Wieviel kann/darf das Klavierstimmen etwa kosten?

Ich zahle bislang, in der "Toscana der Republik", 80 € für die Stimmung meines Flügels (das ist ein Steinway) inclusive Nachstimmen nach einer Woche (ähnlich dem Nachziehen der Schrauben beim Autoreifenwechsel).

Das ist nicht nur billig, sondern wirklich außergewöhnlich. Das mit dem Nachstimmen meine ich. Das ist ja so, als wenn ich meinem Tankwart erzähle: hey, ich hab hier gestern getankt, und nun schauen Sie sich mal die Tankanzeige an :D


Hier in der Gegend muss es auch wohl mal einen Stimmer gegeben haben, der das so gemacht hat. Das hab ich daran gemerkt, dass die Leute danach fragten. Natürlich nicht ohne die spitze Bemerkung, dass 85 Euro ja ganz schön teuer sei. Ich solchen Fällen kann ich den Kunden nur den Tipp geben, sich wieder an eben jenen Kollegen zu wenden. Die Antwort lautet dann immer: ne, den gibt´s nicht mehr. Tja, kein Wunder. Wahrscheinlich ist der längst verhungert ;)

Hier in Münster schwankt der Preis übrigens von 85 bis 120 Euro (bei der Steinway-Galerie).


Gregor
 
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Es ist doch interessant, wie die Preise für eine Klavier/Flügel-Stimmung hier auseinander gehen.

Ob diese von der Qualität nun gut oder schlecht ist, stellt sich m.E. erst nach einigen Stimmungen wirklich heraus - es sei denn, diese ist sofort hörbar unterirdisch schlecht. Auch ist sie natürlich sehr abhängig vom jeweiligen Instrument. Für mich steht fest, daß eine fachmännische gute Stimmung auch ruhig einen Premiumpreis haben darf. Und sei es nur, damit uns die Klavierbauer nicht aussterben.

Zusammenfassend und etwas detaillierter ist es in meinem geschilderten Fall nun so:

Eine 69jährige (!!!), sehr gute Hobby-Pianistin, mit recht knapper Rente (720€) verwirklicht sich ihren lebenslangen Traum und kauft sich von ihrem mühsam zusammengesparten Geld einen äußerlich arg gealterten Schiedmayer & Söhne Flügel von ca. 1930 in einem Fachgeschäft von einem Klavierbauer, der ihn technisch vollkommen überholt hat. Das war im Dez. 2012. Sie bekommt eine Garantie auf drei Jahre mit der Klausel, daß diese nur gegeben wird, wenn das Instrument vom Verkäufer gestimmt und gewartet wird. Mündlich werden für weitere Stimmungen ca. 70€ + Fahrtpauschale genannt und der Käuferin gesagt, daß diese preiswert wird, wenn man mehrere Stimmungen in der Gegend zusammenlegen kann. Diese werden grundsätzlich nur vom Verkäufer (Familienbetrieb) selber gemacht. Nun wurden bei der jetzigen Stimmung jedoch 150€ Euro verlangt, obwohl der Klavierbauer im Umkreis von 20 km vorher bereits zwei weitere Kunden besucht hatte. Die effektive Arbeitszeit betrug ca. 40 Min - ergo: 80€ Fahrpauschale????
Das Instrument selbst ist abgesehen von seinen vielen Alltagsnarben ein echtes Schnäpchen. Technisch absolut einwandfrei, wunderbar präzise zu spielen und hat einen sehr schönen, weichen Klang, also offenbar hervorragend intoniert, wie alle Instrumente in dem Klavierladen. Damit ist es die bezahlten 6800€ + Inzahlungnahme eines alten NoName Klavieres (ca. 1912 - wurde kürzlich leicht überholt für 2600€ wieder verkauft) auch allemal wert.

Die erste Stimmung nach dem Kauf war natürlich kostenlos (Jan. 2012). Bei dieser hatte der Stimmer auch wirklich sehr viel Arbeit, denn durch den Transport und Standortwechsel war das Instrument total verstimmt. Bis zur jetzigen genannten 150€-Stimmung hat der betagte Flügel diese bis auf eine ganz minimale Abweichung in der Mittellage geradezu erstaunlich gut gehalten. Eigentlich hätte man jetzige Stimmung nicht unbedingt gebraucht. Aber die Dame wollte es korrekt machen und hatte sich 100 Mäuslein dafür zurechtgelegt.

