Ursachen und Abhilfe für zu hohen Main-Mix (L/R) im PFL-Modus

uro-frank
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Hallo Leute... Ich beschäftige mich in den letzten Wochen intensiv mit meinem Allen&Heath QU16 bzgl. Live-Soundcheck und Offline-Soundcheck aus Prefader-Recordings (bei A&H heißt das "Direct Out"). Dabei werden 15 Kanäle benutzt (3x Drum, 1x Bass, 2x Guit, 2x Nordstage, 2x Uhl Uhl-Organ, 5x Vocal-Mics). Dazu habe ich FX1 den Reverb, FX2 einen ADT-Doubler für die Vocals zum "Anfetten" und bei Bedarf selten auf FX3 ein Vocal Delay. Mir ist nun aufgefallen, das mein Main-Mix = L/R-PA im PFL-Modus der Anzeige ziemlich hoch in den gelben Bereich geht. Er clippt noch nicht, aber ich finde ihn doch sehr/zu hoch (sollte soch nicht ständig über Null gehen, oder?). Nun bin ich am Tüfteln, wie ich den an den Wechselpunkt grün zu gelb bekomme (ist doch sinnvoll, oder?). Als erstes habe ich die Einzel-Gains der Kanäle zurückgenommen, so dass diese auch meist nur noch im oberen grünen Bereich nun bleiben. Bei den Effekten bin ich aber mir nicht sicher, wie ich diese handhaben soll, denn sie tragen ja auch zum Gesamt-Pegel am Main bei. Normalerweise dachte ich, ich mache die "Stärke" des Effekts mit dem Kanal-FX-Send, FX-Return stand überall auf Null (Empfehlung aus der A&H-Anleitung).
Jetzt meine Fragen:
- Wo schaue ich nach bzw. wie kriege ich raus, was "schuld" ist an einem evtl. zu hohen Main-Level?
- Wie behandle ich die Effekte bzgl. dieser Addierung im Main, insbesondere in Bezug auf Kanal-Send zum FX und FX-Return. Wie/wo sehe ich, ob die Effektsektion diesbezüglich "richtig" eingestellt ist?
- Wenn ich den Live-Soundcheck korrekt eingestellt habe und dann die Aufnahme für einen Oflline-Soundcheck mache und dann dieses Recording zurückspiele, dann müsste es ja automatisch "passen". Aber ich verstehe nicht ganz, wie dann der sogenannte "Trim" des USB-Kanals im Vergleich zum "Gain" des Live-Kanals zu werten ist. Sollte der "Trim" auf 0 stehen dann auch?

Sorry, wenn ich hier solche komlizierten Fragen stelle, aber der Soundcheck mit so einem Digitalmischer ist irgendwie deutlich vielschichtiger als mit meinem bisherigen Analogmischer. Vielleicht kann mir ja jemand da ein paar Tips geben, wie ich zu einem "vernüftigen" Gesamt-Pegel im L/R-Kanal komme und doch die Einzelkanäle und Effekte ausreichend laut sind. DANKE FÜR EURE HILFE!!! LG, Frank
 
Wenn die Mischung passt und nur zu laut ist, warum dann nicht einfach den Master gewünscht runter fahren? 🤷

Der Kanal Input Gain ist jedenfalls der falsche Platz. Endweder mit Kanal/Gruppen Fadern oder mit DCAs, oder eben einfach am Master.

Grundsätzlich würde ich da aber überhaupt kein Problem sehen. Solange der Master nicht übersteuert, passt alles. 🤙
 
...Allen&Heath QU16 bzgl. Live-Soundcheck und Offline-Soundcheck aus Prefader-Recordings (bei A&H heißt das "Direct Out")
Speziell für diesen Anwendungsfall sollte man meiner Meinung nach immer, IMMER, die Signale vom Preamp aufnehmen. Also sollte man beim QU-16 die Einstellung von den Global Direct Out Settings unbedingt auf 'Post Preamp' stellen. Und weil man da gerade dabei ist die Optionen 'Follow Fader' und 'Follow Mute' auch gleich ausschalten sowie den Trim auf 0 dB lassen.
Die Standard Einstellung schient ja laut Handbuch so auszusehen
1767417814327.png

Das ist für mein Dafürhalten komplett falsch für das eingangs genannte Vorhaben, denn dann nimmt man ja die Einzelsignale inklusive der Kanal-Bearbeitung auf. Schicht man die Aufnahme nochmals durch den Kanal dann wird die Kanal-Bearbeitung ja doppelt durchgeführt, was zu einem komplett anderen Ergebnis führen wird.

