Wie sieht euer Songwriting aus?

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ChasmofmySoul
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Mein Workflow der sich für mich über die Jahre am ehesten erwiesen hat sieht wie folgt aus:

Es startet immer mit einem Riff, einer Idee oder einer Stimmung die ich transportieren will und dann setze ich mich in das spartanisch ausgelegte Homestudio.
Ich nehme den ersten Riff auf, überlege mir das Arrangement und spiele eben Lead, -Rhythmusgitarre und Bass ein und programmiere entweder Drums dazu oder ziehe mir etwas aus der Library.

Nach und nach füge ich Parts und Übergänge hinzu und arrangiere diese.
Am Ende habe ich dann ein Grundgerüst oder schon einen fertigen Song.

Wenn mir gefällt was ich gemacht habe, bringe ich es in die Probe mit und ggf. wird es wieder zerpflückt, wir fügen Spuren und Parts der anderen Musiker hinzu und arrangieren um bis jeder mit dem Ergebnis zufrieden ist.
Die Aufnahme die dann daraus entsteht, ist die Grundlage für den Song und wir proben ihn dann Live im Proberaum zusammen.

Vorteile dieser Methode:
  • Die Ideen kommen irgendwie automatisch und man kommt von dem einen aufs andere
  • Ich kann effizient und alleine zuhause an Songs arbeiten
  • Man hat einen schnellen Eindruck davon wie es im Bandgefüge klingt
  • Die Parts lassen sich einfach markieren und umarrangieren
  • Mit einer Cloudlösung und dem nötigen Equipment ist es auch für mehrere Musiker möglich remote an einem Projekt zu arbeiten
Nachteile dieser Methode:
  • Möglicherweise fühlen sich manche Mitmusiker ein wenig ausgegrenzt
  • Man muss bock haben sich mit den technischen Möglichkeiten und Optionen auseinanderzusetzen (ggf. auch Drums programmieren)
  • Manche Musiker ist dieses Vorgehen ein wenig zu analytisch und der Flow fehlt ein wenig
Wenn ich an meinem Soloprojekt arbeite ist diese Variante sowieso die beste Lösung für mich.
Mit meiner Band sind wir letztendlich auf den Schluss gekommen, dass Songs an denen mehrere Personen von Grund auf arbeiten zu weit auseinander gehen und zu viel auf einmal wollen.
Daher haben wir uns vor einiger Zeit dazu entschlossen mit dieser Variante zu arbeiten.
So schreiben wir beide Gitarristen und teilweise auch unser Bassist die "kompletten" Songgerüste und arrangieren sie dann zusammen, damit auch jeder seinen Senf und seine Parts dazu geben kann und mit dem jeweiligen Song zufrieden ist.
 
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KickstartMyHeart
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Ich hab noch keinen Song zu Ende gebracht.
Das mag aber vielleicht gar nicht an Dir liegen. Du kannst einen Haufen knackiger Riffs und großartiger Hooks komponieren können und trotzdem nie jemanden finden, der einen Deiner Songs hört. Der Prozess des Songwriting gliedert sich mindestens in die beiden Disziplinen "Komposition" und "Arrangement" auf. So wie Du es beschreibst, brauchst Du einen "Wingman", der das was Du komponierst, auch songdienlich "anordnen" kann. Nicht jeder bzw. die wenigsten Musiker können wirklich beides. Wir erinnern uns: Kirk Hammett hat seinerzeit sein iPhone mit Songideen verloren - nicht sein iPhone mit fertigen Songs! Es mag sein, dass die ganz großen Smashhits im Stück innerhalb von 15 Minuten aus der Feder geflossen sind. Aber 99,9% der Songideen mit denen auch große Stars ins Studio gehen, durchlaufen noch multiple Iterationen und haben in vielen Fällen am Ende nicht mehr viel mit dem Startpunkt zu tun. Nimm nur mal den "Gesamtkomplex" Toto - jeder Produzent/Komponist wusste, dass er mit dieser Mannschaft lediglich eine ganz raue Idee hinwerfen musste, um einen Top Ten Hit von den Jungs zu bekommen. Nicht jeder heißt aber Porcaro, Paich oder Lukather.

Wichtig ist, Du hast die Ideen schon mal geschaffen. Du brauchst Deinen musikalischen Zwilling (Steven Tyler/Joe Perry, Axl/Slash, John/Paul, ...).
 
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RoboHackfeld
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Ich tue mich auch nach vielen Jahren in denen ich mal mehr mal weniger aktiv Musik mache noch immer schwer mit dem Songwriting.
Oft ist es bei mir jedoch so, dass ich zumindest mal ein Riff habe. Dieses wird dann meist einfach in Guitar Pro einprogrammiert und dann oft Tage oder Wochen nicht angrührt. Irgendwann setze ich mich dann hin und überlege, wie kann ich daran weiter arbeiten. Was geht vorher, was kann man noch dahinter packen.

