Facharbeit E-Gitarre

  • Ersteller Hasabajan
  • Erstellt am
H
Hasabajan
Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
15.05.07
Registriert
17.12.03
Beiträge
20
Kekse
0
Hallo,

ich bin grad dabei Facharbeit zu schreiben (Abgabe 27.Jan.2006 :eek: )
Als Thema hab ich den phyikalischen Aufbau einer E-Gitarre

Als Gliederungspunkte wollte ich z.B. machen,
Einleitung, Geschichtlicher Hintergrund

Die Mechanik => Die Saiten, der Korpus, der Hals
Kann man hierzu etwas wirklich physikalisches zu schreiben ? Lässt sich da was in Formeln ausdrücken, bzw. was messen ?

Der magnetische Tonabnehmer
Hier will ich z.B die Induzierte Spannung mit dem Oszilloskop messen.
Wie kann man denn freuquenzabhängige Größen messen, damit ich z.B. zeigen kann wie sich ein dazugeschalteter Kondensator auf den Frequenzgang auswirkt.

evtl. Schaltungen, Funktionsweise eines Potis ...

Fällt euch dazu noch was ein? was eignet sich gut, um es praktisch zu messen
Welche Punkte fändet ihr noch wichtig anzusprechen, welche würdet ihr weglassen.

Jeder Tipp kann für mich nützlich sein!
Danke

Hasabajan
 
Eigenschaft
 
erst ma: der termin is gut für ne facharbeit:)

wie wärs mit den verschiedenen holztypen und wie sie klingen? hatte dazu auch ma ne seite die find ich aber nimmer sry
 
Boah, du bist aber früh dran. Ich empfehle dir das Buch "E-Gitarrenbau" von "Martin Koch" da steht soviel drin. Sehr viel über Hölzer, Bauteile, Saiten, Pickups usw :)
 
Hasabajan schrieb:

denk dir nix

Ich hab auch erst vor ein paar tagen damit angefangen...und ich bin nicht der einzige.
klar gibt es schon einige, die dich jeden tag damit nerven wie weit sie schon sind. aber ich hab schon mit vielen ex-abiturienten gesprochen, und die haben gsagt dass es ned so schlimm ist. und ehrlich gesagt hat man mit 1.5 zeilenabstand wirkich extrem schnell einige seiten zusammen

also lass dich nicht verrückt machen :great:

gruß
sebastian
 
danke das hat mich beruhigt :D

ich hab grad mal den frequenzgang meiner gitarre aufm Computer aufzeichnen lassen.
ich hab die A Saite angeschlagen, 110 Hz, Tonabnehmer bei 1/4 der ganzen Saite
http://www.eta2006.de/frequenz.gif

man sieht ja schön dass die Obertöne bei 220Hz, 330 Hz ... liegen

aber warum sieht man bei 440Hz was :confused: sollte da nicht eigentlich ein Schwingungsknoten sein :screwy:

oder hab ich da was falsch verstanden ....
 
Hasabajan schrieb:
aber warum sieht man bei 440Hz was :confused: sollte da nicht eigentlich ein Schwingungsknoten sein :screwy:

oder hab ich da was falsch verstanden ....
Offensichtlich. Da liegt die vierte Harmonische. Wissenschon, Fourier und ganzzahlige Vielfache und so. Wann schreibt ihr Abi?
 
Hasabajan schrieb:
danke das hat mich beruhigt :D

ich hab grad mal den frequenzgang meiner gitarre aufm Computer aufzeichnen lassen.
ich hab die A Saite angeschlagen, 110 Hz, Tonabnehmer bei 1/4 der ganzen Saite
http://www.eta2006.de/frequenz.gif

man sieht ja schön dass die Obertöne bei 220Hz, 330 Hz ... liegen

aber warum sieht man bei 440Hz was :confused: sollte da nicht eigentlich ein Schwingungsknoten sein :screwy:

oder hab ich da was falsch verstanden ....
Ganz offensichtlich liegt Dein PU nicht genau bei 25%, sonst wäre die 4 Harmonische komplett verschwunden! Kleine Abweichungen können schon einen großen Effekt haben, da daß Kammfilter in seinem Sperrbereich sehr steil ist.

