[Amp]Bugera 1990: Erster Eindruck

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Hi Folks,

Als der Bugera 1990 vor einiger Zeit an der NAMM vorgestellt wurde hab ich mir den Amp vorgemerkt und immer irgendwie im Hinterkopf behalten.
Nach einem kleinen Geldsegen Anfang Monat war mir klar, ein neuer Amp muss her, mit
dem Hintergedanken an ein Bandprojekt.

Das nächste Geschäft das Bugera führt ist etwa 1 1/2 Autostunden entfernt, definitiv zu weit. Also hab ich den Amp im Intenet bestellt, mit der Option auf Rücksendung.

Nun mein Erster Eindruck:

Verarbeitung:

Auf den ersten Blick sehr ordentlich. Die Potis sind aus Plastik und relativ schwergängig, aber nix wo man Angst haben muss es geht gleich kaputt.
Der Tolex ist jetzt nicht von höchster Qualität, aber auch sehr ordentlich.
Insgesamt macht der Bugera einen wertigen Eindruck.

Ausstattung:

Zwei Kanäle, Clean und Lead mit einem gemeinsamen EQ, getrennter Hall für beide Kanäle, Line Out, Effekt-Loop mit Poti für den Pegel, Pentode/Triode Switch für Leistungsreduzierung von 120 Watt auf 60 Watt. Der Footswitch ist im Kaufpreis Inbegriffen, mit Schalter für Kanalwechsel und Hall ein/aus.

Der erste Schock:

Als ich den Bugera das erste mal in Betrieb nahm blieb mir fast das Herz stehen; Power Schalter ein, eine minute gewartet, dann Standby ein: Es knallte abschäulich laut aus dem Lautsprecher. Ok dachte ich, das wars dann; ist halt doch nur ein Chinaböller. Als ich dann das Gitarrenvolumen aufgedreht habe funktionierte der Amp zu meiner Ueberraschung trotzdem.
Als ich am folgenden Tag vor dem Einschalten noch mal alles kontrolliert habe, ist mir aufgefallen das ich den Impedanz-Wahlschalter, als ich den Amp auf 8 Ohm einstellte, nicht richtig eingerastet habe, er stand irgendwo zwischen 4 Ohm und 8 Ohm.
Der Bugera hat seinen ersten Härtetest bestanden.

Der Sound:

Sound zu beschreiben ist schwierig. Der Bugera 1990 ist ein Clone des Marshall JCM 900, den ich leider noch nie gehört habe, dafür kenne ich den JCM 800 gut. Nun, der Bugera klingt wie die aufgemotzte Version des JCM 800, was er ja eigentlich auch ist.
Ich habe noch keine Box, daher habe ich den Bugera an den Combo-Speaker meines Attax angeschlossen, also 1x12" Open Back.
Erstmal auf Zimmerlautstärke geklimmpert; naja klingt fast so wie mein Attax. Dann mal Lautstärke auf Stufe 3: Wow, einfach nur herrlich. Der Amp hat Druck, der Amp hat Punch, der Amp singt, er klingt organisch, differenziert, dynamisch, ich bin begeistert!
Clean ist mehr als Ordentlich, da bin ich mir von meinem ex-DSL 100 schlechteres gewohnt. Gainreserven hat der jetzt nicht massig, ich habe Gain voll auf und es bedient mich vollauf für die Musik die ich zu machen versuche; Hardrock und Classic-Metal.

Fazit:

Was da für 400 Taler geboten wird ist einfach unglaublich. Wenn sich der Amp dann noch als langlebig erweisen sollte kenn ich mich nicht mehr aus; wieso soll ich ~1k für einen gebrauchten 20-Jährigen JCM 900 bezahlen, wenn ich für 1/3 des Geldes einen neuen Bugera mit Garantie bekomme? Ich bin vollstens Zufrieden mit dem Amp und hoffe ich bin es in 5 Jahren noch.
 
Eigenschaft
 
Ganz nettes Review, aber kleine Kritik, ich glaube nicht, dass jemand für einen JCM 900, um die 1000 € zahlt ;)
Die gehen meistens deutlich günstiger Weg. Ich glaub so um die hälfte der 1000^^

MfG Jannis
 
Ok, Danke; ich habs dann mit den JCM 800 verwechselt, die sieht man in der Bucht definitiv um die 1000€.
Mir hat mein Gitarrenhändler mal einen JCM 900 Dual Reverb angeboten, der war auch deutlich über 500€.
 
