Ambrosia800
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Na, das ist doch schon mal was ausgefallenes... Gotthard-Tribute hab ich noch nie gehört..Ich, Gotthard!

Ich spiel in einer Doors Tribute Band - in Originalbesetzung, also ohne Bassisten. Den Bass übernahm der Keyboarder mit der linken Hand.
Ist natürlich was ganz spezielles für einen (Rock) Keyboarder, weil:
- spezielle Orgelsounds (Vox Continental, Gibson G101)
- während den Songs keine Hand frei weil die linke wegen Bassspiel immer an den Tasten klebt. Dafür muss man sich aber wenig Gedanken um komplexe Setups, Splits etc machen![]()
Ich war vor ein paar Tagen bei einer Genesis Tribute Band, den Carpet Crawlers. Das Setup des Keyboarders ist:
Roland A90
Kurzweil K2661
Kurzweil PC3
Damit war er zumindest so weit am Original, dass der Charakter der Stücke überwiegend sehr gut rüber kam. Viel entscheidender für den positivem Gesamteindruck war allerdings der Sänger, der die Stimme von Peter Gabriel sehr gut nachstellen konnte.
Trefflich beschrieben.Tribute - Band ist ja bekanntlich eine einem einzelnen Künstler oder einer einzelnen Band zugewandte Coverband, die versucht, die Originale so genau wie möglich wiederzugeben.
Dazu zählt sowohl die musikalische Interpretation (Original-Sounds, Spielweise) wie auch der Look des Original-Acts.
Hier zählt also mehr als bei einer normalen Cover-Band: wie nahe komme ich an die Originale ran? Wobei diese sich durchaus rausnehmen dürfen, live ihre eigenen Werke mal völlig anders zu verwursteln, während dies in einer Tribute-Band keine Option ist...
Mit Sicherheit mit Live-Versionen kriegt man nur die Hardcore-Fans, die diese Live-Versionen auch kennen. Bei moderateren Fans sind es vielleicht einige wenige, die die eine oder andere Live-Version kennen. Und unter den Nicht-Fan-Gelegenheitshörern ist das niemand. (Ausnahmen wie Blues Brothers oder Cheap Trick, wo manche Sachen nur in Live-Versionen bekannt sind, zählen hier mal nicht.)Ich würde grundsätzlich unterscheiden zwischen vier Zuhörergruppen:
- Der Gelegenheitshörer. Kennt die Originale hauptsächlich aus dem Rundfunk.
- Der moderate Fan. Hat zumindest die wichtigsten Alben, kennt musikalisch also mehr als das, was im Radio läuft, sowohl reine Albumtracks als auch Albumversionen von Songs, die für den Singlerelease oder fürs Radio gekürzt wurden. Kann das eine oder andere Livealbum haben, muß aber nicht.
- Der Hardcore-Fan. Hat mindestens alle regulären Releases, häufig zusätzlich Raritäten, definitiv auch diverse Livealben/-videos, und auch Konzertbootlegs finden sich in seiner Sammlung. Verfügt außerdem über ein umfassendes Wissen über das Original.
- Der Musikerpolizist. Überlappt mit einem der drei obigen Typen, achtet aber zusätzlich auf das verwendete Equipment, die Spielweise der Musiker und je nachdem, welchem Instrument er sich normalerweise widmet, noch mehr auf die klangliche Authentizität als der Hardcore-Fan, weil er als Musiker hören und nachvollziehen kann, wie der Klang gemacht wird.
ABBA wurden hier genannt, und ein ABBA-Tribute (bzw. meine Äußerungen dazu) war auch in einem anderen Thread der Auslöser für diesen hier. ABBA sind meines Erachtens ein Sonderfall, weil sie an sich eine breite Hörerschaft ansprechen von der Hausfrau bis zum Synthesizernerd. Somit hängt es von der Tributeband und deren Konzept ab, wie weit sie gehen muß.