Im Verhältnis zur 3. und 5. Harmonischen kann man jedoch sehen, daß die 4. Harmonische eine geringere Amplitude aufweist, als man es nach einen normalen Tiefpaßverhalten der Saite erwarten würde.

Ulf
 
440 Hz is doch genau der Kammerton a ne?^^ sry bin nich so der experte hab nich ganz verstanden warum der verschwinden sollte....
 
K-Bal schrieb:
440 Hz is doch genau der Kammerton a ne?^^ sry bin nich so der experte hab nich ganz verstanden warum der verschwinden sollte....
Wenn man einen elektromagnetischen Tonabehmer bei 25% der Mensur montiert, dann wird die 4 Harmonische und deren Vielfache ausgelöscht. Mit dem Kammerton hat nichts zu tun, sondern das ist "simple" (oder "finstere") Physik.
Hätte die Messung mit der E-Saite stattgefunden, dann würden die Harmonischen bei 82 Hz und deren Vielfachen liegen.

Das ganze läßt sich natürlich auch mathematisch darstellen. Festhalten!

G(f)=sin(pi*x/L0*f/f0)

In dieser Übertragungsfunktion ist

L0: Mensur
f0: Grundfrequenz der angeschlagenen Saite
x: Position des Tonabnehmers unter der Saite

So Männer, auf die Plätze, Excel, los! Mit dieser Formel kann man so ähnliche Bilder erzeugen, wie ich sie in Guitar-Letter II gezeigt habe. Was dann noch fehlt, ist der Einfluß der Tonabnehmerbreite, aber das bleibt erstmal mein Geheimnis. ;)

Ulf
 
ui sehr gut zu wissen, ich glaube das merk ich mir mal als Physik LKer^^
 
was muss man für x einsetzen ?
Ich hab es mal mit dem Abstand von Tonabnehmer zum Steg versucht aber da kommen bei mit keine sinnvollen Werte raus

ich habs probiert mit x=9,5 ; Lo=64,5 ; fo=110 ; und für f hab ich Werte von 110 bis 550 in 20er schritten einsetzen lassen

aber ich glaub ich hab die Formel von den Zeichen her nicht richtig verstanden
Soll da sowas wie ein Doppelbruch im Sinus stehen? Aber dann könnte ma es ja auch einfacher schreiben ...
 
Hasabajan schrieb:
was muss man für x einsetzen ?
Ich hab es mal mit dem Abstand von Tonabnehmer zum Steg versucht aber da kommen bei mit keine sinnvollen Werte raus...
...aber ich glaub ich hab die Formel von den Zeichen her nicht richtig verstanden
Soll da sowas wie ein Doppelbruch im Sinus stehen? Aber dann könnte ma es ja auch einfacher schreiben ...
Ich habe das Argument des Sinus aus gutem Grund so geschrieben:

k1yy6x.gif


Der Term x/L0 stellt die relative Position x' des Tonabnehmers dar. Hier muß für x der Abstand vom Steg eingesetzt werden. Wenn man es jedoch ganz genau machen will, sollte man x wie folgt berechnen:

x=2*L0/2-xP

Hier ist L0/2 der Abstand Steg zum 12. Bund, was die einzig verlässlich Bestimmung der Mensur darstellt. xP is dann der Abstand der Tonabnehmermitte vom Sattel.

Der Term f/f0 ist die relative Frequenz f'. Mit seiner Hilfe ist eine normierte Darstellung der Übertragungsfunktion möglich (Siehe Guitar-Letter II).

Benutzt man die beiden normierten Größen, so lautet die Übertragungsfunktion:

G(f)=sin(pi*x'*f')

Natürlich kann man die einzelnen Bestandteile der Übertragungsfunktion noch anders schreiben (die Multiplikation ist ja kommutativ). Zum Beispiel so:

G(f)=sin[(pi*x*f)/(L0*f0)]

Ich bevorzuge jedoch meine erste Variante, weil hier die zusammengehörenden Dinge auch zusammen stehen.