Götterfunke;4226827 schrieb:
Ok, Danke; ich habs dann mit den JCM 800 verwechselt, die sieht man in der Bucht definitiv um die 1000€.
Mir hat mein Gitarrenhändler mal einen JCM 900 Dual Reverb angeboten, der war auch deutlich über 500€.

also ich bin meinen jcm 900 dual reverb 4501(1x12-combo, ohne einen einzigen kratzer, incl orig fuß schalter) für ~400€ bei der bucht losgeworden.
 
Ok, ich hab mich bis jetzt nur für die 800er interessiert. Die 900er gehen tatsächlich so günstig weg? Hmm, das relativiert das ganze natürlich, aber ich bin immer noch der Meinung der Bugera ist günstig.
Hier in der Schweiz/Liechtenstein sind die Preise für Amps vergleichsweise auch einen Tick teurer als in Deutschland.
 
Die 900er sind auch wesentlich "schlechter" und weniger beliebt als 800er.
 
Die 900er sind auch wesentlich "schlechter" und weniger beliebt als 800er.

Deshalb wollte ich auch den 900er den mir mein Händler damals angeboten hat nicht haben. Hab dann den DSL 100 gekauft. Aber man glaubt es oder nicht, der Bugera gefällt mir soundmässig besser als mein ex-DSL 100. Wenns nicht so wäre hätte ich den Amp zurückgeschickt. Der Bugera muss sich noch bewähren, aber der erste Eindruck ist sehr positiv.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die 900er sind auch wesentlich "schlechter" und weniger beliebt als 800er.

:bad: Sorry, kotz, aber ich kann es langsam nicht mehr lesen. Immer wieder liest man hier im Board, dass "der JCM 900" "scheisse" sei...

1) ist der Sound eines Amps Geschmackssache.
2) ist es sinnvoll, sich eine eigene Meinung zu bilden und nicht blind die gängige Meinung "JCM 900 = scheisse" zu verbreiten.
3) gibt es nicht *den* JCM 900, sondern ganz viele verschiedene Modelle, die sich auch signifikant unterscheiden. Darunter iÜ auch ein Modell, welches dem 2203 bei ganz runtergedrehtem Preamp-Poti schaltungstechnisch nahezu gleicht. Nebenbei, es gibt auch nicht "den JCM 800", sondern diverse Modelle, die sich teilweise noch untereinander durch Qualitätsstreuungen unterscheiden.
4) sind gerade bei den JCMs im Gebrauchtmarkt Modelle unterwegs, die in Punkto Röhrenbestückung und Röhrenzustand nahezu beliebig variieren. Ein JCM 800 klingt auch scheisse, wenn die Röhren auf sind, oder andere als die originalen Röhren drinstecken.

Schaut doch mal ins Eingangspost, Götterfunke ist mit dem 1990 zufrieden. Empfehlungen wie "der xxx ist scheisse" taugen in meinen Augen nichts. Selbst anspielen ist angesagt, und wenn man dann feststellt, dass der 350€-Bugera geil ist, dann sollte man sich den auch kaufen.

Hier etwas Substanz zur Diskussion über "den" JCM 900: https://www.musiker-board.de/vb/amp...-bis-550-f-r-rock-punkrock-2.html#post4266291

Sorry, aber ich bin etwas genervt von dem ständigen Miesmachen der 900er unter Verwendung undifferenzierter Aussagen.:evil:

Grüße, 7Seconds
 
Schön dass Du eine eigene Meinung hast. Wenn Dir an meiner etwas nicht passt, schick Deine Beschwerde an denjenigen den das interessiert, z.B. Gott, Mutti, oder die Polizei... :)

Wenn Du immer wieder dasselbe von verschiedenen Leuten liest, sagt Dir das denn nichts, so rein statistisch? Wir reden nicht alle ausm Arsch. Ich hab die beiden Marshalls gespielt als die meisten hier noch nicht mal geboren wurden und habe eine Meinung die auf meiner erfahrung basiert. Und diese sagt, die JCM900 sind absolut scheiße.
 
Vielen Dank für die sachliche Auseinandersetzung mit meiner Kritik (Gott, Mutti, Polizei) ;)

Mit deiner Antwort machst Du noch einmal deutlich, dass Du undifferenziert urteilst und den Inhalt meines Posts nicht gelesen oder nicht verstanden hast. Meine Erfahrung zeigt iÜ zudem, dass das Alter immer dann als Argument gern dann herangeführt, wenn man sonst nichts mehr zu entgegnen hat...

