Schäbige Proberäume/Live Gigs

  • Ersteller Bad Ernie
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Wenn ich die Wand-Deko links neben dem Sänger sehe, fällt mir spontan ein: Waidmann´s Heil!
 
Meine bisherigen Proberäume:

1) Keller der Stadthalle, ordentlich eingerichtet und für angehende Rockstars geeignet. Dönerbude in der Nähe ;)

2) großer Saal, in dem normalerweise das Orchester der Musikschule probte. Leider rundum verglast.

3) Versiffter Proberaum eines Jugendhauses. So wie man es sich vorstellt und und ordentlich eingerichtet. Leider etwas klein.

4) Kellerraum in einem Club. Sehr niedrige Decke, stickig, miese Akustik.

5) Und jetzt das Highlight: Der von meiner letzten Band bis neulich bezogene Proberaum war aus Budgetgründen ziemlich schäbig: in einem fast abbruchreifen Haus hatten wir ein Zimmer gemietet. Im Fensterrahmen war anstelle von Fensterglas eine grob zurechtgeschnitzte Styroporplatte (!) eingesetzt - mit ordentlich Luft zwischen Styropor und Rahmen. Eine Heizung gab es nicht, sondern nur einen Heizlüfter. Die Tür war so eine Tür, wie man sie in Rohbauten findet. Als "Sicherung" gab es ein Vorhängeschloss, das zwei Scharniere zusammenhielt, die von außen mit normalen Kreuzschlitzschrauben angeschraubt (!) waren. Jeder Anfängerdieb hätte das Schloss bequem in einer Minute abschrauben können... Zwischen Türrahmen und Wand war ein so großer Spalt, dass man in den Raum gucken konnte. Wenn man die Tür unachtsam öffnete, riss man erstmal schön das Lichtkabel von der Decke. Der Boden war ständig so verstaubt, dass ich Angst um meine Effektpedale und meine Lunge hatte. Von der Raumakustik will ich gar nicht anfangen. Mein Equipment habe ich jedenfalls immer mit nach Hause genommen ;)
 
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Wir sind immer noch in dem leerstehenden Verwaltungsgebäude. Das Stromproblem haben wir jetzt geregelt, nachdem irgendwer die Sicherungen gekillt , und zu allem Übel den einzigen Schlüssel zu dem Sicherungsraum verbaselt hatte, haben wir jetzt unsere eigene Zuleitung, mit separatem Zähler, mit dem wir unseren Verbrauch dokumentieren können (sollten nach den ersten drei Monaten 600EUR zahlen, wobei wir in dem vorigen Proberaum mit zwei Bands und vier Abenden Probe anstatt einer, wie jetzt, im Jahr 120EUR gezahlt hatten!).
Jetzt wird's langsam wieder kalt, und da dort natürlich keine Zentralheizung vorhanden ist, heizen wir mit einem Gaspuster, wie man sie auch auf dem Bau verwendet. Nachteil: Das geht trotz (zwangsweiser) ausreichender Belüftung extrem auf die Stimmbänder :igitt:
 
Mit meiner alten Band haben wir anfangs in dem Keller des Gemeindehauses einer Kirche geprobt. War eigentlich groß genug, nur war er im Winter arschkalt. Irgendwann stand er dann 30 cm unter Wasser und wir haben von der Gemeinde als Entschuldigung die Erlaubnis gekriegt im Zimmer der Gemeindejugend zu proben.
 
Wie proben auch in einen feuchten verschimmelten Bunker( bis auf unseren Raum den hammer getrocknet und mit dämmatten ausgestatt etc) aber da ist auch ein KLo was echt grausam ist, vorallem weil da noch so technoleute sind mit hunden die manchmal da hinkacken und die vollgedröhnten Menschen da hinkotzen echt widerlich aber manchmal ganz interessante menshcen dort xD!! Fotso möchte ich nicht hinstellen
 
Wir haben mittlerweile einen Proberaum im Keller von unserem Drummer. Sehr klein, für 5 Leute, aber es kostet nur Strom und nebenan ist ein Partykeller den wir gerne zur Pause nutzen ..
Davor hatten wir einen gemieteten Proberaum in einem umfunktionierten alten Bunker ..
dieser war von den Räumen noch OK .. aber irgendwann kam der besitzer und forderte für mehrere vergangene Jahre noch irgendwelche dubiosen Stromnachzahlungen .. und das bei einer monatsmiete von 175 EUR monatlich .. wie sich herausstellte, waren die ganzen elektrischen Installationen von den Stadtwerken gar nicht abgenommen ..
dannach haben wir uns entschieden lieber das weite zu suchen ..
 
