Wie soll ich denn nun spielen

von Butzel, 03.04.07.

  1. Butzel

    Butzel Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    29.08.03
    Zuletzt hier:
    2.01.13
    Beiträge:
    24
    Zustimmungen:
    0
    Kekse:
    10
    Erstellt: 03.04.07   #1
    Hi

    Also ich bin gerade dabei in die Materie der Soli und Improvisationen einzusteigen.

    Ich war bis jetzt immer der Meinung bzw. habe gehört das man sich beim Solieren in erster LInie an der Tonart eines Stückes orientiert also zb. über ein Song in G-Dur soliert man meinetwegen mit ner E-Moll Tonleiter oder so drüber wegen mir auch ne melodische oder harmonische

    Nun habe ich aber ein Gitarrenlehrbuch supersonic guitar improvisation von Jeremy Sash gnaz viele nützliche INfos bezüglich Tonleitern und Soli allerdings beschreibt dabei immer nur das eine bestimmte Tonleiter über einen bestimmten Akkord gut klingt zb. ne F-Dur Pentatonik über C-Maj7

    Was macht den nun orientiert man sich eher an der Tonart des STückes oder wechselt man bei jedem Akkord nach Möglichkeit zu den richtigen Tönen oder eben doch einfach beides??!!:confused:

    Bin so ein bisschen am Verzweifeln weil ich nit wircklich weiß was und wie ich nun am besten anfange zu lernen......

    Wie macht ihr das denn bzw. womit habt ihr den angefangen

    Vielen Dank schonmal im voraus für eure Hilfe:great:
     
  2. H&M

    H&M Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    02.01.06
    Zuletzt hier:
    2.12.16
    Beiträge:
    2.594
    Ort:
    Dresden
    Zustimmungen:
    34
    Kekse:
    7.079
    Erstellt: 03.04.07   #2
    F-Dur Pentatonik passt jetzt ja mal sowas von gar nicht über nen Cmaj7.
     
  3. Butzel

    Butzel Threadersteller Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    29.08.03
    Zuletzt hier:
    2.01.13
    Beiträge:
    24
    Zustimmungen:
    0
    Kekse:
    10
    Erstellt: 03.04.07   #3
    Oh entschuldigung es war eine G-Dur Pentatonik ;-)

    aber wäre nett wenn du auch auf meine eigentliche Frage eingehen würdest.
     
  4. konbom

    konbom Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    18.06.06
    Zuletzt hier:
    23.01.12
    Beiträge:
    470
    Ort:
    Plettenberg/Sauerland
    Zustimmungen:
    0
    Kekse:
    351
    Erstellt: 03.04.07   #4
    Wenn man es einfach machen will, nimmt man im ganzen Stück nur eine Skala. Das wird allerdings nicht immer funktionieren. Deswegen ist es nötig die Skalen an die Akkorde anzupassen. Das nennt sich dann Akkord-Skalen-Theorie (hört sich kompliziert an, ist es aber gar nicht, solange man es nicht verkompliziert ;) ).

    Das die G Dur Pentatonik gut über Cmaj7 klingt ist leicht zu erklären.
    Zu Cmaj7 gehört C Dur (bzw. C Ionisch), also C D E F G A B C (B=H)
    Die G Dur Pentatonik besteht aus: G A B D E

    Das sind alles Töne, die auch in der Skala vorkommen, die zu Cmaj7 gehört. (So könnte man zwar auch bei der F Dur Pentatonik argumentieren, aber F ist über Cmaj7 ein avoid ton).

    Ich hoffe, das ist halbwegs verständlich :o

    MfG
     
  5. Hans_3

    Hans_3 High Competence Award HCA

    Im Board seit:
    09.11.03
    Beiträge:
    16.142
    Zustimmungen:
    1.119
    Kekse:
    49.592
    Erstellt: 03.04.07   #5
    Nimm Dir Zeit, ein wenig Basiswissen zu erarbeiten.