Im Gegensatz zu vielen anderen sehe ich den Synthesizerteil bei ABBA als sehr anspruchsvoll und nicht zu unterschätzen an. Gerade die Alben ab Arrival leben von einem dichten Elektronikarrangement und ganz besonderen Klängen, die eben nicht jeder x-beliebige Rompler aus dem Ärmel schüttelt. Diesen ganz besonderen Sound nimmt selbst der Nichtnerd, sogar der Nichtmusiker, unbewußt wahr und wird es sicherlich nicht negativ auffassen, wenn man schön nah an den Originalsound kommt. Noch dazu ist ABBA mit zwei Händen nicht spielbar. Wenn nun eine ABBA-Tributeband der gehobenen Mittelklasse die vier Frontleute optisch und stimmlich sehr treffend nachbildet, und dann steht da ein (1) Keyboarder und spielt auf einer Yamaha MOX8 eine schmerzhaft aufs Allerallernötigste kastrierte Fassung von Benny Anderssons einst so opulenten Arrangements, dann paßt das in meinen Augen nicht zusammen.
Auch wenn es wirklich schwierig ist, Bennys teilweise arg exotische und heutzutage immer noch nicht geklonte Synths (z. B. Moog Polymoog, Yamaha GX-1, NED Synclavier) überzeugend oder auch nur strukturell nachzuahmen, so sollte man trotzdem nicht vollends resignieren und sich aus absolute Minimum beschränken, wenn mehr als die Hälfte der Band auf Authentizität erpicht ist. Da sollte man schon mindestens den Aufwand betreiben, den man normalerweise einer Hammond* mit Leslie oder einem Rhodes widmet.
Wohlgemerkt, das ist noch für ungefähr dieselbe Zielgruppe wie Mamma Mia. Noch schwerer hat es eine Tributeband, die die perfekte ABBA-Illusion bieten will, um im gnadenlosen Konkurrenzkampf der hochwertigen ABBA-Tributebands bestehen zu können, und neben Softoldiehörern und alten wie neuen ABBA-Fans sicherlich auch den einen oder anderen Synthfreak und/oder Angehörigen der Musikerpolizei anlockt, der sehen will, ob die Band hält, was sie verspricht. Zum einen braucht man entweder Zuspieler oder vier Keyboarder. Fünf, wenn der Bühnenbenny auch in die Tasten zu greifen gedenkt, denn manche Songs erfordern auch mal weit mehr als zwei oder vier Hände an Synthesizern, man kann nicht alles zweihändig spielen (als nicht klavierverdorbener Vollblut-Synthfreak schon gar nicht), und den Bühnenbenny kann man nicht überzeugend in eine Tastenburg setzen, die unter anderem ein bis zwei Arturia Origins oder gar einen Laptop enthält.
Denn das Equipment ist das andere Problem. Originalsound auf dem Niveau der besten Tributebands der Welt erfordert Originalequipment. Ausweichen auf ABBAs Livegear kommt nicht in Frage, weil von ABBA nicht so viele Liveaufnahmen, offiziell oder Bootleg, kursieren (es gibt genau ein offizielles ABBA-Livealbum), als daß auch nur die Hardcorefans, geschweige denn moderatere Fraktionen, sich an replizierten Original-ABBA-Liveversionen ergötzen würden, jedenfalls weniger als an den Albumversionen. Somit ist man als ABBA-Tributeband praktisch gezwungen, die Studioversionen zu spielen zu replizieren, wenn man wirklich eine ABBA-Illusion auf absolutem Top-Niveau anstrebt.