Vielleicht kommt es ja dadurch schon dazu, dass das Mischergebnis mit der Aufnahme zu viel Pegel liefert. Wenn du wirklich nur das Preampsignal abgreifst, dann sollte auch der USB Trim auf 0 dB bleiben, denn dann kommen die Signale von der USB-Aufnahme mit dem selben Pegel in den Kanal wie die analog abgegriffenen bei der Aufnahme.
- Wie behandle ich die Effekte bzgl. dieser Addierung im Main, insbesondere in Bezug auf Kanal-Send zum FX und FX-Return. Wie/wo sehe ich, ob die Effektsektion diesbezüglich "richtig" eingestellt ist?
an sich recht ist das mit den Buseffekten recht einfach. Du sendest die gewünschten Signale in einer eigenen Mischung (bei diesen Effekte in der Regel mit der Einstellung Post Fader) in den Effekt Bus rein, stellst den FX Bus Master auf den gewünschten Wert und mischt dann den Effekt für die FX Return Kanäle in den Main Mix. Einzige Frage, die sich da stellen kann, ist, ob du lieber den gesamten Effekt Anteil per FX Bus Master (also vor dem eigentlichen Effekt) einstellen willst oder beim FX Return (nach der Effektbearbeitung). Ich persönlich mach es immer mit dem FX Bus Master und der Return ist immer gleich eingestellt (0 dB). Grund dafür ist in der Livesituation, dass diese Effekte, die ja meist eine zeitliche Komponente (Nachhall oder Delays) haben, ausklingen können, wenn man den FX Send via Bus Master abdreht/mutet. Macht man das mit dem FX Return, dann wird der Effekt abgeschnitten, was sich nicht so gut anhört, wie ich finde. Und ob alles "richtig" eingestellt ist, wird man wohl nirgendwo sehen, man wird es aber hören. Das Ohr ist ja in der Angelegenheit das wichtigste Messwerkzeug.
 
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Wenn die Mischung passt und nur zu laut ist, warum dann nicht einfach den Master gewünscht runter fahren? 🤷
... weil ich vom PFL-Wert des Masters spreche, VOR dem Fader. Der reagiert nicht auf Fader runter. AFL ist der Main nicht überfahren, aber wenn ich in der Monitorsituation PFL den Main abhöre, dann zeigt das Pegelmeter ja das, was in Summe vor dem Fader ankommt. Mein Main-Fader ist bei normaler Bandlautstärke immer im unteren Drittel. Ein Zeichen, dass viel Input reingeht...
Also sollte man beim QU-16 die Einstellung von den Global Direct Out Settings unbedingt auf 'Post Preamp
Yes, genau so DACHTE ich habe ich es. Jetzt bei der Überprüfung sehe ich, dass das wieder FALSCH war!!! SHIT!
Diese Einstellung hier, ist die
denn richtig?1000120980.jpg

Ich persönlich mach es immer mit dem FX Bus Master und der Return ist immer gleich eingestellt (0 dB).
... und auch dies mache ich so normalerweise (glaube ich), wenn Du mit FX Bus Master den Kanal Send Master meinst. Also auf Kanal-Layer z.B. FX1-Bus drücken und die "Menge" pro Instrument/Vocal damit vorgeben, FX-Returns bei Null, ausser beim Delay, weil ich das nach 1 Wiederholung beendet haben will. Das kriege ich irgendwie nur mit Absenken des FX-Return hin (vielleicht mache ich da auch was falsch).
Ich vergass noch zu erwähnen, dass ich die MixingStation meist benutze, also dort grosse Möglichkeiten habe, Input und Output Level aller Bereiche übersichtlich darzustellen, und dort habe ich jetzt versucht, dass es nirgends zu hoch in den gelben Bereich wandert, auch im FX Bereich.
Ist es nicht prinzipiell so, dass, je mehr Kanäle und Busse auf dem Main landen, auch wenn diese im Einzelnen nicht clippen, sich im Main in einer gewissen Weise aufaddieren? Und deswegen, je mehr Kanäle, desto geringerer Output des Kanals zum Main "nötig" wird?
Und ich vergass auch zu sagen, dass die Vocals nen Kompressor haben. Habe da den Makeup Gain jetzt mal von +3 auf +1,5 runtergezogen, da Chat GPT mir auch das als möglichen Teil der Ursache genannt hat...
Vermutlich wird auch der ADT-Doubler das Seine noch beisteuern... das muss ich noch nochmal testen.
Für mich wäre interessant, wo "die Profis" im Bereich der Meter-Sektion der Mixing-Station-App schauen, ob die Input und Output Level passen, und was das "passen" bedeutet...
LG, Frank
 