Hasabajan schrieb:
ich habs probiert mit x=9,5 ; Lo=64,5 ; fo=110 ; und für f hab ich Werte von 110 bis 550 in 20er schritten einsetzen lassen
Ich gehe mal davon aus, daß Du Zentimeter meinst. Für Dein Beispiel gilt dann:

x'=9,5/64,5=0,147 (14,7%)​

Das ist weder für einen Bridge- noch für einen Neck-PU eine gängige Position.

Die Kammfrequenzen berechnen sich dann zu

fk=k*f0/x'

Normiert ist das dann so:

fk'=fk/f0=k*1/x'

k stellt dann die Ordnungszahl der einzelnen Kammfrequenzen dar. Es können ganzzahlige positive Werte von 1 bis unendlich eingesetzt werden.

In Deinem Beispiel ist die erste Kammfrequenz dann

fk1=1/0,147=6,79

Das bedeutet, daß die erste Auslöschung bei 110Hz*6,79=747Hz liegt. Bis dahin hast Du nicht gerechnet oder? ;)

An dieser Stelle hat die A-Saite allerdings keine Harmonische. Das bedeutet, daß die benachbarten Harmonischen 660Hz und 770Hz nur gedämpft, aber nicht ausgelöscht werden. Hier die Dämpfungen für die ersten 20 Harmonischen:

k1yzcz.gif

Die Dämpfungen für 660Hz und 770Hz lauten dann

G(660Hz)=sin(pi*0,147*660/110)=0,362​

und

G(770Hz)=sin(pi*0,147*770/110)=-0,091​

Da ein Frequenzgang per Definition immer nur ein Betrag ist, kann das negative Vorzeichen ignoriert werden. Jetzt noch schnell in Dezibel umrechnen:

G(660Hz)=20*LOG(0,362)=-8,82dB​

und

G(770Hz)=20*LOG(0,091)=-20,2dB​

Bei der ganzen Rechnerei muß man bedenken, daß das Argument des Sinus in Radian ist! Taschenrechner sind in der Regel auf Grad (DEG) eingestellt. Wer in Grad rechnet, erhält dann automatisch Blödsinn! Wie rechnet denn Dein Taschenrechner? ;)

Ulf
 
DerOnkel schrieb:
Ich habe das Argument des Sinus aus gutem Grund so geschrieben:

k1yy6x.gif


Der Term x/L0 stellt die relative Position x' des Tonabnehmers dar. Hier muß für x der Abstand vom Steg eingesetzt werden. Wenn man es jedoch ganz genau machen will, sollte man x wie folgt berechnen:

x=2*L0/2-xP

Hier ist L0/2 der Abstand Steg zum 12. Bund, was die einzig verlässlich Bestimmung der Mensur darstellt. xP is dann der Abstand der Tonabnehmermitte vom Sattel.

Der Term f/f0 ist die relative Frequenz f'. Mit seiner Hilfe ist eine normierte Darstellung der Übertragungsfunktion möglich (Siehe Guitar-Letter II).

Benutzt man die beiden normierten Größen, so lautet die Übertragungsfunktion:

G(f)=sin(pi*x'*f')

Natürlich kann man die einzelnen Bestandteile der Übertragungsfunktion noch anders schreiben (die Multiplikation ist ja kommutativ). Zum Beispiel so:

G(f)=sin[(pi*x*f)/(L0*f0)]


Ich bevorzuge jedoch meine erste Variante, weil hier die zusammengehörenden Dinge auch zusammen stehen.

Ich gehe mal davon aus, daß Du Zentimeter meinst. Für Dein Beispiel gilt dann:

x'=9,5/64,5=0,147 (14,7%)​

Das ist weder für einen Bridge- noch für einen Neck-PU eine gängige Position.

Die Kammfrequenzen berechnen sich dann zu

fk=k*f0/x'

Normiert ist das dann so:

fk'=fk/f0=k*1/x'

k stellt dann die Ordnungszahl der einzelnen Kammfrequenzen dar. Es können ganzzahlige positive Werte von 1 bis unendlich eingesetzt werden.