Echt krasse Stories hier. Habe eigentlich nach etwas anderem gesucht und fand dann diesen Thread, wo ich auch mal meine Proberaum-Erfahrung schildern will. Kurz um: dist eigentlich im Mittelfeld vom Nutzungskomfort her, also im Vergleich mit euren Erfahrungsberichten.

Wir haben einen Raum (ca. 25qm) für uns alleine in einem flachen ehemaligen Lagerhaus ohne Etagen drüber oder drunter. Das Gebäude wird auch von einigen anderen Leuten genutzt (jedoch nicht als Proberaum), aber die stört das nicht, wenn wir da sind.
An technischer Versorgung haben wir da nur eine Steckdose, bei der "Daisy Chain"-artig mehrere Steckerleisten dranhängen. Aber wir betreiben auch keine Fullstacks als Amps. Die Toilette ist ein Bio-Klo draußen, weshalb wir Feuchtigkeitstücher zum "Händewaschen" im Proberaum haben. Die Wärme im Winter kommt per Elektroheizung und so einem Gas-Heizding, was auf oben auf eine Gasflasche geschraubt wird und wie ein Gasherd immer entzündet werden muss. Dazu nehmen wir uns noch Tee in der Thermosflasche mit, haben dicke Socken an und zwei Pullis. Zwischen den Songs werden die Finger an den Heizgeräten gewärmt. Alles in allem recht rustikal, aber praktikabel.

Weil oft in diesem Thread davon berichtet wurde: Probleme mit Feuchtigkeit hatten wir bisher soweit ich weiß nicht in den gut 1,5 Jahren, die wir schon da drin sind. Wir konnten auch nie Rost an irgendwelchen Metallgegenständen feststellen. Eher bilde ich mir ein, dass die Luft sogar zu trocken ist, speziell jetzt im Sommer. Liegt wohl daran, dass unser Raum überirdisch ist und durch die großen (leider nicht aufmachbaren) Dachfenster viel Sonnenlicht reinkommt und sich dadurch der Raum etwas aufheizt.

Edit: wir zahlen aber auch nur einen Freundschaftspreis für den Raum und keinen Straßenpreis
 
Grund: Kleiner Nachtrag, kollidiert auch nicht mit dem nachfolgenden Eintrag von dr_rollo.
Zuletzt bearbeitet:
Mittlerweile, besser gesagt seit ca. 3 Jahren, haben wir wieder einen Proberaum in einem Proberaumkomplex in Hannover, wo die Preise allerdings wie üblich gesalzener sind: 320EUR für ca.30qm, allerdings inc. aller Nebenkosten. Dafür gibt's eine Zentralheizung, gesicherten Strom, fließend Wasser und saubere Toiletten, und wir teilen uns den Raum mit einer anderen Band, was unproblematisch funktioniert.
 
War mal zum Vorspiel in einem Kellergewölbe eines alten Bürohauses. Die "Räume" waren mit Schränken abgetrennt, zwei Bands gleichzeitig hätten da nicht proben können. Der Teppich der überall lag fühlte sich wie Moos an. Meine Kabel klebten hinterher auch irgendwie.
War mein erstes Vorspiel bei ner Band und somit das erste Mal in einem Proberaum. Das härtet ab.
 
Unser letzter Probenraum (bis Anfang des Jahres), in dem die Band irgendwas zwischen 15 und 20 Jahre gewesen sein muß, war so lala.

Der war in einem Innenhof in einem Industrieareal mit Stahlgittertor davor. Gut 5 m lang, knapp 3 m breit, also Schlauch. Mit sechs Mann wird's eng, von laut mal abgesehen – wir haben zwar keine Amps, aber die bandeigene PA nebst Monitoren läuft immer.

Auf einer Langseite gab's drei (auf Bandwunsch von außen vergitterte) Fenster, die wir aber nicht nutzen konnten, die hätten nämlich die Akustik total verhagelt, hätten wir sie nicht mit Teppichresten abgehängt. Damit fiel auch Lüften flach, weil wir die Teppichreste nicht zur Seite hängen konnten. Vor ein paar Jahren waren die Fensterrahmen so durch, daß bei einem Fenster schon die Scheibe nach unten gerutscht war und oben ein Spalt offen war. (Gab trotzdem keine Luftzirkulation.) Die mußten also komplett getauscht werden, und weil das nicht ging, wenn wir unser Zeugs aufgebaut hatten, mußte das nach einem Gig stattfinden, während der Bandkram bei unserem Leadsänger/2. Keyboarder in der Garage eingelagert war.

