Zildjian 5A Black Dip Hickory Sticks

von metaljuenger, 15.08.12.

  1. metaljuenger

    metaljuenger Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 15.08.12   #1
    Guten Abend, werte Gemeinde!

    Da ich momentan versuche, mich so weit es geht vom Lernen abzuhalten, dachte ich, ich konnte nach eineinhalb Monaten des Spielens mit oben genannten Sticks ein kleines Review dazu verfassen. Anmerkung: ich lasse den Punkt Haltbarkeit mal aus 2 Gründen raus: erstens spielt eh jeder anders (siehe auch diverse Diskussionen hier im Sub), deswegen halten Sticks bei manchen Drummern ne halbe Ewigkeit, bei anderen halten auch Markensticks nur ein paar Tage. Der zweite Grund ist, dass ich momentan leider nur die Möglichkeit habe, sie auf einem E-Set zu spielen. Vielleicht kann dann noch jemand seine Erfahrungen mit diesen Sticks am akustischen Set berichten und damit den Bericht vervollständigen.
    Jetzt aber genug Vorgeschwafel und los zum Test.

    Ich brauchte neue Sticks und wollte eigentlich mal die Grip-Sticks von Vic Firth probieren. Als ich im Laden war und die getestet habe, musste ich dann doch die Zildjians gegentesten, weil mir der Grip der VF Sticks gar nicht zusagte. Extrem klebrig, beim Test auf dem Pad im Laden absolut unangenehm zu spielen. Deswegen mal die Grip-Sticks in 5A von Zildjian in die Hand genommen.


    Erster Eindruck: wuchtig. Meiner persönlichen Ansicht sehr große, tränenförmige Tips und wie ich finde, ist der Schulterbereich der Sticks sehr weit nach vorne gezogen, was die Sticks im ersten Moment so wuchtig erscheinen lässt. Dabei sind die Sticks unglaublich leicht. Die Gummierung schlägt gar nicht ins Gewicht, die Sticks sind vom Feeling deutlich leichter als meine alten Vic Firth 5AN, die ich jahrelang gespielt habe.
    Beim unabdingbaren "Rolltest" vor dem Kauf fiel auch nichts besonderes auf, die Sticks rollten (trotz Gummierung, denn deswegen hätte ich ehrlich gestanden etwas ungleichmäßigeres Rollen erwartet) absolut gleichmäßig über die Theke.
    Auch liegen sie sehr angenehm in der Hand, sind optimal austariert, das Gleichgewicht der Sticks findet man recht schnell, weil man sich am Ende der Gummierung orientieren kann. Legt man den Stick mit dem Ende der Gummierung auf seinen Finger, ist er sofort im Gleichgewicht (nur als Randnotiz).

    Wie schon angedeutet, ist der Grip dieser Sticks im Vergleich zu denen von Vic Firth deutlich angenehmer, weil lange nicht so klebrig. Dadurch ist der Anti-Rutsch-Effekt nicht so extrem, aber das, was man dadurch ausgleichen will, ist im Endeffekt doch zum Großteil nur mangelnde Technik, also kann man hier auch woanders ansetzen ;)
    Wo es mir beim Vic Firth auch so vorkam, dass der Stick durch die relativ dicke Gummierung auch schwerer wurde, ist der Zildjian Stick nach wie vor sehr leicht, denn die Gummierung ist wirklich nur eine sehr dünne Schicht.
    Und hier liegt auch das Manko: die Schicht ist sehr anfällig für jegliche spitze oder anderweitig scharfe oder eckige Gegenstände. Beispielsweise habe ich mit den Sticks mal einen Sticktrick probiert und den Stick etwas unglücklich gefangen, so dass ich mit dem Fingernagel ganz leicht an der Gummischicht entlanggeschrammt bin und hatte ein winziges Loch drin, das ich zuerst kaum bemerkt habe. Durch intensives Spielen wurde das Loch in kurzer Zeit immer größer (siehe Kreise auf dem Bild) und ist mittlerweile so groß, dass es beim Spielen schon entscheidend stört, da in diesem Bereich beim Spielen die Finger liegen.
    Auch löst sich die Gummierung in der Mitte des Sticks schon so deutlich, dass ich mich gezwungen sah (ich weiß, Asche auf mein Haupt, sowas macht man eigentlich nicht :o), mit Tesa die Gummierung wieder dranzukleben, so dass sie sich nicht nach und nach abschält (siehe eckige Umrandung auf dem Bild).

    IMAG0272.jpg

    Das trübt den ansonsten doch sehr (!) guten Eindruck von diesem Stick doch etwas. Bei mir am E-Drum-Set halten Sticks normalerweise Jahre (ich spiele 2 paar alter Vic Firth 5AN jetzt seit mehr als 4 Jahren) und auch diese Sticks halten vermutlich (holzmäßig) lange genug, doch die Gummierung hat schon nach wenigen Wochen den Geist aufgegeben. Wahrscheinlich dürfte dies nicht so sehr ins Gewicht fallen, weil die Sticks unter normalem A-Set-Gebrauch eh nicht so lange halten werden, dennoch ist das etwas schade, aber wohl auch kaum vermeidbar, wenn man die Gummi-Schicht nicht dicker macht. Dies würde dann den Stick schwerer machen.

    Deswegen ist mein Fazit: geile Sticks und wenn man nicht unbedingt Sticktricks macht und ein bisschen auf die Gummierung aufpasst, dann sind sie absolut hochwertige und meiner Meinung nach mit VF oder Pro Mark gleichwertige Sticks, zumal da sie nicht mal teurer sind (aktuell beim Big T 9,90€, VF 5A kosten genauso viel).
     
