[Workshop] Griffbrettorientierung für Lernfaule

von doschdn, 10.08.07.

  1. doschdn

    doschdn Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.08.07   #1
    Hallo!
    Letztens ist mir beim rumdudeln ein geniales System eingefallen, das vielen Anfängern vielleicht helfen könnte, sich die Notennamen auf dem Griffbrett besser einzuprägen und das ich euch daher nicht vorenthalten will. :)

    Worum geht es?
    Jeder Anfänger kennt das Problem: Wie merkt man sich am besten die ganzen Noten auf dem Grifbrett? Wenn man stur auswendig lernt, dann muss man auf einer Gitarre mit 6 Saiten und sagen wir mal 22 Bünden 5 x 22 = 110 Töne lernen. Da Gitarristen erfahrungsgemäß stinkfaul sind, kann dies sehr nervtötend sein. Zum Glück gibt es da mich! :D :D

    Ok, ok. Wie funktioniert jetzt dein geniales System, das uns allen zu Ruhm und Ehre verhelfen wird?
    Das System basiert zum einen darauf, dass die Gitarre in Quarten gestimmt ist (von der H-Saite mal abgesehen). Zum anderen basiert es darauf, dass sich Quarten ganz einfach aus dem Quintenzirkel ablesen lassen, indem man den Quintenzirkel gegen den Uhrzeigersinn liest, denn die Quarte ist das Komplementärintervall zur Quinte.

    Den Quintenzirkel findet ihr hier:
    [​IMG]
    Wenn ihr den Quintenzirkel noch nicht auswendig kennt, ist es jetzt höchste Zeit, das nachzuholen. Er ist nämlich nebenbei noch für einen Haufen anderer Dinge anwendbar!
    Die Merksprüche sind:
    Rechts: Geh Du Alter Esel, Hol Fische
    Links: Frische Bananen Essen Astronauten Des Gestirns
    Merkt euch den Quintenzirkel aber besser visuell!

    Außerdem muss man noch die Töne auf der E-Saite auswendig wissen:
    E | F Gb G Ab A B H C Db D Eb
    Ab dem 12. Bund gehts wieder von vorn los (mit E)

    Jetzt kanns los gehen:
    Wenn ihr jetzt z.b. wissen wollt, welcher Ton auf dem 8. Bund der G-Saite (4. Saite) ist, dann schaut ihr, welcher Ton auf dem 8. Bund der E-Saite ist (die wisst ihr ja auswendig). In unserem Fall ist das C. Dann sucht ihr euch das C im Quintenzirkel und geht 4 - 1 = 3 Schritte gegen den Uhrzeigersinn: Es

    Anderes Beispiel: 10. Bund D-Saite (3. Saite):
    10. Bund E-Saite = D
    Quintenzirkel: D -> G -> C

    Hört sich gut an, nur was mache ich jetzt, wenn ich einen Ton auf der H-Saite will?
    Da zwischen der G- und der H- Saite keine Quarte, sondern eine große Terz liegt, funktioniert das hier nichtmehr. Daher müssen wir und anders behelfen: Durch einen Glücklichen Zufall ist das H genau eine Quinte vom E entfernt. Daher müssen wir nichtmal den Quintenzirkel missbrauchen, um Quarten abzulesen, sondern können direkt im Uhrzeigersinn gehen.

    Beispiel: Ihr wollt wissen, was am 8. Bund der H-Saite ist. Ihr nehmt also den 8. Bund der E-Saite (C) und geht einen Schnitt im Uhrzeigersinn. Wir landen also beim G.

    Kannst du das nochmal zusammenfassen?
    Ja gerne, garkein Problem:
    Töne auf der A-Saite: 1 Schritt gegen den Uhrzeigersinn
    Töne auf der D-Saite: 2 Schritte gegen den Uhrzeigersinn
    Töne auf der G-Saite: 3 Schritte gegen den Uhrzeigersinn
    Töne auf der H-Saite: 1 Schritt mit dem Uhrzeigersinn

    Und was mache ich, wenn ich einen Ton auf einer bestimmten Saite suche?
    Ganz einfach: Das System wird rückwärts angewandt. Dabei ändert sich natürlich die Drehrichtung.
    Beispiel gefällig? Ihr wollt ein C auf der G-Saite (4. Saite). Ihr geht also 4 - 1 = 3 Schritte im Uhrzeigersinn: C -> G -> D -> A. Jetzt schaut ihr, wo auf der E-Saite das A ist: Aha, 5. Bund. Auf der G-Saite ist im 5. Bund also ein C.

    Bei der H-Saite müsst ihr jetzt eben gegen den Uhrzeigersinn laufen: C -> F. Das F ist im 1. Bund der E-Saite, also ist das C im 1. Bund der H-Saite.

    Ich will aber nicht solche voll blöden Töne mit b und so, sondern lieber mit #
    Tja, dann müsst ihr das ganze eben enharmonisch verwechseln. Wenn ihr nicht wisst, wie das geht, dann ist euch die Suchfunktion sicher gern behilflich. Es kann auch sinnvoll sein, den Quintenzirkel und sowieso die E-Saite enharmonisch verwechselt auswendig zu wissen, damits schneller geht.

    Vielen Dank! Ich stehe für immer in deiner Schuld!
    Keine Ursache! Trotzdem danke für das Angebot. Ich werde mich melden, wenn ich mal was brauche. ;)

    Gibt es noch was zu sagen?
    Ja! Dieses System löst natürlich nicht das Auswendiglernen des Griffbretts ab. Es sollte eher als Übergangslösung angesehen werden, die euch beim Lernen hilft. Versucht daher, euch die Noten, die ihr findet, trotzdem auswendig zu lernen, sodass ihr beim nächsten mal nichtmehr im Quintenzirkel nachschauen müsst.

    Viel Spaß nun,
    doschdn
     
  2. leechlife

    leechlife Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.08.07   #2
    Hey

    Das ist sicher ein moeglicher ansatz. Ich kann den quitenzirkel zwar auswendig, wuerde aber nicht besonders schnell von einem punkt zum anderen springen koennen. (z.b vom "des" 3 im urhzeigersinn, das braeuchte sicher ein paar secunden).

    Ich finde es deutlich einfacher, wenn man ein paar bezugspunklte am griffbrett hat, oder auch alle toene auf der E seite kennt, und die okatav intervalle visuell kennt, dann kann ich mir auch jeden ton konstruieren, und zwar schneller als mit dem quinten zirkel.

    ausserdem finde ich es praxis naher, wenn man hilfen entwickelt die sich am griffbrett orientieren, und nicht an einem anderen virtuellen konstrukt.

    aber naetuerlich alles persoenliche geschmacksache. Wer gerne durch den Quintenzirkel huepft, der moege spass dran haben, es sei gegoennt ;-) !!!

    cheers
     
  3. MechanimaL

    MechanimaL Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.08.07   #3
    mh eine übung für anfänger ist es einen ton auf der e saite zu spielen und ihn dann im takt in achtel oder vierte nacheinander überall auf dem griffbrett zu spielen. so prägt man sich bereits nach kurzer zeit ein, wo welcher ton ist!

    mein problem ist, dass ich auf d std. runtergestimmthabe die töne der gitarre aber in e im kopf hab, ich weiß bis heute noch nicht, ob ich es einfach neu lernen sollte oder so wie bisher kurz überlegen und einen gt von meinem ton-namen im kopf runterrechnen oder direkt zum gitarristen kollegen sage: "in e gesprochen: (...) " :)
     
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