Bewertungen bei Castingshows

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Tyranid2008
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Hi Leute,

ich habe eine kleine Frage und hoffe einer von euch Experten kann etwas Licht ins Dunkle bringen. Ich habe am Samstag mal in das DSDS Casting reingeschaut und dabei ist mir folgendes aufgefallen: der typische Ablauf sieht so aus, dass ein Kandidat irgendein Lied vorträgt und dann nach 10-20 Sekunden bei einer Ablehnung ein Kommentar kommt wie "Du triffst die Töne nicht" oder "Du hast keinen einzigen Ton getroffen".

Unabhängig von der grundsätzlichen Qualität dieser Castingshows und der Tatsache, dass für das Fernsehen wohl einiges aufgepeppt wird frage ich mich, ob man eine solche Einschätzung überhaupt treffen kann. Setzt das nicht eigentlich voraus, dass man von dem entsprechenden Lied auch tatsächlich die Noten kennt ?

Ich hoffe ihr könnt das einem musikalischen Laien, kurz und einfach erklären.

Bedanke mich im Voraus

Moritz
 
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Auch wenn ich kein Sänger bin, erlaube ich mir mal, hier zu antworten. :)

Es geht bei der Aussage "Du triffst die Töne nicht" meines Erachtens weniger darum, dass falsche Töne gesungen werden, sondern eher, dass unsauber gesungen wird, also die (durchaus richtigen) Töne nicht gut genug intoniert sind oder der/die SängerIn in die Töne "reinrutscht" und ähnliches. Und um das beurteilen zu können, muss man die Songs nicht kennen, sondern braucht einfach nur ein (einigermaßen) geschultes Gehör.
 
Jaein!
Wenn ein Kandidat nur andere Noten singt, als die, die im Lied vorkommen, trifft er zwar nicht die eigentlichen Noten, aber die "veränderten" Noten, die er singt.

Was da im TV allerdings eher gemeint sein wird, ist, dass der Kandidat gar keine Noten trifft - weder die originalen Noten, noch die der eigenen Interpretion noch irgendwelche anderen.

Eine Note ist ja eine festgelegte Einheit, d.h. es gibt 7 Noten (C D E F G A H) und noch 5 "Zwischentöne" (oder wie nennt man die schwarzen Tasten auf dem Klavier?).

Trifft ein Kandidat die Töne nicht, ist damit eher gemeint, dass er keinen der Töne trifft, die man z.B. auf einem Klavier spielen kann, sonder irgendwo zwischen 2 Tönen liegt, was dann eben als extrem schräg und unharmonisch empfunden wird.
 
Also zum einen glaube ich, dass die jury - obwohl ich diese ganzen casting-shows nicht mag - die meisten der songs tatsächlich kennt, die sich die leute wählen.

Zum anderen glaube ich nicht, dass die sozusagen das "absolute Gehör" beurteilen - also ob die tatsächlich das zweigestrichene c singen, wenn es so in den noten steht. Aber ob relativ die Noten getroffen werden (also wenn man statt dem c ein d singt - und die nächste note zwei halbtöne darüber liegt, dann gilt das eben für c gleichermaßen wie für d - nämlich zwei halbtöne über dem Anfangston) - also ob die Melodie getroffen wird - das können eigentlich viele leute beurteilen.

Dann natürlich das "saubere" Singen - bzw. der Gesangsvortrag als solchem.
 
Eine Note ist ja eine festgelegte Einheit, d.h. es gibt 7 Noten (C D E F G A H) und noch 5 "Zwischentöne" (oder wie nennt man die schwarzen Tasten auf dem Klavier?).
Halbtoene :)

Was die bei den Castings machen, muss man da nicht eh vorher Noten und Tonart einreichen?, weiss ich nicht; aber man hoert auch bei unbekannten Liedern normalerweise *ziemlich* deutlich, wenn jemand nen Halb- oder Viertelton danebenliegt.
 
@ moniaqua: Nein, bei Popstars oder DSDS muss man keine Noten einreichen. Man meldet sich mit den Songs an, die man singen möchte und singt diese dann vor der Jury Acapella.

In der Regel kann man davon ausgehen, dass 90% sowieso Songs wählen, die jeder kennt. Selbst wenn dem nicht so ist, kann man eigentlich gut hören, ob das, was jemand singt, in sich stimmig und harmonisch ist.
Bohlen hat aber beispielsweise auch schon desöfteren Kandidaten aufgefordert, ein anderes Lied zu singen, wenn er etwas nicht kannte.

Am Samstag gab es da übrigens eine recht bizarre Szene: da wurde einem Jungen, der eigentlich keine allzugroßen Patzer in der Intonation hatte (er ist zweimal in der Tonart nach unten gerutscht, aber ansonsten war es großteils in Ordnung, wenn auch nicht toll), dass er schief singe, was so schlicht nicht gestimmt hat. Also soviel zum Hörvermögen der Jury. ;)
 
Die achten ja auch nicht nur darauf, ob jemand nur die Töne trifft. Da geht es auch um die Stimme an sich. Aber man hört schon, wenn jemand unsicher singt und aus einer Melodielinie "raussingt". Das höre ja ich auch und sicher auch viele von den Leuten hier im Vocals Board.
 
Sie achten darauf, ob die Melodie "in sich stimmt" .. also die Tonart muss nicht die gleiche sein wie im Original. Man mag von denen halten was man will, aber wenn sie "Du triffst die Töne nicht" sagen, dann ist das in der Regel auch richtig und auch für die meisten Laien deutlich hörbar.