Erstes Problem damit: Für die perfekte Replica auf dem Niveau der Australian Pink Floyd Show bräuchte man das Originalequipment. Und noch mehr Keyboarder, weil ABBA sich aufgelöst haben, bevor es MIDI gab. Das Originalequipment ist aber teilweise selten, teuer, schwer zu handhaben und anfällig. Der gern für Bässe eingesetzte Minimoog ist da noch am einfachsten zu kriegen und zu warten wohlgemerkt, man braucht immer noch mehrere, weil es in einer Livesituation undenkbar ist, mal eben einen anderen Sound einzudrehen, weil 1971 die Synthesizer noch keinen Speicher hatten man konnte froh sein, den Minimoog nicht mehr mit Patchcords verdrahten zu müssen , und weil der Synthlauf in S.O.S. alleine schon drei Minimoogs benötigt. Das krasse Gegenteil ist die schon erwähnte Yamaha GX-1. Ein weißer Koloß im Gewand einer zweieinhalbmanualigen Konzertorgel. Ungefähr 13 (dreizehn) Stück haben Japan nur verlassen, vermutlich wurden weniger als 50 gebaut, und man darf eine mittlere bis hohe fünfstellige Summe in Euro zahlen, um eine zu erwerben, so denn mal eine zum Verkauf angeboten wird (Benny Andersson hat für seine um die 70.000 US-Dollar hingelegt). Der Spieltisch wiegt 300 kg, die Bank wiegt 67 kg, das Vollpedal wiegt 20 kg. Backstage müssen zwei schalldichte Kammern eingerichtet werden zum originalgetreuen Abmikrofonieren der beiden jeweils 141 kg schweren Yamaha-TX II-Röhrenkabinette. Das Ding ist vollanalog, 100% spannungsgesteuert, diskret aufgebaut (nix mit Chips oder so), und wenn sie nach einer Weile warm ist, darf man 36 Voicecards einzeln nachstimmen. Normalerweise sollte die GX-1 sich nach einem Temperaturwechsel zwei Wochen akklimatisieren. Und wenn mal was kaputtgeht, braucht man Yamaha-Techniker, um sie zu reparieren, und einen Schutzengel, der dafür sorgt, daß nichts kaputtgeht, wofür es keine Ersatzteile mehr gibt. ABBA sind (im Gegensatz zu Led Zeppelin) meines Wissens nie mit der GX-1 getourt, aber wir wollen ja keine Tour nachspielen, sondern die Studioversionen. Außerdem haben Abb Again wohl mal in Erwägung gezogen, tatsächlich eine GX-1 anzuschaffen, dann aber statt dessen die halbe Welt nach einem (mutmaßlichen) CS80 abgegrast.
Man könnte versuchen, dieses Problem mit realitätsnahen Emulationen zu umgehen. Minimoog-Klone gibt's genügend, sogar in reiner Hardware hat man die Wahl zwischen Arturia (Origin) und Creamware (Use Audio Plugiator, Creamware Noah, Creamware/Sonic Core Minimax ASB), die sind alle näher am Minimoog als ein Voyager. Origin deckt außerdem noch ARP Odyssey Mk I und Avatar (mit 2600-Teilen), Roland Jupiter-8, Sequential Circuits Prophet-5 (sofern Benny keinen V3 mit CEM-Chips hatte), und mit etwas Glück kann man aus (hauptsächlich oder ausschließlich) CS80-Modulen einige der GX-1-Sounds basteln, die dann nur noch eine überzeugende Röhrenampsimulation brauchen. Mellotron M400 und Yamaha CP80 dürften auch nicht schwierig sein, Yamaha GS-1 schon eher mit seiner Klangerzeugung mit zweimal vier FM-Operatoren (wirklich Frequenzmodulation, nicht die Phasenmodulation vom DX7). Die Stringmachine Yamaha SS-30 gehört dann zu den ersten Geräten, für deren Emulation ziemlich zwingend ein Computer gebraucht wird auf Oktavteilern basierende Stringmachines können mit Samples nur sehr ungenügend und virtuell-analog überhaupt nicht nachgebildet werden. Vom Synclavier II (digital, sehr aufwendiger FM-Synth, kam zum Glück erst ab 1980 zum Einsatz) gibt es kein Modeling-VSTi, geschweige denn eine Emulation auf Modelingbasis in Hardware, da steht man also komplett im Regen. Ein ähnliches Problem gibt's beim Polymoog, von dem es nur Samples der Strings gibt und von der Vox Humana der zweiten Generation beides für ABBA nutzlose Sounds. Das Synclavier-Problem kann man umgehen, indem man nichts aus dem letzten ABBA-Album The Visitors spielt, aber ohne wirklich überzeugendes Polymoog-Oktavteiler-Piano kein Eagle (derweil die Polymoog-Strings von Arrival mit 16 Instanzen eines polymoogbestückten, nicht einfach nur auf Kontakt aufsattelnden Stringmachine-VSTi nebst Amp-Simulation machbar wären). Und andere Moog-Emulationen können diesen charakteristischen Sound ebensowenig gut genug reproduzieren wie generische virtuell-analoge Synthesizer, von Samplern/Sampleplayern oder gar Romplern ganz zu schweigen.