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Das kriege ich irgendwie nur mit Absenken des FX-Return hin (vielleicht mache ich da auch was falsch).
Nur um das klar zu stellen, ich habe die FX Return Kanäle immer auf 0 DB und regle die Effekte per FX Master Send.
Das ist jetzt zwar kein QU-16 Screenshot aber vom SQ, da sind halt mehr reine FX Busse aber was solls, vom Prinzip her ist es das selbe bei allen Pulten, mit denen ich so zu tun habe. Links sind die FX Returns, die ich nie anrühre, rechts außen die FX Send Master von den FX Busse.
1767432624120.png

Da geht es dann auch, das Delay passend eingestellt und für das Wort, das mit dem Delay-lay-lay angereichert werden soll, den FX Send aufziehen und gleich wieder zumachen. Dann kann man auch per Delay-Parameter einstellen wie oft z.B eine Silbe wiederholt werden soll. macht man das mit dem FX Return so wird nicht nur das eine Wort, die eine Silbe, zu hören sein, sondern auch eventuell das was davor daher kommt und auch das danach. Deshalb ist gerade beim Delay der FX Return für mich komplett ungeeignet für derlei Späßchen.
Ist es nicht prinzipiell so, dass, je mehr Kanäle und Busse auf dem Main landen, auch wenn diese im Einzelnen nicht clippen, sich im Main in einer gewissen Weise aufaddieren?
Prinzipiell ja, aber aktuelle Pulte, und da rechne ich das QU-16 auch noch dazu, haben damit keinen Stress ausser du fährst alles voll auf Anschlag.
Für mich wäre interessant, wo "die Profis" im Bereich der Meter-Sektion der Mixing-Station-App schauen, ob die Input und Output Level passen, und was das "passen" bedeutet...
Hmm, ich bin dann wohl kein Profi, weil ich mich weniger auf das Metering an sich konzentriere. Wenn die Gains passen (alles so gut im grünen Bereich, wenn auf dem Eingang ein Signal ankommen soll, vielleicht maximal ein, zwei LEDs im gelben Bereich aber tunlichst nie im roten. Beim QU wäre das so, dass die grüne Kanal LED schon leuten darf, die mittlere darf dann flackern und die rote sollte immer aus sein) und man beim Makeup Gain nur das, was der Kompressor an Gain Reduction macht, wieder dazu tut (wenn überhaupt ein Makeup Gain notwendig ist) und auch in den EQs nicht zuviel dazu kommt (der EQ ist so ein versteckter Gain-Booster, wenn man gerne mehr Frequenzen boostet anstelle nur absenkt), dann sollte man mit den Kanalfadern idealerweise auch so im Bereich -10 bis 0 db herum einstellen. Dann passt auch der Pegel am Main.
 
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O.k... Und natürlich zähle ich Dich zu den Profis dazu, wie definitiv jeder, der mir hier antwortet, mehr Profi ist als ich 😄
 
Was ist denn der Verlaufsmässige Unterschied zwischen Kanal-FX-Send, Master-FX-Send und FX-Return? Der erste ist doch der Anteil, der vom Kanal n die Fx-Engine geschickt wird. Damit stelle ich die Hallausprägung für ein Vocal-Mikro ein, oder? Und FX-Return ist das, was die FX-Engine in den Main zurück gibt, oder? Das auf Null ist logisch für mich. Aber wo sitzt der Master-FX-Send dabei? Denn hatte ich nie verstanden und auch immer auf Null... Oder liege ich da falsch?

Und der PFL-Main übersteuert NOCH nicht, sondern bleibt noch knapp drunter... Aber ich glaube die Schuldigen gefunden zu haben (Makeup Gain des Compressors, falsche Direct Out Einsellung aus Versehen, evtl ein paar Höhen-Anhebungen im oberen EQ-Bereich).
 