Langer Rede kurzer Sinn:
Bitte liebe Klavierbauer/Verkäufer/Stimmer klärt doch die Leute beim Verkaufsgespräch auch darüber auf, wie sich die Folgekosten in etwa gestalten werden oder auch könnten. Redet die Folgekosten nicht vorher klein, um zu verkaufen, auch wenn es aus Eurer Sicht irgendwie verständlich sein mag. Schaut Euch doch die Leute ein bisschen besser an! Dann gibt es für den Käufer keine schlimmen Überraschungen und wie im geschilderten Fall, auch keine Tränen...

Viele Grüße Digi

P.S. an McCoy: Das war in Lörrach im Jazztone, zwar "NUR" am Keyboard, aber es hat sich mir eingegraben irgendwie. War ja auch genau auf meiner Linie--> Latin. Meiner Freundin war Eure Musik viel zu steril, zu perfekt, zu "arrangiert" ... da ich wie üblich vorwiegend auf das Piano gehört habe, war ich jedoch begeistert. Chapeau!!!
 
P.S. an McCoy: Das war in Lörrach im Jazztone, zwar "NUR" am Keyboard, aber es hat sich mir eingegraben irgendwie. War ja auch genau auf meiner Linie--> Latin. Meiner Freundin war Eure Musik viel zu steril, zu perfekt, zu "arrangiert" ... da ich wie üblich vorwiegend auf das Piano gehört habe, war ich jedoch begeistert. Chapeau!!!
Dann war das diese Band. Und das Keyboard war kein Keyboard, sondern ein Rhodes MK3 ek10. Leider spielt die Band zur Zeit nicht mehr.

Viele Grüße,
McCoy
 
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Meine Erinnerung hat mir einen üblen Streich gespielt.
Naja, nicht ganz. Es stand noch ein Keyboard obendrauf. :)

Jetzt aber wieder On Topic:
Kann ein normaler Klavierbauer auch ein Rhodes nach Gehör stimmen? Das verhält sich doch mit den Obertönen anders, oder?
 
Kann ein normaler Klavierbauer auch ein Rhodes nach Gehör stimmen? Das verhält sich doch mit den Obertönen anders, oder?

Vom Gehör her kein Problem. Allerdings stimmt man ein Rhodes ja ganz anders, mechanisch meine ich jetzt, nicht von den Tönen her. Beim Klavier dreht man am Wirbel, beim Rhodes verschiebt man diese Ringe. Übrigens lässt sich ein Rhodes auch gut mit Stimmgerät stimmen.

@digi: klar, so wie das gelaufen ist geht das schon mal gar nicht. Frechheit oder Missverständnis? Keine Ahnung, aber so geht das eigentlich nicht.

Gregor
 
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Allerdings stimmt man ein Rhodes ja ganz anders, mechanisch meine ich jetzt, nicht von den Tönen her. Beim Klavier dreht man am Wirbel, beim Rhodes verschiebt man diese Ringe. Übrigens lässt sich ein Rhodes auch gut mit Stimmgerät stimmen
Das ist schon klar, ich mach das immer selbst mit dem Rechner und einer Stimmsoftware. Da kann man dann noch stretched Tuning etc. einstellen. Mir ging es nur um die Frage mit den Obertönen, die sich ja bei den Tines anders verhalten als bei einer schwingenden Saite. Manchmal habe ich auch das Gefühl, daß es nach Gehör schöner werden könnte (wenn man es denn kann :)).

Viele Grüße,
McCoy
 
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Wahrscheinlich müsste man es auch "stretched" stimmen - aber eben nicht wie für ein Klavier gestreckt, sondern passend für ein Rhodes. Die gestreckte Stimmung funktioniert eigentlich sowieso nur nach Gehör und nicht per Software, weil jedes Klavier ein bisschen anders ist.

Wenn ich eins hätte, würde ich vermutlich ein Rhodes auch mal zumindest versuchen, nach Gehör zu stimmen - einfach aus Neugier, wie groß dann die Abweichung zur "reinen" (also besser: temperierten) Stimmung wäre...

