Zunge verstopft den Kehlkopf

von Vali, 05.03.08.

  1. Vali

    Vali Vocalmotz Moderator HFU

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    Erstellt: 05.03.08   #1
    Nach fast nem halben Jahr Gesangsabstinenz habe ich nun eine Gesangslehrerin aufgesucht, die während meiner Semesterferien meine Gesangstechnik ausbügelt :D Ich war lange Zeit geplagt durch Heiserkeit und ständigen Entzündungen im Hals. Die Ursache für meine Probleme haben wir nun gefunden: Meine Zunge verstopft den Kehlkopf!
    Diese blöde Angewohnheit die Zunge zurückzuziehen, kam von meiner letzten GL, die mir beibrachte den Kehlkopf mit der Zungenwurzel runterzudrücken. So kann ich zwar Töne bis d''' produzieren, aber das unter Krämpfen *kotz* Was meine jetzige GL am meisten geschockt hat war, dass mein Repetoire zum Großteil aus hoher Sopranliteratur bestand, obwohl ich definitiv kein Sopran bin. Deswegen ist meine Stimme so angeschlagen, mal abgesehen von den vielen Halsentzündungen, die ich durchgemacht habe.

    Das Problem mit dem Repetoire hat sich natürlich schnell gelöst, aber meine Zunge will einfach nicht so wie ich es gern hätte. Die Macht der Gewohnheit?? Einzige Übung die wir da machen ist auf einer Tonhöhe a-e-a-e-a-e zu singen und dabei die Zunge vorne zu lassen. Klappt wunderbar, aber sobald ich anfange einen Song zu singen, flutscht mir die Zunge wieder in die Kehle oder ich quäle mich dabei die Zunge vorne zu lassen und wir müssen abbrechen, entspannen.
    Das geht jetzt schon seit einigen Wochen so und es wird nicht wirklich besser. Immerhin weiß ich was ich die ganze Zeit falsch gemacht habe. Die GL macht das schon gut, ich würd gern länger bei ihr bleiben, aber die Semesterferien dauern leider nicht ewig und ich geh zurück nach München, wieder allein ohne Lehrer. :( Ich denk ich mach diese Zungenübung einfach weiter und übe bis zum Abwinken. Habt ihr vielleicht einige Tipps und Übungsvorschläge?

    Würd so gern wieder unangestrengt singen ohne Heiserkeit wie damals bei meiner allerersten GL. Dass ich das dank schlechten Unterricht nicht mehr kann, macht mich etwas sauer. :mad: Gut, dass ich die Konsequenz gezogen und aufgehört habe. Aber wär doch schön, wenns nach nem halben Jahr Pause mal wieder aufwärts gehen könnte...
     
  2. IcePrincess

    IcePrincess Vocals Ex-Moderator

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    Erstellt: 05.03.08   #2
    Das klingt ja richtig übel, was Du da schreibst...
    leider (na ja, eher Gottseidank!) habe ich dieses Problem nie selbst gehabt und daher keine Idee für Übungen.

    Eine Idee allerdings kommt mir: Könntest Du Deine aktuelle Lehrerin nicht fragen, ob sie Dir jemanden in München hat, der Dich auch während des Semesters coachen kann?
    Gerade wenn ich etwas selbst nur schwer in den Griff bekomme, ist es mir wichtig, immer wieder Anregungen von außen zu bekommen.
     