In Deinem Beispiel ist die erste Kammfrequenz dann

fk1=1/0,147=6,79

Das bedeutet, daß die erste Auslöschung bei 110Hz*6,79=747Hz liegt. Bis dahin hast Du nicht gerechnet oder? ;)

An dieser Stelle hat die A-Saite allerdings keine Harmonische. Das bedeutet, daß die benachbarten Harmonischen 660Hz und 770Hz nur gedämpft, aber nicht ausgelöscht werden. Hier die Dämpfungen für die ersten 20 Harmonischen:

k1yzcz.gif

Die Dämpfungen für 660Hz und 770Hz lauten dann

G(660Hz)=sin(pi*0,147*660/110)=0,362​

und

G(770Hz)=sin(pi*0,147*770/110)=-0,091​

Da ein Frequenzgang per Definition immer nur ein Betrag ist, kann das negative Vorzeichen ignoriert werden. Jetzt noch schnell in Dezibel umrechnen:

G(660Hz)=20*LOG(0,362)=-8,82dB​

und

G(770Hz)=20*LOG(0,091)=-20,2dB​

Bei der ganzen Rechnerei muß man bedenken, daß das Argument des Sinus in Radian ist! Taschenrechner sind in der Regel auf Grad (DEG) eingestellt. Wer in Grad rechnet, erhält dann automatisch Blödsinn! Wie rechnet denn Dein Taschenrechner? ;)

Ulf

respekt :D
 
so dankeschön !!!

kenn mich in Exel leider nicht so gut aus, habs aber jetzt hinbekommen.
In der A Spalte hab ich 110, 220, 330 ...
und in der B Spalte dann:
=ABS(SIN(PI()*9,5/64,5*A1/110)), =ABS(SIN(PI()*9,5/64,5*A2/110)) ...

der LOG funktioniert irgendwie nicht, es kommt immer "err.511"

ist auch ein Hals- oder StegPU sondern ein SingleCoil in der Mitte

Ich dachte mir, dass die Auslöschung bei den anderen beiden Humbuckern vielleicht ungenauer ist, da die ja doppelt so breit sind.
Die erste Messung oben war mit dem HalsPU und einem Kapodaster auf dem ersten Bund, so dass der PU ziemlich genau bei 1/4 der Saite war

Desweiteren würde mich interessieren wie man die Resonanzfrequenzen, bzw. die Resonanzüberhöhung misst. Im Elektrogitarrensound-Buch steht ja schon eine Möglichkeit mit diesem Sinusgenerator, dem Integrator und der Spule, die man ueber den Tonabnhemer hält. Ist es schwer so etwas zu bauen, bzw. hat eine Schule die nötigen Bauteile? Ist auch möglich diese Kurve herauszubekommen, indem ich die Gitarre an meinen Computer anschließe ? (so wie ich es oben bei den gemessenen Frequenzen gemacht habe)
 
Hasabajan schrieb:
kenn mich in Exel leider nicht so gut aus, habs aber jetzt hinbekommen.
In der A Spalte hab ich 110, 220, 330 ...
und in der B Spalte dann:
=ABS(SIN(PI()*9,5/64,5*A1/110)), =ABS(SIN(PI()*9,5/64,5*A2/110)) ...

der LOG funktioniert irgendwie nicht, es kommt immer "err.511"
In Zelle B1 muß dann stehen: =20*LOG(ABS(SIN(PI()*9,5/64,5*A1/110)))
Für die anderen Zellen gilt dann ähnliches.

Hasabajan schrieb:
ist auch ein Hals- oder StegPU sondern ein SingleCoil in der Mitte
Aha!