Meistens muss ich mich aber bei den Fähigkeiten eines Kumpels bedienen. Er bringt dann weitere Ansätze hiniein mit denen ich dann weiter mache.
Alles was von meiner Seite zu diesem Riff hinzukommt wirkt oftmals sehr erzwungen.
So zumindest bei Metal Geschichten.

Seitdem ich mich mehr und mehr abseits der Band mit Postrock beschäftige musste ich feststellen, dass mir das einfach besser liegt. Da gehen meine ersten Ideeen oftmals zumindest mal über ein Riff hinaus, eins kommt zum anderen und auf einmal sind da 5:30 Min in der Kiste.

Im Grunde ist es bei mir aber immer: Ausprobieren, ausprobieren, ausprobieren. Was klingt gut? Was passt? das bleibt.
 
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Wechselschlag
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Was bei mir noch dazu kommt: Manchmal läuft es eben ziemlich gut oder zumindest über weite Strecken gut, so daß ich zumindest ein paar Parts oder sogar fast einen ganzen Song zusammenbekomme. Manchmal hakt es aber entweder an einer bestimmten Stelle oder ich komm generell nicht weiter. Ich höre mir dann den "Song" oft sehr oft an, zB im Auto (aus der Cloud eben) oder auf dem Handy, immer mal wieder mit Abstand, und irgendwann denke ich mir dann "ah Moment da würde doch das oder das gut passen". Manchmal passt es dann eben doch nicht - aber irgendwann hat man das dann doch geknackt.
 
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Schafschaf
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Krass wie verschieden ihr ans Songwriting rangeht. Bei meinem Songwriting ist der Looper mein Freund. Wenn mir ein Riff einfällt, loope ich es ein und spiele dann Melodien, Kontrapunkt oder was mir sonst so einfällt und für mich sinnig erscheint. Das Gleiche mache ich auch für die Bassline. Das Ganze pflege ich dann im GP ein, das dient dann dem Rest der Band als Diskussionsgrundlage und demnach verändert sich der Song dann auch.
Vom Schlagzeug hab ich keine Ahnung, da mach ich dann nur eine rudimentäre Drumspur rein, damit man ungefähr weiss was gemeint ist, und lass den Drummer sein Ding machen.
 
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hair_energizer
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Moin,

Also, wie macht ihr das?
Mein perfekter Ansatz waere, erstmal die Lyrics zu schreiben und einzusingen. Aber es macht halt nicht so nen Spass. Wenn die Gesangslinie passt, dann passt eigentlich immer alles. Man mag vom Riffing ueberzeugt sein, aber wenn man nix drauf singen kann, dann isses einfach nicht ansprechend, egal was man noch am Song macht. Geile Riffs verleiten natuerlich auch zu guten Lyrics, aber ich denke, der Koenigsweg ist, wenn man den Song Gesangstechnisch schon vorgeben kann. Das passiert aber seltener.
 
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DarkStar679
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Ich glaube, es ist einfacher Gesang an ein cooles Gitarrenriff anzupassen, als ein Sinn machendes Gitarrenriff an einen Gesang
 
OliverT
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... das kommt drauf an ob Du Sänger oder Gitarrist oder beides gleichwertig bist ;)

Normal schreibe ich auch einen Riff zuerst, aber habe auch schon eine Gesangsmelodie im Kopf gehabt und dann dazu einen Riff entwickelt.
 
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ich bin in dem stadium in der regel noch ganz weit weg von jeglichem gesang.
ich versuche erst mal die instrumente gut klingen zu lassen und pfusche dann etwas gesang dazu.
 
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hair_energizer
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Ich glaube, es ist einfacher Gesang an ein cooles Gitarrenriff anzupassen, als ein Sinn machendes Gitarrenriff an einen Gesang
Vielleicht falsch verstanden. Ich meine schon, dass der Saenger nach Klick und Synth oder so eingesungen hat. Wenn das an sich ne geile Gesangslinie ist, dann muss man mit der Gitarre nur noch die Akzente setzen. Ich bleibe dabei, eine gute Gesangslinie ist mindestens schon mal die halbe Miete. Je nach Genre ist das hier und da eher weniger ueblich, aber es ist einfach schon mal ein super Ansatz, wenn der Gesang alleine schon ein "Ohrwurm-Fundament" baut. Zumindest im Chorus. Ich mache es selbst leider auch fast nie so, einfach zu faul. Aber spaeter raecht sich das, wenn man dann die Gesangslinie draufsingen will und merkt, da beisst sich was, muesste eigentlich ne andere Note sein (oder anderer Rhythmus).
 