Der erste ist doch der Anteil, der vom Kanal n die Fx-Engine geschickt wird. Damit stelle ich die Hallausprägung für ein Vocal-Mikro ein, oder?
nein, damit stellst du die Verhältnisse der Einzelkanäle ein, die zum Effekt gesendet werden.
Und FX-Return ist das, was die FX-Engine in den Main zurück gibt, oder?
Ja. Das stimmt so.
Aber wo sitzt der Master-FX-Send dabei?
In den Kanal Sends stellt du die Verhältnisse ein, mit dem FX Send Master stellst du den Pegel von der Summe dieser Signale ein, den du in den Effekt rein sendest.

lass es mich mit einem Beispiel erklären:
An sich ist ja ein FX Bus nicht viel anders als jeder andere Mixbus. Mit den Kanal Sends machst du die Mischung für den Bus aus den Eingangssignalen. bei den Kanälen, die mehr Effektanteil haben sollen, sagen wir die Backing Vocals, ist der Send Pegel in den entsprechenden Kanälen höher als bei anderen Kanälen, z.B den Main Vocals.
Hier ein Beispiel vom WIN, von einer Band die ich so mische, VOXHALL ist der Hall für die Vocals, der ist für Send On Faders ausgewählt damit man sieht welche Kanäle wie viel in den Hall Bus rein senden:
1767439904799.png

die beiden Main Kanäle (17 und 18) senden hier ca -7,5 bis -8 dB in den Effekt Bus, die Backing Vocal aber -1,5 dB. Das heißt, die Backing vocal wird stärker verhallt, tritt im Mix als weiter nach hinten.
rechts außen sieht man einen Fader (-19,3 dB), das ist der FX Send Master. Der regelt viel in den Effekt rein gesendet wird.
Bei diesem Pult habe ich keinen eigenen FX Return Kanal (das braucht es da nicht) aber der Effekt hängt hier nach dem FX Send Master Regler.
Dann wird aus diesem Mix (der erst mal nichts anderes wäre, wenn man ihn in einem normalen Mix-Bus erstellt) im Effekt-Prozessor ein Hall errechnet. Das Ergebnis ist also ein verhalltes Signal, das man in deinem Fall über den FX Return Kanal wieder dem Main Mix zumischen kann. Bei mir ist es eben so, dass der FX Return Regler immer auf 0 dB steht.

Wenn das ganze statisch eingestellt ist, dann ist es eigentlich unwichtig wo du den Effekt-Anteil im Main Mix genau einstellst. Etwas anderes ist es, wenn man die Effekt Anteile während der Performance verändert. Im Extremsten eben mal mit Effekt (Delay) mal ohne.
An sich sind die Pegel der Effekte im Gesamt Mix nicht so relevant. Wenn der so hoch wäre, dass er wirklich den Gesamt Pegel signifikant beeinflusst, dann ist der unnatürlich laut und der Mainmix würde im Hall ertrinken.
 
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O.k., also ist die Kette Kanal-FX-Send (= mehr/weniger Hall für den Kanal für z.B. Backing oder Lead Vocals) -> Master-FX-Send -> FX-Engine -> FX-Return (=0) -> Main-Mix L/R.
Was für Werte macht man dann am Master-FX-Send? Wonach richtet sich das oder wie entscheide ich das? Ist dieser Send dann nicht doppelt gemoppelt (Beispiel Kanal Send 0, Master Send -2 ist das Gleiche wie Kanal Send -2 Master Send 0). Also könnte ich nicht den Master Send auf 0 lassen auch und alles über die Kanal Sends steuern? Oder welche praktische Bedeutung hat dann der Master-FX-Send ausser kurz mal Delays dazuschalten (was ich allerdings mit Mute/Unmute mache und nicht mit Fadern)?
 