Hasabajan schrieb:
Die erste Messung oben war mit dem HalsPU und einem Kapodaster auf dem ersten Bund, so dass der PU ziemlich genau bei 1/4 der Saite war
Damit verändert sich die Lage der Kammfrequenzen leider nicht. Die unteren Harmonischen entfallen zwar, aber die Kammfrequenzen sind weiterhin ganzzahlige Vielfache der Grundfrequenz der leeren Saite. Eine Erklärung würde jetzt ein wenig zu weit führen. Nimm es also als "Gottgegeben" hin. ;)

Hasabajan schrieb:
Desweiteren würde mich interessieren wie man die Resonanzfrequenzen, bzw. die Resonanzüberhöhung misst. Im Elektrogitarrensound-Buch steht ja schon eine Möglichkeit mit diesem Sinusgenerator, dem Integrator und der Spule, die man ueber den Tonabnhemer hält. Ist es schwer so etwas zu bauen, bzw. hat eine Schule die nötigen Bauteile? Ist auch möglich diese Kurve herauszubekommen, indem ich die Gitarre an meinen Computer anschließe ? (so wie ich es oben bei den gemessenen Frequenzen gemacht habe)
Wie Helmuth Lemme schon in seinen Büchern ausgeführt hat, ist die Messung der Resonanzfrequenz eine sehr schwierige Sache. Du mußt das Übertragungsverhalten eines Filters bestimmen und hast leider nur die Ausgangsgröße zur Verfügung. An die notwendige Eingangsgröße kommst Du leider nicht ran.

Aus diesem Grund speist Lemme mit Hilfe einer Geberspule ein Signal in den Tonabnehmer ein und mißt dann das Ausgangssignal. Variiert man dann die Frequenz bei konstanter Eingangsamplitude und trägt die Ausgangsspannung über der Frequenz auf, so erhält man den schon bekannten Verlauf eines Tiefpasses 2. Ordnung.
Wie man so eine Meßvorichtung baut, hat er grob beschrieben. Neben dem zu bauenden Verstärker mit Integrator und der Geberspule wird noch ein NF-Signalgenerator mit Frequenzzähler und zumindest ein NF-Millivoltmeter zur Messung der Ausgangsspannung benötigt.

Mit Hilfe dieses Pickup-Analysers kann man auch das Verhalten der gesamten Schaltung ermitteln, was ein großer Vorteil sein kann.

Eine weitere Möglichkeit besteht in der Bestimmung vom R, L und C des Tonabnehmers. Das ist allerdings auch nicht ganz trivial. Entweder verfügt man über eine gute RLC-Meßbrücke mit einstellbarere Frequenz (teuer) oder man muß auch hier wieder zu Fuß gehen und die Impedanz Z des PU über der Frequenz ermitteln. Anschließend benötigt man eine ganze Menge Mathematik und elektrotechnisches Grundlagenwissen, um aus dieser Kurve die drei Werte zu bestimmen.

Hat man R, L und C ermittelt ist man jedoch auch noch nicht glücklich, denn die Resonanz der Impedanzkurve ist eine Leerlaufgröße ohne Belastung. In der Gitarre tritt jedoch immer eine ohmsche und kapazitive Belastung auf, welche die Resonanzfrequenz verschiebt. Schau Dir dazu mal diesen Beitrag an. Da sind alle notwendigen Formeln enthalten.

Eine Bestimmung der Resonanz aus dem Gitarrensignal ist keine so gute Lösung. Selbst wenn Du über einen ausgezeichneten Networkanalyser verfügst (teuer, teuer), wirst Du den Einfluß von PU-Position und -breite, sowie die Resonanzen von Korpus und Saiten mit an Board haben. Ob man daraus eine verlässliche Aussage ableiten kann, halte ich für fragwürdig.

Ulf
 
DerOnkel schrieb:
In Zelle B1 muß dann stehen: =20*LOG(ABS(SIN(PI()*9,5/64,5*A1/110)))
Für die anderen Zellen gilt dann ähnliches.

genau das habe ich probiert, leider kommt da immer der besagte err.51 :(

DerOnkel schrieb:
Damit verändert sich die Lage der Kammfrequenzen leider nicht. Die unteren Harmonischen entfallen zwar, aber die Kammfrequenzen sind weiterhin ganzzahlige Vielfache der Grundfrequenz der leeren Saite. Eine Erklärung würde jetzt ein wenig zu weit führen. Nimm es also als "Gottgegeben" hin. ;)
hmm ... wenn ich die Saite (mittels Capo oder fingerdruck) so verkürzte, dass der PU auf 1/4 der "neuen" Saitenlänge ist und danach die verkürzte Saite wieder auf 110Hz stimme, müsste es doch eigentlich funktionieren
DerOnkel schrieb:
Wie Helmuth Lemme schon in seinen Büchern ausgeführt hat, ist die Messung der Resonanzfrequenz eine sehr schwierige Sache. Du mußt das Übertragungsverhalten eines Filters bestimmen und hast leider nur die Ausgangsgröße zur Verfügung. An die notwendige Eingangsgröße kommst Du leider nicht ran.

