Ich würde auch zu einem Valvestate raten und zwar aus der 1. Serie (8xxx). Die mit dem VS im Namen sind aus der 2. und auch noch in Ordnung. Die dritte und letzt Serie hieß AVT. Das sind alles Hybrid-Amps mit einer ECC83 in der Vorstufe, bei den 8xxx nur im Overdrive aktiv, bei den VS auch im Clean-Kanal. Die Röhre ist aber nicht für die Zerre zuständig, das ist Transistortechnik, aber sie "lutscht" das Signal etwas glatter und "rundet" den Sound ab. Ganz so viel Einfluss hat sie nicht und ist auch eher etwas fürs Marketing gewesen.
Schwachstelle bei den 8xxx sind halt kratzende Potis und kalte Lötstellen, ansonsten sind die Kisten sehr haltbar. Die Speaker sind auch nicht aus dem obersten Regal, da kann man auch noch optimieren. An einer richtigen Box klingen die schon richtig gut. Der 8080 ist nicht umsonst einer der am meistverkauften Marshalls und der 8100 hat Kultstatus, weil er auch von "großen" Bands auf Klassikeralben gespielt wurde.
Das hängt aber auch viel mit dem "Metalsound" der Amps zusammen. Man kann diese Amps nämlich schon richtig stark "scoopen" (Contour-Regler). Der perfekte Früh-90er-Metalsound.
Rock und Hard Rock gehen aber auch gut. Man sollte aber nicht die Anschlagsdynamik eines Vollröhren-Marshalls erwarten, das können diese Amps nicht so gut, aber sie klingen einfach nach Marshall.
Das Pendant von Peavey nennt sich Bandit und wurde hier auch schon genannt. Davon gibt es auch unterschiedliche Serien (Redstripe, Silverstripe...), wobei ich mit der Marke keine Erfahrungen habe.
Der 8080 eignet sich auch definitiv für eine Band. Beim 8100, welcher die Topteilversion ist, braucht man noch eine separate Box. Der 8040 kann schon etwas grenzwertig sein, hier schafft aber auch eine externe Box (dafür muss man den Amp ganz kostengünstig und leicht umbauen) oder ein anderer Speaker Abhilfe. Der Stockspeaker dieses Amps ist nicht sehr effizient.
Leider setzte Marshall dann immer mehr auf die MGs, die eigentlich Nachfolger der ganz billigen "Park by Marshall"-Amps waren. Marshall hat in den 80ern und 90ern gezeigt, dass sie gute Transistoramps bauen können, aber anscheinend sind sie dann davon ausgegangen, dass der Sound eines Rasierapparats mal ganz groß im Kommen ist. Mittlerweile soll sich das etwas gebessert haben, ich habe aber auch von Tests abgesehen.

Auch ein Amp zum Üben oder die ersten Gehversuche sollte nicht zwangsläufig "schlecht" klingen. Dann macht sich nämlich ganz schnell Frust breit und man verliert die Lust. 50€ sind wirklich kein Budget, ich würde da noch etwas aufstocken/sparen. Dann bekommt man auf dem Gebrauchtmarkt schon so einige interessante Alternativen.
Stehen wirklich nur die beiden zur Auswahl, so würde ich eher zum Peavey tendieren. Der VS30R wäre dann aber die noch bessere Alternative. Bei Modelling-Amps ist ein großer Nachteil, das die Werkspresets nur dazu da sind zu zeigen, was man alles mit dem Amp machen kann. Richtig tauglich für den Gitarristenalltag sollen sie aber nach den Philosophien der Hersteller nicht sein. Hier muss man immer erst experimentieren und basteln, was schon mal vom Spielen abhält oder man neigt dazu, dass man alles mit Effekten "zukleistert".