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  2. GieselaBSE

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    Erstellt: 15.08.12   #2
    Ich hab mal die 5B von Zildjian gehabt.
    Die hätten wohl auch ewig gehalten.
    Mir waren sie etwas zu dick, aber die Beschichtung war bei mir sehr stabil.
    Ich habe mit ihnen ein Wochenende lang auf einer Tattoo-Convention 4 Gigs gespielt, dabei haben sie mir ein Loch in den Zeigefinger gerubbelt, die Beschichtung hielt aber;)

    Ich habe sie Wongo-Man hier aus dem Forum vermacht. Falls er noch mitliest, kann er ja evtl. etwas zum Verbleib sagen.
     
  3. metaljuenger

    metaljuenger Threadersteller Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 15.08.12   #3
    Das war bei mir am Anfang auch so. Wenn man umsteigt von normalen Holzsticks auf die mit Gummierung, dann ist das an den Fingern am Anfang sehr unangenehm, hat bei mir am Anfang sogar zu einer Blase am Finger geführt. Wenn man sich allerdings auf die Sticks eingespielt hat, nach einer Woche oder so, dann ist das meiner Meinung nach gar kein Problem mehr.
     
  4. der dührssen

    der dührssen Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 16.08.12   #4
    Ein paar Erfahrungsberichte betreffs Haltbarkeit:
    Sämtliche Zildjiansticks, die ich bisher besessen habe, haben nach eher kurzer Zeit (verglichen zu anderen Marken bei selber Spielweise auf demselben Set) den Geist aufgegeben.

    Hatte 2 Paar schwarze 5B, die nach wenigen Schlägen relativ mittig gebrochen sind, sowie 2 notgedrungen vor einem Gig von einem Freund gekauften (ich werde nie wieder ohne Sticktaschencheck den Proberaum verlassen!) 5A in öh...ja, normal eben. Von vier der neuen Sticks hat genau einer die Stunde Spielzeit überlebt.
    Ich spiele zwar fast ausschließlich Rimshots, sowie viel Blastbeats und gerne mal Rumgehacke auf Becken - SO schnell sind mir Sticks aber noch nie gebrochen (mal von den 1€-Dingern von der Musikmesse abgesehen).

    Fürs E-Drumming vielleicht gar nicht verkehrt (wobei ich sämtliche Z-Sticks bisher zu leicht fand), ich werde jedoch in Zukunft die Finger von dieser Marke lassen. Zumindest, was Sticks angeht ;)
     
  5. Haensi

    Haensi Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 16.08.12   #5
    Komisch, ich hab vor Jahren auch mal Zildjian Sticks gekauft und die waren nach einer Probe Schrott - genau in der Mitte durch. Und das obwohl ich eher selten Rimshots spiele (Cross-Stick öfter, aber das darf ja nix machen, die Vater-Sticks halten da jedenfalls locker ein halbes Jahr).

    Ich hab mich damals darüber so masslos geärgert (sie kosteten zu DM-Zeiten über 30 Mark), das ich Zildjian-Sticks nie wieder genommen habe.
     
  6. metaljuenger

    metaljuenger Threadersteller Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 16.08.12   #6
    Danke für euer Feedback! :great:

    Vielleicht sind dies dann wirklich die perfekten E-Drum-Sticks, wer weiß :D

    Aber ich hab mir eben das auch schon fast gedacht, was ihr geschrieben habt. Aus meiner momentanen Perspektive als E-Drummer sind sie halt super, weil sie leicht sind. Dadurch können sie halt für A-Drummer wieder negativer sein, weil sie evtl. schneller kaputt gehen.
     
  7. metaljuenger

    metaljuenger Threadersteller Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 15.02.13   #7
    So, auch hier nochmal eine Anmerkung: hatte zwischendrin ja dann die Gummierung abgemacht, weil sie kaputt ging und dann quasi mit blanko Holzsticks gespielt. War auf dem E-Drum-Set sehr angenehm zu spielen, weil die Sticks, wie ja schon erwähnt, sehr leicht sind. Heute ist ein Stick kaputtgegangen. Habs vorher auf dem Practice Pad gehört, dieses typische Schnarren, wenn der Stick aufschlägt und vorne leicht auseinandergerissen ist. Man sieht den Riss noch nicht wirklich, es ist noch ein ganz kleiner Riss, aber dürfte bei normalem Einsatz am Set morgen dann komplett aufreißen.

    Fazit bzgl. Haltbarkeit: eher nicht so das Gelbe vom Ei, da ich den Stick ja nur am E-Set in Gebrauch hatte, er also bis auf ein paar kleine Dellen keine weiteren Schäden abbekommen haben dürfte...

    Habe mir jetzt übrigens die Vic Firths mit Grip in 5AN mal gekauft, einfach um sie gegenzuprobieren.
     
  8. Marci95

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    Erstellt: 16.02.13   #8
    Ich hab diese Sticks auch mal gespielt. Allerdings fand ich diese Gummierung nach einer Zeit gar nicht gut. Wie metaljuenger schon sagte werden die Löcher, die einfach so entstehen, nach einer Zeit immer größer. Das fühlt sich beim spielen nicht gut an. Außerdem hat man nach ca. 1 Stunde proben immer schwarze Krümel an den Händen, weil diese Schicht sich eben so schnell ablöst.
    Zu der Haltbarkeit kann ich sagen, dass sie bei mir auf dem akustischen Set erstaunlich lange gehalten haben. Aber ich bin eh nicht der Stickfresser, der nach 1 Woche schon wieder ein neues Paar durch hat ;). Also ich glaube 2-3 Monate haben sie bei mir auf jeden Fall gehalten.
    Mich hat allerdings nur die Gummierung davon abgehalten, diese Sticks nochmal zu kaufen. Da bleib ich lieber bei normalen Sticks ohne Gummierung :)
     
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