Aus diesem Grund speist Lemme mit Hilfe einer Geberspule ein Signal in den Tonabnehmer ein und mißt dann das Ausgangssignal. Variiert man dann die Frequenz bei konstanter Eingangsamplitude und trägt die Ausgangsspannung über der Frequenz auf, so erhält man den schon bekannten Verlauf eines Tiefpasses 2. Ordnung.
Wie man so eine Meßvorichtung baut, hat er grob beschrieben. Neben dem zu bauenden Verstärker mit Integrator und der Geberspule wird noch ein NF-Signalgenerator mit Frequenzzähler und zumindest ein NF-Millivoltmeter zur Messung der Ausgangsspannung benötigt.

Mit Hilfe dieses Pickup-Analysers kann man auch das Verhalten der gesamten Schaltung ermitteln, was ein großer Vorteil sein kann.

Eine weitere Möglichkeit besteht in der Bestimmung vom R, L und C des Tonabnehmers. Das ist allerdings auch nicht ganz trivial. Entweder verfügt man über eine gute RLC-Meßbrücke mit einstellbarere Frequenz (teuer) oder man muß auch hier wieder zu Fuß gehen und die Impedanz Z des PU über der Frequenz ermitteln. Anschließend benötigt man eine ganze Menge Mathematik und elektrotechnisches Grundlagenwissen, um aus dieser Kurve die drei Werte zu bestimmen.

Hat man R, L und C ermittelt ist man jedoch auch noch nicht glücklich, denn die Resonanz der Impedanzkurve ist eine Leerlaufgröße ohne Belastung. In der Gitarre tritt jedoch immer eine ohmsche und kapazitive Belastung auf, welche die Resonanzfrequenz verschiebt. Schau Dir dazu mal diesen Beitrag an. Da sind alle notwendigen Formeln enthalten.

Eine Bestimmung der Resonanz aus dem Gitarrensignal ist keine so gute Lösung. Selbst wenn Du über einen ausgezeichneten Networkanalyser verfügst (teuer, teuer), wirst Du den Einfluß von PU-Position und -breite, sowie die Resonanzen von Korpus und Saiten mit an Board haben. Ob man daraus eine verlässliche Aussage ableiten kann, halte ich für fragwürdig.

Ulf

ok, danke für diese ausführliche Erklärung :great:
auch der Link is gut (Formeln sind immer nicht schlecht in Physik)

ob man Forumsbeiträge als Quelle angeben kann .... ;), weil eigentlich muss ich ja zu allen Informationen, die ich gesammelt habe, die Quelle angeben
 
Hasabajan schrieb:
genau das habe ich probiert, leider kommt da immer der besagte err.51
Dann stimmt da was mit Deinem Excel nicht!
Hasabajan schrieb:
hmm ... wenn ich die Saite (mittels Capo oder
fingerdruck) so verkürzte, dass der PU auf 1/4 der "neuen" Saitenlänge
ist und danach die verkürzte Saite wieder auf 110Hz stimme, müsste es
doch eigentlich funktionieren
Eben nicht!

Das Amplitudenspektrum einer schwingenden Saite ist abhängig vom Ort. Die einzelnen Werte lassen sich wie folgt berechnen:

k37hhv.gif


Diese Erkenntnis erscheint auf den ersten Blick nicht weiter bemerkenswert. Später wird man jedoch feststellen, daß dadurch die Klangunterschiede der verschiedenen Tonabnehmerpositionen begründet
werden.

