[Zubehör] ML Factory Sattelfeilen Set

von Kluson, 23.06.18.

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  1. Kluson

    Kluson Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.06.18   #1
    hallo,

    Ich habe mir ein Sattelfeilenset bei ML Factory bestellt und möchte dazu ein Review erstellen.

    Man könnte es sehr kurz halten: Schrott

    Aber ich will noch ein paar Worte dazu verlieren. Das Set kostet 35€ und da ich schon länger mit dem Gedanken spiele keine gekauften Sättel zu verwenden, sondern mir welche aus Knochen zu fertigen dachte ich, dass ich das Set mal probiere.

    Vorweg ... dass man von einem Set für 35€ keine Wunder erwarten darf war mir klar. Da ich das aber nicht professionell mache, sondern höchstens ein paar Sättel machen wollte, sollte das ja reichen. Profiwerkzeug ist ja schön und man sagt es hält en Leben lang, den Anspruch hatte ich gar nicht. ABER wenigstens 5-6 Sättel sollte man damit ja herstellen können...dachte ich.

    Jede Feile ist zweiseitig verwendbar. Am Griff steht die Stärke des Blattes. Schon dass ist unpraktisch. Man sieht bei manchen kaum einen Unterschied. Die Stärke hätte man auf das Metalblatt einstanzen sollen, oder wenigstens auf dem Griff die Bezeichnung untereinander anbringen können, so dass man sieht 10 ist unten 20 ist oben ... Aber gut.

    Nächster Punkt. Die Dinger sind stumpf wie nur was. Für Platik und Graphit mag es gehen, für Knochen ... Nope! Die Zähne sind zudem total hakelig. Man bleibt ständig im Material hängen. Präzises Arbeiten ? Unmöglich. Die Blätter sind zu dick und laufen nach oben noch auseinander. Man sägt quasi ein Dreieck und duch das ständige Hängenbleiben franst das noch aus, die Kerben werden viel zu breit.

    Alles in allem ... Für den A***h.

    Ich habe an ML Factory geschrieben, dass sie unbrauchbar sind und ich sie nach Möglichkeit gerne zurückgeben würde, selbst wenn sie einmal benutzt sind.
    Ohne benutzen kann man ja auch schlecht beurteilen ob sie etwas taugen.

    Die Antwort: Es wäre bei dem Preis wohl kaum Präzisionswerkzeuge zu erwarten, sie wären für den Hobbyasten gedacht, der mal ne Kerbe nachfeilen will.
    Ich hätte wohl einfach zu tief gekerbt.

    Nun gut, Präzisionswerkzeug für den Profi hätte ich auch nicht erwartet, aber funktionieren sollten sie schon, von mir aus nicht für die Ewigkeit, aber eben benutzbar sollten sie sein. Zudem sollte dann in der Beschreibung stehen, dass sie nicht geeignet sind um komplette Sättel von Grund auf neu zu kerben, sondern höchstens mal um etwas minimal nachzufeilen. Ein Hinweis, dass sie für hartes Material nicht geeignet sind wäre auch angebracht. DANN wäre es fair und man ist sich im Klaren daüber, was man kauft.

    Kundenservice-technisch ganz schlechte Wahl diese Mail. Proffesionell löst man so etwas, indem man sich zuerst mal entschuldigt bzw. bedauert, dass man mit einem Produkt nicht zufrieden ist. Dann hätte man schreiben könen, dass ein Umtausch nicht mehr gemacht werden kann, da gebraut, aber hier ist ein Einkausgutschein in Höhe von 10€ o.ä. Aber nach dem Motto : selbst schuld und zu blöd ... Schlechtes Marketing.

    Also, Finger weg davon, absoluter Schrott

    image.jpeg
     
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  2. Hauself Zwo

    Hauself Zwo Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.06.18   #2
    Grundsätzlich kann ich diese Einschätzung bestätigen (ich habe die ML-Bass-Feilen), aber so schrottig sind sie nun auch wieder nicht.

    Natürlich kein Präzisionswerkzeug, das würde eher 80-100 Euro kosten (für Bass), aber man muss den Preis sehen. Das ist billige Baumarkt-/Gelegenheitsheimwerkerqualität. Ich beschwere mich ja bei einem 8-teiligen "Feinmechaniker-Schraubendrehersatz" für 6,99 € oder 20 Blättern Schleifpapier (alle Körnungen von 40 bis 1200) für 3,99 € auch nicht, dass das nix Vernünftiges ist - das kann ich mir doch denken.

    Wenn ich einen Knochensattel komplett und professionell feilen wollte, würde ich mir das hochwertige Set kaufen. Die Nacharbeit meines Bass-Sattels mit dem ML-Set hat problemlos geklappt...

    Trotzdem: Danke für's Review!
     