    1. Wichtig zu wissen: Aufbau einfacher Dur- und Mollakkorde.

    (Wer das schon kennt, kann dieses Kapitel überspringen)

    Diese bestehen immer aus einem Grundton + Terz + Terz. Eine Terz kann aus 3 oder 4 Halbtönen bestehen (kleine Terz / große Terz)

    Grundton + große Terz + kleine Terz = Durakkord.
    Grundton + kleine Terz + große Terz = Mollakkord


    2. Jetzt kommts: Die Harmoniestufen einer Tonleiter.

    Das hört sich schwerer an, als es ist. Deshalb zeige ich das anhand einer Klaviertastatur (siehe Grafik). Das Klavier ist nämlich das einzige Instrument, wo man alle Töne visuell sehr übersichtlich vor Augen hat. Damit ist vieles einfacher zu verstehen - für Gitarristen, Saxis usw. (Wer ein Klavier oder Keyboard zu Hause hat, kann das auch praktisch ausprobieren und hören)

    [​IMG]


    Die weißenTasten sind die Töne C D E F G A H C

    # Spielt man nun die 1, 3 und 5 Taste erhält man die Töne C-E-G und somit den allseits bekannten Akkord C-Dur.

    # Das Gleiche auf dem nächsten Ton (D) begonnen ergibt die Tasten 2, 4, 6 und somit die Töne D-F-A = d-moll.

    # Und nun ab Taste 3: 3, 5, 7 ergibt die Töne E-G-H = e-moll.

    Setzt man das Spielchen mit allen Tönen der Ausgangsleiter fort, erhält man diese 7 Akkorddreiklänge:

    I. C-Dur
    II. d-moll
    III. e-moll
    IV. F-Dur
    V. G-Dur
    VI. a-moll
    VII. h7/b5

    3. Was hat das nun mit der Impro zu tun?

    Wie unschwer am Bild zu erkennen ist, enthalten alle diese Akkorde ausschließlich Töne der weißen Tasten (C D E F G A H C). Also kann mit den jeweils gleichen Tönen auch über alle Akkordstufen gesspielt werden, die aus diesen Tönen gebildet werden. Saueinfach, oder?

    Aufgaben und Übungen dazu:

    # Schau Dir die Akkordstufen aus Punkt 2 an. Angenommen, Dein Impro-Teil besteht aus den Akkorden Dm F und G. Welche Leiter bringst Du zum Einsatz? (Fangfrage ;-)

    # Spiele die Akkordstufen von C nacheinander und bilde eigene Reihenfolgen.

    # Bilde nach obigem Schema die Akkordstufen von G. Spiele diese nacheinander und bilde eigene Folgen.

    # Recorde die Akkordstufen von C in langsamem Tempo und improvisiere dazu. Höre dabei auf die unterschiedliche Klangwirkungen, die sich über den Akkorden ergeben.

    # Recorde Teile der Akkordstufen, z.B. nur Dm(7) und G(7) im 2-taktigen Wechsel und improvisiere dazu.

    # Fortgeschrittene Übung: Improvisiere 1 Woche lang zu nur 1 einzigen Akkord der Reihe, z.B. Dm(7) oder G(7) mit den Tönen von C-Dur! Stelle Dir als Tonart aber nicht D oder G vor, sondern sieh den Akkord als "geheime" Stufe der C-Reihe. Der Grundakkord C muss dabei ja nicht zwangsläufig auftreten.

    4. Erstes Fazit und Grundregel:

    Solange Akkorde ausschließlich aus einer Harmoniereihe stammen, verwendet man beim Improvisieren oder der Melodiebildung immer auch die Töne dieser Tonleiter. (Natürlich gibt's auch Erweiterungen, aber das sprengt jetzt erstmal den Rahmen)

    Sollte für ein paar übungsreiche Tage und Wochen erstmal reichen :D

    Hörbeispiele MP3:

    KLick - Impro-Übung über alle Harmoniestufen von C. 7 verschiedene Akkorde, die Scale ist aber immer C-Dur


    Ausschnitt aus obiger Übung mit geänderter Reihenfolge: Dm G Em (scale natürlich auch immer C-Dur)


    .
     