Was für Werte macht man dann am Master-FX-Send?
den richtigen :biggrinB:
Wonach richtet sich das oder wie entscheide ich das?
Du entscheidest das entsprechend der am Ende gewünschten Verhältnisse Direktsignal zu Effekt-Singal. Das sind keine technischen Kriterien sondern musikalische, die da bestimmend sind.
Also könnte ich nicht den Master Send auf 0 lassen auch und alles über die Kanal Sends steuern?
Kannst du auch. mir wäre das zu kompliziert. Ich versuche mir die Eingangskanäle (zumindest die wichtigen) und den FX Send Master (zumindest für die Vocal Effekte) auf der Bedien-Oberfläche gleichzeitig zur Verfügung zu haben. Da kann ich dann die Verhältnisse Direkt-Signal zu Effekt am effizientesten einstellen. Die Verhältnisse der Effekte zueinander sind oft sehr gleich, außer es wechseln sich die Stimmen als Lead Vocals ab, dann kann es sein, dass ich da diese Verhältnisse anpassen muss. Aber da muss wohl jeder sich seinen Workflow selbst zurecht legen. Am Ende entscheidet es sich dadurch, wie es klingt. Wie man da genau hin kommt, ist wohl sehr persönlich. Aber es gibt eben mehrere Wege um zu einem guten Ergebnis zu kommen.
Oder welche praktische Bedeutung hat dann der Master-FX-Send ausser kurz mal Delays dazuschalten (was ich allerdings mit Mute/Unmute mache und nicht mit Fadern)?
Na, das ist aber doch eine wichtige Funktion. Alleine dafür zahlt es sich aus.

Ich habe ja oft mit wechselnden Gruppen zu tun. Und da habe ich eben oft bei entsprechenden Songs den Finger immer am Delay Master Send um je nahc Situation mehr oder weniger Delay zu den Stimmen dazu zu mischen. Daneben mit einem User Defined Button das Tempo vorgeben und dann halt entweder nur wenig Achtel-Delays der Stimme zumischen um die Räumlichkeit zu erreichen, oder Viertel-Delay bei dem einen oder anderen Wort beherzt rein drehen. So habe ich das aber wohl schon vor 35 Jahren auf analogen Brettern gemacht. Never change a running system, oder so.
 
Beispiel Kanal Send 0, Master Send -2 ist das Gleiche wie Kanal Send -2 Master Send 0)
Ja, wenn du nur einen Kanal da rein schickst. ;)

Meine Arbeitsweise: jeden Kanal, der da rein soll, schicke ich mal mit 0db in den FX Mix. In der Regel sollen alle Stimmen gleich laut in den Vocal Hall zb. Ggf. ziehe ich dann Kanäle runter, die weniger rein sollen. In der Regel nichts unter -10db.

Den Master Send verwende ich ausschließlich um in bestimmten Venues, wenn notwendig, den Reverb für alle Szenen runter oder rauf zu ziehen. Dieser ist Global gesaved. Mittels DCA fahr ich alle Master Sends zwischen den Songs runter um Ruhe zu haben. Der FX Return kommt in die passende Gruppe, ist nicht global gesaved, und stellt pro Szene/Song das passende Verhältnis FX zu Kanäle her.

Delays fahr ich mit dem Master Send, weil man hier ja in der Regel nur einzelne Wörter/Phrasen rein schicken will. Das geht mit dem Return gar nicht und mit einem Mute Button nur sehr sprunghaft.
 
@Mfk0815 O.k.... Ist bei mir ja anders... Ich bin ja Keyboarder UND Mixer der Band in 1 Person. Da geht während des Songs garnix. Brauche also einen vorherigen halbwegs fertigen Soundcheck und dann während des Auftritts nur noch kleine Anpassungen, wenn ich/jemand ein Problem noch hört, zwischen 2 Stücken schnell ausgeführt. Da gibt es keine on the fly Anpassungen eines Delays z.B., deswegen ist das ein eher seltener Effekt bei uns... Und auch der Hall bleibt eher gleich... Ich als reiner Backgrounder weiter "hinten", alle anderen 4, die abwechselnd Lead singen oder Backing bleiben in Gottes Namen auf ihrem Lead-Hall 😁. Aber ich habe richtig verstanden, dass Du nicht für Lead und Backing Vocals ZWEI Halls mit unterschiedlichem Pre Delay und Decay verwendest, sondern mehr oder weniger Kanal-FX-Send?
Und @Duplobaustein ... Uiui, das ist ja dann ein komplett anderer Ansatz als der von @Mfk0815 , oder?
Und ich schicke in den Master-FX-Send natürlich nicht nur 1 Kanal, sondern alle, die z.B. Hall kriegen...
 
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Ja, da gibts verschiedene Möglichkeiten. Im Grunde ist es egal, ich hab aber lieber mehr Send Level im Effekt und ziehe dann den Return runter. :)
 
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Ich bin ja Keyboarder UND Mixer der Band in 1 Person.
Wenn ich selber spiele und den Ton auch mache, dann pfeife ich auch so Spielereien wie Delays. Da gibt es neben einem Instrumenten Hall (wenn überhaupt) noch einen Stimmen Hall, der in den Spielpausen gemutet wird und fertig. Wenn man ehrlich ist, ist sind diese Effekte meist nicht spielentscheidend. Wenn das der Fall sein soll und kein ausgewiesener Techniker am Start ist, dann sage ich mal dass man für die Leadstimme einen Voice Processor benutzt, und da sollen dann die Effekte vom Gesangstalent selbst gesteuert werden.
 