  3. Bell

    Bell HCA Gesang HCA

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    Erstellt: 05.03.08   #3
    Hallo Vali,
    Du liebe Zeit, das ist ja heftig. Den Kehlkopf mit der Zunge herunterdrücken - das gehört eigentlich zu den absoluten Don´ts, wenn man seine Stimme gesund erhalten will. Ich verstehe nicht, wie eine GL einem so einen absoluten Unfug beibringen kann !!
    Dass Du beim Singen von Songs automatisch in die alten Muster zurückfällst, ist leider normal, solche Konditionierungen brauchen eine Zeit, bis sie sich auflösen. Aber mit etwas Geduld wird das klappen !
    Ich kenne noch folgende Übung: Zunge raus, also quasi auf die Unterlippe legen, und auf zwei Tönen bla -a-a-a-a singen. Natürlich - das weisst Du sicher - ohne Druck, ohne zuviel zu "machen".
    schöne Grüße
    Bell
     
  4. SingSangSung

    SingSangSung Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.03.08   #4
    Hallo,

    ich kenne die Übung von Bell noch verschärft: Nimm einen Waschlappen, streck die Zunge raus und halte sie draußen fest (mit dem Waschlappen, sonst rutscht sie ab), mache damit Übungen (bah- bah oder bäh - bäh).

    Ferner würde ich Dir raten, komplett neue Songs zu singen. Denn: Bei den alten sind die Muskeln auf die alten Fehler konditioniert, und es ist extrem schwer, das rauszukriegen. Bei neuen Songs wäre das viel einfacher.

    Gruß,

    SingSangSung
     
  5. moniaqua

    moniaqua Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 05.03.08   #5
    Ach Du Schande! :mad: Ein wunderbares Beispiel gegen Gesangsunterricht :evil: Uebungen weiss ich leider keine, ausser halt den Vorstellungen, die mir mein GL so mitgibt (sind eigentlich alle welche, wo man die Zunge eher nach aussen bewegt, also "durch die Zaehne bohren" z.B.). Auf den Trichter, die nach hinten zu schieben, ist er noch nie gekommen, auch meine GL davor nicht, die wollten die Zunge immer aus dem Weg. So 'ne <zensiert> Ich drueck Dir alle Daumen, dass das bald wieder wird.
    cu
    Monika
     
  6. steinhart

    steinhart Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.03.08   #6
    Meine GLehrerin will immer, dass ich den Gaumen anhebe. Dazu soll ich darauf achten, dass die Zunge eine leichte Wölbung nach oben hat, sich also irgendwie an den Gaumen legt. Das soll mehr eine Vorstellung sein, denn singen könnte man so natürlich nicht. Aber eine so gehaltene Zunge hat (zumindestens bei mir ?) kaum eine Chance, den Kehlkopf nach unten zu drücken. Vielleicht hilft Dir das weiter, ich drück Dir auf jeden Fall die Daumen ...
     
  7. svenk

    svenk Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.03.08   #7
    Hi,

    versuche es mal, indem Du die Zungenspitze beim Singen leicht an die unteren Vorderzähne und somit beim Singen von Vokalen den Unterkiefer immer leicht nach unten drückst. Ein weiterer Tip von mir wäre, bei Singen von "i"-Lauten zu versuchen, die Zungen im hinteren Teil des Gaumens so wie beim "e" zu zu halten. Das habe ich damals bei meiner Logopädin gelernt, als ich nach einem mit Erkältung gesungenem Konzert meine Stimme komplett kaputt gemacht hatte...

    Und damit komme ich zu meinem "wichtigsten" Tip: Suche Dir eine/einen Logopädin/-en! Die wissen am besten, wie sie Deine Stimme wieder reparieren können. Mir hat das damals (ist mind. 10 Jahre her) extrem geholfen und ich habe bis heute keine Probleme mehr, auch bei starker Belastung der Stimme. Logopäden achten zuerstmal darauf, daß Du TECHNISCH alles richtig machst, danach erst darauf, daß die Töne richtig sitzen. Und dann macht man sich die Stimme auch nicht mehr kaputt.

    Bei mir hat damals den größten Teil noch die Krankenkasse bezahlt. Wie das heute ist weiß ich nicht. Dafür brauchte ich eine Überweisung/Bescheinigung vom HNO, daß ich logopädische Hilfe brauche. Allerdings mußt Du darauf achten, daß du offiziell wegen Deiner SPRACH-Stimme behandelt werden mußt, es sei denn Du bist Berufs-Sänger. Aber ich denke, da wir ein guter HNO wird da mitziehen...