Wenn nur mal ein oder zwei Töne ganz kurz um einen Viertelton entgleiten, kommt meistens die Standardfloskel: "da waren ein paar Gelbe drin"
 
hey leute,

tonhöhen sind ja physikalisch festgelegte wellenfrequenzen (kammerton a 440hz) - darauf aufbauend kann man ja jeden ton ableiten: 200% der frequenz = oktave, 150% der frequenz = quinte usw. (berichtigt mich, wenn das falsch ist ;) ).
jetzt kommt meine frage - solang das verhältnis der töne zueinander stimmt, dann kann etwas doch garnicht "schief" klingen, oder?!
ich meine, man stelle sich vor, dass jemand statt einem A auf 440hz "sein" A auf 420hz singt (oder denkt doch einfach an die mikrointervalle der vierteltonmusik) somit ist die quinte nichtmehr bei 660hz sondern bei 630hz! die eigentliche norm der tonhöhen hat er somit nicht getroffen, aber die relation der töne zueinander stimmt - ist das dann hörbar "schief" oder in sich stimmig?!
 
Stimmt schon, wenn ich mein A auf 420hz singe und stimmig bleibe, klingt das nicht schief. Aber wenn ein Sänger da ein paar hz abweicht, kann man das hören. Und das ist schief.
Meine Gesangslehrerin definiert das immer mit "da bist Du etwas sharp bzw leicht flat".

Vielleicht aber noch mal was generelles zu diesen Casting-Geschichten. Bitte glaubt nicht, dass es da um "singen können" oder so was geht. Die suchen "Typen" - sei das optisch oder von der Persönlichkeit her. Alles andere ist da zweitrangig.
Wenn du zu schlecht bist wirst Du eher mal als "Running Gag" gecastet. Wenn Du zu gut bist, bist Du raus weil die Identifikation nicht mehr funktioniert.
 
ich meine, man stelle sich vor, dass jemand statt einem A auf 440hz "sein" A auf 420hz singt (oder denkt doch einfach an die mikrointervalle der vierteltonmusik) somit ist die quinte nichtmehr bei 660hz sondern bei 630hz! die eigentliche norm der tonhöhen hat er somit nicht getroffen, aber die relation der töne zueinander stimmt - ist das dann hörbar "schief" oder in sich stimmig?!

Ich will das nicht zu weit auführen, da das hier eigentlich nicht hingehört und sehr weit offotpic führt, aber schau mal bei Wikipedia nach, was logarithmisch bedeutet - denn so nehmen wir Menschen Schall wahr.
Eine Linearverschiebung in der Hörwahrnehmung ist dann eine Mulitplikation im Frequenzbereich.
 
... oder schicks mir per pm :D

zu icqprincess: da hast du vollkommen recht - verdammte kapitalisten! aber das ulkige an der sache ist ja, dass es eine jury vor der eigentlichen jury gibt. diese "vorjury" entscheidet, ob man vor die jury treten darf, die man dann im fernsehn sieht - und da kommen natürlich nur die leute hin, die etwas oder garnix können ... allein wegen den quoten ... schrecklich!
 
Bitte glaubt nicht, dass es da um "singen können" oder so was geht. Die suchen "Typen" - sei das optisch oder von der Persönlichkeit her. Alles andere ist da zweitrangig.
Wenn Du zu gut bist, bist Du raus weil die Identifikation nicht mehr funktioniert.

Als leidenschaftlicher Castingshow-Forscher sage ich: Einspruch. Wer am Schluss gewinnt, also wirklich Superstar wird, der muss wirklich nicht zwingend gut singen können. In der Auswahl sind aber in der Regel bis zum Schluss einige wirklich starke Talente dabei, die die Show als Karriere-Sprungbrett nutzen konnen.

Man darf das nicht mißverstehen: der, der am Schluss Superstar wird, ist nicht der "Gewinner" der Sendung. Er ist nur derjenige, der mit Dieter Bohlen ein paar CDs aufnimmt.

...
 
@ moniaqua: Nein, bei Popstars oder DSDS muss man keine Noten einreichen. Man meldet sich mit den Songs an, die man singen möchte und singt diese dann vor der Jury Acapella.
Auch gut. Das sollte normalerweise fuer ne faehige Jury reichen; Noten kann man ja notfalls selber besorgen :) <aufdiefingersetz>
Man darf das nicht mißverstehen: der, der am Schluss Superstar wird, ist nicht der "Gewinner" der Sendung. Er ist nur derjenige, der mit Dieter Bohlen ein paar CDs aufnimmt.

...
... also quasi der Verlierer? ;)
 
Hi Leute,

danke für eure Beiträge ich glaube ich habe es jetzt einigermaßen verstanden. Eine Anmerkung noch. Es heißt öfter dass auch Laien Fehler hören würden. Ich kann echt nur für mich sprechen, aber als musikalischer Analphabet reicht es bei mir nur für "kann man sich anhören" oder "kann man sich nicht anhören" ^^

Moritz
 
Genau... der Laie hört vielleicht nicht, welcher Ton wie weit daneben liegt, aber er hört, dass irgendwas komisch ist, dass es ihm nicht gefällt.
Wobei gerade das auch dazu führt, dass manch einer Gesang für schief hält, sobald es sich für ihn nicht schön anhört.
 

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