  6. Butzel

    Butzel Threadersteller Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    29.08.03
    Zuletzt hier:
    2.01.13
    Beiträge:
    24
    Zustimmungen:
    0
    Kekse:
    10
    Erstellt: 04.04.07   #6
    Hallo

    Vielen Dank erstmal für die ausführliche Hilfestellung :great: ich denke mit den Übungen werde ich erstmal zu tun haben aucg wenn dabei betsimmt wieder die ein oder andere Frage auftaucht :o
     
  7. Butzel

    Butzel Threadersteller Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    29.08.03
    Zuletzt hier:
    2.01.13
    Beiträge:
    24
    Zustimmungen:
    0
    Kekse:
    10
    Erstellt: 06.04.07   #7
    Hallo

    Also ich habe jetzt seit 2 Tagen nichts anderes gemacht als zu Akkorden der C-Dur Tonleiter zu spielen.

    ZUnächst über mehrer dann nur über 2 und schliesslich auch nur über einen Akkord!

    Das ist aufjedenfall sehr interessant und vor allem sehr lehrreich ich denke ich werde in Zukunft wenn ich mir irgendwelche Tonleitern draufschaffen will nur noch so vorgehen.

    Trotzdem habe ich wieder mal ein paar Fragen umgenau zu sein 2

    1) Kann mir mal jemand bitte kurz erklären wie der verminderte Akkord auf der letzen Stufe zustande kommt will mir nit so ganz einleuchten???? Bei der C-Dur Tonleiter also h7b5

    2) Ist es nicht so das sich aus den Tönen der C-Dur Tonleiter auf den einzelnen Stufen auch die folgenden Tonleitern bilden...

    D-dorisch
    E-phrygisch
    F-lydisch
    G-mixolydisch
    A-aeloisch (ok das ist A-Moll das war mir bis jetzt klar das das die selben Töne sind)
    B-lokrisch

    ...und bedeutet das nicht das diese Tonleitern auch alle über die Akkorde von C-Dur passen
    ich meine ich fange beim improvisieren über diee Akkorde nicht unbedingt imm er mit einem C an und spiele dann die Tönne weiter sondern zb. auch mal mit einem G und spiele dann weiter! Spiele ich dann nicht schon zwangsweise die G-mixolydische Tonleiter oder bring ich da jetzt was ganz durcheinander:confused: :confused: :confused:

    Vielen dank schonmal:D

    P.S: @strathans Zu deiner Fangfrage mit den Akkorden Dm F und G auch wen diese Akkorde alle in der C-Dur Tonleiter vorkommen würde ich behaupten das wir uns hier eher in F-Dur bzw D-Moll bewegen da das die Mollparallele ist!

    ... und in einem meiner schlauen Büchlein stand noch das G-dur die Dominante 2 Grades zu F-Dur ist (Warum weiß ich aber [noch] nicht ???):screwy:
     
  8. MaBa

    MaBa HCA Musiktheorie HCA

    Im Board seit:
    26.06.05
    Zuletzt hier:
    3.12.16
    Beiträge:
    1.466
    Zustimmungen:
    53
    Kekse:
    4.028
    Erstellt: 06.04.07   #8
    Sehe dir einfach die Intervalle an, die bei den Tönen auf der Stufe VII entstehen.
    h = Grundton
    d = kleine Terz über dem Grundton
    f = verminderte Quinte über dem Grundton, daher auch der Name für den Dreiklang.

