Workshop: Umkehrungen der Dreiklänge hören

von daemonica, 11.03.07.

  1. daemonica

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    Erstellt: 11.03.07   #1
    Wie lerne ich die Umkehrungen der Dreiklänge zu Hören?

    In diesem spannenden Workshop geht es darum, die Umkehrungen der Dreiklänge mit dem Gehör zu bestimmen. Wie immer beim Hören gilt:
    wer die Sachen auch singen kann ist klar im Vorteil!


    Vorrausetzungen:
    - sicheres Hören der Intervalle (innerhalb einer Oktave)
    - des Geschlechts des Dreiklanges
    - Theoretisches Wissen des Akkordaufbaus


    Aufbau der Akkorde

    Im angehängten Merkblatt „Triad Inversions“ ist der Aufbau der C - Dreiklänge in den vier Geschlechtern (Dur, Moll, Vermindert, Übermässig) beschrieben (auf Englisch).
    Es ist zu empfehlen, dieses Blatt anfänglich immer zur Hand zu haben bei der Arbeit mit den Dreiklängen, um ihre Struktur möglichst gut zu verinnerlichen. Am meisten lernt man natürlich, wenn man sich selbst so ein Blatt zusammenstellt. Dann erlebt man eine Überraschung beim übermässigen Dreiklang, aber mehr dazu später...

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    Hören der Umkehrungen

    Für das Hören der Umkehrungen muss man sich zuerst mit den einzelnen Intervallabfolgen anfreunden.
    Zuerst übt man die 3 Töne melodisch (aufwärts und abwärts gespielt) zu bestimmen.
    Als Beispiel: C - Dur 1. Umkehrung: E - G - C // C - G - E
    Danach die Dreiklänge harmonisch zuordnen (alle Töne erklingen zusammen).

    Die Grundstellung heisst auch Quintlage (weil der höchste Ton die Quinte ist).
    Die 1. Umkehrung heisst auch Oktavlage (C ist eine Oktave zum Grundton).
    Die 2. Umkehrung heisst auch Terzlage (oberster Ton ist die Terz).

    In der Klassik nennt man die 1. Umkehrung auch Sextakkord, (Rahmenintervall ist immer eine Sexte).
    Die 2. Umkehrung nennt man Quartsextakkord, (zuerst die Quarte, Sexte als Rahmenintervall).

    Damit wird schon aus den Bezeichungen ersichtlich, worum es beim Hören der Umkehrungen geht. Nämlich darum, einzelne Intervalle und deren Position herauszufiltern um daraus die Inversion (Umkehtungen) zu bestimmen. Schauen wir uns die Akkorde und Intervalle etwasgenauer an.


    Der Durdreiklang:

    Enthält der Akkord eine Quarte, ist es eine Umkehrung. Ist die Quarte oben, ist es die erste Umkehrung, ist die Quarte unten, ist es die zweite. Manche Leute hören aber auch besser das Rahmenintervall, also die Sexte. Oder sie sind terzfixiert und leiten daraus die Struktur ab.
    Als Erinnerungshilfe für die Grundstellung bietet sich der Song „Ob-La-Di Ob-La-Da“ der Beatles an.



    Der Molldreiklang:

    Auch hier gilt: enthält der Akkord eine Quarte, ist es eine Umkehrung. Ist die Quarte oben, ist es die erste Umkehrung, ist die Quarte unten, ist es die zweite. Und auch hier kann man gut mit Sexten oder Terzen arbeiten.
    Als Erinnerungshilfe für die 2. Umkehrung in Moll bietet sich das Stück „Mondscheinsonate““ von Beethoven an.



    Der vermiderte Dreiklang:

    Beim verminderten Akkord ist die klangliche Differenz minim, er ist ein wenig schwieriger zu bestimmen.
    Enthält der Akkord einen Tritonus (nicht als Rahmenintervall!), ist es eine Umkehrung. Ist der Tritonus oben, ist es die erste Umkehrung, ist er unten, ist es die zweite.
    Das in Klammern angegebene Intervall ist das theoretisch richtige, das vorneweg ist die Form, in der es wahrgenommen wird. Also wird die übermässige Qurte (#4) als verminderte Quinte (b5) wahrgenommen, da wir ja den verminderten Dreiklang hören.
    Die Grundstellung ist mit den zwei kleinen Terzen etwas „stabiler“ als die Umkehrungen.



    Der übermässige Dreiklang:

    Beim übermässigen Akkord kommt jetzt die angekündigte Überraschung! Betrachtet man den Aufbau etwas genauer und enharmonisch verwechselt, kommt man zum Schluss, dass jede Inversion die gleiche Schichtung hat, also grosse Terz , grosse Terz.
    Das in Klammern angegebene Intervall ist das theoretisch richtige, das vorneweg ist die Form, in der es wahrgenommen wird. Also wird die jeweilige Umkehrung immer als neue Grundstellung wahrgenommen.
    Der übermässige Dreiklang tönt sehr dissonant und sticht unter den anderen extrem hervor, die Bestimmung ist relativ einfach.


    So, jetzt heisst es: üben, üben, üben. Am besten mit einer Software oder einem sehr geduldigen Freund, zu zweit macht es mehr Spass und man lernt auch als Fragender sehr viel.
     
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