Wiederholungen nach dal segno/da capo

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Dudo01

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Hallo Community,

eine Frage:
Werden nach einem dal segno/da capo, also wenn das Stück z.B. zweimal komplett durchlaufen wird, Wiederholungen beim zweiten Durchlauf eigentlich erneut gespielt oder werden Wiederholungszeichen dann ignoriert?
Bei meinem Notensatzprogramm kann ich einstellen, ob Wiederholungen bei jedem Durchlauf gespielt werden sollen oder nur beim ersten Mal.
Aber was auch immer ich einstelle, es ist keine Änderung am Notenblatt ersichtlich.
Daher die Frage, wie der Spieler wissen kann, ob er die Wiederholung beim zweiten Mal erneut spielen soll oder nicht.
Oder gibt es da ein Kürzel (wie 3x oder repeat 3 times, wenn eine Passage mehrfach zu wiederholen ist oder 1.-3. wenn eine Klammer öfter durchlaufen werden soll, etc.) ?

Lieben Dank und Gruß,
Roman
 
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CUDO II

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Wenn nur D.C. oder nur D.S. steht werden die Wiederholungen gespielt.
Wenn dies nicht gewünscht wird, schreibt man D.C. senza rep. bzw. D.S. senza rep.

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Hm. Ich meine zu wissen, dass es genau umgekehrt ist: steht nur D.C. (oder D.S.) ohne Zusatz, wird nicht wiederholt. Soll wiederholt werden, gibt es die Anweisung "con rep." "mit Wiederholung".

Edit: Wikipedia ist der gleichen Meinung:
Einfache Wiederholungen werden beim Da capo nicht noch einmal wiederholt, es sei denn, dass danach der Zusatz „con repetitione“ oder kurz „con rep.“ auftaucht.
 
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Palm Muter

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"Einfache Wiederholungen" sind wohl nicht numerisch zu verstehen, sondern als "keine Voltenklammern" oder?

Kanns sein, dass da das Missverständnis liegt?
Ich hatte D.S./D.C. eigentlich stets nur als "spring dorthin" im Kopf (was dann natürlich auch die Wiederholung der Wiederholungen bedeutet) und hatte damit eigentlich nie ein Problem - allerdings würde ich gefühlt mal vorsichtig behaupten, dass der Großteil der notierten Wiederholungen eben keine "einfachen Wiederholungen" sind, so meine Eingangsfrage zutrifft.

Grüße
 
LoboMix

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Hm. Ich meine zu wissen, dass es genau umgekehrt ist: steht nur D.C. (oder D.S.) ohne Zusatz, wird nicht wiederholt. Soll wiederholt werden, gibt es die Anweisung "con rep." "mit Wiederholung".
Diese Regel gilt im Prinzip so eindeutig nur für die "klassische" Musik, genauer, für Teile der Barock-Epoche, der eigentlichen Früh-Klassik und Klassik, sowie in etwa bis Mitte des 19. Jahrhunderts.
Ganz strikt gilt die Regel für für das Menuett, das per se eine da-capo-Form ist: Menuett - Trio - Menuett da capo. Wen das Menuett zum zweiten mal gespielt wird, fallen die Wiederholungen weg.
Sollte es anders gewünscht sein, wird bei der Angabe "da capo" immer "con rep. bzw. ausgeschrieben "con repetitione" dazu geschrieben.
Später verliert sich diese Tradition, beim da capo die Wiederholungen weg zu lassen, wobei auch das Menuett nach Beethoven (der es durch das "Scherzo" ersetzt) und Schubert allmählich ganz aus der Mode kommt.

Für neuere Musik, auch Pop etc. gilt diese alte Regel generell nicht mehr. Hier wird immer dezidiert angegeben, wie der Form gefolgt werden soll, welche Wiederholungen also gemacht werden sollen oder nicht etc.
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
@Palm Muter, zu deiner Frage: Wenn es in den Wiederholungen Voltenklammern gibt (also 1. und 2. Klammer), wird bei der Regel "senza rep." immer sofort in die zweite Klammer gesprungen. In der Klassik wird man, wenn die Wiederholungen gewünscht sind, stets den Zusatz "con rep./con repetitione" finden.
Sind die zu wiederholenden Formteile sehr kurz, z.B. nur 4 Takte lang, wird oft auch dann wiederholt, wenn der Zusatz "con rep." nicht angegeben wird.
Man muss in jedem Fall ein Gefühl für die Form und die Proportionen entwickeln.

