Also, wenn ich mal so n Resume zwischendurch ziehe:
Für Tanzmusik - also Musik als Serviceleistung (irgendjemand brachte diesen begriff hier schon mal auf) - nicht unbedingt nötig, aber bei Gigs, wo die Band im Grunde "Ihre" Musik präsentiert, durchaus sinnvoll wenn nicht sogar erforderlich.
Ich verstehe auch das Argument, dass der eine oder andere von einem Song auf den nächsten Zeit braucht, um Setups zu wechseln, Einstellungen vorzunehmen, Playbacks auszuwählen und zu starten. Dieses Problem hab ich zum Glück nicht, weil mir nur einer den Songnamen rüberwerfen muss, und ich dann nur das entsprechende Setup wähle. Das sind Sekunden, die das bei mir in Anspruch nimmt.
Meine Erfahrung zeigt, dass eher der Gitarrist am längsten braucht, weil er die Gitarre nachstimmen oder wechseln muss - mit oder ohne Setliste, das macht kaum Unterschied.
Es kommt wohl hauptsächlich drauf an, wie lange die Band schon zusammenspielt, wie routiniert sie auf der Bühne sind, wie gut man das Programm kennt, dass man eigentlich schon weiß, welcher Song in welcher Situation am besten geeignet ist, dass der Gitarrist dafür ne Gitarre wechseln muss, oder der Keyboarder zur Gitarre greift, dass der eine oder andere Song einfach angefangen werden kann, auch wenn noch ein Musiker am Gitarre stimmen, Setups wechseln, Text raussuchen o.ä. ist, und diese Zeit dann entsprechend automatisch überbrückt wird. So ist das bei unsere Tanzband. Die Rockbands, bei denen ich spiele, sind da noch lange nicht so weit, weil's dort auch nicht eine vergleichbar hohe Anzahl an Auftritten gibt und gegeben hat.
Die Frage kam bei mir halt hoch, weil wir vor jedem Auftritt mindestens eine Stunde im Proberaum sitzen, um eine Setlist zu erstellen, die dann noch per email-Diskussion mehrfach verändert wird, ich dann damit beschäftigt bin, die Endversion in vernünftiges Format zu bringen, einmal mit Tempoangabe für den Drummer, einmal mit entsprechenden Kommentaren für den FOH, einmal in Groß für die Sänger um es auf dem Fußboden mit Gaffa zu fixieren, und wenn wir schon mal dabei sind, einmal für mich, weil ich ja auch den Ablauf brauche.
Und dann steht man auf der Bühne, und stellt fest, dass zu dem Zeitpunkt vielleicht andere Songs oder ne andere Reihenfolge sinnvoller gewesen wäre. Man weiß ja im Vorfeld nie 100%ig, wann welches Publikum wie drauf ist. Und dann hat man sie gerade am feiern, dann kommt ne Ballade oder das Set ist zu Ende
Und, liebe Bell,...
- aber wenn z.B. zum Essen Dinnerjazz bzw. Hintergrundmusik gewünscht wird, ist eine setlist sinnvoll, weil sich so ein Essen durchaus zwei Stunden oder länger hinziehen kann.
...gerade bei Tischmusik - und das habe ich bestimmt ohne zu übertreiben mehr als 500mal gemacht - haben wir noch nie ne Setlist vermisst. Da sollte man am ehesten flexibel sein: wird gerade Essen reingetragen? braucht man im Moment was ruhiges? schlafen sie vielleicht gerade ein? brauch ich gerade noch mal schnell n kurzes Lied?