@Pemano, kannst du in der DAW Testtöne erzeugen (bei mir in Samplitude gibt es dazu unter "Effekte" die Funktion "Wellenformgenerator")?
Alternativ gibt es auch etliche kostenlose Handy-Apps mit denen man Testtöne erzeugen kann, die könnte man über ein Interface in der DAW aufnehmen, vielleicht gibt es auch Apps, die MP3-Dateien erzeugen können, die man in die DAW lädt, das weiß aber nicht.
In jedem Fall erzeugst du eine mono-Datei mit einem Sinuston von z.B. 200 Hz. Diese lädst du in zwei (mono-)Spuren, die du jeweils maximal nach L und R pannst. Wichtig dabei ist das
maximale Pannen nach L und R, denn wenn beide Spuren auf der Mitte gepannt bleiben und du später beim Abspielen bei einer Spur die Phase invertierst, dann überlagern sich die Sinusschwingungen elektrisch/digital innerhalb der DAW zu 100%, aber gegenphasig, und löschen sich dabei
vollständig aus. Bei nur teilweise Panning nach L und R gibt es diese elektrische Auslöschung entsprechend abgestuft. Nur bei maximal nach L und R gestellten Kanälen kann diese elektrische Auslöschung vermieden werden, was bei der Kontrolle des weiteren Signalwegs, um die es ja hier geht unabdingbar ist.
Über Lautsprecher wiedergegeben werden sich die Signale allerdings nie vollständig auslöschen, weil sie sich im Raum
akustisch praktisch nie zu 100% dauerhaft überlagern, aber der Effekt ist trotzdem deutlich zu hören:
Du spielst die Töne ab und invertierst dann die Phase bei
einem der beiden Kanäle (bei meinem Samplitude gibt es dazu im Mixer einen eigenen Button).
Wenn das Signal vorher laut und sauber mittig lokalisierbar zu hören war, wird es nach der Invertierung deutlich leiser und die mittige Lokalisierbarkeit geht verloren, der Ton scheint jetzt mehr von außerhalb der Boxen zu kommen, ggf. auch mehr außerhalb einer der beiden Boxen. Das beschriebene Phänomen des zunehmenden Drucks in den Ohren findet bei mir auch statt nach der Inventierung (wobei reine Sinustöne an sich eine Tendenz haben, auf Dauer in den Ohren drückend zu wirken, aber der Effekt verstärkt sich wahrnehmbar).
Ist der Effekt genau umgekehrt zu hören, also lauter usw. nach der Phaseninvertierung, dann gibt es einen Phasendreher in der Signalkette, wobei hier nur die Buchsen der
Yamaha*-Boxen als mögliche Fehlerquelle übrig blieben.
Über Kopfhörer ist der Effekt dieser Phaseninvertierung im übrigen weniger bis gar nicht hörbar, da die Signale den Ohren akustisch abgeschirmt und getrennt eingespielt werden und somit eine akustische Überlagerung nicht stattfinden kann.