Lüften war durch die abgehängten Fenster kaum möglich, so daß die Luft, sagen wir, unschön war. Wenn wir probten, hatten wir häufig die Raumtür offen stehen und einen Ventilator laufen; wenn ich mal alleine da war, hab ich auch den Ventilator angeschmissen, egal, was ich da wollte. Die verbrauchte Luft kam aber nicht raus. Hohe Luftfeuchtigkeit war nicht das Problem. Das dachten wir mal, aber dann hab ich, als ich mal alleine im Raum war, meinen Entfeuchter mitgebracht, angeschlossen, eingeschaltet, und das Ding sprang nicht an, weil die Luftfeuchtigkeit bei gerade mal 40% war. Auf Dauerbetrieb gestellt, und das Teil zog trotzdem keinen Tropfen Wasser aus der Luft. Ich schätze, das waren einfach Siff und Schimmel, die in der ganzen Zeit in die Tapeten gezogen waren.

Der Boden war Beton mit aufgeklebten Kunststoffplatten, die langsam wegbröselten. Folglich hätten wir nach dem Abbauen für jeden Gig staubsaugen und die Plattenbrösel entfernen können.

Die Wände waren generell verputztes Mauerwerk, zum Flur hin nicht mal besonders dick, und mußten mit Filzmatten abgehängt werden. Ich hatte hinter mir keine Matte; ich hab an sich ein Mikro, das schwer zum Rückkoppeln zu bringen ist, aber so dicht an der Wand koppelte es wie Sau, wenn ich nicht meine Birne davor hatte.

Die elektrische Installation war meh. Da kamen kaum 210 Volt aus der Dose, und viele Dosen gab's auch nicht.

Was geil war, war, daß der Raum ebenerdig im Erdgeschoß und direkt hinter der großen Gebäudetür war. Be- und Entladen für Gigs ging immer sehr gut. Mit dem Sprinter an die Tür, alles ruckzuck in die Karre verladen oder wieder raus, auch dann, wenn mal die PA mit mußte. Ich meine, die Band hatte auch mal einen Raum, der nur über eine enge Wendeltreppe zu erreichen war. Der damalige Hauptkeyboarder hatte eine Hammond und ein Leslie. Sagen wir mal, es war kompliziert.

Jetzt, nachdem unser aktueller Drummer, alter Hase im Business, von dem Raum so genervt war, daß er sich auf die Suche nach einem neuen begeben hat, haben wir einen bezogen in einem Keller, dieses Mal in einem reinen Gewerbegebiet. Okay, Gig-Logistik ist erschwert, aber es gibt einen einigermaßen funktionierenden Fahrstuhl, über den wir alles aus dem Keller und wieder rein schaffen. Und viel mehr Platz haben wir jetzt auch.

Der Raum war erst in einem ziemlich schrabbeligen Zustand, also Genehmigung vom Vermieter eingeholt, den renovieren zu dürfen. Teppich rein (Akustik!), alles schön weiß gestrichen und mit Stoff abgehängt (Akustik!), raumteilenden Vorhang rein, bestimmt 40 m an Kabelkanälen installiert, von denen wir nicht mal alles nutzen, sogar die elektrische Installation ist von unseren Leuten. (Erster Nachteil: Beim alten Probenraum hatten wir immer einen Bauschuttcontainer vor der Tür; nach der Renovierung mußten wir den Schutt zum alten Raum karren.) Die Fenster sind uralt und unschön, aber die sind auch abgehängt, und zwar so, daß man die Abhängung auch mal wegschieben und lüften kann, und dank vergitterter Lichtschächte kommt da auch keiner rein.

Heizung in dem Sinne gibt's nicht (im alten Raum hatten wir einen programmierbaren Thermostat am Heizkörper, so daß es bei Proben im Winter außerhalb der Reihe ziemlich kalt war), aber Warmwasserleitungen, die durch den Raum laufen und dasselbe bewirken. Hauptnachteil: Klo gibt's auch nicht, besser gesagt, nicht auf dem Stockwerk, sondern ein paar Etagen weiter oben, und man sollte zwei Schlüssel mitnehmen, sonst kommt man nicht in unseren Raum zurück. (Fragt nicht, was in dem Gebäude noch alles drin ist.) Das verkompliziert auch das Abwaschen der Kaffeekanne etwas. Dafür haben wir jetzt Platz für einen Kühlschrank und eine Sitzecke.

Gastronomische Angebote in der Nähe gibt's schon, aber die machen um 20 Uhr schon dicht, weil dann auch die letzten Büros Schicht machen. Die, die noch offen haben, sind etwas weiter weg als beim alten Raum, dafür aber in größerer Auswahl verfügbar und großenteils besser als vorher.