Das Ganze nun auf die Bühne zu bringen im Rahmen einer ABBA-Show, die nicht nur eine akustische, sondern auch eine optische Illusion sein soll, stellt das nächste Problem dar. Wie gesagt, der Bühnenbenny ist mitnichten der einzige Keyboarder. ABBA hatten selbst schon mal vier Keyboarder gleichzeitig auf der Bühne (Benny nicht mitgezählt), somit wäre eine Keyboarderarmada denkbar. Aber die würden dann dastehen mit in Hardware gegossenen VSTis (optional), Laptops und Masterkeyboards klanglich authentisch, optisch nicht. Origins, falls vorhanden (weil unnötig, wenn Laptops dabei sind) als Module statt als Keyboards, zusammen mit den anderen Modulen und den Laptops ab in den Backstage, Masterkeyboards vintagemäßig tarnen sieht schon besser aus, klingt genauso, aber die Keyboarder haben auf ihre Gerätschaften keinen Zugriff mehr und müssen sie blind fernsteuern, wenn man nicht ein, zwei Synth-Techs im Backstage hat. Außerdem muß man irgendwie die eine oder andere Stagebox in den Backstagebereich legen. Backingkeyboarder nebst Equipment komplett in den Backstage dann darf man dem Publikum erklären, wo die ganzen Synthsachen herkommen bei einer angeblichen (tatsächlichen) Live-Show, und dann ist da noch das Backstage-Stagebox-Problem.
Ganz ohne Zuspieler kommt man nicht aus. Um einen wirklich authentischen ABBA-Sound zu kriegen, braucht man mehr als nur vier Gesangsstimmen. Ich denke dabei an Songs wie Lay All Your Love On Me oder Move On.
Daß eine solche Produktion nichts für Stadtfestbühnen ist, nicht mal für eine große NDR-Bühne (es sei denn, das ist der einzige Auftritt auf der Bühne den Tag), dürfte klar sein. Die paßt eher in Hallen und Arenen, wo die entsprechend hochwertigere, leistungsfähigere PA dem Soundaufwand gerechter wird.

In vielen anderen Fällen hingegen ist das Publikum eventueller Live-Versionen nicht kundig/bewußt [...] Folglich wissen sie nicht (jedenfalls nicht mit Sicherheit), was ihre Lieblinge live so machen, wie ihre Lieblinge live so klingen.
Das ist streng genommen schon eher "Queen Tribute feat. Brian May" als "Queen & Paul Rodgers", stimmt schon. Und man sieht in dem Video auch sehr schön, dass der Kronos dann sogar schön in einem Gehäuse verpackt ist, wo außen für's Publikum "Korg M3" draufsteht...Dieser Typ ist zwar kein Tribute Mensch, aber eigentlich macht er so was ähnliches, oder?


Bist du allerdings tatsächlich. Ich hab den an anderer Stelle aufgemacht, aber auch erst 4 Tage später als DuSo, ich komme Rollo mal zuvor und mache einen Thread dazu auf.

Ich war vor ein paar Tagen bei einer Genesis Tribute Band, den Carpet Crawlers. Das Setup des Keyboarders ist:
Roland A90
Kurzweil K2661
Kurzweil PC3
Ist es so schlimm, wenn sich der eigene Horizont über das erhebt, was man im Probenraum stehen hat?Danke für den Beitrag giovanni... Vor allem gehen Anspruch und Wirklichkeit ja offenbar stark auseinander, wenn Martman selbst dann synthetische Bläser spielt - man würde geneigt sein, die abgehobenen Ansprüche wesentlich ernster zu nehmen, wenn er selbst meintewegen tatsächlich mit einem eigenen 7.5t-LKW voll Equipment bei einem Jarre-Coverprojekt oder einer ABBA-Tribute-Band anrückt und somit weiß, wovon er spricht.
So hat das immer etwas von "Wunschdenken" - und das kenne ich selbst zur Genüge, weil ich mir meinen Traum von der echten B3 immer noch nicht erfüllt habe.![]()
Ich meinte es eher so:Und genau da beginnt der Ermessensspielraum der Tribute-Band. Da kann sie live anders klingen, als die Studio-Version: denn der Hörer kennt die Studioversionen aus seiner heimischen Stereoanlage, vom MP3-Player oder aus dem Autoradio. In keinem Fall hat der Durschnittshörer die Hörerfahrung, wie z.B. ABBA live in einem Stadion oder über eine Riesen-PA klingt. Selbst, wenn die Studioaufnahme von CD im ganzen Stadion wiedergegeben würde, würde der Hörer sie anders erleben, als bei sich zu Hause - denn Musikhören findet im Raum statt und ist abhängig vom Raum. Ausserdem ist Musikhören extrem vom sozialen Umfeld abhängig - genau deswegen gehen wir ja mit 10.000 anderen Leuten zu einem Livekonzert, anstatt zu Hause die MP3-Kopfhörer aufzubehalten.
