Zu viel üben - gibts es das?

  • Ersteller oskopik
  • Erstellt am
Also ich habe als Musiklehrer und Chorleiter ein starkes Ruhebedürfnis. Da ich aber bei vier Chorproben pro Woche Klavier spiele, übe ich da auch immer viel, improvisiere styles, fill-ins etc.

Ein Kollege von mir ist da sehr streng mit sich selbst, hat feste musikfreie Tage, wo er keine Engagemts etc annimmt. Jetzt hat er ein Jahr kein Klavier unterrichtet, um Abstand zu bekommen (Chorleitung lief aber wohl weiter)
 
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Kurzes Update. In der zwischenzeit habe ich mein Übungspernsum auf ein minimum herutergefahren. ca 1h am Tag und mache gar keine mechanische Übungen mehr. Es hat sich für mich als nicht Sinnvoll herausgestellt.

Ich arbeite viel mehr am Gehör und der verknüpfung des Gehört mit den Fingern.

Das bedeutet für mich auch mehr hören weniger spielen ;)
 
mache gar keine mechanische Übungen mehr. Es hat sich für mich als nicht Sinnvoll herausgestellt.
Sehr vernünftg. Auch wenn man Tonleitern übt, sollte man das nie mechanisch, sondern immer musikalisch tun. Ansonsten ist es tatsächlich nicht sinnvoll. ;)

Viele Grüße,
McCoy
 
Sehr vernünftg. Auch wenn man Tonleitern übt, sollte man das nie mechanisch, sondern immer musikalisch tun. Ansonsten ist es tatsächlich nicht sinnvoll. ;)

Viele Grüße,
McCoy

Ja darauf bin ich letztendlich auch gekommen. Skalen werden natürlich weiter geübt. Das hat mir viel gebracht.

Meines Erachtens macht man durch das spielen von Stücken sowieso mehr als genug Fingerübungen.
 
...mache gar keine mechanische Übungen mehr. Es hat sich für mich als nicht Sinnvoll herausgestellt.
Ich will dir ja im Kern nicht wiedersprechen. Aber meinst du wirklich, dass du das nach so kurzer Zeit beurteilen kannst? Wenn ich das richtig beobachtet habe hast du erst vor ein Paar Wochen mit Tonleitern und den "mechanischen Übungen" angefangen. Bei mir selsbt setzen die Lernerfolge gerade bei solchen motorischen Angelegenheite eher schleppend ein und ich muss mich zwingen am Ball zu bleiben. Das macht natürlich nicht immer Spaß, aber ist mit etwas Vertrauen in die Methode machbar.

Allgemein hab ich das Gefühl, dass du etwas ungeguldig an den Tasten bist und schnell zwischen Dingen hin und her springst. Korrigier mich wenn ich falsch liege. Aber vielleicht kämst du mit etwas mehr Fokus schneller weiter. Ich meine das wirklich nicht böse, eher als Hinweis falls es dir selbst nicht auffällt.
 
Denke schon das man recht schnell merkt ob etwas Sinnvoll für einen ist oder nicht.

Das muss jeder für sich selber beurteilen, aber ich lege meinen Focus jetzt nur noch auf das Gehör.

Ungeduldig bin ich eigentlich nicht sehr. Nur manchmal wie jeder andere auch.
 
Also das ist alles sehr individuell und subjektiv wie du schon sagst, ich zum Beispiel kann an manchen Tagen 5 Stunden üben und an anderen nur 30 min und danach klappt nichts mehr :eek:.

https://music2me.de/blog/instrument-ueben-tipps-und-tricks

Dort z.B sprechen die generell auch davon, dass man lieber gezielt und konzentriert 30 min am Tag üben sollte als unkonzentriert 3 Stunden am Stück und auch viel Wert auf den Schlaf legen sollte, damit das Gelernet auch im Kopf bleibt. :D
Bringt ja nichts wenn man bis tief in die Nacht übt und am nächsten Morgen, mangels Schlaf nichts mehr drauf hat.

Ähnlich geht es mir aktuell vor den Klausuren so, da kommt dann der Zeitpunkt, wie beim Üben von Stücken, an dem ich merke, wenn ich jetzt weiter mache bringt das alles nur noch ganz wenig und ich lerne quasi nur noch um mein Gewissen zu beruhigen. Dann lieber eine Nacht drüber schlafen und am nächsten Tag wieder von vorne.
 
Ich finde, es kommt drauf an, was du gerade übst. Wenn es darum geht, die Fingerfertigkeiten zu steigern, muss man sich manchmal auch selbst in den A* treten und dranbleiben.
Wenn es darum geht, der Kreativität freien Lauf zu lassen, brauchst du Ruhe und kannst dich meiner Meinung nach "totspielen" und in dem Sinne eben zu viel üben.

Letztlich muss man auf die Signale seines Körpers achten und es macht meiner Meinung nach wenig Sinn, 2-3 Std weiter zu spielen, wenn der Elan, die Motivation und die Kraft fehlt. Manchmal ist das nur ein Moment und eine Kaffeepause und etwas frische Luft kann helfen, um dann doch nochmal deutlich länger zu spielen. Manchmal hilft es aber auch nicht und dann sollten die Tasten lieber in Ruhe gelassen werden - sei es für einen Tag oder mehrere Tage (fällt schwer :D, aber wirkt manchmal Wunder, etwas Distanz zu den Tasten zu haben)
 
Ich frage mich gerade ob zu viel üben sogar den Lernfortschritt minimieren kann?

Ich meine dazu gar nichts ;), sondern verweise auf ECKART ALTENMÜLLER, Hirnphysiologische Grundlagen des Übens (wird in irgendeinem Thread in diesem Forum verlinkt).

Der Autor nennt das den Penelope-Effekt: "Wie Penelope nachts das am Tage gewebte Hochzeitsgewand wieder auflöste, um keinen der Freier heiraten zu müssen, so zerstört zu langes Üben die zuvor mühsam erarbeiteten Bewegungsprogramme!"

Untersucht wurde das an einer Gruppe von Sportstudenten, die die Fingergeschicklichkeit über 14 Tage lang auf einem Steckbrett trainierten. Von 10 bis 300 mal wurden die Übungen durchgeführt, bei 150 Einheiten lag der beste Trainingseffekt.

Der Autor warnt jedoch doch, dies zu sehr zu verallgemeinern: "Individuelle sensomotorische Geschicklichkeit, Bewegungsintelligenz und Ausdauer, Motivation und Konzentrationsfähigkeit sind weitere Faktoren, die den Verlauf der (Lern)Kurve bestimmen. Es wird deutlich, dass es großer Erfahrung bedarf, bis man gelernt hat, seine optimale Lernkurve zu finden und vor allem im richtigen Moment mit dem Üben aufzuhören."
 
ich denke jeder sollte selbst wissen ab wann das üben nicht mehr sinnvoll ist, denn das ist von Person zu Person unterschiedlich.

Bei mir ist das von Tag zu Tag unterschiedlich. Manchmal spiele ich viele Stunden fast durchgehend, manchmal höre ich nach 15-30min auf.
Ich höre meistens auf sobald ich während dem Spielen bemerke, das ich gedanklich eigentlich wo ganz anders bin und mich nicht
mehr auf die Musik konzentriere :D
 

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