Das mit dem Stimmen nach Gehör ist übrigens gar nicht sooo furchtbar schwer, zumindest wenn es um die Streckung geht - die wird ja erstmal über die Oktaven definiert, und die sind am leichtesten zu stimmen.
 
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McCoy: Naja, nicht ganz. Es stand noch ein Keyboard obendrauf. :)
Danke, also noch nicht ganz veralzheimert.

@digi: klar, so wie das gelaufen ist geht das schon mal gar nicht. Frechheit oder Missverständnis? Keine Ahnung, aber so geht das eigentlich nicht. Gregor
Wie schade, denn der Mann beweist durch seine Klaviere im Geschäft viel Kompetenz und ich glaube die Stimmung ist auch sehr gut. Vielleicht hat er den heutzutage üblichen finanziellen Druck im Nacken, wer weiß. Menschenkenntnis fehlt ihm aber, sonst hätte er gesehen, daß diese Kundin sich ihren kleinen Traum schier vom Munde abspart. Ich fahre morgen mal bei im vorbei und rede mit ihm, vielleicht kann man ja die künftige Preisgestaltung etwas beeinflussen, bzw. die Sache klären.

Grüße von Digi
 
Kann ein normaler Klavierbauer auch ein Rhodes nach Gehör stimmen? Das verhält sich doch mit den Obertönen anders, oder?
Was ist denn ein normaler Klavierbauer ;) Die sind alle nicht normal :D;)

Ja, es ist anders. Es spielt im Gegensatz zum Rhodes die gegenseitige Beeinflussung der Saiten, Inharmonizität, etc beim Klavier schon eine wesentliche Rolle beim Stimmen. Ansonsten ist das Stimmsystem das gleiche. Es wird eine Temperatur von a - a1 "gelegt" und dann oktavmäßig mit den dementsprechenden Kontrollintervallen rauf und unter gestimmt. Wobei ich den Bass bei den Rhodes eher "flat" stimme (sonst eiern die Dezimen und Terzen zu sehr) und den Diskant nur ein wenig überziehe. Aber das ist eine reine Gefühls- und Geschmackssache.

Manchmal habe ich auch das Gefühl, daß es nach Gehör schöner werden könnte (wenn man es denn kann :))
Ja, das ist aber auch schwierig :) Das zu hören ist die eine Sache, aber das "hinzubiegen- und zu schlieben" ist eine andere. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich das auch nicht besonders gerne mache. Aber es gibt nun mal auch hier in der Ecke eine Menge (überzeugter) Rhodesspieler. Die Teile klingen ja auch total scharf, obwohl es heutzutage schon gute Samples gibt. Aber diese Kisten "leben" wirklich noch :)

Wie schade, denn der Mann beweist durch seine Klaviere im Geschäft viel Kompetenz und ich glaube die Stimmung ist auch sehr gut. Vielleicht hat er den heutzutage üblichen finanziellen Druck im Nacken, wer weiß. Menschenkenntnis fehlt ihm aber, sonst hätte er gesehen, daß diese Kundin sich ihren kleinen Traum schier vom Munde abspart.
Wenn man das als Verküfer nicht erkennt, hat man schlichtweg seinen Beruf verfehlt. Klar gibt es einen finanziellen Druck. Aber wie ich oben schon mal schrieb, ist es so, dass sich solche Dinge rumsprechen. Das weiß auch jeder Verkäufer oder Händler und einen schlechten Ruf kann sich heute niemand mehr leisten.
Ich fahre morgen mal bei im vorbei und rede mit ihm, vielleicht kann man ja die künftige Preisgestaltung etwas beeinflussen, bzw. die Sache klären.
Das ist eine gute Idee, wenn Du die Sache freundlich vorträgst, wirst Du auch nicht auf taube Ohren stoßen (schon gar nicht bei einem Klavierbauer ;)) Vielleicht ist ja alles auch nur ein großes Mißverständnis.
 
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McCoy: schrieb:
Wenn man das als Verküfer nicht erkennt, hat man schlichtweg seinen Beruf verfehlt. Klar gibt es einen finanziellen Druck. Aber wie ich oben schon mal schrieb, ist es so, dass sich solche Dinge rumsprechen. Das weiß auch jeder Verkäufer oder Händler und einen schlechten Ruf kann sich heute niemand mehr leisten.
Das ist eine gute Idee, wenn Du die Sache freundlich vorträgst, wirst Du auch nicht auf taube Ohren stoßen (schon gar nicht bei einem Klavierbauer ;)) Vielleicht ist ja alles auch nur ein großes Mißverständnis.