Mein Punkt 1 ist also: weil die Hörsituation eine andere ist, ergeben sich neue Gestaltungsspielräume für eine Tribute-Band. Schon deswegen, weil evtl. leise Dinge der Originalaufnahme sowieso live nicht hörbar wären (Frage am Rande: muss man als extrem gewissenhafter Tribute-Band-Keyboarder auch Dinge spielen, die live garantiert nicht hörbar sind, z.B. ganz leise Pads im Hintergrund?).
Vielleicht hört der Laie nicht analytisch raus, was jetzt genau womit gespielt wurde. Aber ich glaube nicht, daß er es gar nicht wahrnimmt. Der originale Gesamtsound ist jemandem, der diese Musik einigermaßen gut genug kennt und vielleicht gar damit etwas assoziiert, ins Unterbewußtsein gebrannt. Selbst wenn er sagt, die GM-Panflöte mit den GM-Streichern als Leadsound für Gimme Gimme Gimme klingt wie damals: Spiel das Ganze noch einmal mit möglichst akkurat emulierten Originalsounds, und er wird nach einem noch intensiveren Schwall von Nostalgie seine vorherige Aussage revidieren.Jetzt kommt Punkt 2: Musikalische Laien hören ganzheitlich, nicht analytisch. Solange alle wesentlichen musikalischen Strukturen da sind, sind musikalische Laien zufrieden. Natürlich muss man überlegen, ob man wirklich für Laien oder für Kenner spielt, und wie weit das analytische Hören im Publikum verbreitet ist. Meine These ist aber, dass der Anteil von bewusst analytisch geprägten Hörern so verschwindend gering ist, dass sie den Aufwand nicht rechtfertigen (auch hier ein Punkt am Rande: die Wahrnehmungshierarchie musikalischer Laien ist erbarmungslos: der Sänger/die Sängerin wird bewusst wahrgenommen und bleibt vielleicht noch im Gedächtnis, aber alles war im Hintergrund werkelt, wird so gut wie nie bewusst wahrgenommen).
Wenn ihr Ziel ist, Leute mit ABBA-Musik und Frontleuten in ABBA-Klamotten zu unterhalten, ist das okay, wobei man das auch nicht vollkommen schleifen lassen und gerade eben den Aufwand betreiben darf, daß man nicht ausgebuht wird.Wenn man nach Martman geht, könnte/dürfte es eigentlich überhaupt keine ABBA Tribut geben. Da frage ich mich nur, warum gibt es so viele und viele auch noch so erfolgreich, obwohl sie alle ohne das Originalequipment von Benny ausgekommen sind... The Real ABBA Tribute, Sweden4ever, Abba Gold, Waterloo etc. Warum gehen da so viele hin, obwohl bei keiner ein GX1 auf der Bühne steht? Frevel!! Wir sollte eine Petition starten, dass alle Besucher der Konzerte ihr Geld zurückbekommen, weil sie ja verarscht worden sind!
Mamma Mia ist keine ABBA-Illusion und will keine sein. Mamma Mia ist nicht für den Hardcore-Fan, der innerhalb von zweieinhalb Sekunden die offiziellen Live-Versionen auf der ABBA Live unterscheiden kann von den originalen, nicht mit E-Drums nachbearbeiteten Live-Versionen exakt derselben Songs von exakt denselben Konzerten, die er als Bootleg hat, sondern für die Hausfrau, die ABBA sonst auf NDR1 hört. Ich schätze mal, mindestens die Hälfte der weltweiten ABBA-Tributebands wirbt mit mehr Authentizität, als Mamma Mia es tut.BTW: Interessieren würde mich mal, wie sie das beim Musical Mamma Mia hinbekommen haben. Da war ich übrigens auch, obwohl schon fast wieder 10 Jahre her, und obwohl ich die Abba Songs sicherlich alle weitestgehend im Ohr hatte, ist mir überhaupt nicht aufgefallen, dass da soundtechnisch irgendetwas gefehlt hat.