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abolesco
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Ich bleibe dabei, eine gute Gesangslinie ist mindestens schon mal die halbe Miete. Je nach Genre ist das hier und da eher weniger ueblich, aber es ist einfach schon mal ein super Ansatz, wenn der Gesang alleine schon ein "Ohrwurm-Fundament" baut.
Seh' ich auch so, obwohl wir es mit der Band meist auch andersrum gemacht haben.
In einem älteren Metal-Lehrbuch habe ich mal gelesen, dass es auch gut kommt schon beim Riffschreiben zu singen, auch wenn es nur ein Pseudotext in Denglisch ist.
 
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Stop!
Keiner muss hier irgend jemand anderen davon überzeugen, dass gerade sein oder ihr Ansatz besser ist als ein anderer.

Die Frage des threads ist" Wie sieht euer Songwriting aus?"
Es geht um einen Erfahrungsaustausch, aus dem jede/r die eigenen Schlüsse ziehen kann - je nach Situation, Vorlieben, Genre und Ziel und vermutlich noch weiteren Kritierien und Unterschieden.

Es gibt verschiedene Wege nach Rom und es muss auch nicht unbedingt Rom sein.

x-Riff
 
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abolesco
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Keiner muss hier irgend jemand anderen davon überzeugen, dass gerade sein oder ihr Ansatz besser ist als ein anderer.
Wüsste nicht wer das getan hat, wenn jmd sagt "Ich bleibe dabei ..." heißt das imho nicht "Du machst es falsch!" und alle sind sich scheinbar einig dass es DEN einen Weg nicht gibt.
Also, weiter im Text.
 
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Ich habe den Begriff "Koenigsweg" benutzt. Das klingt immer etwas, wie ne Belehrung. Ich formuliere um: ...mein Koenigsweg waere...!
Aber es gibt ja auch Bands, die reine Instrumentals machen (Polyphia). Da koennte nachtraeglicher Gesang z.T. sogar die Atmosphaere ruinieren. Oder Bands, wie Dream Theatre, die haben da sicher auch oft erst nur die Riffs geschrieben und dann den Saenger als "als Beilage" einbestellt: "Hier Junge, Lied steht, mach mal Powermetal Stimme druff, aber uebertreib es nicht! 😂"
 
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In einem älteren Metal-Lehrbuch habe ich mal gelesen, dass es auch gut kommt schon beim Riffschreiben zu singen, auch wenn es nur ein Pseudotext in Denglisch ist.
Genau so sind unsere besten Stücke entstanden :great:..
 
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OliverT
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... dann lass mal die besten Stücke hören ;)
 
abolesco
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@OliverT
Da du ja immer gern Usermukke hören willst hier mal unsere letzte Scheibe von 2006. Kurz danach war Schluß, weil Proberaum gekündigt, Drummer, Basser und Sänger umgezogen usw. Die meisten Riffs sind von mir, wurden dann mit dem Rest der Band verwurstet und strukturell tlw. noch im Studio umgemodelt.
Vorsicht Deathmetalgeballer!

 
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Werde ich mir anhören :)
 
L
LesserEve
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Alles was bei mir aus dem Bauch kommt beim jamen, oder einfach so in den Kopf springt findet Verwendung in der Band.

Alles andere nicht :)

Wenn ich einen Riff oder Song fertig habe, analysiere ich was ich da getrieben habe.

Ich kann mich hier nur zu 100% anschließen.

Das Wichtigste ist bei mir immer: Egal was du machst, nimm es auf. Das ist meine Grundregel Nummer 1 ;-)

Ich suche Dinge raus die mich inspirieren, in erster Linie sind das Backingtracks vom Hersteller meines Vertrauens und dann wird einfach losgezockt.

Wichtig ist mir nie den Spaß aus den Augen zu verlieren und damit meine Kreativität einzuschränken.

Alles aufgenommene Material lässt man dann in nem Moment wo man auch Zeit hat auf Details zu achten laufen. Man hört es sich einfach an und schneidet grob die guten Stellen die man selber findet heraus.

Am Ende kommen die Besten davon in eine engere Auswahl und erst dann fange ich an mir Gedanken über Dinge wie Struktur zu machen.

So entstehen bei mir immerwieder Dinge wie hier in der Mitte im Anhang, obwohl ich eigentlich Schwermetaller bin, oder an guten Tagen sogar halbe Tracks mit Solo. 100% improvisiert, aber dennoch brauchbar.

Auch fürs eher heikle und komplizierte Techniken welche Muskelgedächtnis erfordern, wie schnelle synchronisierte Triplets ist es gut von Anfang an so aufzunehmen, wenn man schon ein kleines Skillset beisammen hat. Bei mir kam das von einen Tag auf den anderen, dass ich plötzlich synchronisierte Triplets in der Aufnahme hatte.



:ROFLMAO:
 
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