Zu Gruselgigs fallen mir eigentlich nur zwei von unseren drei Regengigs ein. Die hab ich beide schon im Live-Pannen-Thread geschildert.

Der erste: Stadtfest, große NDR-Bühne mit zwei Kameras und LED-Wand (ja, wirklich). Wir waren zwar am Sonntag die letzte Band und hatten nur ein Set mit 75 Minuten, das war unser mit Abstand kürzester Gig, aber trotzdem hätte alles so schön sein können – wenn es nicht seit Sonnabendmittag durchgeregnet hätte. Und durchgeregnet war da auch der Molton. Von der Riesenbühne waren nur etwa 28 m² nutzbar, nämlich die ersten zwei Meter vorne, dahinter schwamm alles, und der Drumriser. Einen halben Meter hinter meinem Rack – Winkelrack mit Submixer oben drin – lief ständig Wasser von der Bespannung auf den Bühnenboden; mit weiter hinten stehen war also Essig. Diese vorderen zwei Meter teilten wir mit den Monitoren.

Ganz stage right stand der Bühnenkameramann. Der hätte eigentlich auf der Bühne rumlaufen und für die LED-Wand auf uns halten müssen. Rumlaufen ging aber nicht mehr, er konnte nur noch über die Monitore klettern, was er mit der fetten Kamera auf der Schulter ungern tat. Hinter uns langgehen wollte er auch nicht, weil er uns nicht von hinten erwischen wollte und zwischen uns nicht viel Durchkommen war, außerdem schiffte es ja an diversen Stellen durch den Molton. Der Mann war so eingemauert, daß er häufig der Einfachheit halber auf mich – ich stand ganz stage right – oder auch mal meinen blinkenden Submixer hielt, weil er dafür nicht klettern mußte.

Wir haben an sich richtig geile Aufzeichnungen von dem Gig. Was es da aber nicht gibt, ist Applaus. Die normalen Stadtfestbesucher hatten sich alle ins Trockene verzogen, die Buden waren auch schon zu. Vor der Bühne harrten nur an die 20 Leute aus, die wir eingeladen hatten, und die klatschten nicht, weil sie mit einer Hand ihre Regenschirme festhalten mußten.

Dann hatten wir mal einen auf einem Campingplatz. Also das umgekehrte Ende der Professionalität. Aus Holz zusammengeschusterte Winzbühne, so eng, daß wir unsere PA daneben aufstellen mußten. War sowieso gaga, mit dieser PA open air spielen zu wollen, aber wir wollten nicht eigens eine wesentlich größere mieten, das hätte sich nicht gelohnt, und der Veranstalter wollte und konnte auch keine stellen.

Obendrein war die Bühne komplett unbeleuchtet, so daß wir nach Einbruch der Dunkelheit (es war Mai) kaum mehr zu sehen gewesen wären, hätte nicht unser damaliger Drummer und Bookingbeauftragter irgendwoher zwei Bauscheinwerfer organisiert. Fest installierte Beleuchtung wär eh schwierig gewesen, weil die Bühne nicht nur eng war, sondern auch niedrig, so daß zwischen unseren Köpfen und den Deckenträgern kaum Platz für PAR-Kannen oder so gewesen wär. Die Bespannung war zumindest schon mal Lkw-Plane und somit wasserundurchlässig. Das sollte beides noch wichtig werden.

Alles auf der Bühne hing zusammen mit dem daneben stehenden Getränkewagen an derselben 230-V-Kabeltrommel. Die Spannung war – das hatten wir zum Glück nur dieses eine Mal – noch niedriger als im Probenraum und so niedrig, daß bei meinem Kurzweil bei einem Mal Einschalten die Festplatte nicht anlief. Beim nächsten Versuch startete sie zum Glück.

Der Gig an sich war erstmal nicht mal ungeil. Dann sahen wir dicke Wolken aufziehen mit einem beeindruckenden Regenbogen davor. Und die Brühe kam in unsere Richtung. Ab Mitte zweites Set gab's dann fast eine Stunde lang Platzregen vom Übelsten. Erstmal mußten wir Müllsäcke über die PA-Satelliten ziehen, damit die nicht naß wurden (der Subwoofer war da weniger empfindlich). Dann war die Lkw-Plane nicht sehr stramm, und über uns sammelte sich darin ständig Wasser. Da war es wieder gut, daß die Bühnenkonstruktion so niedrig war, denn wir konnten so das gesammelte Wasser eigenhändig nach hinten schieben und entleeren, was wir bestimmt vier- oder fünfmal gemacht haben. Jedes Mal ging ein Sturzbach wenige Zentimeter hinter meinem Rack und noch vor der hinteren Bühnenbespannung zu Boden. Daß mein Submixer nicht überflutet wurde, war mehr Glück als sonstwas. Natürlich hatten wir dann auch kein Publikum mehr, aber hey. Der Getränkewagen machte auch zu – mehr Strom für uns. Kaum, daß der Wolkenbruch vorbei war, tanzten dann wieder ein paar Dutzend Leute auf der regennassen Tanzfläche vor der Bühne.