Es gibt auch den umgekehrten Fall: In der modernen Aufführungspraxis werden oft die Expositionen in den Sonaten-Hauptsatz-Formen nicht wiederholt (wenn es keine Voltenklammern gibt, wo sich die Wiederholung ja von der Fortführung unterscheidet). Das hat mit den anderen Hörgewohnheiten unserer Zeit zu tun.
 
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Besten Dank Euch!
Die Bezeichnungen "con rep." und "senza rep." waren mir so nicht geläufig.
Da es scheinbar je nach Epoche Interpretationsunterschiede gab/gibt,
werde ich mal auf Nummer sicher gehen und jeweils mit einem der beiden Kürzeln angeben,
ob die Wiederholung gespielt werden soll oder nicht.
Dies ist auch in 2020 der sichere Weg, und wer weiß, vielleicht is' die gängige Praxis in ein paar Jahren ja wieder eine andere... :-D
Lieben Dank Euch!
cu, Roman
 
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PS: Eine Frage hätt' ich allerdings noch an die Experten:
Wird ein Sprung zu einer Coda (to Coda, o.ä.) nur ausgeführt,
wenn mittels D.C. al Coda oder D.S. al Coda darauf hingewiesen wird, bis zur Coda zu spielen und dann zur Coda zu springen,
und ansonsten wird der Hinweis "to Coda" ignoriert?
Mein Notensatzprogramm verhält sich nämlich genau so.
Wenn nicht explizit darauf hingewiesen wird, bis zur Coda zu spielen (D.C al Coda oder D.S. al Coda),
dann wird ein Sprung zur Coda nicht ausgeführt.
Gibt's da eine feste Regel, die besagt, dass nicht in jedem Fall zur Coda gesprungen wird,
sobald im Notensystem "to Coda" zu finden ist?
 
LoboMix

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Sprungzeichen zur Coda (z.B. "Kopf-Kopf") werden erst mal ignoriert, der Coda-Sprung ist stets der letzte Sprung in einem Stück, da die Coda per Definition der Schlussteil ist. Normalerweise wird erst beim zweiten Passieren des Coda-Zeichens gesprungen. Ich hatte allerdings schon Noten in der Hand, deren Sprungangaben sehr komplex und unübersichtlich waren (wohl, damit das ganz Stück komplett auf eine Seite passte) und wo der Coda-Sprung erst noch später erfolgte. Dann steht da z.B. "only on 3rd time" oder ähnlich.

Was das Notensatzprogramm macht, ist dabei ziemlich unerheblich. Die Voreinstellungen müssen nicht immer regelkonform sein. Meistens muss der Notenschreiber für die Zeichen selber jeweils definieren, was geschehen soll. Bei einem "D.S."-Sprung muss man z.B. immer die Takt-Nummer für den Rücksprung angeben, beim Coda-Sprung auch, denn woher soll das Programm sonst wissen, wohin der Sprung geht?
Ich stelle die Sprungzeichen immer zunächst auf "nicht springen", da für die erste Kontrolle, ob man keine Fehler geschrieben hat, die Sprünge überflüssig sind und nur Zeit kosten. Erst wenn ich nach der Fertigstellung und den Korrekturen zum Schluss eine Audio-Datei ausspielen möchte, stelle ich alle Sprünge so ein, wie sie gedacht sind.
 
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Hi LoboMix,

alles klar.
woher soll das Programm sonst wissen, wohin der Sprung geht?
Zu Deiner Frage: Das ist schnell beantwortet:
Der Teil ist ja als Coda gekennzeichnet bzw. der jeweilige Takt als Segno.
Wenn es also heißt, to Coda oder D.S., dann weiß das Programm auch, wohin der Sprung geht.
 

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