie lange du für ein Stück benötigst, da kommen so viele Faktoren zusammen dass man überhaupt nicht sagen kann "ne Woche" oder "4 Monat".
Vieles hängt von Stück, von der Musikalität und auch vom Interesse ab.

Ich hab zb gerade von Beethoven die f Dur Sonatine abgeschlossen und das ganze Stück hat mich insgesamt 6 Wochen, a 1 Stunde üben pro Tag, gekostet.
Mein Lehrer hat es für ganz gut befunden, obwohl ich selbst sehr unzufrieden bin was Musikalität und Tempo angeht.
Andere Stücke "fresse" ich in 14 Tagen obwohl diese manchmal technisch schwieriger sind als besagte von Beethoven.
Woran liegt das? :gruebel:
Vielleicht will mir das schnelle tempi nicht so liegt? Weil es mir (bis auf den zweiten Teil des Rondo :love:) nicht soooo gut gefällt?
Vielleicht ist F Dur auch nicht meine Tonart?

Ich kann da jetzt natürlich sagen "Peter, du hast jetzt 10 Sonatinen gespielt, dafür hast du insgesamt X Stunden benötigt.
X Std/ 10 Sonatinen = Y Std im Durchschnitt pro Sonatine".

Nur was hätte ich davon?
Die nächste wird mich vielleicht nur 14 Tage oder aber 8 Wochen beschäftigen.
Alles kostet genau so viel Zeit, wie es dauert bis die gefällt (oder in meinem Fall, dein Lehrer Sagt "ist gut, lassen sie es einfach mal liegen" :D)

Ich kann dir nur raten ;

Guter Unterricht lässt dich Zeit sparen und bringt dich viel schneller ans Ziel:great:
 
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Grundsätzlich ist es ja erst einmal nicht falsch, Ziele zu haben. Und so mancher wird wohl mit dem Erlernen eines Instruments begonnen haben, weil er oder sie gedacht hat: "Das will ich auch (irgendwann mal) spielen können!"

Ich beobachte allerdings - insbesondere bei jungen Menschen - schon seit vielen Jahren eine völlig desorientierte Vorstellung davon, was man selbst dazu tun muss, um in irgendetwas wirklich "gut" zu werden.
Viele möchten etwas KÖNNEN, geben aber schon nach kurzer Zeit auf, wenn sie merken, dass das dazu auch ein bisschen Durchhaltevermögen und schlicht Arbeit notwendig ist.

Befeuert wird diese Einstellung durch diverse unsägliche Fernsehformate, in denen scheinbar(!) völlig unbedarfte Nobodys über Nacht zu Superstars werden. Das wollen viele andere dann auch - allerdings ohne sich dafür groß anzustrengen oder Zeit zu investieren, die man ja viel "sinnvoller" zum nächtlichen Zocken oder Partymachen einsetzen könnte ;)

Ich denke, dem Fragesteller ist mit der Formel Zeit / Aufwand x Talent gedient. Um die Zeit zum Erlernen eines Instruments zu verkürzen, braucht man also entweder extrem großes Talent (haben die wenigsten), sehr viel Zeit (üben, üben, üben) oder eine gesunde Mischung aus beidem.
Alle Fragen dazu, wie lange er dazu braucht, um das Stück XY spielen zu können, werden dadurch beantwortet.

Und wie schon geraten wurde: Einfach mal anfangen und schauen, ob es überhaupt Spaß macht und wie es läuft. Alles Weitere ergibt sich dann (fast) von selbst.
 
Hallo
Eventuell nutzt dir das Stück was für den Anfang. Leichtes Solostück gezupft mit Daumen (p) Zeige (i) und Mittelfinger (m)

 

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