Das vierte Set hat der Veranstalter uns dann geschenkt. Tolles Timing: Als wir "in die Freiheit entlassen" wurden und abbauen konnten, fing es gleich wieder an zu schütten. Wie gut, daß wir mit dem Sprinter direkt an die Bühne fahren konnten. Scheiße nur, daß wir irgendwann mal unsere Verteilerleisten abziehen mußten, und dann wurde es zappenduster. Der Gitarrist mußte nach dem Gig seinen Floorboardkoffer mit nach Hause nehmen und trockenlegen.

Bei unserem dritten Regengig war nicht der Regen das Problem, sondern die Kombination aus Gastronomie und Zeitplan (wir hatten 30 Minuten für ein Mittagessen, das nach 28 Minuten kam) und das völlige Fehlen eines brauchbaren Backstage, so daß unsere Sängerin sich unerwarteterweise nicht umziehen konnte (hinter einer Glastür im selben Restaurant). Trotzdem standen letztlich drei Teeniemädels vor der Bühne im Regen und himmelten unsere dreimal so alte Sängerin an.


Martman
 
Großartiger Thread, den sollte man am Leben erhalten... und wirklich gruselig was einige hier schon erlebt haben. Dagegen sind meine bisherigen Räume eher amüsant.

Der erste war eigentlich ein Lagerraum - in irgendeinem alten Gewerbehaus, was so eine Hippiefrau gemietet hatte. Die hat einfach einen Teil als Wohnung genutzt und da mit ihren Kindern gelebt (die erstaunlich normal wirkten), und dann konnte man durch ihr Wohnzimmer, an ihrem Schlafzimmer vorbei, zu seinem Probenraum. Proben war 24/7 erlaubt, natürlich haben wir eigene Schlüssel gehabt. Sag mal einer die Leute haben kein Vertrauen.

Aktuell sind wir in einem (noch aktiven) Bahnhof. An sich ganz geil, jetzt wo wir renoviert haben, aber der Zustand des Gebäudes als wir eingezogen sind... wow. Die jetzigen Probenräume waren wohl mal ne Wohnung, und wir hatten den Eindruck, da kam irgendwann die Stasi und hat die Leute geholt und seitdem war da keiner mehr. Reste alter Einrichtung, natürlich baulich ziemlich verfallen, Türen fehlten teilweise, Fenster undicht, irre Mengen Dreck und unfassbar viel Leergut (zwischendurch war das Haus wohl mal besetzt). Spannenderweise ist ein Raum bis heute vernagelt und verschlossen, da stehen irgendwelche Server der Bahn (die übrigens durchaus weiß, dass wir da sind, ist alles legal und offiziell). Das Schlimmste war aber, dass im obersten Stockwerk eine WG eingezogen war, es aber noch keine Infrastruktur-Anbindung gab - sprich: Keine Müllabfuhr. Dafür gab es aber genug Räume, also wurde einer einfach zum "Müllraum" - Sack zuknoten und rein damit. Da die Elektrik sowieso hin war, konnte man den Scheiß auch nicht sehen, aber man konnte die Ratten hören. Inzwischen riecht es bloß noch nach dem bröseligen Putz und in den Räumen, die aktiv genutzt werden, kann man lüften, da geht es zumindest im Sommer. Im Winter ist es dann halt kalt, aber immerhin trocken (außer einer kotzt mal wieder in den Flur). Die Vermieter haben lieber DSL + WLAN installiert statt ner Heizung. :D
 
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Chemnitz soll ja auch massiv viel Leerstand haben...
 
Hat es auch, tatsächlich ist aber selbst hier der Probenraummarkt nicht gerade erfreulich. Aber immerhin bekommt man was wenn man was braucht und meistens trägt man keine Gesundheitsschäden davon. Wobei der erste Raum, den ich beschrieben habe, in Essen war.

Viel besser als der Leerstand ist in Chemnitz die recht gut funktionierende Vernetzung der Musikerszene, vor allem gemessen daran, dass die Szene nicht so groß ist. Aber das ist ein ganz anderes Thema. :)
 

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