  3. Kluson

    Kluson Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.06.18   #3
    Das ist vielleicht eine Sache der Sichtweise.
    Wie ich geschrieben hatte:
    Vom Profiwerkzeug (3-4 facher Preis ) erwarte ich, dass es absolut perfekt verarbeitet ist, man also damit sehr präzise und effektiv arbeiten kann UND dass ich damit eine Vielzahl an Werkstücken anfertigen kann bzw. es einen sehr langen Zeitraum ohne nennenswerte Abnutzung einsetzen kann.

    Bei. Hobbywerkzeug hingegen erwarte ich auf keinen Fall diese Langlebigkeit, denn das würde hochwertigeres und teureres oder extra gehärtetes Material voraussetzen, was bei dem Preis nicht möglich ist.

    Aber präzises Arbeiten erwarte ich sehr wohl, wenn auch nicht für die Ewigkeit.
    Weder das eine noch das andere ist möglich, deswegen ist es für mich totaler Schrott.


    Bei Bassfeilen hat man natürlich auch den Vorteil, dass die ganzen sehr dünnen Saiten, bei denen besonders präzises Arbeiten wichtig ist, wegfallen.
     
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  4. Myxin

    Myxin Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.06.18   #4
    Ich habe mir das schon gedacht, dass das Zeug nichts taugt.
    Hatte mir dann die Ibanez Sattelfeilen gekauft, die mir auch ein Gitarrenbauer empfohlen hat - die sind wirklich brauchbar (falls du noch welche suchst).
    Kosten ca. 100 Euro. Für mich hat sich die Anschaffung auf jeden Fall gelohnt.

    [​IMG]

    [​IMG]
     
  5. Kluson

    Kluson Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.06.18   #5
    Ja, die würde ich dann auch ins Auge fassen. Liegen bei 89 €.

    Frage:
    sind beide Seiten je Feile nutzbar oder ist nur eine Seite scharf ?
    Hast Du damit schon Knochen gefeilt ?
    Wie ist der Abrieb ? Muss man pro mm eher 20 x oder eher 5 x feilen ?
     
  6. Myxin

    Myxin Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.06.18   #6
    Die sind auf beiden Seiten rau.
     
  7. Kluson

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    Erstellt: 25.06.18   #7
    Das ist gut, dann hält sie doppelt so lange. Guter Ansatz
     
  8. Myxin

    Myxin Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.06.18   #8
    Ich sags mal so, wenn man mal 4 Gitarren/Sättel damit bearbeitet hat, lohnt es sich eh schon. Die meisten Gitarretechs nehmen zwischen 20 und 30 Euro fürs Sattelfeilen.
    Und wenn man es selbst macht, hat man auch die Zeit und Muße, es wirklich perfekt zu machen, was dann auch nochmal länger dauert.
     
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  9. Kluson

    Kluson Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.06.18   #9
    Mal eine andere Frage.
    Die Feilen sind bei T mit den Stärken
    .028/.032/.040/.029/.035/.042

    angegeben. Ungewöhnlich, dass keine 10er dabei ist ?

    EDIT: es gibt wohl verschiedene Varianten, u.a. auch
    .009 / .011 / .016 / .024 / .032 / .042
    .012/.016/.024/.032/.042/.053
     
  10. Tomcat

    Tomcat Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.06.18   #10
    Zum Kerben eines Sattelrohlings würde ich eher eine Sattelsäge empfehlen. Die Sattelfeile dann nur noch für das Finish. Dann hast du auch eine Führung für die Feile und es franst nichts aus.
     
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  11. boisdelac

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    Erstellt: 26.06.18   #11
    Was ist denn eine Sattelsäge? Nicht böse sein, aber ich weiss es wirklich nicht.
     
  12. Tomcat

    Tomcat Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.06.18   #12
  13. Myxin

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    Erstellt: 27.06.18   #13
    Jap, da musst du schon die richtige Stärke aussuchen.
     
  14. Kluson

    Kluson Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.06.18   #14
    Danke, guter Tipp
     
  15. MiLe

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    Erstellt: 04.07.18   #15
    vor einiger Zeit gab's bei ML noch ein komplettes Werkzeugset incl. Sattelfeilen für noch weniger Geld. Die Feilen fand ich klasse - eignen sich hervorragend, um Butter auf's Brot zu schmieren :D Mehr war bei dem Preis aber auch nicht zu erwarten. Davon abgesehen hab' ich mit ML aber ausschließlich gute bis sehr gute Erfahrungen gemacht.

    Kerben mache ich mittlerweile mit einer kleinen Dreick-Feile aus dem Baumarkt. Mit um die 10.- € auch nicht gerade Profi-Qualität, tun aber selbst in Stahl und VA ihren Dienst. Und besser saubere Dreiecke mit 2 definierten Auflagepunkten der Saite als irgend etwas undefiniert halbkreisförmiges, in dem die Saite eher rumschlackert.

