Da bin ich mal gespannt ob sich Gerd traut seine BJ 1962 Strat - die demnächst wieder fällig ist - dem Rudi zu überlassen. Daraus ergeben sich aber auch 2 Fragen.
1) Gibt es eine Aussage wie viel Zeit er braucht? (Gerd gibt die Gitarre nicht aus der Hand, es kann also nur klappen, wenn er in der Nähe bleiben darf ...)
2) Lassen sich Termine ausmachen? Dann könnte man es mit einem Tag Treppendorf Tourismus verknüpfen.
Hi Martin,
ich fang mit der Frage 2 an: man kann Tremine ausmachen und vor Ort warten. Allerdings muss man genug Zeit mitbringen (kann bei Thomann ziemlich kurzweilig werden). Je nach Zustand einer Gitarre, dauert die Bearbeitung ca. 4-5 Stunden. Wohl gemerkt: Arbeitszeit der Maschine ca. 30 Minuten, der Rest ist die Handarbeit.
Ist der Hals in Ordnung, tut der Halsstab das, was man von ihm erwartet, dann geht das ziemlich reibungslos. Ist die Gitarre in einem nicht so guten Zustand, kann die Bearbeitung auch den ganzen Arbeitstag in Anspruch nehmen. Gründe dafür sind meistens verzogener Hals, Trussrod-Einstellung eingeschränkt, verrostete Madenschrauben der Saitenreiter, zu tiefe Sattelkerben, etc. Aber in der Regel an einem Tag machbar.
Das gilt NICHT für Neubundierungen. In dem Fall muss die Gitarre in Treppendorf übernachten (wenn sie danach ein bisschen fränkelt, kann das schon lustig sein

).
Damit wäre auch die Frage 1 beantwortet.
Was mir aufgefallen ist ... Immer wenn ich einen Sattel sehe der "ge-pleckt" wurde (z.B. Gibson), dann sind die Kerben sehr nah an der Oberfläche und nicht so tief wie wir es bei Handarbeit gewöhnt wären. Die Saite liegt mehr "oben drauf" als "drin". Stimmt dieser Eindruck?
Die Form des Sattels, die Tiefe der Kerben, das Sattel-Spacing, der Winkel der Kerben, alles das sind keine festen Vorgaben der PLEK Maschine. Die Maschine ist "nur" ein Werkzeug in der Hans des Technikers. Das Ergebniss der Bearbeitung basiert, wie auch bei einer manuellen Bearbeitung, auf dem Know How des Technikers/Gitarrenbauers. Also die Form des Sattels, die Teife der Kerben etc. bestimmt der Techniker.
Eine CNC-Ausbildung bringt überhaupt nichts, wenn der Mann hinter der PLEK Maschine null Ahnung über die z.B. schwingende Saite hat, oder welche Auswirkung die Form der Sttelkerben hat etc.
Wie gesagt, die PLEK Maschine, wie auch eine Abricht-Feile, ist ein Werkzeug - kein Roboter, der die Arbeit des Gitarrenbauers übernimmt. Der große Vorteil dieses Werkzeugs ist die Präzision und die Geschwindigkeit.
Viele Grüße
Rudi