Genauso war es: Er erinnerte sich nun daran, meiner Nachbarin fürs Stimmen einen Preis von 70€+Fahrtkosten genannt zu haben, weil er den Eindruck hatte, dass sie offensichtlich sehr sparsam sein muss. Meine Nachbarin hat ihn jedoch aus falsch verstandener Vornehmheit nicht an dieses mündliche Abkommen erinnert. Nun versprach er mir, sich das nächste Mal daran zu halten und ihr dann noch 50€ gut zu schreiben. :great: Die Weihnachtszeit naht, die Menschen zeigen wieder mehr Herz und Seele ... ;)

In diesem Sinn beste Grüsse
von Digi

P.S. Sehr interessant die Frage/Antwort nach der Rhodes Stimmung ... man lernt nie aus!
 
Ich stimme mein Klavier selbst. ;) Mit einem Stimmprogramm.
 
Die Preise für die Klavier- und Flügelstimmung variieren natürlich. Als Richtwert kann man für die Klavierstimmung ab ca 90.- Euro rechnen - für die Flügelstimmung ab ca 100.- Euro


Damit die Leistungen berechenbar sind, bietet ein professioneller Klavierstimmer die gute Stimmung zum Festpreis an. Die Preise für die Klavier- und Flügelstimmung sind innerhalb des Einzugsbereichs Endpreise, soll heißen, diese Preise für das Klavierstimmen enthalten sowohl die Anfahrtskosten und die Mehrwertsteuer.

- - - Aktualisiert - - -

Dass man bei einem höheren Preis automatisch eine bessere Klavierstimmung bekommt, kann ich so nicht bestätigen - oft sind gerade günstigere Klavierstimmer die neu auf dem Markt sind, bemüht über den günstigen Preis und die perfekte Klavierstimmung möglichst häufig weiter empfohlen zu werden und somit immer wieder an neue Kundschaft zu kommen - hier im Großraum München mache ich immer wieder diese Erfahrung bei Klavierstimmern . . .
 
@piano4711

Hast Du alle Posts in diesem Thread gelesen?
 
70 Euro plus Anfahrt waren im Gespräch. Der Klavierbauer war auf der Durchfahrt. Also keine separate Anfahrt. Wenn dann 150 Euro daraus werden, halte ich den Preis für unverschämt hoch.

Klavierstimmpreise sind, wie meine Vorredner schoben, regional unterschiedlich. Sie bewegen sich für eine normale Klavierstimmung incl. Anfahrt bis etwa 20km bei 80-150 Euro.

Flügelstimmungen kosten bei manchen Stimmern mehr. Dies läßt sich aus technischer und zeitlicher Sicht nicht begründen. Stimmer mit diesem Geschäftsgebaren sollte man dann meiden und deren Kollegen beauftragen, die anständig abrechnen.

Egal, wen ich mit was beauftrage. Ob Handwerker, oder Akademiker - ich frage grundsätzlich: "Mit welchen Kosten ist zu rechnen?" Der Endpreis interessiert mich, mit allen Kosten, Steuern, Gebühren, Umlagen, Gewinnzuschlägen und bei Handwerkern vor allem, ob incl. der Mehrwertsteuer.

LG

Michael
Lieber Michael, eine Flügelstimmung kostet schon deshalb mehr,weil der gemeine Flügel einfach mehrt Saiten hat,zudem sind einfache Intonationsarbeiten,die beim Klavierstimmen mal eben mitgemacht werden können beim Flügel ungleich aufwändiger,das Du die ganze Mechanik herausnehmen mußt.
 