    Auf jeden Fall gute Besserung für Deine Stimme!
     
  8. anonym

    anonym Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.03.08   #8
    Die Kasse beahlt das auch heute noch (BEK).
    Meiner Frau gings nach Weihnachten genau wie dir damals und sie ist immer noch in logopädischer Behandlung- sie hat ebenfalls erkältet gesungen.
     
  9. Vali

    Vali Threadersteller Vocalmotz Moderator HFU

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    Erstellt: 08.03.08   #9
    Danke für eure Tipps und Antworten, hilft mir sehr weiter! Werds mal versuchen, dann hat meine Zunge was zu tun und flutscht nicht wieder weg. :D
    Ich fürchte auch dass das noch lange dauern wird bis ich mir den Mist abgewöhne. Ich sing jetzt natürlich auch ganz andere Lieder, die alten waren alle zu hoch und anstrengend für mich, außerdem wollte ich sowieso nicht mehr Klassik singen (jetzt Pop, Rock, Musical).
    Wenn ich erkältet war, also Halsschmerzen hatte, habe ich natürlich nicht gesungen, auch zwei Wochen nach Abklingen nicht oder nur wenig und vorsichtig. War auch schon beim HNO Arzt wegen der Halsentzündungen. Den Stimmbändern ist zum Glück nichts passiert, waren während der Krankheit nur etwas geschwollen und ich hab jetzt auch keine Knoten oder so drauf. Die einwöchige Heiserkeit kam vom vielen Husten als ich ne fette Nasennebenhöhlenentzündung hatte.
    Aber auf die Idee nen Logopäden aufzusuchen wär ich jetzt nicht gekommen, danke für den Tipp! Ich versuchs erst mal so. Meine GL stoppt mich rechtzeitig wenn ich wieder ins alte Schema falle. Ich selbst merke es ja leider nicht. Bin nach dem Unterricht auch nicht mehr heiser und es ist alles entspannt und nicht mehr so anstrengend, müsste also auch so gehen. Ansonsten weiß ich ja jetzt wo ich noch hingehen kann.
    Gut dass meine letzte GL mir nicht noch mehr Kontraproduktives beigebracht hat. Dass mir der Unterricht nicht so bekommt, hätte ich eigentlich schon früher merken müssen, weil ich nach dem Unterricht immer etwas heiser oder müde war. Die Alarmglocken haben erst geschlagen als es immer schlechter wurde und ich plötzlich anders stützen soll. Sie meinte dass ich nicht richtig stütze und deswegen die Stimme stecken bleibt. Aber das (Bauchdecke nach vorne schieben) entsprach überhaupt nicht dem was ich damals so mühsam gelernt habe, nämlich die Flankenstütze. Ihre Methode hat bei mir auch nicht geklappt und meine Grundlagen wollt ich mir nicht kaputt machen lassen. Da war ich dann weg. :evil: Das fiel praktischer Weise auch in die Zeit als sie den Preis um 10Euro hochgesetzt hat, da hatte ich dann ne Begründung um abzuhauen ohne sie zu beleidigen. :p
    Auf jeden Fall ein Tipp an andere Gesangsschüler: Wenn ihr nach dem Unterricht immer heiser seid, dann stimmt da etwas nicht!! Dem Lehrer bescheid sagen, wenn ihr Bedenken habt und fragen. Wenn er euch nicht weiterhelfen kann, dann wechseln. (Das heißt natürlich nicht automatisch, dass der Lehrer schlecht ist, weil seine Methoden bei anderen vielleicht helfen, aber nicht bei dir.)
    Das habe ich nicht oder zu spät gemacht, aber jetzt weiß ichs besser und pass jetzt auf :mad:
     
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