    Prinzipiell wäre das möglich, ist aber musikalisch nicht sinnvoll, sich nach dem Anfangs- oder Endton des Solos zu richten. Man spielt ja auch nicht nur die Tonleitern rauf und runter sondern Melodien, kurze Phrasen...

    Wenn man sich an den Kirchentonleitern (Modi) orientieren will, dann geht man vom Grunton des Akkordes aus, über dem man soliert. Das kann man aber erst so machen, wenn man die Klangfarben der Modi sich verinnerlicht hat. Jeder Ton der Tonart hat in Abhängigkeit vom gerade gespielten Akkord (Mode) ein bestimmtes Spannungsverhältnis zum Grundton des Akkordes

    Das heißt z.B., über |: Am | G7 | C | F :| in C-Dur spielt man über
    Am A-äolisch,
    G7 G-mixolydisch,
    C C-ionisch,
    F F-lydisch.
    Der jeweilige Mode richtet hier immer nach dem jeweiligen Akkord. Über Am F-Lydisch zu spielen wäre Quatsch, weil man das so auch nicht hören kann.

    Ich hoffe, es war einigermaßen verständlich...

    Gruß
     
  9. Hans_3

    Hans_3 High Competence Award HCA

    Im Board seit:
    09.11.03
    Beiträge:
    16.142
    Zustimmungen:
    1.119
    Kekse:
    49.592
    Erstellt: 06.04.07   #9
    CDEFGAHCDEF... Wenn Du auf H einen Dreiklang aufbaust bekommst Du HDF. Also Grundton, kleine Terz und b5

    Die 7 kommt aus der Erweiterung zum Vierklang - also noch 'ne Terz drauf: HDF und A. Die 4. Erweiterung fügt den Akkorden (nach Grunton, TErz, Quinte) immer die sehr häufig gebrauchten Septimen zu.

    Es ergibt sich:

    Cmaj7
    Dm7
    Em7
    Fmaj7
    G7
    Am7
    H7/b5

    Richtig.

    JA, wenn ein gehörter oder gefühlter Grundton oder Akkord G7 vorhanden ist.


    Leider falsch. Wenn es F-Dur wäre, müsste G als II. Stufe in Moll stehen, wegen dem in F-Dur vorkommenden Bb, was ja die wiederum die kleine (Moll)Terz von G ist.

    Dm = II.Stufe von C (dorisch)
    F = IV. Stufe... (lydisch)
    G = V. Stufe... (mixolydisch)

    Der Gag bei solchen Folgen ist, dass sie natürlich die C-Töne gemeinsam haben, ohne dass der C-Grundakkord dabei auftauchen muss.


    Die Dominante zu F ist C7. G7 ist in diesem Zusammenhang die Dominante von der Dominante C7 (2. Grades oder auch "Doppeldominante").

    Dieses beliebte Spielchen kannst Du beliebig ausbauen, z.B. auch noch die Dominante von G davor setzen. Schlag jeweils 2 x mal an: F7 D7 G7 C7 F7. Schon hast einen schönen Ragtime/Swing-Chorus. :D (Hinweis: Bei der Impro müssen allerdings die Leitern gewechselt werden, weil die Akkorde nicht aus einer einzigen Harmonisierungsreihe stammen).


    .

    EDIT @MAba: Habe länger gebraucht ;)
     
  10. Butzel

    Butzel Threadersteller Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    29.08.03
    Zuletzt hier:
    2.01.13
    Beiträge:
    24
    Zustimmungen:
    0
    Kekse:
    10
    Erstellt: 07.04.07   #10
    Vielen Dank erstmal wieder für eure schnelle Hilfe:great:

    Jetzt bin ich wieder ein bisschen schlauer und es zeigt mal wieder das man so ganz ohne
    fremde Hilfe doch nicht geht auch wenn es wahrscheinlich über Musiktheorie unzählig viele Bücher gibt und ich mir gerade versuche das alles im SElbstunterricht ein bissl näher zu bringen:D
     
Die Seite wird geladen...