Normiert man das Amplitudenspektrum auf die Amplitude Ân, so erhält man für die Harmonischen eine diskrete Übertragungsfunktion G, die unabhängig von der Frequenz ist:

k37hx4.gif


Mit ihrer Hilfe kann man das entsprechende Linienspektrum darstellen. Die diskrete Übertragungsfunktion weist also periodische "Lücken" (Nullstellen) im Frequenzband auf. Ein solches Verhalten wird auch als Kammfiltereffekt bezeichnet. Solche Filter werden zum Beispiel in der Fernsehtechnik eingesetzt, um die Farb- und Helligkeitsinformationen zu trennen. Im Gegensatz zu herkömlichen Filtern können Kammfilter nur durch den Einsatz von Verzögerungsgliedern realisiert werden.

Die Nullstellen der Übertragungsfunktion in Formel 1-53 treten immer dann auf, wenn für x gilt:

k37qiw.gif

Wie ist diese Formel nun zu interpretieren? Dazu ein kurzes Beispiel: Im Allgemeinen nimmt die Sinusfunktion den Wert 0 an, wenn sein Argument 0 oder ein ganzzahliges Vielfaches von pi ist. Wir betrachten nun die dritte Harmonische einer Saitenschwingung. Das heißt, es gilt n=3. Diese Harmonische verfügt über insgesamt 4 Schwingungsknoten auf der Saite, die mit k ausgehend von 0 bis n nummeriert werden. Dabei bezeichnet k=0 und k=n=3 die Knoten an der Saitenaufhängung. Die Knoten k=1 und k=2 liegen bei ⅓ und ⅔ der Mensur.

Ergebnis:
Durch die Position des Tonabnehmers unter der Saite, wird ein Filter definiert. Das vom Tonabnehmer abgegebene Signal entspricht damit nicht dem originalen Amplitudenspektrum der schwingenden Saite. Dieser Effekt ist beim Einsatz von elektromagnetischen Tonabnehmern prinzipbedingt und läßt sich nicht verhindern!

Bis jetzt wurde eine ungegriffene Saite betrachtet. Drückt man die Saite an einem Bund, so verkürzt sich ihre Länge. Die wirksame effektive Mensur wird also kleiner. Natürlich wird sich wieder ein vergleichbares Verhalten einstellen.
Jetzt ergeben sich jedoch zwei Fragen:
  1. Was passiert mit den Nullstellen, wenn die Saite nicht leer, sondern gegriffen gespielt wird und
  2. bei welchen Frequenzen liegen diese Nullstellen?
Um diese Fragen zu beantworten, muß man Formel 1-53 geeignet transformieren: Sie muß von der diskreten Form in eine kontinuierliche Form überführt werden. Es gilt:

k37k8n.gif

Das entspricht im übertragenen Sinne der Länge eine theoretischen(verkürzten) schwingenden Saite, die mit der Frequenz der n-ten Harmonischen als Grundfrequenz schwingt. Stellt man diese Gleichung nach L0 um und setzt das Ergebnis in Formel 1-53 ein, so findet man:

k37kh4.gif

Durch diesen Trick wurde das n eleminiert und wir haben nun eine kontinuierliche Funktion, da Ln beliebige Werte annehmen kann. Für die erste Harmonische muß jetzt Ln=L0 gesetzt werden und für eine Harmonische n der Abstand von einer Aufhängung bis zum erste Schwingungsknoten. Dieser läßt sich mit Hilfe von Formel 1-55 leicht bestimmen. Die erste Nullstelle berechnet sich wie folgt:

k37kp1.gif

Die weiteren Nullstellen sind ganzahlige Vielfache von Ln. Damit läßt sich auch die erste Frage beantworten:

Ergebnis:
Die Lage der Nullstellen des durch die Position des Tonabnehmers gebildeten Kammfilters wird durch eine Verkürzung der schwingenden Saite nicht verändert.

Weiter im nächsten Beitrag
 
Nun geht es weiter...