    Also wenn Sattelfeilen, dann richtig gute, sonst besser gar keine.
     
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  16. Ben zen Berg

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    Erstellt: 08.07.18   #16
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  17. MiLe

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    Erstellt: 08.07.18   #17
    naja - so 'ne Fühllehren-Sattelfeilen-Kombi hatte ich mir auch mal gebastelt - die "Zahnung" allerdings gefeilt und nicht per Gewindebohrer eingeschlagen. Ich weiss nicht.....:gruebel:

    Die Haltbarkeit ist schon mal mehr als mau - geht gerade so in weichen Sattel-Materialien.
    Die recht fein abgestuften Breiten bei einer Fühllehre sind verlockend, aber ich möchte eher nicht sehen, wie eine damit gefeilte Kerbe im Querschnitt aussieht bzw. wie die Saite darin liegt.
    Deshalb plädiere ich nach wie vor für eine kleine, wirklich scharfkantige Dreiecksfeile. In einer dreieckigen Kerbe liegt die Saite definiert an 2 Punkten auf, kann nicht seitlich rutschen und schlackern. Zudem hält die Feile länger, funntioniert auch für härtere Sattel-Materialien und ist kostenmäßig die gleiche Größenordnung. Seitdem verwende ich die Fühllehre wieder ausschließlich zum Messen von Saitenlagen, dabei stören die eingefeilten Zähne nicht ;)
     
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  18. Günter47

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    Erstellt: 08.07.18   #18
    Noch schlimmer als kein Werkzeug....ist schlechts Werkzeug.
    Was ich damit meine...wenn die Fühlerlehren Sattelfeilen nicht funktionieren würden...würde ich sie nicht benutzen.
    Als ich den Beitrag schrieb, hatte ich das Teil schon ein paar Jahre in Gebrauch.
    Da ich auch professionelle Sattelfeilen habe...kann ich die Funktion beider Feilensätze gut beurteilen. Ich würde hier also keine Beitrag für Werkzeuge oder Hilfsmittel schreiben.....die ich nicht selbst ausprobiert und für funktional halte.

    Vernünftige Fühlerlehren sind aus gehärtetem Stahl. Wenn die Zahnung entweder wie beschreiben eingetrieben....oder mit einer Diamant Schlüsselfeile gefeilt wurden, dann lsssen sich damit auch Messing Sättel bearbeiten.
    Tusq Knochen etc ist kein Problem.

    Für das herstellen der Feile....wie auch für das
    korrekte feilen der Schlitze ist natürlich ein Mindestmaß an handwerklichen Fähigkeiten vonnöten.
     
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  19. MiLe

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    Erstellt: 08.07.18   #19
    @Günther47: Sorry, ich wollte niemandem auf den Schlips treten oder die handwerklichen oder erfinderischen Fähigkeiten absprechen.
    Ich bin auch relativ neu hier und kenne die/Deine Historie nicht - vielleicht kam ich deshalb etwas (ungewollt) respektlos rüber. Sorry dafür!:prost:

    Vielleicht hab' ich einfach 'ne miese Qualität bei der Fühllehre erwischt und deshalb eher durchwachsene Erfahrungen mit der Methode und der Haltbarkeit gemacht. Ich hab's auch sein lassen, weil ich in letzter Zeit den Sattel eher aus Werkzeugstahl hergestellt hab (Drehmeissel-Schaft) und das ganze auch noch kompensiert - da wäre aber dann auch die beste Messlehren-Säge wohl am Ende gewesen.

    Dennoch denke ich, dass der Boden der Kerben mit diesen Sägen vielleicht nicht optimal ist. Natürlich könnte man diese Sägeblätter nun auch noch an der Zahnung auf Saitendurchmesser verrunden..... :gruebel:
     
  20. Günter47

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    Erstellt: 08.07.18   #20
    Die Blätter der Fühlerlehren Sattelfeile können nur rechteckig feilen oder sägen...da hast du vollkommen Recht.
    Das würde dazu führen, dass die Saiten nicht definiert aufliegen und es zu den bekannten Sitar Schwirren kommt.
    Die Lösung....kurz vor Erreichen der endgültigen Höhe....nimmt man ein Blatt mit geringerer Stärke. Dadurch ist gewährleistet, dass die Saite auf zwei Stellen aufliegt und somit ein Schwirren verhindert wird.

    Für jemanden der häufiger an Gitarren arbeitet, sind vernüftige Feilen...generell gutes Handwerkszeug absolut notwendig.
    Diese DIY Feile ist für einen Profi natürlich nicht die erste Wahl....das ist vollkommen klar.
     
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