Ich toleriere natürlich Deine Meinung, finds aber falsch, dass Du Deine Meinung objektivierst, indem Du in Deinem ursprünglichen Post statt "ich finde.. scheisse" ein "der ist scheisse" sagst. Immerhin hast Du das in Deiner Antwort nun relativiert, indem Du nun äußerst, dass er "aus Erfahrung Deiner Meinung nach scheisse ist".

Dieser Thread wurde zur Beurteilung des Bugera 1990 geöffnet; ein Amp, der dem JCM900 nachempfunden wurde (siehe dazu https://www.musiker-board.de/vb/new...90-marshall-history-reloaded.html#post3648940 ). Der Ersteller ist mit dem Bugera sehr zufrieden. Andere sind mit ihren JCM900 zufrieden. Man sollte auch das tolerieren, und nicht pauschal "der ist scheisse" sagen.

Grüße, 7Seconds
 
Vielen Dank für die sachliche Auseinandersetzung mit meiner Kritik (Gott, Mutti, Polizei) ;)

Die Rechthaberei unter Musikern, oder solchen, die gerne welche wären, ist leider in
Stein gemeisselt und somit unumstösslich - drum merke dir:

1. ...der 900er ist tonaler Dreck, und niemand, wirklich niemand kann aus diesem
blechernden Stück Mist einen brauchbaren Ton erzeugen...

2. ...der Triamp ist ähnlich doof - für Metal total unbrauchbar...eigentlich ist
von H&K alles doof irgendwie

3. Diezel ist gut ...aber teuer...äh aber doch berechtigt teuer, ja aber trotzdem...

4 ...ähm Fame Bulldog ist auch toll, äh vor allem für den Preis (...äh, habe
ich gehört, internet und so, und ja doch, habe ihn selbst ausgiebig getestet,
MS in Köln, inne Schallkabine, beim orgiastischem Synchron-Amp Test -
lockerer Start-Ziel-Sieg gegen nothing else matters, whole lotta love und
einen pickelgesichtigen malmsteen junior

5. ...es gibt 1 [eine] einzige Musikrichtung auf der Welt, für die es sich überhaupt lohnt
eine Gitarre anzufassen...

Tut mir leid, für diesen Bugera-freien Beitrag - aber irgendwie überkam mich
innerhalb von Sekunden der Wunsch "7Seconds" meine Solidarität zum
Ausdruck zu bringen.
 
Götterfunke
  • Gelöscht von LoneLobo
  • Grund: Löschung auf Benutzerwunsch
Ich habe vor einiger Zeit endlich eine adäquate Box für den Bugera erworben, eine Marshall 1936 mit Celestion g12-75 und konnte den Amp ausführlich testen. Mein erster Eindruck hat sich bestätigt.

Was mir als erstes aufgefallen ist, der Amp will aufgerissen werden. Unter Proberaumlautstärke quäkt er munter vor sich her. Aber dann, ab Master 4/10 blüht er richtig auf. Da ist Druck dahinter, ein richtig amtliches Brett. Was ich ein wenig vermisse ist das letzte Quäntchen Feinheit im Sound; der Amp ist nicht so "smooth" wie zB. der Marshall 2203 Kerry King, welcher für mich den für meine Ansprüche ultimativen Referenz-Sound liefert.

Was mich auch noch ein wenig stört sind die penetranten Höhen, ich muss das Treble-Poti schon weit zurückdrehen. Den Presence-Regler leider ein gutes Stück auf, sonst habe ich keine Obertöne mehr. Vielleicht liegts aber auch an der Box, ich meine gehört zu haben das die eher Höhenlastig ist.

Mit Gain 1/2 und einem Bad Monkey vor dem Amp komme ich meinem Traumsound schon sehr nah. Da gibt es nichts mehr zu bemängeln; in anbetracht des Preises natürlich. Ich habe noch meinen ex-Marshall 2203 Zakk Wylde im Ohr, geboostet natürlich, da ist der Bugera nicht weit entfernt.

Ganz klar gibt es bessere Amps auf dem Markt, nur die kosten halt auch dementsprechend mehr. Wie gesagt, was man Heutzutage für wenig Geld bekommt ist schon erstaunlich. Es kommt halt immer darauf an was man für Ansprüche hat. Ich bin jetzt nicht so der Sound-Fetischist. Klar merke ich auch das ein 1500€ Amp "besser" klingt als mein Bugera, aber mir persönlich ist dieser mehr oder weniger geringe Unterschied das Geld nicht Wert. Ich versuche mich Spieltechnisch zu verbesser, und für meine Ansprüche reicht der Bugera auch in 5 Jahren noch.
 

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