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Nochmal @Mfk0815 , ist diese Einstellung richtig, oder muss dass auch auf "Direct Out", wenn ich einen Offline Soundcheck mit Recordings machen will?

20260103_104219.jpg


Und habe ich richtig verstanden, dass Du nicht für Lead und Backing Vocals ZWEI Halls mit unterschiedlichem Pre Delay und Decay verwendest, sondern mehr oder weniger Kanal-FX-Send?
 
Und habe ich richtig verstanden, dass Du nicht für Lead und Backing Vocals ZWEI Halls mit unterschiedlichem Pre Delay und Decay verwendest, sondern mehr oder weniger Kanal-FX-Send?
Ja, so ist es. Das mag vielleicht bei einer Studio-Produktion ein Faktor sein, da sind diese Details sicher von Bedeutung. Live geht das ganze aber plakativer zu und unterschiedliche Predelays und Decays sind da für mich nicht so wesentlich wie unterschiedliche Hall-Anteile. Zumal das QU-16 ja sowieso nicht soo üppig ausgestattet ist. Da ist ein Instrumenten Hall und ein Vocal Hall schon genug um das System auszulasten.

ist diese Einstellung richtig, oder muss dass auch auf "Direct Out", wenn ich einen Offline Soundcheck mit Recordings machen will?
hmm, ganz verstehe ich es nicht, was du da meinst. Zumal ich ja nicht so wirklich gut bewandert bin mit dem QU-16, das ich nur dann und wann mal benutzt habe, aber nicht ganz so tief eingestiegen bin.
Was ich vorhin zu dem Direct Out Setting geschrieben habe , das habe ich dem aktuellen Reference Manual (Kapitel 9.8 bzw genau auf Seite 38) entnommen. Da geht es hauptsächlich darum, dass du bei der Aufnahme der Signale selbst diese Einstellung wählen musst, die ich genannt habe. Wenn du die USB Aufnahme abspielst, dann ist das sicher egal was da eingestellt ist, denn du nimmst ja nichts auf, sonder du spielst die Mehrspuraufnahme ab.
 
ist diese Einstellung richtig, oder muss dass auch auf "Direct Out", wenn ich einen Offline Soundcheck mit Recordings machen will?
... Sooo, habe jetzt nochmal ChatGPT befragt. Gigantisch, dass die solche Fragen tatsächlich anscheinend beantworten kann! Ich hoffe, ich kann dieser Antwort trauen 😬. ChatGPT sagt:
Für Virtual Soundcheck-Aufnahme muss der Direct Out Punkt unbedingt Postgain sein, wie @Mfk0815 schon sagte, für Aufnahmen in eine DAW kann er auch, je nach Wunsch post EQ oder sogar post Compressor sein. Die I/O-Patch Einstellung für USB muss auch Direct Out sein (stand bei mir auch auf Insert Send 😒), damit das wie ein reines Instrumentensignal wieder reingeht und dann erneut vom Mixer bearbeitet werden kann EQ-, Compressor- und FX-mässig, für den Virtual-Soundcheck...
Dann werde ich da nochmal das alles überarbeiten und muss dann leider nochmal neue Aufnahmen machen mit der Band für den Virtual Soundcheck... Und vielleicht ist dann auch das Problem mit dem sehr "gesättigten" Main Mix besser...

Nachtrag: Habe das jetzt alles umgesetzt und endlich auch verstanden ;)... Und es scheint zu klappen!!! Mal ne Testaufnahme übers Mikro gemacht und dann überUSB-QU-Drive wieder reingeschickt, und klingt exakt gleich, wie die Original-Einsprechung und lässt sich wunderbar dann nachträglich bearbeiten. Das Einzige, was man dann für den Virtuellen Soundcheck vorher in der Recording-Situation schon halbwegs vernünftig einstellen muss, ist jeder Kanal-Gain, damit das vorher und nacher dann passt. :) . Also, war ein erkenntnisreicher und erfolgreicher Tag heute! DANKE EUCH ALLEN wieder mal für die Hilfe!!! LG, Frank
 
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... Allen&Heath QU16 ... 15 Kanäle benutzt (3x Drum, 1x Bass, 2x Guit, 2x Nordstage, 2x Uhl Uhl-Organ, 5x Vocal-Mics). Dazu habe ich FX1 den Reverb, FX2 einen ADT-Doubler für die Vocals zum "Anfetten" und bei Bedarf selten auf FX3 ein Vocal Delay. Mir ist nun aufgefallen, das mein Main-Mix = L/R-PA im PFL-Modus der Anzeige ziemlich hoch in den gelben Bereich geht. Er clippt noch nicht, aber ich finde ihn doch sehr/zu hoch ...