Wieso sollte der mehr Saiten haben?
Na ja, in gewissen (engen) Grenzen variiert die Saitenanzahl ja schon von Instrument zu Instrument...
Abgesehen davon, daß immer noch viele Klaviere "nur" 85 statt 88 Tasten haben (und somit im Diskant schon 3*3 = 9 Saiten weniger sind), hängt es noch davon ab, ob im Baß nur 8 oder etwa 13 Tasten "einsaitig" sind und wie vielen Tasten zweisaitig ausgestattet sind.
Sozusagen neigen Konzertflügel durchaus dazu, mehr Saiten als ein Zimmerklavier zu haben...
Die Saitenanzahl variiert also um plus/minus 6 Prozent - ob das einen wesentlichen Einfluß auf den Preis einer Stimmung hat (oder ob es da nicht doch viel gravierendere Faktoren und gibt), sei dahingestellt. ;)

Vielleicht sollten sich Klavierstimmer an Autowerkstätten orientieren: die Inspektion eines Polo kostet ja per se weniger als die eines Passat. :nix:

Viele Grüße
Torsten
 
Hab wieder gute Stimmung bei mir, hat 110 EUR gekostet. Wird wie so vieles halt jedes Jahr etwas teurer, aber mein gott, ist halt so, müssen ja auch Leben die Leute.
 
Lieber Michael, eine Flügelstimmung kostet schon deshalb mehr,weil der gemeine Flügel einfach mehrt Saiten hat
Nein. Es gibt natürlich Ausnahmen. Manche Blüthner Flügel (die mit dem Aliquot-System) haben mehr Saiten als andere Instrumente. Aber es gab auch Klavier mit mit 4saitigen Chören (z.B. von Roth und Junius)
,zudem sind einfache Intonationsarbeiten,die beim Klavierstimmen mal eben mitgemacht werden können beim Flügel ungleich aufwändiger,das Du die ganze Mechanik herausnehmen mußt.
Das Intonieren hat erst einmal nichts mit dem Stimmen zu tun und ist ein seperater Arbeitsvorgang, der meist erst nach dem Stimmen vorgenommen wird. Und natürlich gibt es Intonationsarbeiten, wo die Klaviermechanik herausgenommen werden muss ;)

Die Saitenanzahl variiert also um plus/minus 6 Prozent - ob das einen wesentlichen Einfluß auf den Preis einer Stimmung hat (oder ob es da nicht doch viel gravierendere Faktoren und gibt), sei dahingestellt. ;)
Eben. Hinzu kommt noch, dass beim Klavier mindestens der Oberrahmen und die Klappe abmontiert werden müssen. Bei heutigen Instrumenten muss auch häufig noch der Moderator entfernt werden. Beim Flügel hingegen muss nur das Notenpult herausgenommen werden :)
Es gibt nichts was einen höheren Preis für eine Flügelstimmung rechtfertigt. Trotzdem gibt es immer noch einige Händler und Klavierstimmer, die unterschiedliche Preise anbieten.

Vielleicht sollten sich Klavierstimmer an Autowerkstätten orientieren: die Inspektion eines Polo kostet ja per se weniger als die eines Passat. :nix:
Gott behüte! Noch ist der Klavierbau ein seriöses Handwerk ;)
 
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So, ich grabe das Thema hier mal wieder aus, da ich denke diese Frage dürfte nach wie vor aktuell sein.

Werde ich doch seit nunmehr über 40 Berufsjahren immer wieder gefragt "ja, was kost denn des?"

Die Preise sind regional recht unterschiedlich und nicht immer sind die Preise der Kollegen bekannt.

Der Stimmpreis setzt sich wie folgt zusammen:

Einzelstimmpreis incl. gesetzlicher Umsatzsteuer zuzüglich Anfahrt (ebenfalls incl. ges. Ust,).

Habe ich zum Beispiel einen Kunden in unmittelbarer Nachbarschaft, wäre es vermessen ihm Anfahrtkosten zu erstellen.

Will ein Hamburger zum Beispiel einen Stimmer aus München, so werden die Anfahrtskosten die Stimmkosten massivst übersteigen.

Ein Klavierbauer welcher als Stimmer tätig ist, wird immer eine Rechnung mit ausgewiesener Umsatzsteuer ausstellen.

Die Zahlungsmodalitäten können hier verschieden sein - entweder zahlt der Kunde nach Erhalt der Rechnung oder per EC Karte.

Bargeldzahlungen sind heute an sich nicht mehr üblich.

Der Kunde kann die Klavierstimmerkosten steuerlich geltend machen.

Die Preise in Deutschland schwanken zwischen 80 und 180 € und können durch Anfahrt auch noch etwas variieren.
 
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