Ralphgue
Registrierter Benutzer
- 23.02.21
- 08.01.17
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würde ich für mich (nicht nur bezüglich Texte) auch so erstmal unterschreiben..."Traurig" ist, dass Dein Beitrag suggeriert, dass Deine Meinungsbildung, ein Mal abgeschlossen, meist nicht mehr revidiert wird.
Das bedeutet doch, Du ziehst nicht in Betracht, Dich zu verändern.
Ich mache (und höre) seit fast 50 Jahren Musik, habe mir eine Meinung "erarbeitet" u.a, auch zu Texten, und ich glaube, das ich mit diesem "Erfahrungshorizont" mir ein aussschliesslich eigenes Urteil und einen eigenen Stil erlauben kann, den ich für mich nicht mehr permanent auf den Prüfstand stellen muss.
Ergo habe ich, bei u.a. bei Texten und Musik eine lange gewachsene Meinung/Vorliebe, was auch immer...
Die "Überraschungen", die mir begegnen, werden mit zunehmendem Alter geringer.
Wenn mich ein persönlicher Schicksalsschlag trifft (kommt zunehmend vor), kann auch u.a. ein Text, der dazu passt (sofern die Musik den Inhalt mitträgt) einen gewissen Einfluss auf mich haben. (wobei es es bei mir wesentlich mehr die durch die Stimmung der Musik geprägte Affinität ist).
Beispiel (für mich):
traurig und bewegend...
www.youtube.com/watch?v=WcPR95QfPeM&list=PL160-RgHp5ukTKX0CX1Qu2Z4l0ljlWdl6&index=11&t=0s
ein Song ,der mich musikalisch (Stimmung) und textlich passend "in a Mood" brachte...
www.youtube.com/watch?v=RuhYJfxuTI0
anderes Beispiel, dessen ausschließlich Text mich "angesprochen" hat...
/www.youtube.com/watch?v=aEDBkK_BthA
ergo:
Texte sind (m.E.) selten unabhängig von der Musik (und Interpret) zu sehen...
Eine erworbene (mühsam erarbeitete) "Meinung/Vorliebe" muss ich weder ablegen, noch revidieren, kann aber jederzeit erweitert werden...

), da ich meinem Bruder bzw. seiner Band oft "lyrics by Captain Obvious" vorgeworfen hatte. Mittlerweile ist mir fachsprachlich klar, was ich mit diesem Gefühl gemeint hatte: Konkreten Texten (ob persönlich oder unpersönlich) fehlt oft der Subtext. Der ist nicht nur bei Songs wichtig, sondern auch bei Romanen und Filmen.
Im Deutschunterricht mussten wir damals Heinrich Heines Haltung, der eher ein Fan von Subtext und Ironie war (Bsp. sein Gedicht "Zur Beruhigung") vergleichen mit Georg Herweghs deutlich expliziterem Gedicht "Reißt die Kreuze aus der Erden! Alle sollen Schwerter werden!"
Und ein Song, der seine Existenz nur damit rechtfertigen kann, allen gefallen zu wollen, gefällt am Ende dann oft niemandem.