A&H sind Engländer. Die kannst Du in den gelben und auch roten Bereich prügeln, das macht denen gar nix. Anders als bei manch anderen Pulten japanischer oder germanischer Herkunft, wo man da etwas vorsichtiger sein muss. Der Effektpegel dürfte hierbei relativ egal sein, es soll halt vernünftig klingen (eine Ausnahme __könnte__ der Doubler sein, der möglicherweise etwas mehr Pegel hinzufügt). Du kannst ja mal in den Effekt-Returns alle Frequenzen unterhalb 300 Hz wegschneiden, dann wird der Sound klarer und der Pegel (minimal) niedriger.

Wie kommt nun der hohe Pegel in den PFL vor dem Master, wenn doch die Einzelkanäle noch im grünen Bereich liegen und nur hin und wieder in den gelben Bereich schiessen? Die Signale bzw. deren sog. Energiedichten addieren sich nunmal. Nicht wie bei den korrelierten Signalen (z.B. das linke und das rechte Signal eines Keyboards), wo eine Addition +6dB bedeutet, sondern komplett unkorreliert wie eine Gitarre und ein Schlagzeug. Das addiert sich dann nur in geringerem Maße (ich dachte immer +1dB für jede Verdopplung der Instrumentenzahl, aber da hat mich mal jemand korrigiert - war das nicht @the flix, der sich mit sowas bestens auskennt?)

Kurz gesagt, Du hast eine Menge Signale, die einzeln alle noch im grünen Bereich liegen. Durch die Addition dieser Signale kommt im Master ein etwas höheres Signal an. Die Effekte tragen dazu wenig bis nichts bei. Sorgen musst Du Dir keine machen.
 
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Das addiert sich dann nur in geringerem Maße (ich dachte immer +1dB für jede Verdopplung der Instrumentenzahl, aber da hat mich mal jemand korrigiert - war das nicht @the flix, der sich mit sowas bestens auskennt?)
2 inkohärente Rauschsignale ergeben in der Addition +3 dB im langfristigen Mittel. Oder anders gesagt, 2 Instrumente vom gleichen Typ, die dasselbe spielen, werden sich bei vergleichbarem Einzelpegel mit näherungsweise +3 dB addieren (mehrere Gitarren, Streicher etc.). Die Aussteuerungsanzeige eines Mischpults zeigt kein langfristiges Mittel an, sondern wird eine Zeitkonstante von einige 100 ms haben. Daher werden (sinnvollerweise) auch auch Peaks erfasst, deren Addition bis zu +6 dB betragen kann.
Mein Main-Fader ist bei normaler Bandlautstärke immer im unteren Drittel. Ein Zeichen, dass viel Input reingeht...
Das ist in der Tat ein Zeichen für eine suboptimale Gain-Struktur. Ein Problem kann außerhalb des Mischpults liegen. Wenn du mit dem Master soweit unten fährst, ist vermutlich der Verstärkungsfaktor des nachfolgenden Lautsprechersystems zu hoch. Das ist auch für das Rauschen nicht vorteilhaft. Anders gesagt: Dreh die Lautsprecher runter, dann kannst du den Master in einen sinnvolleren Bereich bringen.
Außerdem ist die Pegeländerung pro Faderweg in diesem Bereich groß, sprich der Fader reagiert empfindlich auf kleine Bewegungen. Ich versuche, wie auch schon erwähnt, immer im Bereich -10 dB bis +5 dB zu bleiben. Die Option DCA wurde auch schon genannt, damit lässt sich das in der Regel gut einrichten.
Ich habe es in meinen Anfangszeiten auch schon geschafft, einen pultinternenen Summenbus an die Aussteuerungsgrenze zu bringen. Es ist gut, sich des potentiellen Problems bewusst zu sein.
 
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