Im nächsten Schritt muß die effektive Länge der schwingenden Saite durch eine Frequenz ersetzt werden. Für die Grundfrequenz einer schwingenden Saite gilt:

k37mdd.gif


Die Phasengeschwindigkeit c ist für eine bestimmte Saite als Konstante aufzufassen, da sie nur von der Spannkraft und der Massenbelegung bestimmt wird. Verkürzt man jetzt die Saite, so verringert sich die Länge der schwingenden Saite Ln und die sich daraus ergebende Frequenz f muß größer sein.

k37mrs.gif


Nun kann eine Gleichsetzung der beiden Formeln erfolgen und das Ergebnis wird nach Ln umgestellt, um anschließend mit Formel 1-56 kombiniert zu werden:

k37ncz.gif


Durch diese Transformation wurde das Kammfilter aus seiner diskreten Form in eine kontinuierlich Form überführt und als Funktion einer Frequenz f dargestellt.

Ergebnis:
Durch die Position des Tonabnehmers unterhalb der schwingenden Saite einer Elektrogitarre wird ein Kammfilter definiert. Seine kontinuierliche Übertragungscharakteristik wird durch die folgende Funktion beschrieben:

k1yy6x.gif


Durch diese Funktion werden die Übertragungseigenschaften des Filters für eine Saite mit der Mensur L0 und der Grundfrequenz f0 an einem bestimmten Ort festgelegt.

Die Nullstellen der Übertragungsfunktion findet man mit

k37o6w.gif


So, jetzt hat der physikalische Wahnsinn wieder ein Ende. Also, Dein Kapotrick ist leider nicht haltbar.

Hasabajan schrieb:
ob man Forumsbeiträge als Quelle angeben kann .... , weil eigentlich muss ich ja zu allen Informationen, die ich gesammelt habe, die Quelle angeben
Natürlich kannst und mußt Du sogar, sonst begehst Du einen Verstoß gegen das Urheberrecht.

Ulf

 
ich nehm jetzt mal für die Mensur L0=64cm, Abstand Saitenaufhängung zu PU x=15cm
und f0 = 110 1/s an.

für n=4
=> G= sin(n*Pi*x/L0) = 0,195
Nullstelle für den ersten Knoten k=1: x=k*L0/n = 16cm (PU liegt ja bei 15cm => schlecht)
Ln=16cm (Länge der Saite mit der 4. Harmonischen als Grundfrequenz)

G= sin(Pi*x/Ln) = 0,195

Anschlag der leeren A-Saite, 4.Oberschwingung bei f=440Hz =>
G= sin(Pi*x/L0*f/f0) = 0,195

jetzt verkürzte ich die Saite um 4 cm (finger auf dem ersten Bund) =>L0=60cm, f0= 110Hz, f=468Hz
G= sin(Pi*x/L0*f/f0) = 0,0089

stimmt man die saite jetzt auf 110Hz => L0=60cm, f0=110Hz, f=440Hz
G = 0
=> bei x=15cm (wo der PU sitzt) ist die Übertragungscharacteristik Null.

Naja ich bin da jetzt nicht wirklich sicher ob das schlüssig war

Aber kann man nicht einfach sagen ?:
die saitenlänge wird von 64cm auf 60cm verkürzt in dem man mit dem Finger draufdrückt.
Bei der 60cm langen Saite gilt doch dann für die n=4
0. Knoten bei 0, 1. Knoten bei 15cm, 2. bei 30cm, 3. bei 45cm, 4. bei 60cm
das heißt doch, dass der Pu (bei 15cm) genau unter einem Knoten sitzt oder nicht ? also wird im PU keine Spannung induziert.
ich ändere ja eigentlich nur die Länge L0, die Frequenzen bleiben gleich, und x bleibt gleich.

ich bin ein bisschen verwirrt, hab auch nicht ganz durchgeblickt, was mir die ganzen Formeln sagen sollen :), bzw. warum dso viele, wenn doch eigentlich die meisten genau das gleiche besagen.
 

Ähnliche Themen


Unser weiteres Online-Angebot:
Bassic.de · Deejayforum.de · Sequencer.de · Clavio.de · Guitarworld.de · Recording.de

Musiker-Board Logo
Zurück
Oben